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02.12.2025 | 05:00

Wettlauf um Seltene Erden – wo lauern jetzt Chancen? European Lithium, Lynas Rare Earths, Arafura Resources

  • Seltene Erden
  • Versorgungssicherheit
  • USA
Bildquelle: KI

Die Medien sind seit Monaten voll von Artikeln über Seltene Erden. Langsam, aber sicher machen sich Volkswirtschaften wie die USA und auch die EU von Chinas Lieferungen unabhängig, wenn auch in kleinen Schritten. Doch welche Projekte bieten auch Investoren das beste Potenzial? Die Geschichte des Bergbaus zeigt: Zwischen einer interessanten Liegenschaft und einem fertigen Bergbau-Projekt liegen oft viel Zeit und massig Investitionen. Wir erklären, welche Aktien jetzt interessant sein könnten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: EUROPEAN LITHIUM LTD | AU000000EUR7 , LYNAS CORP. LTD | AU000000LYC6 , ARAFURA RESOURCES LTD. | AU000000ARU5

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Inhaltsverzeichnis:


    Seltene Erden: Gute Projekte lassen sich an einer Hand abzählen

    Seltene Erden sind Schlüsselelemente moderner Technologien und stecken in Elektromotoren, Windturbinen und Verteidigungssystemen. Doch erschließbare Lagerstätten sind rar. Über 90 % der Produktion stammte noch 2023 aus China, so die Berater von McKinsey. Regierungen und Industrie suchen daher nach Alternativen. Prognosen gehen von einem starken Nachfragewachstum aus: Das Beratungshaus rechnet damit, dass sich die Nachfrage nach magnetkritischen Seltenen Erden bis 2035 nahezu verdreifacht und von 59 kt im Jahr 2022 auf 176 kt 2035 steigt. Das Besondere an dieser Prognose: Die derzeit bekannten Projekte können nur rund 70 % dieses künftigen Bedarfs decken. Das bedeutet: Alle aktuell wirtschaftlich vielversprechenden Projekte dürften auch eine Zukunft haben. Selbst Liegenschaften in der Frühphase sind interessant.

    Zwar sind Seltene Erden geologisch weit verbreitet, doch entstehen Engpässe aufgrund von Förderkosten, Genehmigungen und Raffineriekapazitäten. Experten mahnen, dass das Problem weniger die Knappheit der Vorkommen ist, sondern die Flaschenhälse bei Abbau und Aufbereitung. Angesichts von Energiewende und geopolitischen Spannungen ist eine Diversifizierung der Lieferketten zur Priorität geworden - in den USA und auch in der EU und Japan. Unternehmen wie Lynas Rare Earths mit Projekten in Australien und Malaysia, Arafura Resources ebenfalls in Australien und European Lithium mit einer spannenden Beteiligung in Grönland rücken daher in den Fokus.

    European Lithium: Was ist die Seltene-Erden-Beteiligung am Ende wert?

    Letzteres Unternehmen sorgte vor einigen Monaten mit einer Kurs-Vervielfachung für Aufsehen: European Lithium ist zu rund 60 % an Critical Metals beteiligt, das das Tanbreez-Seltene-Erden-Projekt in Südgrönland vorantreibt. Nach einer Umstrukturierung hält European Lithium indirekt rund 7,5 % am Minenprojekt. Tanbreez gilt als einer der weltgrößten Hartgesteins-Lagerstätten für Seltene Erden und verfügt über etwa 4,7 Mrd. t Gestein mit hohen Anteilen an schweren Seltenen Erden.

    Im Oktober 2025 verkündete European Lithium, dass Critical Metals seinen Anteil am Tanbreez-Projekt von 42 % auf 92,5 % erhöhen kann. European Lithium behält dabei seine Minderheitsbeteiligung von 7,5 % und bleibt auch Großaktionär bei Critical Metals. European Lithium verkauft aber einen Teil seiner Aktien von Critical Metals und finanziert damit die Entwicklung des Projekts. Ziel ist es, Tanbreez so schnell es geht in Produktion zu bringen. Der Plan hängt zwar noch von Genehmigungen in Grönland ab, doch dürften alle Beteiligten ein Interesse an Fortschritten haben. Rund um Critical Metals hatte es immer wieder Spekulationen um einen direkten Einstieg der USA beim Unternehmen gegeben. Diese Interessenlage ist auch für Investoren vielversprechend: Erstens liegt bei allen Beteiligten Unternehmen immer auch die Möglichkeit eines Einstiegs der USA in der Luft, und zugleich dürfte eine Beteiligung der US-Regierung bestimmte Prozesse beschleunigen und absichern - was wenig rechtsstaatlich klingt, ist inzwischen Realität und Teil der Verhandlungsmasse. Für die Aktie von European Lithium spricht dabei, dass das Unternehmen im Falle von Tanbreez lediglich als Investor auftritt - Kern-Projekt ist die bereits genehmigte Wolfsberg-Lithium-Mine in Österreich, die ab 2027 in Produktion gehen kann und eine zentrale Rolle für die europäischen Batterie-Lieferketten spielen soll.

    Lynas Rare Earths: Verarbeitungs-Spezialist will sich breiter aufstellen

    Bereits in Produktion ist Lynas Rare Earths. Das Projekt Mount Weld im Westen Australiens fördert leichte Seltene Erden und betreibt zugehörige Raffinerien. Lynas ist nach eigenen Angaben der einzige kommerzielle Produzent von getrennten leichten und schweren Seltenen Erden außerhalb Chinas. Das Unternehmen hat eine voll integrierte Lieferkette vom Bergwerk bis zur veredelten Oxid-Produkten aufgebaut und profitiert von hohen Preisen. Im ersten Quartal des 2026er-Geschäftsjahres kletterte der Umsatz von Lynas um satte 66 %. Das künftige Wachstum ist aber unklar. Nach dem Einstieg der USA bei Seltene-Erden-Produzent MP Materials ist nicht sicher, ob eine in Texas geplante Verarbeitungsanlage von Lynas gebaut wird. Das Unternehmen will sich daher weiter diversifizieren und statt auf die USA auch auf andere Kunden setzen. Dass das gelingt, ist sehr wahrscheinlich - aktuell ist das Marktumfeld für alle Produzenten und Verarbeiter von kritischen Metallen rosig. Selbst das im Ausbau befindliche Nolans-Projekt von Konkurrent Arafura Resources im Norden Australiens zieht das Interesse von Investoren auf sich. Neben dem kolportierten Interesse Europas ist mit Rohstoff-Magnatin Gina Rinehart auch eine australische Investoren-Legende bereits investiert.

    Seltene Erden - ein Zeitfenster öffnet sich

    Während alle drei genannten Unternehmen mit ihren Seltene-Erden-Projekten Fortschritte machen, wird es in Zukunft auch darauf ankommen, in welchen Regionen regulatorische Hürden schneller abgebaut werden können als anderswo. Unternehmen wie Arafura Resources sind bereits Jahre engagiert, um ihre Lagerstätten in Produktion zu bringen - jetzt scheint sich ein Zeitfenster zu öffnen. Dasselbe gilt auch für Tanbreez in Grönland, an dem der angehende Lithium-Förderer European Lithium beteiligt ist. Alle genannten Aktien sind vielversprechend, Investoren sollten im Detail jedoch auf einzelne Projekt-Risiken achten. Insbesondere die Phase des Aufbaus einer Mine gilt als herausfordernd.


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    Der Autor

    Nico Popp

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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