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07.05.2021 | 04:50

Steinhoff, wallstreet:online, Freenet – Chancen

  • Investment
Bildquelle: pixabay.com

Etwas Gutes hat eine Korrektur an den Aktienmärkten immer. Man bekommt weitere Chancen zum günstigen Einstieg. Doch Vorsicht! Voraussetzung ist eine fundamental angemessene Bewertung des Zielobjekts. Während bei manchen Branchen wie bei der Wasserstoff- oder Brennstoffzellentechnologie die Schere zwischen Börsenwert und dem aktuell vorgelegten Zahlenwerk immer noch weit auseinanderklafft, gibt es in anderen Bereichen Einstiegschancen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: DE000A2GS609 , NL0011375019 , DE000A0Z2ZZ5

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Inhaltsverzeichnis:


    Ehrgeizige Ziele bei Finanzplattform

    Ein gutes Beispiel für ein solides Unternehmen mit hohen Wachstumschancen ist die wallstreet:online AG. Die Wurzeln der Berliner fußen in der seit Jahren aufgebauten User Base in der Finanz-Community über Portale wie wallstreet-online.de, boersenNews.de, FinanzNachrichten.de und ARIVA.de. Zuletzt erzielten die vier Börsenportale zusammen eine Reichweite von mehr als 455 Millionen Seitenaufrufen pro Monat. Damit ist die Gruppe **der mit Abstand größte verlagsunabhängige Finanzportalbetreiber im deutschsprachigen Raum. Über den "Smartbroker" erfolgt nun die Transformation vom User zum zahlenden Kunden.

    Das ist das erklärte Ziel des neuen CEOs der wallstreet:online AG, Matthias Hach. Seit dem Produktstart im Dezember 2019 konnten bereits mehr als 130.000 Kunden gewonnen werden. Bis Ende des laufenden Jahres soll die Zahl auf mindestens 200.000 wachsen. Ein Erfolgsrezept sieht der ehemalige Comdirect-Vorstand in der Verzahnung der beiden Produkte. Neben der Smartphone-App soll die Verknüpfung von Broker Features auf den hauseigenen Community-Seiten erfolgen.

    Verschmelzung auf allen Ebenen: Begleitend zu der technischen Zusammenführung der Community mit dem Broker vermeldeten die Hauptstädter vor Kurzem auch eine Aufstockung Ihrer Beteiligung an der wallstreet:online capital AG (+19,3%). Nach erfolgreicher Transaktion soll die Gesamtbeteiligung an der wallstreet:online capital AG somit die Schwelle von 95% überschreiten. In den kommenden Monaten will das Management zudem diese an der Betreibergesellschaft des Smartbrokers weiter ausbauen. Dadurch sollen finanzielle Synergien gehoben werden und die Organisationsstruktur vereinfacht werden. Der langjährige wallstreet:online capital AG-Vorstand und Gründungs-CEO des erfolgreich in den Markt gestarteten Brokers, Thomas Soltau, soll zudem weiter an Bord bleiben und den eingeschlagenen Wachstumskurs weiter mitgestalten.

    Der aktuellen Marktkorrektur konnte sich die Aktie nicht entziehen. Nach dem Allzeithoch Mitte Februar notiert das Papier nach einer Bodenbildung im Bereich um 18,50 EUR aktuell bei 21,60 EUR. Auch wenn diese Unterstützung kurzfristig noch einmal getestet werden kann, sind die Aussichten für höhere Kurse langfristig mehr als gegeben. Diese Meinung teilen offenbar auch einzelne Aufsichtsratsmitglieder der Gruppe, die Ende des vergangenen Monats Käufe im Bereich um die 23 EUR-Marke tätigten.

    Bei Steinhoff wird es konkreter

    Dies ist zwar nicht die Lösung aller Probleme für das unter hohen Schulden und Bilanzskandalen leidende Unternehmen Steinhoff International, aber zumindest ein Lichtblick: Bereits in der virtuellen Hauptversammlung in der vergangenen Woche wurde über einen möglichen Börsengang des niederländischen Tochterunternehmens Pepco Ende April gesprochen. Die geplante Erstnotiz ist demnach für den 26. Mai an der Warschauer Börse vorgesehen.

    Wer jetzt jedoch seinen Bankberater anruft, um Stücke zu zeichnen, bekommt einen Korb. Erwerben können die Papiere nur Privatinvestoren aus Polen und institutionelle Investoren. Hintergrund: Der Börsenplatz Warschau wurde aus strategischen Gesichtspunkten gewählt. Pepco betreibt zwar mehr als 3.200 Läden in 16 Ländern, davon allerdings mehr als 1.000 in Polen. Das Angebot umfasst rund 101 Mio. Aktien, die überwiegend von Steinhoff stammen und gut 17,5% der Aktien des Unternehmens entsprechen. Es gibt die Option knapp 15 Millionen weitere Aktien zu platzieren. Die Preisspanne für die Pepco-Papiere soll zwischen 8,35 EUR und 10,11 EUR liegen, was der Muttergesellschaft im besten Falle einen Bruttoerlös von etwas über 1 Mrd. EUR bescheren würde.

    Freenet an entscheidender Marke

    Positiv mit einem Plus von annähernd 5% reagierte der Kurs der Freenet-Aktie nach den vermeldeten Quartalszahlen und schob sich an den wichtigen Widerstand bei 21,50 EUR. Bei einem signifikanten Überwinden könnte nun das Augenmerk auf die 28 EUR-Marke genommen werden. Die Zahlen für das erste Quartal waren eher gemischt. So erlöste Freenet in den ersten drei Monaten des Jahres mit 619,2 Mio. EUR gut 4,6 Prozent weniger als noch im entsprechenden Vorjahreszeitraum, konnte darüber allerdings die Profitabilität steigern. Um 4,4% ging es im Vergleich zum Vorjahr im EBITDA nach oben. **Der Hauptgrund für die höheren Profite war unter anderem der Streamingdienst waipu.tv.

    Für das Gesamtjahr wird vom Vorstand eine stabile Umsatzentwicklung und ein EBITDA zwischen 415 bis 435 Mio. EUR erwartet. Die Meinungen unter der Analysen gehen weit auseinander: Warburg Research beließ die Einstufung für Freenet nach Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 24 EUR, während die Experten von Goldman Sachs in der Freenet-Aktie weiterhin einen Verkaufskandidaten mit Kursziel 16 EUR sehen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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