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29.06.2026 | 05:10

Strategy, DRC Gold, Rheinmetall – Chancen nach dem Kursverfall

  • Gold
  • Bitcoin
  • Rüstung
Bildquelle: pixabay.com

Für Bitcoin, Gold und viele Highflyer an den Aktienmärkten wird die Luft dünner. Sollten die Bewertungen weiter unter Druck geraten, könnten sich für Anleger völlig neue Chancen eröffnen. Während überhitzte Märkte korrigieren, rücken unterbewertete Unternehmen mit realen Vermögenswerten, aussichtsreichen Rohstoffprojekten und soliden Fundamentaldaten verstärkt in den Fokus. Gerade in volatilen Börsenphasen entstehen oft die attraktivsten Einstiegsgelegenheiten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , STRATEGY INC | US5949724083 | NASDAQ: MSTR , DRC GOLD CORP. | CA23347H1064 | CSE: DRC

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Inhaltsverzeichnis:


    Strategy – Weiterer Ausbau des Bestandes

    Vor kurzem sorgte Strategy noch durch eine Anleihen-Emission in Höhe von 2 Mrd. USD für Aufmerksamkeit, nun vergrößert das Unternehmen seine Bitcoin-Bestände um 20.356 weiter, passt jedoch gleichzeitig seine Finanzplanung an.

    Parallel dazu legt das Management neuerdings einen Schwerpunkt auf den Aufbau von liquiden Mitteln. Von den Einnahmen aus jüngsten Aktienverkäufen wurde nur ein Zehntel in Bitcoin reinvestiert. Stattdessen erhöhte das Unternehmen seine Barmittel auf 1,4 Mrd. USD. Diese Liquidität soll sicherstellen, dass laufende Zahlungsverpflichtungen und Zinsforderungen gedeckt werden können, ohne bei Marktschwankungen größere Mengen der Kryptowährung veräußern zu müssen. Im Frühjahr war bereits ein minimaler BTC-Verkauf zur Deckung von Kosten erforderlich.

    Finanzexperten betrachten die wirtschaftliche Lage des Unternehmens kritisch. Die Auswertungen der Analysten von CryptoQuant zeigen einen Rückgang der verfügbaren Barmittel um knapp 40 % im laufenden Jahr. Die Analysten berechnen, dass die aktuelle Liquidität lediglich für gut ein Jahr ausreicht, um die jährlichen Ausschüttungsverpflichtungen in Höhe von 1,2 Mrd. USD zu bedienen. Sie empfehlen der Unternehmensführung daher, vorerst keine weiteren digitalen Währungen zu erwerben und stattdessen die liquiden Mittel auf 2,8 Mrd. USD aufzustocken.

    Erschwerend kommt hinzu, dass der Wert der Vorzugsaktie deutlich unter ihren Ausgabepreis gesunken ist, was zukünftige Kapitalbeschaffungsmaßnahmen über den Aktienmarkt behindert. Die Meinungen der Investoren gehen grundlegend auseinander. Ein Teil schätzt die Firma als indirektes, kreditfinanziertes Anlageinstrument für den Kryptomarkt. Kritische Stimmen weisen hingegen auf die erheblichen Refinanzierungsrisiken hin, die durch die Wertschwankungen der digitalen Anlagen und temporäre, milliardenschwere Buchverluste entstehen können. Im Hinblick auf einen weiteren Verfall des Bitcoins sollten Anleger hinsichtlich eines Engagements in Strategy die Füße stillhalten.

    DRC Gold – Cleverer Schachzug

    Einen entscheidenden Meilenstein beim Ausbau seiner Goldplattform in der Demokratischen Republik Kongo konnte DRC Gold vermelden. Mit der Ausgabe von 25 Mio. Aktien zu 0,195 CAD wurde der erste Schritt zur Übernahme von jeweils bis zu 65 % an den Goldprojekten Giro und Nizi vollzogen. Die Transaktion bringt das Unternehmen der Kontrolle über zwei aussichtsreiche Lagerstätten näher und schafft die Grundlage für den Aufbau eines der spannendsten Goldexplorer im ostafrikanischen Raum.

    Im Mittelpunkt steht das rund 497 qkm große Giro-Projekt im Kilo-Moto-Grünsteingürtel, einer der produktivsten Goldregionen Afrikas. Historische Ressourcenschätzungen beziffern das Goldinventar auf mehr als 4,3 Mio. Unzen. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Schätzungen noch aus einer Zeit stammen, als der Goldpreis bei rund 1.100 USD je Unze lag. Das heutige Preisniveau verbessert die wirtschaftlichen Perspektiven erheblich. Hinzu kommt, dass die Lagerstätte für einen Tagebaubetrieb geeignet ist und metallurgische Untersuchungen Goldgewinnungsraten von über 90 % erwarten lassen.

