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08.12.2022 | 05:02

Aktien: Flatexdegiro jetzt kaufen? Uniper zockt, Aspermont vor Vervielfachung und Nel ASA?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Umsatz- und Gewinnwarnung von Flatexdegiro hat Aktionäre geschockt. In nur drei Handelstagen ging es um rund 40% nach unten. Lohnt sich jetzt wieder ein Einstieg? Analysten habe eine klare Meinung. Kann sich der Uniper-Kurs halbieren? Dies halten Analysten für möglich. Zudem verspricht die kommende außerordentliche Hauptversammlung spannend zu werden. Dagegen läuft es beim Medienunternehmen und FinTech Aspermont operativ rund. Daher halten Analysten eine Kursvervielfachung für möglich. Die Kurse von Nel und Plug Power sind derzeit schwach. Analysten sind zwar zuversichtlich, aber derzeit erstaunlich ruhig.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: UNIPER SE NA O.N. | DE000UNSE018 , ASPERMONT LTD | AU000000ASP3 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , FLATEX AG NA O.N. | DE000FTG1111

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Inhaltsverzeichnis:


    Aspermont-Aktie mit Potenzial auf Vervielfachung

    Die Analysten von GBC Research trauen der Aktie von Aspermont weiterhin eine Vervielfachung zu. Aspermont versorgt über 4 Millionen Kunden aus der globalen Rohstoffindustrie mit Information und immer mehr Finanzdienstleistungen – cloudbasiert. Damit sind die Australier Medien- und Fintech-Unternehmen in einem. In ihrer aktuellen Studie im Anschluss an die Veröffentlichung vorläufiger Zahlen zeigt sich GBC erfreut über die operative Entwicklung. Mit einem Umsatzwachstum von 17% auf 18,7 Mio. AUD im Geschäftsjahr 2022 (endet am 30.09.) habe Aspermont die Einschränkungen durch die COVID-19-Pandemie endgültig hinter sich gelassen. Besonders erfreulich: Der Anteil der wiederkehrenden Einnahmen konnte von 70% auf 75% gesteigert werden. Im jetzt laufenden Geschäftsjahr 2023 könnte das Wachstum sogar auf 20% zulegen, so die Analysten.

    Auch auf der Ertragsseite sieht es gut aus. So hat Aspermont das operative Ergebnis EBITDA im Geschäftsjahr 2022 um 40% auf 2,3 Mio. AUD gesteigert. Außerdem verfügen die Australier über einen Kassenbestand von 6,6 Mio. AUD und man ist mehr und mehr in der Lage, Wachstumsinvestitionen aus den Barreserven und dem Cashflow zu finanzieren. Auch das Unternehmen selbst zeigt sich zuversichtlich. Alex Kent, Managing Director von Aspermont: "Wie zuvor prognostiziert, war das Geschäftsjahr 2022 ein hervorragendes Jahr für Aspermont, und zwar auf allen Ebenen. In Anbetracht der schwierigen globalen Bedingungen bestätigt unser beständiges Wachstum die Widerstandsfähigkeit unserer Geschäftsmodelle und unseres Managements, die unabhängig von den finanziellen Rahmenbedingungen Fortschritte erzielen.“ Aspermont hat weiteres nachhaltiges Wachstum angekündigt. Dazu soll bald auch der Markt in Nordamerika erobert werden. Dazu passend sei eine Notierung an der US-Börse Nasdaq wahrscheinlich.

    Bei einem Kurs von 0,02 AUD liegt die Marktkapitalisierung bei 31,4 Mio. AUD. Alles andere als viel für ein Unternehmen, dass zunehmend im margenstarken Cloudgeschäft wächst. Dies sieht auch GBC so und empfiehlt die Aktie mit einem Kursziel von 0,11 AUD zum Kauf. (Studie zum Download)

    Aspermont hat sich 2022 positiv entwickelt. Foto: GBC AG

    Uniper: Nur etwas für Zocker?

    Uniper steckt tief in der Krise. Wohl kein deutsches Unternehmen ist so stark vom Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine so stark betroffen. Die Kosten für Gasersatzbeschaffung summieren sich inzwischen auf 11,6 Mrd. EUR. Die Zukunft des Unternehmens ist ungewiss. Kurz vor Weihnachten soll die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung das mit der Bundesregierung beschlossene Stabilisierungspaket abnicken. Der Bund soll 1,70 EUR je Uniper Aktie bezahlen und anschließend 99% der Anteile halten. Dennoch notiert das Wertpapier derzeit bei 3,40 EUR und ist zum Spielball von Zockern geworden.

