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12.06.2023 | 05:10

Varta, Altech Advanced Materials, Freyr Battery – Diverse Vorzeichen

  • Elektromobilität
  • erneuerbare Energien
  • Batterie
Bildquelle: pixabay.com

Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Batterien spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg und die Effizienz der erneuerbaren Energien und der Elektromobilität. Batterien sind ein Schlüsselelement, das den Strom aus erneuerbaren Energiequellen effektiv speichern und bei Bedarf abrufen kann. Mehrere Unternehmen haben sich der Entwicklung innovativer Systeme angenommen. Dabei fallen die Ergebnisse jedoch höchst unterschiedlich aus.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , Altech Advanced Materials AG | DE000A31C3Y4 , Freyr Battery | LU2360697374

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Inhaltsverzeichnis:


    Jerre Foo, Corporate Development Executive, Silkroad Nickel
    "[...] China hat sich zur Produktionshauptstadt der Welt entwickelt, und aufgrund seiner Infrastruktur, Expertise und Fähigkeiten hat sich Silkroad Nickel strategisch positioniert, um mit chinesischen Unternehmen aus der Edelstahl- und Elektrofahrzeugindustrie zusammenzuarbeiten [...]" Jerre Foo, Corporate Development Executive, Silkroad Nickel

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    Varta AG – Kommt der Optimismus zurück?

    Die Börsenstory des einstigen deutschen Vorzeigeunternehmens Varta gleicht einem Trauerspiel. Seit dem Höchststand aus dem Januar 2021 bei 181,30 EUR verlor der Titel rund 90 % seines Wertes und notiert nach abermaligen ernüchternden Zahlen bei 16,46 EUR. Zwar konnte sich die Varta-Aktie seit dem Jahrestief von 13,82 EUR etwas erholen, jedoch dürfte es sich aufgrund der fundamentalen Gegebenheiten, wir gehen von einer weiteren größeren Kapitalmaßnahme aus, nur um eine Gegenreaktion im übergeordneten Abwärtstrend handeln.

    So dürfte die kurzfristige Überverkauftheit rein technisch bei 18,40 EUR, hier ist noch eine Kurslücke zu schließen, ein Ende finden. Die 50-Tagelinie verläuft aktuell bei 19,85 EUR. Etwas Optimismus verbreiten zwei getätigte Insiderkäufe. So erwarb Vorstand Rainer Hald Aktien im Gegenwert von 26.385,63 EUR und einem Durchschnittskurs von 15,043 EUR, Vorstand Dr. Markus Hackstein legte sich Stücke im Volumen von 43.652,14 EUR und einem Durchschnittskurs von 15,346 EUR ins Depot.

    Deutlich pessimistischer zeigten sich mehrere Analystenhäuser. So senkte die US-Investmentbank Goldman Sachs das Kursziel des Batterieherstellers von 30 EUR auf 15 EUR und setzte die Varta AG von „Neutral“ auf „Sell“. Die DZ Bank halbierte ebenso ihr Kursziel von 20 EUR auf aktuell 10 EUR, das Urteil lautete bereits vorher: „Verkaufen“.

    Altech Advanced Materials – Wichtiger Schritt

    Deutlich positiver entwickelte sich die Aktie des Heidelberger Beteiligungsunternehmens Altech Advanced Materials. Seit Jahresanfang steht hier ein Plus von über 160 % zu Buche. Die Gründe für diese Outperformance fußen auf zwei innovativen Geschäftszweigen.

    Zum einen forscht Altech Advanced Materials zusammen mit dem australischen Partnerunternehmen Altech Batteries Ltd. an Silumina Anodes, einer speziellen Nanobeschichtung aus hochreinem Aluminiumoxid, die mit Silizium angereichert wird. Dadurch wird bei Batterien ein Kapazitätsverlust, wie man ihn bei Lithium-Ionen-Batterien identifiziert, deutlich minimiert. Überdies wurden in Tests Leistungssteigerungen von über 30 % bei Lithium-Ionen-Batterien mit Hilfe der Silumina Anodes-Technologie erreicht. An diesem gemeinsamen Joint Venture hält das deutsche Unternehmen 25 %.

