Menü schließen




23.07.2025 | 04:50

Die heiße Phase Atom-Energie beginnt! Oklo, First Hydrogen, Nel, Siemens Energy und Plug Power

  • Nukleartechnologie
  • SMR
  • Wasserstoff
  • Klimawende
  • Alternative Energien
Bildquelle: pixabay.com

Lange Zeit galt die Atomkraft als Auslaufmodell, doch inzwischen vollzieht sich weltweit eine energiepolitische Kehrtwende. Die USA stehen dabei an vorderster Front. Unter Donald Trump wurde jüngst ein umfassender Aktionsplan zum Wiederaufbau der nuklearen Industrie verabschiedet. Ziel ist nichts Geringeres als die Vervierfachung der nationalen Atomstrom-Kapazität, insbesondere durch den massiven Ausbau von Small Modular Reactors (SMRs), die kompakten, dezentral einsetzbaren Mini-AKWs. Sie gelten als effizient, sicher und skalierbar. Die Botschaft ist klar: Die Vereinigten Staaten wollen wieder zur dominanten Nuklearmacht werden, energiepolitisch wie technologisch. Welche Unternehmen stehen im Fokus?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: OKLO INC | US02156V1098 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Oklo Inc. – Die Zeit für die Ernte ist gekommen

    Seit unserer ersten Betrachtung des SMR-Spezialisten Oklo hat es eine zweimalige Wellenbewegung in der Aktie gegeben. Immer war die Zone um 20 USD als wichtige Unterstützungszone auffällig geworden. Ebenso zeigt sich wohl auf der Oberseite ein gewisser Deckel bei 70 USD. Noch immer wird das Unternehmen mit viel Phantasie über die neuesten Nuklear-Pläne der USA überschüttet. Völlig außer Acht lassen Anleger dabei die Zeitkomponente. Von der Planung bis zur Umsetzung dauert es auch bei den SMR-Reaktoren mindestens 5 bis 8 Jahre bis ein neuer Komplex ans Netz geht. In den USA hatte NuScale Power ursprünglich mit seinem 77MW-SMR-Konzept eine Vorreiterrolle inne. Der Bau eines Modells am Idaho National Laboratory wurde allerdings Ende 2023 wegen zu hoher Kosten und zu geringer Nachfrage gestoppt.

    Oklo hat in der letzten Woche den erfolgreichen Abschluss der Phase 1 seiner vorläufigen Antragsprüfung bei der US-Atomaufsichtsbehörde (Nuclear Regulatory Commission, NRC) für sein erstes Kraftwerksprojekt bekannt gegeben. Zeitgleich kündigte das US-Energieministerium am 16. Juli auch ein Pilotprogramm an, das die Entwicklung fortschrittlicher Reaktoren beschleunigen und die heimische Kernbrennstoff-Versorgung stärken soll. Siemens Energy baut keine eigenen SMRs, spielt aber eine zentrale Rolle bei der Umsetzung, denn das Unternehmen ist weltweiter Marktführer für Turbinen- und sogenannte „Power Island“-Komponenten. In einer strategischen Partnerschaft mit Rolls‑Royce SMR übernimmt Siemens Energy den Part, Dampfturbinen, Generatoren und Hilfssysteme für das britische 470‑MW‑SMR-Modell der Generation III+ zu liefern. Diese Technologie soll zunächst in UK, später möglicherweise in Schweden und in Tschechien implementiert werden. Damit rückt auch Siemens Energy ins Rampenlicht der wachsenden Nuklearenergie-Bewegung.

    Die Oklo-Aktie ist wie Siemens Energy extrem gefragt, beide Unternehmen konnten in 2025 schon dreistellig zulegen. Mit Blick auf die Plattform LSEG wird Oklo mit einem 12-Monats-Durchschnitts-Kursziel von 65,50 USD gesehen, bei Siemens Energy liegt der Erwartungswert bei 82,40 EUR. Beide Titel erscheinen nach der ausgeprägten Rally also derzeit gut bezahlt.

    First Hydrogen – Die neue Strategie trifft ins Schwarze

    Das kanadische Technologie-Unternehmen First Hydrogen (FHYD) zeigt sich mit einem innovativen Energie-Konzept. Denn mit der Gründung der Tochtergesellschaft „First Nuclear Corp.“ im März will das Unternehmen den Einstieg in die Kernenergie nutzen, um seine Strategie „Hydrogen-as-a-Service“ zu realisieren. Ziel ist es, kleine modulare Reaktoren (SMRs) dort zu installieren, wo der Zugang zum Stromnetz begrenzt ist, etwa in abgelegenen Regionen Kanadas oder für Industrien, die einen Remote-Standort betreiben. Diese Reaktoren sollen vor Ort emissionsarmen Wasserstoff erzeugen, der für Tankstellen und Industrieanwendungen gespeichert und bereitgestellt wird. Eine technische Umwandlung mit Charme, die auch in moderne ESG-Konzepte passt!

