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17.01.2022 | 05:10

BYD, Nevada Copper, Nordex – Kupfer, der nächste Run

  • Rohstoffe
  • Kupfer
Bildquelle: pixabay.com

Nach einer längeren Seitwärtsbewegung und einer Bodenbildung im Bereich von 9.000 USD feierte Kupfer in der vergangenen Woche die Rückeroberung der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 USD. Und der Siegeszug des roten Metalls dürfte in den nächsten Jahren durch die Energiewende weitergehen. Einer stärkeren Nachfrage steht ein knappes Angebot gegenüber, was unter anderem durch die Elektrifizierung des Verkehrs weiter befeuert wird.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , NEVADA COPPER CORP. | CA64128F7039 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554

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Inhaltsverzeichnis:


    Wichtigstes Metall der Klimawende

    Der regelmäßige Zyklus mit steigenden und fallenden Preisen ist ein typisches Merkmal der Märkte mineralischer Rohstoffe. Hohe Preise lösen Investitionen in die Rohstoffgewinnung und die Weiterverarbeitung aus. Sinken die Rohstoffpreise dagegen in Phasen von Überkapazitäten und stagnierender Nachfrage, scheuen Investoren die Marktrisiken und halten ihr Kapital für Investitionen in neue Projekte zurück. Mit sinkendem Angebot steigen die Rohstoffpreise dann wieder an. Dieses Phänomen sieht man aktuell beispielhaft am Kupfermarkt. In den vergangenen Jahren konnte man durch den niedrigen Kupferpreis neue Projekte an einer Hand abzählen.

    Durch die Energiewende erlebt Kupfer aufgrund seiner Beschaffenheit und hohen Leitfähigkeit eine Renaissance. Der Kurs des als Basismetall für die Elektrifizierung existenziell wichtigen Kupfers erreichte bereits Mitte des vergangenen Jahres ein Zehnjahres-Hoch, getrieben durch ein bereits seit zwei Jahren wachsendes Angebotsdefizit. Die großen US-Investmenthäuser riefen bereits einen neuen Superzyklus am Kupfermarkt aus. Der Sektor sei für das rasante Wachstum nicht vorbereitet, es mangelt schlichtweg an neuen, aussichtsreichen Projekten.

    Neue Cornerstone-Investoren

    Großes Potenzial rechnen Experten dem seit 2007 agierenden Bergbauunternehmen Nevada Copper zu, das im Bundesstaat Nevada unweit der Firmensitze von Google und Tesla sein 60qkm umfassendes Pumpkin Hollow-Projekt unterhält. An dem hochgradigen Projekt, das neben Kupfer auch Gold und Silber enthält, sind Größen wie Castlelake, Blackrock oder Pala Investments beteiligt. Durch den Wechsel an der Führungsspitze im Herbst des vergangenen Jahres scheint Nevada Copper nach Jahren von Verzögerungen und Niederschlägen endlich in der Spur zu sein.

    Die erste schwierige Aufgabe löste Neu-CEO Randy Buffington mit Bravour. So konnte mit der KFW, einem vorrangigen Kreditgeber für Pumpkin Hollow und mit dem Großaktionär Pala Investments, der rund 38% an Nevada Copper hält, eine zusätzliche Finanzierung und eine erhebliche Stundung und Erweiterung der Kreditfazilitäten erzielt werden. Zudem sicherten sich die Kanadier rund 78,50 Mio. EUR über eine Kapitalerhöhung. Hier konnten mit einer Beteiligungsquote von je 10,4% zwei weitere Großinvestoren an Land gezogen werden. Sowohl Solway als auch Mercuria sicherten sich durch die Zeichnung von je 30,00 Mio. USD ein größeres Stück vom Kuchen.

    Operative Erfolge

    Neben dem Sichern der finanziellen Ausstattung für die nächsten Jahre drückt Nevada Copper auch operativ aufs Gaspedal. Die Meldung, dass das Unternehmen 50% höhere Erschließungsraten als im November 2021 und einen Anstieg um fast 100% im Vergleich zum August 2021 aufweist, zeigen einen klaren Trend. Die Beschleunigung soll sich auch im ersten Quartal weiter fortsetzen. Außerdem wollen die Kanadier in diesem Jahr ein weiteren hochgradigen Kupferstollen Namens „Sugar Cube“ abbauen. Mit Nevada Copper ist wieder zu rechnen. Fundamental steht das Unternehmen auf gesünderen Füßen. Die Aufstockung des Anteils von Pala und der Zugewinn der beiden neuen Großaktionäre Solway and Mercuria sprechen eine deutliche Sprache.

    Boden gefunden?

    Nach einer stärkeren Korrektur könnte auch der chinesische Autobauer BYD seinen Boden bei rund 27% tieferendem Stand gefunden haben. Die Meldung, dass die chinesische Regierung ihre Subventionen für den Kauf von NEVs in diesem Jahr um 30% gekürzt hat, dürfte bereits im Kurs enthalten sein. Damit richtet sich die Aufmerksamkeit wieder auf die Zukunft und das Wachstum. Und diese sieht mehr als rosig aus. Lagen die Verkaufszahlen der NEVs im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 593.700 Einheiten, soll das „build your dream“- Unternehmen im Jahr 2022 laut einem Forschungsbericht von CITIC Securities zufolge 1,5 Mio. Units an den Mann bringen.

    Dass Elektromobilität große Mengen an Lithium benötigt, ist zwischenzeitlich bekannt. Um das Wachstum nicht zu gefährden, stieg BYD bereits seit längerem über Tochterunternehmen in die Lithium-Produktion ein. Das Tochterunternehmen BYD Chile erhielt nun den Zuschlag für ein Lithium-Förderprojekt, die die Ausschreibung zusammen mit der chilenischen Gesellschaft Servicios y Operaciones Mineras del Norte gewann. Beide Unternehmen erhalten das Recht, jeweils 80.000t Lithium zu fördern.

    Weitere Aufträge

    Das Jahr 2022 geht weiter, wie sich das Alte verabschiedete – mit Aufträgen für den Windkraftanlagenbauer Nordex. Dabei lag es bereits 2021 nicht an der Menge der Aufträge, die die Aktie um gut 50% auf aktuell 14,05 EUR absacken ließ. Vielmehr geht es um die schwache Marge, die bei den Aufträgen erzielt wird.

    So konnten diesmal Großaufträge über insgesamt 245MW aus Südamerika vermeldet werden. Der norwegische Versorger Statkraft habe 14 Turbinen für seinen geplanten 80-MW-Windpark Morro do Cruzeiro in Brasilien bestellt, erklärten die Norddeutschen. Dazu gehöre auch ein dreijähriger Service-Vertrag mit Verlängerungsoption. Aus Chile kam zudem eine Order eines Entwicklers, der Turbinen für einen 165-MW-Windpark bestellte, plus zweijährigem Serviceauftrag.


    Kupfer nimmt einen erneuten Anlauf, über die Marke von 10.000 USD zu springen. Aufgrund der Nachfrage sind die Aussichten auf weitere steigende Preise gegeben. Nevada Copper ist voll auf der Spur und könnte von dem Kupfer-Boom deutlich profitieren. BYD sollte einen Boden gefunden haben, bei Nordex geht es weiterhin um den Kampf mit der Marge.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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