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05.03.2021 | 04:50

Steinhoff, Upco International, ProSiebenSat.1 – Vor der Trendwende?

  • Telekommunikation
Bildquelle: pixabay.com

Sind die Aktienindizes am Wendepunkt? Zwar wurden im DAX diese Woche noch einmal neue Allzeithochs erreicht, jedoch fehlte es an Dynamik diese zu bestätigen. Bei den Tech- Werten ist bereits eine Korrektur im Gange. In Bewegung ist auch der Markt für das Bezahlen per Smartphone. Durch die Corona-Pandemie wurde das Abrücken vom Bargeld zu kontaktlosen Zahlungsmitteln noch verstärkt. Gewinner sind Unternehmen, die mehrere Geschäftsfelder miteinander verknüpfen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CA9152971052 , NL0011375019 , DE000PSM7770

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Inhaltsverzeichnis:


    Upco - Am Puls der Zeit

    Absolut im Trend ist das Cloud-basierten Mobilfunkunternehmens Upco International. Die Kanadier, die Anfang des vergangenen Jahres durch einen Management- und Strategiewechsel den Turnaround anschossen hatten, setzen dabei strikt auf zwei separate Geschäftssegmente. Das Segment Wholesale ist mit dem klassischen Telekommunikations-Großhandel gleichzusetzen. Durch das Pooling kleinerer Kunden können bessere Vertragsbedingungen mit den internationalen Telekommunikationsanbietern beim grenzüberschreitenden Telefonverkehr erzielt werden. Der Bereich Wholesale Telecom wird von Upco International koordiniert, aber operativ von zweckbestimmten Firmen verwaltet, die im Laufe der Zeit in die Upco-Unternehmensgruppe integriert werden sollen. Hier will man anorganisch durch neue Akquisitionen wachsen. Bereits zwei Einkäufe wurden im vergangenen Jahr getätigt.

    Skalierung durch Verknüpfung

    Der Bereich Wholesale ist natürlich zusätzlich dazu gedacht Neukunden zu akquirieren, die dann alle Apps der Upco-Gruppe benutzen können. So sollen User zu zahlenden Kunden gewandelt werden. Bezahlte Dienste bietet man im zweiten Bereich, Digital Services, an: Voice- und Daten-Services sowie digitale Zahlungen und Geldtransfers. Die Voice- und Daten-Services wie Voice-over-IP und Chats werden über UpcoNet abgewickelt, während digitale Zahlungen über UpcoPay laufen sollen.

    Transaktion über Blockchain

    UpcoPay, das auf einer Blockchain basierenden Direktzahlungsmethode zwischen Personen oder Personen und Händler läuft, ist modular aufgebaut und wird noch in 2021 hoch aufgestockt. So wird es möglich sein, Geld aufzuladen, Zahlungen abzuwickeln oder auch Devisen zu transferieren, ohne dass man ein Konto einrichten oder sensible Bankdaten eingeben muss. Im Laufe des Jahres 2021 sollen dann Upco-Benutzer in Europa UpcoPay nutzen können, um Geld einfach, sicher und ohne die Verwendung einer Kredit- oder Debitkarte zu senden und zu empfangen, viel günstiger als bei Konkurrenten wie Western Union oder Paypal. Der Start von UpcoPay in ganz Europa soll mit dem finnischen Partner Enfuce erfolgen. Nachdem die Aktie bereits im vergangenen Jahr sehr gut performte, wurde das bisherige Hoch bei 0,30 EUR Anfang Februar erreicht. Seitdem korrigiert der Wert und sucht seinen Boden bei 0,20 EUR. Langfristig ist die Strategie des Unternehmens aussichtsreich, aber auch mit Risiken behaftet.

    Steinhoff - Weitere Schritte

    Seit 2017 geht es beim Handelsgiganten Steinhoff um die Auswirkungen des Bilanzskandals. So wurden sowohl Umsätze falsch verbucht, wodurch erhebliche Sonderabschreibungen von Nöten waren. Zudem mussten unrichtige Bilanzen rückwirkend korrigiert werden. Geht es nach der Staatsanwaltschaft, sollen sich nun drei Top-Manager aufgrund eben des Verdachts milliardenschwerer Bilanzmanipulation vor einem deutschen Gericht verteidigen. Insgesamt geht es laut Anklage um Bilanzmanipulationen durch Scheingeschäfte von mehr als 1,5 Mrd. EUR. Zudem sollen Immobilien 820 Mio. EUR zu hoch bewertet in den Büchern gestanden haben. So wurde von der Staatsanwaltschaft Oldenburg Anklage wegen unrichtiger Darstellung in Bilanzen erhoben. Insgesamt fehlen in der Bilanz mehr als 6 Mrd. EUR, die früheren Manager sollen dafür verantwortlich sein, dass die Buchgewinne aus den Scheingeschäften in die Bilanzen gekommen sind. Aktuell versucht die neue Führung alles, um den damals mehr als 20 Mrd. EUR schweren Konzern zu strukturieren. Um dies zu erreichen wurden Perlen wie „Poco“- Billigmöbelmärkte oder das österreichische „Kika“-Möbelhaus veräußert. Ein Investment in die Steinhoff-Aktie bietet sich nur für hartgesottene Zocker. Alle anderen: Finger weg!

    ProSiebenSat.1 - Deutliche Umsatzdelle

    Im Gegensatz zum ersten Quartal soll es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich nach unten gehen. So rechnet das Management mit einem Rückgang der Umsätze im mittleren einstelligen Prozentbereich. Außerdem sollen die Werbeerlöse im niedrigen zweistelligen Prozentbereich schrumpfen. Für das Gesamtjahr soll dagegen ein Umsatzwachstum von 2 bis 7% erreicht werden. Die Werbeeinnahmen sollen zwischen minus 2 und 4% liegen. Der enttäuschende Ausblick sorgte für Verstimmung bei den Anlegern, die Aktie sackte zwischenzeitlich um mehr als 5% ab. Uneins waren sich dagegen die Analysten. Während Barclays den Ausblick als schwach bezeichnete, zeigte sich Goldman Sachs zufrieden. Insgesamt lagen die Ziele unter den Erwartungen der Analysten.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Blockchain – Die Blockchain ist eine Datenbank-Technologie und basiert auf einem kryptographischen Verfahren.

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