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12.04.2023 | 06:00

Deutsche Bank, Desert Gold, Barrick Gold – Goldpreis auf dem Weg zum Allzeithoch

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Bildquelle: pixabay.com

Nach dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank und der Rettung der Credit Suisse durch den Zusammenschluss mit der UBS hat das große Zittern begonnen. In der Finanzkrise 2008 hat die FED die Notenpresse angeworfen, um die Banken zu stabilisieren. Zur Vermeidung der Inflation wurden die Banken fürs Parken des Geldes bei der FED bezahlt. So liegen 5,7 Billionen USD bei der FED, für die täglich Zinsen in Höhe von über 700 Mio. USD fällig werden. Das treibt die Geldmenge und die Inflation. Da ist es kein Wunder, dass die Alternativen zum Fiat-Geld einen Aufschwung erleben. Der Goldpreis liegt schon bei über 2.000 USD und auch die Kryptowährungen haben wieder zugelegt. Wir sehen uns daher 2 Goldunternehmen an und analysieren die Deutsche Bank.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084

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Inhaltsverzeichnis:


    Deutsche Bank – zahlt Anleihe vorzeitig zurück

    Das Vertrauen in das Finanzsystem kann sehr schnell Risse bekommen, wie man am Beispiel der Silicon Valley Bank gesehen hat. Nachdem die CDS (Kreditausfallversicherung) bei der Deutschen Bank plötzlich mit nur einem Trade nach oben geschnellt sind herrschte Panik an den Märkten und die Aktie der Deutschen Bank verlor an einem einzigen Tag in der Spitze fast 15 %. Wirklich erholt hat sich das Papier seitdem nicht, doch die Verluste wurden immerhin wieder wettgemacht. Ende der Woche stehen mit JPMorgan Chase, der Citi und Black Rock gleich 3 große Finanzinstitute im Mittelpunkt, wenn die Zahlen zum 1. Quartal veröffentlicht werden.

    Die CDS Werte sind nach dem schnellen Anstieg wieder gefallen und es ist vorerst etwas Ruhe eingekehrt. Am 24. März wurde bekannt, dass eine nachrangige Anleihe mit Fälligkeit 2028 vorzeitig zurückgezahlt wurde. Dieser Schritt symbolisiert Stärke, denn es geht dabei um 1,5 Mrd. USD. Außerdem hat die Bank zuletzt die Zinssätze für Tages- und Festgeld für alle Kunden angehoben. Auf der kommenden Hauptversammlung am 17. Mai soll über eine Dividendenerhöhung von 0,20 EUR auf 0,30 EUR abgestimmt werden. Nach dem besten Geschäftsjahr seit den 2000ern war schon vorher auf eine Erhöhung spekuliert worden.

    Seit dem Absturz der Aktie gab es lediglich 2 Analysten, die sich mit der Aktie auseinandergesetzt haben. Berenberg stufte die Aktie auf Halten und versah sie mit einem Kursziel von 11 EUR. Deutlich positiver sieht Goldman Sachs den Wert, setzte ein Kursziel von 19 EUR und empfahl den Kauf. Aktuell zahlt man für einen Anteilsschein 9,51 EUR. Damit liegt die Dividendenrendite bei 3,15 %, sofern die Erhöhung die Zustimmung der Aktionäre findet.

    Desert Gold – Update zum Bohrprogramm

    Steigende Goldpreise kommen immer erst mit Verzögerung bei Gold-Explorern an. Das trifft auch diesmal auf Desert Gold zu. Vom Goldanstieg konnte die Aktie bislang kaum profitieren. Das kanadische Unternehmen ist in Mali, Afrika, tätig und besitzt dort mit dem SMSZ-Projekt eins der größten Goldexplorationsprojekte in Westafrika. Die Liegenschaft ist 440 qkm groß und liegt auf der Sengali-Mali-Scherzone. Im Umkreis befinden sich 4 Tier-1 Goldminen von beispielsweise Barrick Gold. Die Mineralressourcenschätzung geht von rund 1.080.000 Unzen Gold gemessen und abgeleitet aus. Am 13. Februar startete das diesjährigen Bohrprogramm bei dem 2.500 m in 325 Bohrlöchern vorgesehen waren.

