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11.05.2022 | 05:08

Defense Metals, ThyssenKrupp, Allkem – Rohstoffe für die Rüstung

  • Rohstoffe
  • Seltene Erden
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  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Kriegszeiten haben eine eigene Dynamik. Viele Wirtschaftsbereiche leiden unter den Unsicherheiten. Es gibt jedoch einen Bereich, den man getrost als Kriegsgewinner bezeichnen kann, denn ohne Rüstungsgüter kein Krieg. Auch die Zulieferindustrien gehören zu den Profiteuren, sofern die Nachfrage nicht an anderer Stelle in größerem Maße wegbricht. Zudem wird die Rüstungsbranche immer öfter als nachhaltig eingestuft, was den Zugang zu bisher verschlossen ESG-Portfolios öffnet.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , Allkem Ltd. | AU0000193666

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Inhaltsverzeichnis:


    Defense Metals – Seltenerdmetalle für Nordamerika

    Anders als ihr Name vermuten lässt, sind Seltenerdmetalle gar nicht besonders selten. Aufgrund ihrer Eigenschaften (untereinander ähnlich, daher schwer zu trennen) und der Art ihres Vorkommens (mit niedrigem Anteil in anderen Mineralien gebunden, daher aufwendig aufzubereiten) haben die meisten Länder die Produktion dieser für jedes elektronische Bauteil unabdingbarer Stoffe in den letzten 30 Jahren eingestellt.

    Die große Ausnahme ist China, das heute ein Quasi-Monopol bei der Produktion von Seltenerdmetallen besitzt. Zudem findet fast die gesamte Raffination (>92%) in der Volksrepublik statt. Dass diese Abhängigkeit gerade auch für den Rüstungssektor ungünstig sein könnte, hat nun auch einigen westlichen Ländern gedämmert, denn Raketenlenksysteme, Radaranlagen oder Satellitentechnologien sind ohne Seltenerdmetalle nicht möglich. Aus diesem Grund haben einige Länder damit begonnen, wieder eigene Seltenerdmetallproduktionen in ihren Ländern zu etablieren, insbesondere trifft das auf die Vereinigten Staaten zu.

    Ein weiterer speziell auf die Rüstungsindustrie ausgerichteter Pionier ist das kanadische Unternehmen Defense Metals mit Sitz in Vancouver. Deren Wicheeda-Projekt, das in einer bekannten Bergbauregion in British Columbia liegt, hat nach einer vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung (Preliminary Economic Assessment, PEA) das Potenzial zu einer weltweit bedeutenden Lagerstätte für Seltenerdmetalle zu avancieren. Die im November 2021 veröffentlichte PEA geht von einem Kapitalwert des Projektes nach Steuern von 516,5 Mio. CAD aus, bei einer Minenlebensdauer von 19 Jahren. Auch die jüngsten Bohrdaten bestätigen die hohe Qualität des Projektes. Am 19. Mai ist Defense Metals übrigens live beim IIF zu sehen.

    ThyssenKrupp – Konjunktursorgen drücken den Kurs

    Nachdem vier der 40 größten Stahlproduzenten der Welt aus Russland kommen und daher aktuell mit rigiden Sanktionen belegt sind, haben die Stahlpreise in den letzten Wochen merklich angezogen. Zumal mit der Rüstungsindustrie ein bedeutender Industriezweig eine erhöhte Nachfrage angemeldet hat.

    Stahlproduzenten wie der deutsche ThyssenKrupp Konzern (aktuell auf Rang 35 in der Welt) haben in den letzten Monaten deutlich von diesen Entwicklungen profitiert. Trotzdem sind die Anteilsscheine der Essener zuletzt unter Druck geraten. Damit ist das Unternehmen jedoch nicht allein.

    Auch andere deutsche und internationale Rohstoffproduzenten wie die Salzgitter AG oder Teck Resources leiden unter den Sorgen der Anleger vor einer globalen Wachstumsdelle. So drücken der Krieg in der Ukraine sowie die erneute Verschärfung der Corona-Situation in China auf die Stimmung an den Börsen und haben zu einem massiven Abverkauf geführt.

    Wo Anleger jedoch schwarz sehen, entdecken Analysten neue Möglichkeiten. So stufen sowohl die Deutsche Bank als auch Crédit Suisse und die Baader Bank die Aktien von ThyssenKrupp als klaren Kauf ein, mit Kurszielen zwischen 16 EUR und 17 EUR. In Kürze wird der Konzern seine vorläufigen Geschäftszahlen zum 1. Halbjahr veröffentlichen und dabei sicherlich auch einen Ausblick hinsichtlich des weiteren Geschäftsverlaufs geben.

    Allkem – Batteriefähiges Lithium bleibt gefragt

    Ein weiteres Rohstoffunternehmen, dessen Aktienkurs aktuell nicht seine wirkliche operative Performance und die Potenziale widerspiegelt, ist der zu den Top3-Lithiumproduzenten der Welt gehörende australische Allkem-Konzern. Obwohl das Unternehmen Mitte April mit traumhaften Quartalszahlen aufwarten konnte und Rekord-Produktionszahlen für seine größten Liegenschaften Mt. Cattlin und Olaroz vermelden konnte, ist der Kurs aktuell auf deutlich unter 11 AUD eingebrochen (52-Wochen-Hoch: 14,27 AUD).

    Nicht zuletzt die Ankündigung des Managements, dass man im zweiten Halbjahr von einem Rekordpreis für batteriefähiges Lithium von 35.000 USD/Tonne ausgehe (Durchschnittspreis im abgelaufenen Halbjahr: 27.236 USD/Tonne) verzückt weiterhin die Analysten. So sehen die Experten von Citi die Aktie bei einem Kurs von 16 AUD als fair bewertet.


    Wer nicht direkt in Rüstungsaktien investieren möchte, aber trotzdem einen Sektor sucht, der langfristig von den aktuellen Entwicklungen des Weltgeschehens profitieren dürfte, sollte einen Blick auf Rohstoffaktien werfen. Große Player wie ThyssenKrupp oder Allkem werden von Analysten hoch gelobt und ihnen wird ein hohes Kurspotenzial bescheinigt. Im Small bzw. Micro Cap Sektor sind die Papiere von Defense Metals extrem spannend. Bereits die PEA vom November 2021 bescheinigte dem Projekt Wert des Wicheeda Projekts nach Steuern von 516,5 Mio. CAD. Dabei ist das Unternehmen an der Börse aktuell mit lediglich 37 Mio. CAD bewertet.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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