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02.03.2022 | 06:30

Zalando, HelloFresh, aifinyo: Analysten raten zum Kauf

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Bildquelle: pixabay.com

Zalando und HelloFresh gehören zu den führenden deutschen Online-Unternehmen. Beide haben gestern ihre Zahlen für 2021 veröffentlicht und einen Ausblick auf das laufende Jahr gegeben. Und beide haben damit Anleger enttäuscht, denn in 2022 könnte der Gewinn jeweils rückläufig sein. Als Reaktion verloren beide Aktien am Dienstag deutlich und waren die größten Verlierer im DAX. Die ersten Reaktionen der Analysten fallen jedoch überwiegend positiv aus. So auch bei aifinyo. Das B2B-Fintech hat allerdings auch operativ geliefert. Nach einem überraschend starken vierten Quartal wurden positive Zahlen veröffentlicht und Warburg sieht über 100% Kurspotenzial.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Mario Hose
ISIN: AIFINYO AG INH O.N. | DE000A2G8XP9 , ZALANDO SE | DE000ZAL1111 , HELLOFRESH SE INH O.N. | DE000A161408

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Inhaltsverzeichnis:


    Karim Nanji, CEO, Marble Financial
    "[...] In Kanada kommen auf jeden Dollar Einkommen 1,75 Dollar Schulden – und das war bereits vor der Pandemie so. [...]" Karim Nanji, CEO, Marble Financial

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    aifinyo: Nach Kursrückgang sieht Warburg mehr als 100% Kurspotenzial

    Die Aktie von aifinyo hat im Rahmen der allgemeinen Schwäche bei Technologieaktien in den vergangenen Monaten deutlich an Wert verloren und notiert derzeit bei rund 20 EUR. Im Anschluss an die vorläufigen Zahlen hat Warburg die Kaufempfehlung bestätigt. Das Kursziel liegt bei 51 EUR. Die Geschäfte laufen besser als erwartet und neue Leistungen sollen im laufenden Jahr das digitale Ökosystem rund um Zahlungsabwicklung und Finanzierung für Unternehmen noch interessanter machen. Trotz der verschärften Corona-Maßnahmen ist aifinyo im Schlussquartal 2021 gewachsen und hat ein deutlich positives operatives Ergebnis (EBIT) erzielt. Auf Basis vorläufiger Berechnungen hat das Technologieunternehmen für Kunden Transaktionen in Höhe von 269,2 Mio. EUR umgesetzt (2020: 263 Mio. EUR). Die Gesamtleistung legte um 41% auf 45,4 Mio. EUR zu und der Rohertrag um 7% auf 8 Mio. EUR. Damit setzt sich der überproportionale Anstieg der Gesamtleistung weiter fort. Dies ist insbesondere auf die erfreulich hohe Nachfrage seitens E-Commerce-Unternehmen nach Finetrading-Lösungen zurückzuführen. Die positive Entwicklung hat sich auch auf der Ertragsseite fortgesetzt. In 2020 musste das Unternehmen aufgrund erheblicher Belastungen der Covid-19-Pandemie erstmals seit der Gründung im Jahr 2012 Umsatzeinbußen und ein negatives Jahresergebnis verzeichnen. In 2021 hat aifinyo wieder ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von 0,87 Mio. EUR erzielt (2020: -2,48 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Steuern (EBT) wurde von -3,46 Mio. EUR auf 0,70 Mio. EUR verbessert.

    aifinyo-Vorstand Stefan Kempf: „aifinyo verfügt über ein in Deutschland einzigartiges Ökosystem rund um den Billing-Prozess inklusive Finanzierungsmöglichkeiten und Liquiditätsstatus. Das Marktpotenzial ist riesig und um dieses konsequent zu erschließen, priorisieren wir weiterhin organisches und anorganisches Wachstum sowie Investitionen in Produktinnovationen.“ Um das Angebot weiter zu vervollständigen, beabsichtigt aifinyo unter anderem die Beantragung einer E-Geld-Institut-Lizenz. Damit wird aifinyo das Payment-Angebot um ein Business-Konto mit Kreditkarte erweitern und einen weiteren hoch attraktiven Markt erschließen.

    Zalando: Weniger EBIT in 2022?

    Zalando konnte mit den Zahlen für 2021 und dem Ausblick nicht überzeugen. Im vergangenen Jahr ist der DAX-Konzern noch deutlich gewachsen. Beim Umsatz konnte man um 30% auf 10,4 Mrd. EUR zulegen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 420,8 auf 468,4 Mio. EUR. Im laufenden Jahr erwartet Zalando ein Umsatzwachstum um 12% bis 19% auf 11,6 bis 12,3 Mrd. EUR. Das bereinigte EBIT könnte sogar rückläufig sein. So nannte man eine Spanne von 430 bis 510 Mio. EUR. Trotz dieser verhaltenen Aussichten haben Analysten ihre Empfehlungen bekräftigt. So raten in einer ersten Reaktion die Analysten von Deutsche Bank, Goldman Sachs, Warburg, UBS und Baader weiterhin zum Kauf. Beim Kursziel ist Goldman Sachs mit 118 EUR am optimistischsten. Nur JPMorgan ist „Neutral“ gegenüber der Zalando-Aktie. Wobei das Kursziel mit 101 EUR auch deutlich über dem aktuellen Niveau von 55 EUR liegt.

    Hellofresh-Aktie: 49 EUR oder 114 EUR?

    Auch bei der Aktie von Hellofresh ist JP Morgan „Neutral“. Nach den Zahlen zum vergangenen Jahr und dem Ausblick auf 2022 haben die Analysten ihr Kursziel von 49 EUR bestätigt. Die Zahl der aktiven Kunden des Kochboxenversenders sei niedriger als gedacht. Ansonsten sei die Entwicklung wie erwartet. Deutlich optimistischer sind die Analysten von Jefferies. Sie trauen der Hellofresh-Aktie 114 EUR zu und empfehlen sie daher zum Kauf. Der DAX-Konzern habe stark abgeschnitten. Besonders erfreulich sei, dass der Ausblick bestätigt wurde. In 2021 hat Hellofresh den Umsatz um rund 60% auf rund 6 Mio. EUR gesteigert. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) legte um rund 4% auf 528 Mio. EUR zu. Im laufenden Jahr soll ein bereinigtes EBITDA von 500 bis 580 Mio. EUR erzielt werden.


    Technologieaktien gehören derzeit nicht zu den Lieblingen der Anleger. Doch dies ermöglicht Einstiegschancen. So hat aifinyo operativ geliefert und dennoch rund 50% an Wert verloren. Sollten Zalando und HelloFresh in 2022 tatsächlich weniger verdienen, dürften die Aktien wenig Luft nach oben haben.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Mario Hose

    In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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