    Am 21. März gab es ein Update zum Bohrprogramm. Dabei wurden 445 Bohrlöcher auf insgesamt 2.067 m über den Goldzonen Mogoyafara South und Gourbassi West North abgeschlossen. Die Proben wurden an SGS Laboratories in Bamako geschickt. Bei den Arbeiten wurden 3 neue handwerkliche Bergbauzonen entdeckt. Eine befindet sich etwa 500m südlich der Goldlagerstätte Mogoyafara South. Das 2. Gebiet für den handwerklichen Bergbau hat sich etwa 1.000 m östlich des Trends Mogoyafara South aufgetan. Darüber hinaus wurde ein weiteres informelles Bergbaugebiet etwa 2 km östlich der Zone Kolon gefunden. Jared Scharf, der CEO, zeigte sich erfreut: „Ich bin immer wieder angenehm überrascht, wenn auf unserem Grundstück SMSZ neue handwerkliche Abbaustätten auftauchen.“

    Die Ergebnisse aus den Analysen will das Unternehmen schnellstmöglich veröffentlichen. Bei positiven Ergebnissen würden auch die Übernahmefantasien neues Futter erhalten. Zuletzt erwarb B2Gold den Goldexplorer Oklo Resources. Vor allem die niedrigen Kosten sprechen für die Goldexploration in Mali. Weitere Informationen sind auf researchanalyst.com zu finden. Die Aktie ist momentan für 0,06 CAD zu haben. Damit notiert sie nur knapp über dem Jahrestief bei 0,045 CAD. Steigt der Goldpreis weiter werden auch die Aktien der Goldexplorer früher oder später nachziehen.

    Barrick Gold – Porgera Mine wird neu eröffnet

    Der steigende Goldpreis ist für einen der größten Goldproduzenten wie Barrick Gold natürlich ideal. Damit fallen die aufgrund der Inflation gestiegenen Gesamtkosten nicht mehr ganz so stark ins Gewicht. Zusätzlich zur Angst vor einer Finanzkrise hilft dem Goldpreis auch das gestiegene Interesse der Zentralbanken, die 2022 über 1135 Tonnen Gold gekauft haben. Das ist ein neuer Rekord. Laut dem World Gold Council wird dieser Trend auch 2023 anhalten, ob es zu einer erneuten Bestmarke kommt ist unsicher. Trotz der Goldproduktion 2022 konnte Barrick Gold seine Goldreserven erhöhen.

    Am 30. März konnte das Unternehmen vermelden, dass man sich mit der Regierung von Papua-Neuguinea auf die Wiederaufnahme der Goldproduktion in der Porgera Mine einigen konnte. Diese stand seit 2020 still. Die Mineralressourcenschätzung dort beläuft sich auf 10 Mio. Unzen plus 3,4 Mio. abgeleitet. Pro Jahr soll die Produktion bei 700.000 Unzen liegen. Wenn das Projekt Reko Diq in Pakistan vollständig in Betrieb ist wird nicht nur die Goldproduktion erhöht, sondern auch die derzeitige Kupferproduktion fast verdoppelt.

    Neuigkeiten gibt es auch bei Kibali, der größten Goldmine Afrikas, die das Wirtschaftswachstum in der Nordostprovinz der Demokratische Republik Kongo angekurbelt hat. Kibali hat sich zu einem Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien entwickelt, da 80 % des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammt, und verlängert sein Tier-1-Produktionsprofil bis 2033. 2025 soll dort ein weiteres Solarkraftwerk in Betrieb gehen. Seit dem 9. März hat die Aktie von Barrick in der Spitze fast 30 % zulegen können und notiert derzeit bei 19,46 USD. Die nächsten Zahlen werden am 3. Mai präsentiert. Am 13. April gibt es Vorabdaten zu Produktion, Verkäufen und Kosten.


    Gelingt es nicht, das Vertrauen in das Finanzsystem komplett wiederherzustellen, wird die Nachfrage nach Gold hoch bleiben. Das ist in erster Line gut für die Produzenten wie Barrick Gold, die mit steigendem Goldpreis ihre Gewinne deutlich erhöhen können. In einer zweiten Welle werden die Aktien von Explorern wie Desert Gold gekauft, denn die ermittelten Goldvorkommen werden wertvoller. Dann kann es auch zu Übernahmen durch große Produzenten kommen. Die Deutsche Bank versucht bereits das Vertrauen wiederaufzubauen, doch noch sind die Märkte nervös. Ende der Woche gibt es mit den Quartalszahlen der Banken vielleicht neue Impulse.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.
    3. Hauptversammlung – Die Hauptversammlung ist ein Organ einer Aktiengesellschaft und das Mitwirkungsgremium der Aktionäre.

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    Der Rohstoffmarkt ist im Jahr 2024 von hoher Volatilität geprägt, beeinflusst durch eine starke Nachfrage, Angebotsengpässe und technologische Umstellungen auf erneuerbare Energien, die beispielsweise Lithium und Kupfer verteuern. Außerdem machen Inflationssorgen Edelmetalle attraktiv als Inflationsschutz, während die Zinspolitik der Zentralbanken ebenfalls ein Faktor ist. Zudem sorgen geopolitische Spannungen für Störungen in Lieferketten und steigern so die Preise. In diesem Kontext gewinnen Investitionen in Rohstoffaktien zunehmend an Bedeutung. Diese Form des Investments erlaubt es, indirekt von den Preisschwankungen und dem Wertzuwachs von Rohstoffen zu profitieren, ohne physisch in die Rohstoffe selbst investieren zu müssen. Wir sehen uns daher heute drei Rohstoffunternehmen an und analysieren ihr Potenzial.

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