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13.01.2026 | 05:00

Wenn die Maschinen stillstehen: Warum Sandvik zittert und Almonty Industries zur Milliarden-Wette wie MP Materials wird

  • Wolfram
  • Versorgungssicherheit
  • Rüstung
  • Industrie
Bildquelle: KI

Das Börsenjahr 2026 beginnt mit einer Erkenntnis, die Industrieproduzenten weltweit den Angstschweiß auf die Stirn treibt: Wolfram, das Metall mit dem höchsten Schmelzpunkt, ist ausverkauft. Was bei Seltenen Erden im Vorjahr begann, setzt sich nun mit brutaler Härte bei jenem Stoff fort, ohne den kein Panzerstahl gehärtet, kein Smartphone vibriert und – was für die Weltwirtschaft am wichtigsten ist – kein Werkzeug industriell schneiden kann. In dieser angespannten Situation fungiert der schwedische Industriegigant Sandvik als der „Kanarienvogel in der Kohlemine“ – der Konzern signalisiert die Lage am Wolframmarkt vor allen anderen Marktteilnehmern. Die Abhängigkeit der Schweden von Wolframkarbid ist vollumfassend. Doch während die Industrie um Versorgungssicherheit ringt, erkennen smarte Investoren eine historische Parallele: Die Situation gleicht exakt dem Aufstieg von MP Materials im Sektor der Seltenen Erden. Der einzige Unterschied: Almonty Industries, der Besitzer der größten Wolfram-Mine außerhalb Chinas, wird noch zu einem Bruchteil dieser Bewertung gehandelt, obwohl das Unternehmen kurz davor steht, zum westlichen Wolfram-Monopolisten zu werden.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , MP MATERIALS CORP | US5533681012 , SANDVIK AB | SE0000667891

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Inhaltsverzeichnis:


    Sandvik: Der Seismograph schlägt Alarm

    Um die Tragweite der Krise zu verstehen, muss man den Blick nach Stockholm richten. Sandvik ist nicht irgendein Maschinenbauer, sondern der Weltmarktführer für Zerspanungswerkzeuge. Wie aus dem Interim Report Q3 2025 der Sandvik Group hervorgeht, ist die Nachfrage aus der Luftfahrt- und Automobilindustrie robust, doch CEO Stefan Widing warnte jüngst unmissverständlich vor den Risiken in der Lieferkette. Ohne Wolframkarbid gibt es keine Wendeschneidplatten und ohne diese Platten können weder Motorblöcke gefräst noch Flugzeugturbinen gedreht werden.

    Sandvik hat in seiner Kampagne „What Would Happen without Mining“ ein düsteres Bild gezeichnet: Ein Stillstand der Wolfram-Zufuhr würde weite Teile der globalen Fertigung binnen Wochen lahmlegen. Das Research macht deutlich, dass Recycling allein den Hunger der Industrie nicht stillen kann; die Abhängigkeit von chinesischem Primärmaterial ist nach wie vor die Achillesferse des Konzerns. Sandvik ist bereit, fast jeden Preis zu zahlen, um die Bänder am Laufen zu halten, was die Preissetzungsmacht drastisch zu den wenigen verbleibenden Produzenten verschiebt.

    MP Materials als Blaupause: Der Wert der Unabhängigkeit

    Für Investoren ist die aktuelle Lage ein Déjà-vu. Als die Spannungen zwischen China und den USA bezüglich der Seltenen Erden eskalierten, schoss die Aktie von MP Materials durch die Decke. Der Grund war simpel: MP Materials besitzt mit der Mountain-Pass-Mine das einzige relevante Asset in Nordamerika, das Versorgungssicherheit garantieren konnte. Der Markt zahlte eine massive „Geopolitik-Prämie“ für die Unabhängigkeit von Peking.

    Almonty Industries befindet sich heute exakt an diesem Punkt der Kurve. Wolfram ist laut Klassifizierung der EU und der USA sogar noch kritischer einzustufen als viele Seltene Erden, da es aufgrund seines extrem hohen Schmelzpunktes bei 3.422° Celsius praktisch nicht substituierbar ist. Während MP Materials bereits mit rund 11 Mrd. USD bewertet wird, fliegt Almonty mit seiner niedrigen einstelligen Milliarden-Bewertung noch unter dem Radar, obwohl das Unternehmen mit der Sangdong-Mine in Südkorea über ein Asset verfügt, das in seiner Bedeutung der Mountain-Pass-Mine in nichts nachsteht. Für Anleger drängt sich folgende Parallele auf: Wer MP Materials verpasst hat, findet in Almonty die zweite Chance, auf die strategische Entkopplung des Westens zu setzen.

    Almonty Industries: Das Sangdong-Monopol

    Das Ass im Ärmel von Almonty ist die Sangdong-Mine, die kürzlich ihre Produktion hochgefahren hat. Die geologischen Fakten, die im NI 43-101 Technical Report dargelegt sind, sind beeindruckend. Mit einem Durchschnittsgehalt von 0,45 % WO3 ist das Erz in Sangdong mehr als doppelt so reichhaltig wie der globale Durchschnitt von etwa 0,19 %. Dieser geologische Vorteil übersetzt sich direkt in eine unschlagbare Kostenstruktur: Während die Grenzkosten chinesischer Produzenten oft bei 200 bis 250 USD pro MTU liegen, wird Almonty in Sangdong zu Cash-Kosten von rund 110 USD produzieren.

    Die Aktie von Almonty ist Renditebringer und Dauerläufer in einem - was geht da noch?

    CEO Lewis Black, der in Branchenkreisen als der erfahrenste Wolfram-Manager des Westens gilt, hat das Unternehmen so positioniert, dass es von der aktuellen Preisexplosion maximal profitiert. Laut aktuellen Marktdaten notiert Wolfram in Form von APT aktuell kurz vor der Marke von 1.000 USD. Bei diesen Preisen wird Sangdong zur Gelddruckmaschine. Almonty bietet damit nicht nur Versorgungssicherheit für seine Kunden aus den Bereichen Rüstung und Industrie, sondern auch eine operative Marge, die im Bergbausektor ihresgleichen sucht.

    Fazit: Die Bewertungslücke muss sich schließen

    Die Faktenlage ist eindeutig: Die Welt braucht Wolfram, China verknappt das Angebot und Unternehmen wie Sandvik müssen zu fast jedem Preis kaufen. Almonty Industries ist der einzige Akteur, der signifikante, neue und geopolitisch sichere Kapazitäten des gefragten Metalls bieten kann. Aktuell preist der Markt bei Almonty noch Entwicklungsrisiken ein, während er bei MP Materials bereits die Produktion bezahlt – da auch Almonty bereits seit vielen Jahren in seiner Panasqueira-Mine in Portugal produziert und die Giga-Mine Sangdong in Korea im Hochlauf ist, erscheint der Bewertungsunterschied zu groß. Mit jedem Tag, an dem erste Produktionszahlen zu Sangdong näher rücken, schwindet dieses Risiko. Investoren bietet sich hier eine klassische Arbitrage-Situation. Nach dem Kursrückgang der vergangenen Tage erscheint die Aktie von Almonty umso attraktiver.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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