    Enorme Fantasie liefert ebenso das Nizi-Projekt. Die historische Mine produzierte bereits vor rund 100 Jahren hochgradiges Gold mit Erzgehalten von bis zu 15 g/t. Große Teile des Areals wurden seitdem jedoch kaum mit modernen Methoden untersucht.

    Ein wesentlicher Pluspunkt ist zudem das erfahrene Management um Klaus Eckhof, der bereits maßgeblich an der Entdeckung der Weltklasse-Lagerstätte Kibali beteiligt war. Gleichzeitig arbeitet DRC Gold daran, die historischen Ressourcen auf den internationalen NI-43-101-Standard zu überführen und damit die Grundlage für die nächsten Entwicklungsschritte zu schaffen.

    Mit einer aktuellen Börsenbewertung von lediglich rund 27 Mio. CAD erscheint DRC Gold gemessen am historischen Ressourcenpotenzial weiterhin unterbewertet. Das erklärte Ziel, die Goldbasis innerhalb der kommenden zwei Jahre auf 6 bis 7 Mio. Unzen auszubauen, könnte bei erfolgreicher Umsetzung erhebliches Neubewertungspotenzial freisetzen.

    Rheinmetall-Aktie stürzt weiter ab – Das sagen die Analysten

    Rheinmetall galt bis Anfang der vergangenen Woche als Gewinner des Aufrüstungs-Drangs in Europa. Nun verzeichnet der Rüstungskonzern einen starken Rückgang seines Wertes an den Finanzmärkten. Auslöser für diese Entwicklung war die Stornierung eines Großprojekts für die Bundesregierung, das den Bau von Fregatten des Typs F-126 betraf. Die Veröffentlichung dieser Nachricht führte zu einem Sinken des Aktienkurses um rund 20 %. In der Folge reduzierte sich der gesamte Börsenwert des Unternehmens um schätzungsweise 10 Mrd. EUR, sodass sich die verbleibende Marktkapitalisierung auf rund 44 Mrd. EUR belief.

    Die negativen Auswirkungen an den Handelsplätzen zeigten sich auch im privaten Umfeld der Unternehmensführung, da die Stornierung zu einem ungünstigen Zeitpunkt publik wurde. Der Vorstandsvorsitzende Armin Papperger hatte kurz vor dem Bekanntwerden des stornierten Marineauftrags eigene finanzielle Mittel in großem Umfang in die Firma investiert. Zu Wochenbeginn erwarb er über eine Beteiligungsgesellschaft Anteile für etwa 4 Mio. EUR. Durch die zeitlich unmittelbar darauffolgende Kursreduktion am Mittwoch wies diese persönliche Investition innerhalb von nur zwei Tagen erhebliche Buchverluste im siebenstelligen Bereich auf.

    Trotz des deutlichen Kursrückgangs beurteilen Analysten die Lage des Konzerns mit relativer Gelassenheit. Nach Einschätzung von Bankhäusern wie der DZ Bank steht der Rückgang des Börsenwerts in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen finanziellen Einbußen. Der entgangene operative Ertrag aus dem Vorhaben wird auf etwa 1,5 Mrd. EUR beziffert, die sich zudem über mehrere Jahre verteilt hätten. Die fundamentale wirtschaftliche Basis des Konzerns gilt daher weiterhin als stabil. Zudem reagierten die Analysehäuser mit Anpassungen ihrer Prognosen.

    Jefferies korrigierte seine künftige Umsatzvorhersage für das Jahr 2030 nach unten und liegt nun 20 % unter den Zielen des Managements. Das Kursziel wurde von 1.890 EUR auf 1.300 EUR angepasst, während die DZ Bank ihren Richtwert von 2.188 EUR auf 1.705 EUR reduzierte. Beide Institute halten jedoch an ihren generellen Kaufempfehlungen fest, da sie den Kurssturz als Überreaktion des Marktes werten.


    Strategy bleibt eine hochspekulative Wette auf den Bitcoin und dürfte bei weiter fallenden Kursen erheblich unter Druck geraten. DRC Gold setzt dagegen auf den Ausbau eines aussichtsreichen Goldportfolios mit beachtlichem Explorationspotenzial und niedriger Bewertung. Rheinmetall könnte nach dem kräftigen Kursrückgang trotz kurzfristiger Rückschläge für langfristig orientierte Anleger wieder interessanter werden, sofern die fundamentalen Wachstumstreiber intakt bleiben.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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