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17.05.2022 | 06:00

Varta, Nevada Copper, E.ON – Aktien für die Elektrifizierung von morgen

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Bildquelle: pixabay.com

Immer mehr Menschen erhalten Zugang zu Elektrizität. Um das zu ermöglichen benötigt man Kupfer, denn das Industriemetall kann den Strom am besten leiten. Durch den Umbruch in der Energiewirtschaft hin zu Erneuerbaren Energien und durch die Elektrifizierung von Fahrzeugen kommt es zu einer steigenden Nachfrage. Das Angebot kann da nicht Schritt halten. Obwohl 2021 die Kupferproduktion um 2,2% gestiegen ist, liegt man damit nur 0,3% über dem Vor-Corona-Niveau. Das erklärt den deutlich gestiegenen Kupferpreis und man kann auch 2022 von einem Angebotsdefizit ausgehen. Wir sehen uns drei Unternehmen für die Elektrifizierung von morgen an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NEVADA COPPER CORP. | CA64128F7039 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , E.ON SE NA O.N. | DE000ENAG999

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Inhaltsverzeichnis:


    Varta – schwaches erstes Quartal

    Beim Thema E-Mobilität spielt Kupfer eine wichtige Rolle. In einem Akku für ein Elektroauto stecken bis zu 18% Kupfer. Auch bei den herkömmlichen Batterien spielt Kupfer eine Rolle, weil es als Kathode verwendet wird, da andere Edelmetalle zu teuer sind. Varta ist also auch auf Kupfer angewiesen. Der Markt für Batterien wächst aber nicht nur aufgrund der Elektromobilität. Heutzutage soll nach Möglichkeit alles kabellos funktionieren. Besonders stark ist Varta im Bereich der Knopfzellen, die beispielsweise in kabellosen Kopfhörern verbaut sind. Doch gerade dieser Bereich schwächelt, wie die jüngsten Quartalszahlen belegen.

    Der Umsatz sank um 9,3% auf rund 185 Mio. EUR. Beim EDITDA fielen die Verluste mit 36,4% noch deutlicher aus. Im Bereich Lithium-Ion Solutions & Microbatteries wurden nur noch 88,4 Mio. EUR erlöst, was einem Minus von 27,5 Mio. EUR entspricht. Als Gründe sind einerseits die gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten zu nennen, vor allem aber leidet das Unternehmen unter den Lieferkettenproblemen seiner Kunden. Die können mangels Nachschub nicht produzieren und benötigen somit auch weniger Batterien von Varta. Erst, wenn die Situation sich an Chinas Häfen nachhaltig entspannt, dürfte sich die Nachfrage der Varta-Kunden wieder normalisieren.

    Das Management hält dennoch an seinen Prognosen für 2022 fest und will einen Umsatz zwischen 950 Mio. und 1 Mrd. EUR erreichen. Dazu sollen neue Produkte beitragen, die in der zweiten Jahreshälfte eingeführt werden sollen. Eine genauere Analyse findet man auf researchanalyst.com. Das unerwartet schwache Quartal schickte die Aktie auf Talfahrt, die erst bei 67,88 EUR endete. Von dort konnte die Aktie bis auf aktuell 77,64 EUR zulegen. Die Analysten wie Warburg Research, JPMorgan und die DZ Bank senkten ihre Kursziele auf maximal 95 EUR.

    Nevada Copper – Hochfahren der Mine läuft sehr gut

    Größere Kupfervorkommen werden schon seit Jahren von den großen Produzenten gesucht, doch es wurden keine größeren Vorkommen mehr gefunden. Will man die steigende Nachfrage befriedigen, ist man auf eine Erhöhung der Produktion angewiesen. Einen Beitrag dazu leistet Nevada Copper, das Kupfer auf dem Pumpkin Hollow Projekt in Nevada aus einer Untertagebaumine fördert. Nebenprodukte sind Gold und Silber. Lange Zeit ging es dabei nicht richtig vorwärts, doch mit dem ehemaligen Barrick Gold Manager Randy Buffington hat sich das Blatt gewendet. Die Finanzierung wurde gesichert und seitdem wird die Produktion der Untertagebaumine hochgefahren.

    Am 4. April vermeldete das Unternehmen die Fortschritte beim Hochfahren der Produktion. Im Vergleich zum 4. Quartal erhöhten sich die Erschließungsraten um 32%. Die geförderten Tonnen stiegen um 17%. Im März wurden erstmals 3.000t Erz gefördert. Dieser Wert soll sich im kommenden Quartal bis auf 5.000t steigern. Auch beim Tagebau gibt es Fortschritte. Dort wird aktuell mit dem Ziel gebohrt, die große Mineralisierung, die bei den letzten Bohrungen entdeckt wurde, zu erweitern. Im 3. Quartal soll die aktualisierte Vormachbarkeitsstudie vorliegen. Gemeinsam mit Warm Springs Consulting arbeitet das Unternehmen an einem potentiellen Solarprojekt, was unter Nachhaltigkeitsaspekten sehr zu begrüßen ist.

