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18.08.2021 | 05:08

wallstreet:online, Lang + Schwarz, Morphosys – Long oder short?

  • Broker
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

(Neo-) Broker und Wertpapierhandelsbanken erzielen seit mehreren Quartalen Rekordgewinne. Viele neue Anleger haben die Börse für sich entdeckt. Die Kurse scheinen nur eine Richtung zu kennen. Das führt in einem Umfeld mit niedrigen Zinsen und teilweise Null-Order-Gebühren zu einem nie dagewesenen Transaktionsvolumen. Wer sind die Gewinner?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: WALLSTREET:ONLINE INH ON | DE000A2GS609 , LANG+SCHWARZ AG NA | DE0006459324 , MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003

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Inhaltsverzeichnis:


    WALLSTREET:ONLINE AG – Analysten sehen mehr als 60% Kurspotenzial

    Die Analysten von GBC haben das Kursziel für die Aktie deutlich von 29 EUR auf 37,70 EUR angehoben und das Votum „Kaufen“ bestätigt. Daraus errechnet sich momentan ein Upside von über 60%! Die Analysten prognostizieren die Fortsetzung des starken Wachstums und erwarten im laufenden Geschäftsjahr eine Umsatzsteigerung um rund 70% auf 45 Mio. bis 50 Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBITDA) vor Neukundenakquisitionskosten soll auf 16,5 Mio. bis 18,5 Mio. EUR zulegen. Unter Berücksichtigung der Akquisekosten soll unter dem Strich 2021 ein EBITDA von 4 Mio. bis 6 Mio. EUR erzielt werden.

    Die Aufwendungen für die Neukundengewinnung, die derzeit auf die Margen drücken, stehen im Zusammenhang mit der Expansion des Transaktionsgeschäfts. Seit 2019 sind die Berliner mit dem Neobroker Smartbroker am Markt und dies überaus erfolgreich. Schon bald will man den Kundenstamm auf 200.000 Anleger erweitert haben. Bei der Gewinnung von Neukunden fallen Werbungskosten an, die sich aber in den Folgejahren schnell amortisieren.

    Neobroker ermöglichen Anlegern sehr günstig, teilweise auch ohne Kosten, zu handeln. Dieser kostenlose Handel für Kunden lässt die Anzahl der Transaktionen explodieren und Wertpapierhandelbanken und Broker enorme Gewinne einfahren. Neobroker erhalten für jeden Trade ihrer Kunden, auch wenn diese kostenlos handeln, eine Gebühr von den Abwicklern. Smartbroker differenziert sich nochmals, da er niedrige Konditionen und zusätzlich ein breites Produktspektrum anbietet. Zudem ist Smartbroker mit den reichweitenstarken Portalen der wallstreet:online Gruppe verzahnt.

    Zuletzt erwarb Thomas Soltau, Co-CEO der Mehrheitsbeteiligung wallstreet:online capital AG, 175.000 Aktien. Zuvor hatten bereits das Aufsichtsratsmitglied Marcus Seidel und der Finanzvorstand Roland Nicklaus im Rahmen der jüngsten Kapitalerhöhung Aktien erworben. Dies ist ein starkes Signal für Aktionäre. Die Veräußerung von mehr als 300.000 Aktien durch Großaktionär André Kolbinger sollten Anleger nicht fehlinterpretieren. Kolbinger kommt damit dem Wunsch institutioneller Investoren nach, den Free Float der Gesellschaft zu erhöhen.

    In ein paar Tagen wird es spannend. Am 23. August wird das Unternehmen seine vorläufigen Halbjahreszahlen bekanntgeben und lädt einen Tag später zur virtuellen Hauptversammlung ein. Am 13. September folgen dann der vollständige Halbjahresbericht samt Earnings Call.

    LANG + SCHWARZ AG – Kurzfristig sehr spannend

    Das abgelaufene Geschäftsjahr war mit großem Abstand das erfolgreichste in der Firmengeschichte der Düsseldorfer. Der im Schlussquartal aufgestellte Rekord, wurde bereits mit den Q1-Zahlen getoppt. Am 20. August wird die Gesellschaft Halbjahreszahlen veröffentlichen. Das Datum ist auch aus einem anderen Grund spannend. Das Unternehmen meldete bereits vor einiger Zeit, dass man ab diesem Zeitpunkt beabsichtige, das bereits 2019 genehmigte Aktienrückkaufprogramm zu starten. Wichtig ist zudem die am 26. August stattfindende Hauptversammlung. Neben einer Dividendenerhöhung auf 4 EUR je Anteilsschein stimmen die Aktionäre auch über den Vorschlag eines Aktiensplits im Verhältnis 1:3 ab.

    Die Aktie hat sich in den letzten Monaten im Zuge der exzellenten Geschäftsentwicklung vervielfacht. Das Unternehmen ist als Broker und Betreiber einer großen außerbörslichen Handelsplattform ein starker Profiteur des höheren Handelsvolumens an den Börsen, das Börsenumfeld ist weiterhin positiv. Somit sollten auch die Zahlen des zweiten Quartals gut ausfallen. Ein Aktiensplit kombiniert mit einem Aktienrückkaufprogramm sollte für sich genommen schon einen positiven Impuls auf den Aktienkurs haben. Somit ist unter Timing-Gesichtspunkten die Aktie extrem spannend.

    MORPHOSYS AG – Aktie kennt nur eine Richtung

    Man muss als Anleger kein großer Kenner der Charttechnik sein, um zu erkennen, dass ein Chartbild, welches von links oben nach rechts unten verläuft, nicht gut ist. Genauso ein Chartbild weist die Morphosys-Aktie auf. Die Anteilsscheine haben binnen 12 Monaten 60% verloren. Die Marktkapitalisierung ist auf 1,5 Mrd. EUR zusammengeschmolzen. In den letzten Tagen haben die Insiderverkäufe zwar zugenommen, aber alle Meldungen, die das Unternehmen veröffentlicht, verpuffen.

    Zuletzt reduzierten die Analysten der Deutsche Bank das Kursziel des Titels deutlich von 116 EUR auf 46 EUR und änderten das Anlageurteil von „Buy“ auf „Hold“. Die Experten vermissen Treiber, die das Sentiment positiv verändern könnten. Zudem verlaufe die Einführung des Blutkrebsmedikaments Tafasitamab (Monjuvi) enttäuschend. Auch wenn jüngst MorphoSys' Partner Incyte einen Entwicklungs- und Vermarktungsvertrag mit InnoCare für Tafasitamab in der Region China bekannt gab, half dies dem Aktienkurs nicht.


    Lang+Schwarz und wallstreet:online dürften noch längere Zeit auf der Erfolgswelle einer guten Börsenstimmung und hoher Transaktionszahlen reiten. Lang+Schwarz ist unter Timing-Gesichtspunkten (Aktiensplit, Aktienrückkauf) spannend. wallstreet:online verspricht sogar noch größeres Potenzial, die Analysten von GBC haben ein Kursziel von 37,70 EUR formuliert, was einem Aufwärtspotenzial von gut 60% entspricht. Bei Morphosys ist momentan die Luft raus, die Aktie bleibt aber ein spannender Turnaround-Kandidat.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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