    Dass der Aktienkurs zu hoch ist, meinen auch Analysten. Zuletzt hatte die UBS ihre Verkaufsempfehlung erneuert und das Kursziel von 2 auf 1,80 EUR reduziert. Die Analysten sehen "keine solide, fundamentale Basis für eine optimistischere Einschätzung". Die zwischenzeitliche Kursverdoppelung auf über 6 EUR führen die Analysten auf die Schließung von Leerverkäufen zurück. Uniper selber will Schadenersatz von Gazprom. So wurde ein Schiedsgerichtsverfahren gegen Gazprom Export vor einem internationalen Schiedsgericht beantragt. Ob dies eines Tages erfolgreich sein sollte, ist alles andere als sicher.

    Flatexdegiro: Nach Kursrutsch kaufen?

    Für Schlagzeilen und einen abstürzenden Aktienkurs hat in dieser Woche Flatexdegiro gesorgt. Grund waren Umsatz- und Gewinnwarnung beim Online-Broker und Ermittlungen der Bafin. Auch gestern ging die Aktie erneut um 5% in die Knie. Damit hat das Wertpapier in drei Handelstagen rund 40% an Wert verloren und notiert nur noch bei knapp über 6 EUR. Dies ist aus Sicht von Analysten zu wenig. So hatte zunächst Jefferies die Kaufempfehlung bestätigt, allerdings das Kursziel von 18 EUR auf 13 EUR reduziert. Gestern hat dann Goldman Sachs regiert und die Aktie von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Das Kursziel haben die Analysten von 19 auf 8 EUR mehr als halbiert. Die Bafin Ermittlungen zeigen, dass das regulatorische Umfeld schwieriger würde. Auch operativ liegt aus Sicht der Analysten einiges im Argen: Das Wachstum sich ab und die Kosten würden steigen. Dieser Trend sollte sich auch in 2023 fortsetzen.

    Analysten bei Nel und Plug Power an der Seitenlinie

    Während die Aktien von Nel und Plug Power auch gestern wieder deutlich verloren haben, sind Analysten bei der beiden Wasserstoff-Pure-Plays derzeit überraschend ruhig. Man scheint die Ergebnisse des laufenden Quartals abwarten zu wollen. Bei Plug Power gibt es gemäß wsj.com derzeit keine Verkaufsempfehlung. Zuletzt hatte die Citigroup das Kursziel für die Plug Power Aktie von 28 USD auf 20 USD reduziert. Die Empfehlung lautet weiterhin "Buy". Derzeit notiert die Aktie zwischen 13 und 14 USD. Auch bei Nel liegt die letzte Einschätzung längere Zeit zurück. Zuletzt hatte Jefferies die Kaufempfehlung für die Wasserstoff-Hoffnung aus Norwegen bestätigt. Das Kursziel liegt bei 19 NOK. Derzeit notiert die Aktie bei rund 14,50 NOK.


    Aspermont ist wachstumsstark, schuldenfrei und erscheint günstig bewertet. Der hohe Anteil der wiederkehrenden Umsätze beruhigt und ein mögliches Nasdaq-Listing bringt Fantasie. Nel und Plug Power werden zwar weiterhin von Analysten zum Kauf empfohlen, aber für kurzfristig orientierte Anleger drängt sich kein Kauf auf. Die Bewertungen sind weiterhin hoch und beide Unternehmen müssen wieder schneller wachsen und ihre Kosten in den Griff bekommen. Flatexdegiro hat Anleger erstmal tief enttäuscht. Aber zumindest für Analysten war der Kursrutsch zu stark. Uniper ist und bleibt nur etwas für Zocker.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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    Die Brennstoffzelle gilt seit Jahren als Hoffnungsträger im Antriebsbereich, konnte sich im Automobilsektor aber bislang nur begrenzt etablieren. Während Batterien den Massenmarkt prägen, punkten Brennstoffzellen vor allem im Schwerlast- und Fernverkehr mit Reichweite und kurzen Tankzeiten sowie in stationären Systemen. Plug Power arbeitet an Infrastrukturprojekten, während dynaCERT mit Wasserstoffsystemen bestehende Antriebe effizienter macht und so als Brücke in die nächste Ära dienen kann. Parallel gewinnen Small Modular Reactors (SMRs) von Anbietern wie Oklo und NuScale an Bedeutung, da sie eine stabile, CO2-arme Energieversorgung für die Industrie sowie Wasserstoffproduktion versprechen. Für Anleger eröffnen sich Chancen in zwei Zukunftsmärkten: Nachhaltige Mobilität und Skalierbare Energielösungen – beide mit politischem Rückenwind und hohem Wachstumspotenzial. Wie sollten Anleger mit ihrem Depot verfahren?

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