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17.03.2021 | 04:50

Royal Dutch Shell, Pollux Properties, Fresenius SE – Value-Titel mit großem Aufholbedarf!

  • Value
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Der Corona-Schock im vergangenen Jahr hat so gut wie alle Aktien zunächst einmal auf Talfahrt geschickt. Während einige sich relativ schnell erholen konnten und teilweise zu massiven Kursrallys ansetzten, hatten es sogenannte Value-Titel schwer. Nun hat zum Teil die Rotation hin zu Value-Aktien eingesetzt. Wir zeigen Ihnen nachfolgend drei Titel, bei denen Sie wirklich noch ein Schnäppchen machen können. Nutzen Sie die Gunst der Stunde!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: SG1I77884290 , GB00B03MLX29 , DE0005785604

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Inhaltsverzeichnis:


    ROYAL DUTCH SHELL PLC – Öl-Multi in Joe Bidens Green-New-Deal-Klemme

    Keine Frage: Corona hat die Aktie des Öl-Multis Royal Dutch Shell schwer gebeutelt. Der Börsenkurs des Konzerns entwickelte sich längere Zeit in etwa im Gleichklang mit dem Euro Stoxx 50. Im Februar 2020 verlor der Titel schnell die Hälfte seines Wertes und wurde damit wesentlich stärker in Mitleidenschaft gezogen als der Gesamtindex. Während letzterer den Verlust zwischenzeitlich fast vollständig kompensieren konnte, ist der Kurs von Royal Dutch Shell mit aktuell rund 18 EUR immer noch weit vom Vor-Corona-Wert von knapp 27 EUR entfernt.

    Diese Entwicklung hat sicherlich mehrere Gründe. So dürfte vielen Aktionären das abrupte Aussetzen des Aktienrückkaufprogramms und die seit Ende des zweiten Weltkriegs erstmalige Kürzung der Dividende um zwei Drittel, des bis dahin unangefochtenen Dividendenkönigs, sauer aufgestoßen sein. Zudem zeichnete sich in den USA bereits seit Mitte 2020 eine Wechselstimmung in der Politik ab. Und der damals als wahrscheinlich geltende Sieger der Präsidentschaftswahlen, Joe Biden, machte aus seinen Plänen keinen Hehl: nicht weniger als einen Green-New-Deal versprach er seinen Wählern, Klimaneutralität bis 2050. Dass die Summen des avisierten Zwei-Billionen-Dollar-Hilfspakets nicht bei den Ölproduzenten ankommen würden, schien klar. Stattdessen setzten die Anleger daher lieber auf Green Tech.

    Aber wird das die Ölkonzerne tatsächlich von heute auf Morgen überflüssig machen? Bis 2050 sind noch 30 Jahre Zeit. In der Zwischenzeit wird der Ölbedarf sicher nicht sofort einbrechen. Und auch bei Themen wie E-Fuels, also synthetischen, klimaneutralen Kraftstoffen, werden die Konzerne zukünftig tatkräftig mitmischen. Gründe genug, die aktuelle Kursschwäche für eine Analyse zu nutzen. Dabei zeigt sich, dass Royal Dutch Shell mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,94 aktuell sehr günstig bewertet ist. Wir gehen, wie der Großteil der Analysten davon aus, dass sich der Kurs langfristig wieder erholen wird.

    POLLUX PROPERTIES LTD – Der unsterbliche Zwilling trotzt der Krise

    Die griechische Mythologie ist ein Fundus unglaublichster Geschichten. So handelt die Sage von Castor und Pollux von einem unzertrennlichen Zwillingspaar mit unterschiedlichen Vätern. Der eine, Castor, sterblich, der zweite, Pollux, unsterblich. Nachdem Castor von seinem Cousin im Streit getötet wurde, bat Pollux seinen Vater Zeus darum, seine Unsterblichkeit mit Castor teilen zu dürfen. Zeus war gerührt und gewährte den Wunsch. Um dies aber zu erreichen, musste Pollux einwilligen, mit seinem Bruder abwechselnd je einen Tag im Olymp und je einen Tag im Hades zu verbringen, dabei wie ein Mensch zu altern und letztlich wie ein Mensch zu sterben. Wir wollen hoffen, dass dieses Schicksal dem Immobilienentwickler Pollux Properties aus Singapur auf absehbare Zeit erspart bleibt. Und tatsächlich hat es das Unternehmen trotz der durch Corona ausgelösten Verwerfungen am singalesischen Aktienmarkt geschafft, sich gut zu behaupten.

    Seit August 2020 hat der Kurs einen klareren Aufwärtstrend eingeschlagen. Schaut man sich die Unternehmensstruktur und auch die Kennzahlen an, so wird schnell deutlich, dass es sich hierbei um ein solides Unternehmen handelt, das aktuell immer noch viel zu niedrig bewertet ist. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt lediglich bei 0,48. Dank seiner drei Standbeine Immobilienentwicklung, Verwaltung des eigenen Immobilienbestands (rd. 125 Mio. EUR Immobilienwert) sowie dem Fondsmanagement (rd. 6 Mio. EUR verwaltetes Vermögen) ist es dem Konzern gelungen, die Umsätze gegenüber Vorjahr um rund 6% zu steigern.

    Zur Stärkung der Finanzkraft wurde zudem auf die Ausschüttung einer Dividende für 2020 verzichtet. Aktuell sitzt das Unternehmen so auf einer Cash-Position von umgerechnet 7,2 Mio. EUR. Das sind beste Voraussetzungen, um in Post-Corona-Zeiten vom Immobilienboom in Singapur (Preissteigerung ca. 13% p.a. über die letzten fünf Jahre) zu profitieren. Kluge Anleger erkennen, dass auch ein Penny-Stock ein Value Investment sein kann und decken sich dementsprechend zum aktuellen Kursniveau ein.

    FRESENIUS SE & CO KGAA – Gibt es Licht am Ende des Tunnels?

    Zum global tätigen Gesundheitskonzern gehören vier Unternehmensbereiche, die eigenverantwortlich am Markt auftreten: Fresenius Medical Care, Fresenius Kabi, Fresenius Helios und Fresenius Vamed. Der Konzern bietet eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen für die Dialyse, das Krankenhaus sowie für die ambulante medizinische Versorgung von Patienten an. Weitere Betätigungsfelder sind die Trägerschaft von Krankenhäusern und die Erbringung diverser Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen.

    Seit den Höchstständen von rund 79 EUR im Sommer 2017 ist das Papier kontinuierlich auf heute gerade einmal rund 36 EUR gefallen. Vor Corona hatte sich der Kurs immerhin schon einmal bei rund 45 EUR stabilisiert. Es scheint, als schenkten die Anleger dem Unternehmen nicht das notwendige Vertrauen, um eine Kurserholung ad hoc zu starten. Die schlechten Wachstumsraten und der hohe Schuldenstand haben nicht unbedingt dazu beigetragen, das Vertrauen zurückzugewinnen.

    Mittlerweile ist der Kurs aber so niedrig, dass man aus Sicht eines Value Investors hellhörig werden sollte. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt inzwischen nur noch bei 0,55. Auch der Großteil der Analysten ist der Meinung, dass der aktuelle Kurs viel zu niedrig ist und rät zum Kauf. Insider scheinen das übrigens ebenso zu sehen: Die Anzahl der Insider Dealings ist nach dem Corona-Absturz jedenfalls sprunghaft angestiegen. Langfristig orientierte Anleger sollten ebenfalls auf den Zug aufspringen.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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