    Mit den gemachten Hausaufgaben, der Reduzierung der Schulden um 30% und der Streckung der Rückzahlungen, haben sich die Aussichten für die Zukunft deutlich aufgehellt. Ende 2021 waren 51,6 Mio. USD in der Kasse, die auf die letzte Privatplatzierung zurückzuführen sind, bei der auch zwei neue strategische Ankeraktionäre an Bord geholt wurden. Neben Pala Investments, die 37,6% halten, besitzen die neuen Solway und Mercuria jeweils 10,9%. Aktuell notiert die Aktie bei 0,49 Kanadischen Dollar (CAD), was deutlich unter dem Preis der Privatplatzierung von 0,77 CAD liegt. Steigt die Produktion weiter, ist es nur eine Frage der Zeit bis die Aktie anspringt.

    E.ON – durchwachsene Quartalszahlen

    Bei der Umstellung auf E-Mobility kommt es in Deutschland vor allem auf eine funktionierende Infrastruktur an. Dabei sind die Stromriesen gefragt. Der Essener E.ON Konzern bietet verschiedene Lösungen an. Ob eine Wallbox für zu Hause oder Ladestationen für Elektroautos, alle haben gemeinsam, dass Kupfer benötigt wird. Ja stärker die Ladestationen sein sollen, umso mehr Kupfer wird benötigt. Mit diesen Investments haben die Essener die ersten Schritte auf dem Weg zu einem grünen Energieanbieter eingeleitet. Der Weg dahin ist noch weit. Jetzt gilt es erst einmal die Energiekrise zu meistern, die der Ukraine Konflikt ausgelöst hat.

    Die Energiepreise sind seitdem im Höhenflug. Der Konzernchef Birnbaum warnte auf der Hauptversammlung am 12. Mai: „Ein Gas-Embargo oder Lieferstopp würde das Problem verschärfen.“ Bereits einen Tag zuvor hatte der Konzern die Quartalszahlen vorgelegt. Während der Umsatz im Vorjahresvergleich von 18,4 Mrd. EUR auf 29,5 Mrd. EUR gestiegen ist, ging das EBITDA zurück. Der Nettogewinn sank auf 969 Mio. EUR, nach zuvor 1,02 Mrd. EUR. Zusätzlich kletterte die Verschuldung leicht. Der Finanzchef erklärte: „Wir sind trotz der Herausforderungen im ersten Quartal auf Kurs, unsere Ergebnisziele für das Geschäftsjahr 2022 zu erreichen.“

    Damit peilt das Unternehmen weiterhin ein EBITDA zwischen 7,6 und 7,8 Mrd. EUR an. Trotz dieser eher gemischten Zahlen verlor die Aktie kaum an Wert. Das mag auch an der Dividende gelegen haben, die mit 0,49 EUR je Anteilsschein ordentlich ausgefallen ist. Aktuell notiert der Wert bei 9,85 EUR und hat den Dividendenabschlag schon fast wieder aufgeholt. Die Analysten schwanken zwischen Halten und Kaufen. Dabei wurden Kursziele zwischen 9,80 EUR und 13,00 EUR ausgerufen.


    Das Angebotsdefizit wird vorläufig bestehen bleiben und die Preise werden somit weiter steigen. Varta leidet nicht unter einem Kupfermangel, hat aber mit Absatzschwierigkeiten aufgrund von Lieferkettenproblemen zu kämpfen. Nevada Copper wächst Schritt für Schritt zu einem größeren Produzenten. Mit dem neuen Chef geht es klar aufwärts. E.ON würde stark unter weiteren Sanktionen gegen Russland leiden. Diese Unsicherheit hält die Aktie aktuell davon ab nach oben auszubrechen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.
    3. Dividende – Die Ausschüttung an Aktionäre einer Aktiengesellschaft wird Dividende genannt.
    4. Hauptversammlung – Die Hauptversammlung ist ein Organ einer Aktiengesellschaft und das Mitwirkungsgremium der Aktionäre.
    5. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

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    • Almonty Industries
    • ThyssenKrupp
    • Varta
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    • Stahl
    • Kathodenmaterial
    • Akku
    • Batterie
    • Elektrofahrzeuge
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    Im Jahr 2021 wurden weltweit 79.000t Wolfram aus den bestehenden Minen abgebaut. 2015 lag die Produktion noch bei 89.400t. Man könnte meinen, dass die Nachfrage zurückgegangen ist und daher die Produktion zurückgefahren wurde, doch das Gegenteil ist der Fall. Laut dem Bericht des British Geological Survey wird die Nachfrage pro Jahr zwischen 3 und 7% steigen und schon bald das verfügbare Angebot übersteigen. Aber nun könnte die Nachfrage kurzfristig deutlich ansteigen, denn Forscher des US Energieministeriums DOE haben einen Weg gefunden, Elektroautos in 15 Minuten aufzuladen. Dazu wird als Kathodenmaterial eine Molybdän Wolfram Niobat Legierung anstelle Graphit verwendet. Wir sehen uns daher drei Unternehmen rund um das Thema Wolfram an.

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