    Mindestens genauso viel Potenzial besitzt die Partnerschaft zwischen Altech Advanced Materials, Altech Batteries Ltd., sowie dem Fraunhofer-Institut für keramische Technologien und Systeme IKTS. Die dazu neu gegründete Altech Batteries GmbH, an dem die Heidelberger mit 18,75 % beteiligt sind, fokussiert sich mit den CERENERGY-Batterien darauf, eine Natrium-Aluminiumoxid-Festkörperbatterie industriell zu produzieren und kommerziell zu vertreiben. Produziert werden sollen die revolutionären Batterien am Altech-Standort in Schwarze Pumpe in Sachsen. Die Batterietechnologie verwendet Kochsalz und geringe Mengen Nickel. Auf Lithium, Kobalt, Graphit und Kupfer kann komplett verzichtet werden. CERENERGY-Batterien sollen vor allem in stationären Energiespeichersystemen für regenerative Energiequellen wie Wind, Sonne und Wasser eingesetzt werden.

    Mitte Mai konnte mit dem Start der Prototypen-Produktion der CERENERGY-Batteriepacks mit einer Leistung von 60-kWh ein weiterer Meilenstein vermeldet werden. Die innovativen Natrium-Aluminiumoxid-Festkörperbatterie-Prototypen werden beim Fraunhofer IKTS in Hermsdorf produziert.

    „Wir haben ein dynamisches und schnelles Projektteam aufgebaut, das Mitarbeiter von Altech, Fraunhofer und verschiedenen führenden deutschen Ingenieurbüros und Industrieunternehmen umfasst. Die Fortschritte, die wir in so kurzer Zeit bei den endgültigen Entwürfen des 60-kWh-Batteriepacks gemacht haben, sind hervorragend. Ich bin sehr zufrieden mit dem Fortschritt", sagt Uwe Ahrens, Vorstand Altech Advanced Materials.

    Freyr Battery – Analysten euphorisch

    Ein Kurspotenzial von über 100 % sehen dagegen die von Reuters Refinitiv befragten Analysten beim in Luxemburg niedergelassenen Unternehmen, das den Fokus auf die Entwicklung von Batterien und Batteriezellen für die Zielmärkte Elektromobilität, Energiespeichersysteme sowie Schiffs- und Luftfahrtanwendungen legt. So sieht das Gros der Experten ein durchschnittliches Kursziel von 15,17 USD. Die aktuelle Notierung liegt bei 7,39 USD.

    Freyr Battery erwägt eine groß angelegte Batterieproduktion sowohl in Norwegen als auch in den USA. Das Unternehmen hat mit der Arbeit an seiner Giga Arctic-Fabrik in Mo i Rana in Norwegen begonnen, wartet aber noch auf die Klärung der staatlichen Subventionen. Laut CEO Tom Einar Jensen gebe es positive Signale für EU-angepasste Rahmenbedingungen für die Batterieindustrie in Norwegen. Von daher erwartet dieser noch vor den Sommerferien eine Klärung.

    Für das erste Quartal wurde ein bereinigter Verlust von 0,09 USD je Aktie berichtet. Umsatz machte Freyr Battery noch keinen Cent, obwohl Analysten Erlöse in Höhe von 2,09 Mio. USD erwarteten. Der Quartalsverlust belief sich auf 12,9 Mio. USD. In den ersten drei Monaten des Jahres lag der Fokus auf dem Bau der Giga Arctic-Factory in Norwegen. Von den 64,1 Mio. USD Investitionsausgaben flossen daher auch 75 % in das Hauptprojekt. Für das weitere Wachstum setzt Freyr Battery auf Partnerschaften mit Big Playern. So führte das Unternehmen Gespräche zur Bildung einer strategischen Koalition mit Glencore, Caterpillar, Siemens AG und der Nidec Corporation, um den Ausbau nachhaltiger Batterielösungen in Europa und Nordamerika zu beschleunigen.


    Trotz einer leichten Gegenbewegung kann bei der Varta GA noch keine Entwarnung gegeben werden. Dagegen zeigen sich mehrere Analysten bei Freyr Battery optimistisch. Altech Advanced Materials konnte mit dem Start des Baus von Prototypen für die CERENERGY-Serie einen Meilenstein verbuchen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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