    Der dabei erzeugte Wasserstoff fällt in die Kategorie „pink“ oder „gelb“, da er mithilfe von Kernenergie produziert wird. Die EU will bis 2028 eine Entscheidung zur Einordnung der neuen Wasserstoff-Typen treffen. Studien belegen, dass Wasserstoff aus Kernkraft im Betrieb klimaneutral ist, jedoch wird über die Gesamtumweltbilanz, etwa bei Bau und Entsorgung der Reaktoren, weiter diskutiert. Schweden hat derweil Fakten geschaffen: Am 21. Mai verabschiedete das Land ein Gesetz zur Finanzierung neuer Atomkraftwerke, darunter auch SMRs. Länder wie Polen und Tschechien liebäugeln mit internationalen Partnern um SMR-Projekte zur künftigen Dekarbonisierung ihrer Energiesysteme. Auch die Ukraine sieht in SMRs eine Perspektive für den Wiederaufbau zerstörter Energieinfrastruktur.

    Für ein flächenreiches Land wie Kanada macht die Kombination aus dezentraler Stromversorgung und Wasserstoffproduktion besonders viel Sinn. First Hydrogen hat schon aktive Geschäftsverbindungen nach Europa, das hilft in der strategischen Umsetzung. Nach einer Kursexplosion auf 1,32 CAD im Juni, kam es nun zu einer Konsolidierung, die die Aktie von First Hydrogen auf 0,72 CAD drückt. Doch mit Blick auf langfristige Trends in Energie, Klima und Infrastruktur könnte FHYD zu einem spannenden nachhaltigen Investment avancieren. Schwache Kurse zum Einstig nutzen!

    Nel ASA und Plug Power – Umweltziele weichen geopolitischer Strategie

    Wegweisend gilt die Entscheidung von US-Präsident Trump, sowohl aus dem Klimavertrag von Paris auszusteigen, als auch künftigen Klimagipfeln fern zu bleiben. Parallel sind die USA aber die größten Treibhausgas-Verursacher auf diesem Planeten vor China. Für Staaten, die den Klimaschutz aus Solidarität und Vorsorge für künftige Generationen vorantreiben, ein wahrer Schlag ins Gesicht. Kein Wunder, dass die zwei bekanntesten Wasserstoff-Werte Nel ASA und Plug Power nicht mehr auf die Füße kommen. Auf 3-Jahressicht verlieren die Titel zwischen 80 und 90 %, allerdings wurden die Tiefststände aus dem April-Ausverkauf zuletzt nicht mehr angelaufen.

    Nel ASA hat in der letzten Woche seine Q2-Zahlen berichtet: Umsatz -48 % auf 174 Mio. NOK, das EBITDA mit 86 Mio. NOK im negativen Bereich. Einzig positiv bleibt der hohe Cashbestand von 1,93 Mrd. NOK. Die Norweger setzen verstärkt auf das PEM-Segment und sehen positive Impulse dank mehrerer Machbarkeits-Studien mit Industriekunden sowie einem günstigerem politischen Umfeld für Investitionen in der EU. Plug Power leidet unter einer extrem hohen Cash-Burn-Rate und einem massiven operativen Verlust von über 2 Mrd. USD im Jahr 2024. Der Umsatz ist stark gesunken und die Bruttomarge liegt tief im negativen Bereich. Das Unternehmen finanzierte sich durch mehrere Kapitalerhöhungen und Kredite, die Bewertung wurde dadurch signifikant verwässert. Allerdings könnte sich die Stimmung bald umkehren, sollte der politische Druck nachlassen, Förderprogramme bestehen bleiben und das „Project Quantum Leap“ die angestrebten Einsparungen von 150 bis 200 Mio. USD jährlich liefert.

    Anleger setzen wohl darauf, denn die PLUG-Aktie konnte sich seit Juni auf über 1,80 USD verdreifachen. Die Marktkapitalisierung erreichte mit enorm gestiegener Aktienzahl wieder die 2 Mrd. USD-Marke. Für Nel ASA gibt es momentan noch keinen positiv argumentierenden Analysten, hingegen für Plug Power sehen wohl einige Experten Licht am Ende des Tunnels. Die 12-Monatskurs-Erwartung liegt bei 1,95 USD, rund 10 % über dem gestrigen Kurs. Ist das schon ein Frühlingserwachen?

    Der Energie-Sektor ist wieder in aller Munde. In den letzten 3 Monaten konnte die Aktien der betrachteten Peegroup zwischen 20 und 180 % zulegen. Auch First Hydrogen hat die Wende mit über 60 % Zuwachs eindrucksvoll eingeleitet. Quelle: LSEG vom 22.07.2025

    Energiewerte sind and er Börse wieder gefragt. Das liegt an der strategischen Rolle, die die Versorgung mit Strom mittlerweile einnimmt. Denn ob private oder öffentliche Haushalte, der Strombedarf steigt. HighTech-Unternehmen buhlen weltweit um Rechner- und Stromkapazitäten, denn sie wollen die neuen Technologien wie z. B. Künstliche Intelligenz aktiv nutzen. Spannend wird es im SMR-Nuklear-Bereich, hier trumpfen Oklo und First Hydrogen stark auf.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 19.05.2026 | 05:00

    Probleme beim Wasserstoff-Netz: Was Linde und BASF von A.H.T. Syngas lernen können

    • Wasserstoff
    • dezentrale Energieversorgung
    • Industrie
    • Klimaziele

    Die „grüne“ Transformation der europäischen Chemieindustrie droht zu scheitern. Zwar genehmigte die Bundesnetzagentur das deutsche Wasserstoff-Kernnetz, welches zwischen 2025 und 2032 schrittweise auf 9.040 km Wasserstoffleitungen anwachsen soll, doch der tatsächliche Hochlauf der wichtigen Wasserstoff-Trasse gelingt nicht wie geplant. Ohne den schnellen Ausbau zentraler Pipelines ist die Transformation der Industrie jedoch kaum möglich. Während die Infrastruktur auf sich warten lässt, verschärft sich der regulatorische Druck durch die europäische RED-III-Richtlinie. Da es bei den großen Pipelines nicht vorangeht, sind energieintensive Industriekonzerne gezwungen, sich anderweitig aufzustellen. Dezentrale Lösungen bieten sich an. Das innovative Unternehmen A.H.T. Syngas könnte für Industrie und Investoren gleichermaßen interessant werden.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 19.05.2026 | 04:00

    Energierally 3.0 - Wasserstoff und Methan bestimmen den Kurs! Was ist los bei ITM Power, Zefiro Methane, Plug Power und Nel ASA

    • Energiwende
    • Wasserstoff
    • Methan
    • Öl- und Gas
    • Umweltschutz

    Die Börse ist heute alles andere als eine Einbahnstraße. Während sich die Probleme im Nahen Osten quasi direkt auf die Lieferketten der Chipindustrie ausgewirkt haben, blieben andere Segmente links liegen. Für Investoren wird die Selektion zur schwierigen Aufgabe, denn mittelfristig werden die Märkte das erhöhte Inflations- und Zinsniveau entsprechend bewerten müssen. Fast unbemerkt hat sich in den letzten Tagen ein alternatives Energie-Segment auf den Weg gemacht: Der Wasserstoff. Weg von Öl und hin zu anderen Themen, bringt auch hier endlich Liquidität an den Start. Ein großer Profiteur dieser Gemengelage ist Zefiro Methane. Hier ergeben sich die Gewinnpotenziale aus den jahrzehntelangen Verfehlungen der Ölexploration und Produktion. Der Clou an der aktuellen Auswahl: Alle Titel konnten in den letzten Wochen extrem zulegen. Der Rendite-Sieger heißt aber klar: Zefiro Methane. Und die Story steht erst am Anfang!

    Zum Kommentar

    Kommentar von Stefan Feulner vom 18.05.2026 | 05:10

    SolarEdge, American Atomics, Verbio - Jetzt beginnt der Kampf um die Energiezukunft

    • Alternative Energien

    Der weltweite Energiebedarf explodiert. Vor allem KI-Rechenzentren, Elektromobilität und die fortschreitende Digitalisierung treiben den Stromhunger auf immer neue Rekordniveaus. Gleichzeitig geraten bestehende Versorgungssysteme zunehmend unter Druck. Dadurch entstehen derzeit enorme Chancen in mehreren Zukunftsbranchen gleichzeitig. Während Uran und nukleare Brennstoffversorgung von der Renaissance der Kernenergie profitieren könnten, rücken auch moderne Speichertechnologien, Solar-Infrastruktur und alternative Energieträger wieder verstärkt in den Fokus der Investoren. Staatliche Förderprogramme, geopolitische Spannungen und milliardenschwere Infrastrukturinvestitionen könnten dabei langfristig neue Favoriten hervorbringen.

    Zum Kommentar