Menü schließen




21.10.2021 | 05:08

Gazprom, Saturn Oil + Gas, TotalEnergies – Steigende Preise sorgen weiter für Party-Stimmung

  • Öl und Gas
Bildquelle: pixabay.com

Europa befindet sich aktuell in einer Energiekrise. Autofahrer merken es deutlich an der Zapfsäule, Nutzer von Gasheizungen an ihren Abrechnungen. Die Gründe sind vielfältig. Das Wiederanspringen der Konjunktur nach Corona, die Drosselung der Kohleverstromung aus Klimaschutzgründen, der wachsende Energiehunger aufstrebender Volkswirtschaften und nicht zuletzt Wettereffekte. In Deutschland kommt noch ein weiterer Grund hinzu: der Ausstieg aus der Atomenergie bedingt aktuell eine starke Ausweitung der Gasverstromung zur Absicherung der Grundlast. Profiteure dieser Entwicklung sind die Öl- und Gasproduzenten – und damit deren Anleger.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078 , TOTALENERGIES SE | FR0000120271 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Gazprom – Rekordliefermengen und Rekordpreise

    Gazprom, russischer Staatskonzern und zugleich größtes Unternehmen der Föderation, versetzt seine Aktionäre aktuell in Feierlaune. In den ersten neun Monaten des Jahres konnten nach Unternehmensangaben 13,1% mehr Erdgas ins Ausland geliefert werden als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum – und dies bei stark gestiegenen Preisen (Deutschland: +28,2%). Hierdurch rechnen Experten mit einem Mehrertrag von bis zu 30% im laufenden Geschäftsjahr. Zudem wurde bereits vor einigen Wochen das Pipelineprojekt Nordstream 2 fertiggestellt. Aktuell wartet das Unternehmen auf die Erteilung der Betriebserlaubnis durch die deutsche Bundesnetzagentur. Sobald diese erfolgt, ist mit einer weiteren Steigerung des Erdgasexports nach Europa zu rechnen. Zudem hofft das Unternehmen weiter auf eine erfolgreiche Klage gegen Änderungen an der EU-Gasrichtlinie, die dem Unternehmen belastende Vorgaben zur Entflechtung von Gasvertrieb und Pipelinebetrieb aufbürden würden.

    Nachdem die Klage zunächst abgewiesen worden war, erklärte jetzt ein Gutachten des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), dass der Konzern durchaus klageberechtigt sei. Ein Erfolg in dem Verfahren würde ebenfalls direkte positive Auswirkungen auf den Unternehmensgewinn haben. Neben der zuverlässigen Dividendenpolitik (Ausschüttungsquote über 50%) machen somit auch die Aussichten auf weiter sprudelnde Gewinne das Papier für Anleger interessant, auch wenn langfristig CO2-Preis und Klimaschutzziele das Geschäft für die Russen erschweren dürften. Um dieser Entwicklung frühzeitig zu begegnen, hat das Unternehmen kürzlich eine Vereinbarung mit der russischen Regierung bezüglich des Ausbaus seiner Wasserstoffaktivitäten unterzeichnet.

    Saturn Oil & Gas – Aktienzusammenlegung

    Der kanadische Öl- und Gasproduzent Saturn Oil + Gas hat seine Aktienkonsolidierung erfolgreich abgeschlossen. 20 alte Aktien wurden dabei auf eine neue Aktie vereint. Somit konnte das Unternehmen die Welt der Pennystocks verlassen und wird damit auch für institutionelle Anleger interessant. Auch ein weiteres wichtiges Investmentkriterium konnte jüngst überschritten werden: eine Bewertung von mehr als 100 Mio. CAD. Dies gilt für zahlreiche institutionelle Anleger als Untergrenze. Bei einem ausstehenden Aktienvolumen von rund 25 Mio. Stück wird die Linie bei einem Kurs von 4 CAD überschritten.

    Aktuell notiert das Papier zwar wieder knapp unterhalb dieser Schwelle, alle Fundamentaldaten deuten aber darauf hin, dass das mittlerweile zum größten Erdölproduzenten des kanadischen Bundesstaats Saskatchewan aufgestiegene Unternehmen sich in nächster Zeit über diesem Wert stabilisieren wird. Als ein Indikator kann das extrem niedrige KGV von knapp über 1 angesehen werden, was im Vergleich zur Peergroup für eine extreme Unterbewertung spricht. Dabei sind die Aussichten angesichts der aktuell hohen Preise für Energieträger exzellent. So erklärte der CEO von Saturn Oil & Gas, John Jeffrey, beim International Investment Forum (IIF) in der vergangenen Woche, dass das EBITDA im kommenden Jahr von aktuell 80 Mio. CAD auf rund 100 Mio. CAD steigen könnte. **Das kanadische Analysehaus Beacon Securities nahm zuletzt die Coverage der Aktie auf und stuft die Anteilsscheine als „Kauf“ mit einem Kursziel von 10,15 CAD ein!**

    TotalEnergies – Unternehmen investiert kräftig in alternative Energien

    „TotalEnergies-Tochter Adani Green Energy erwirbt 5 GW Portfolio zur alternativen Energieerzeugung in Indien“, „DHL Global und TotalEnergies entwickeln Solarprojekt in Dubai“, „TotalEnergies wird 25% seines CapEx in erneuerbare Energien investieren“ – Mit diesen Schlagzeilen macht der ehemalige Total-Konzern seiner Umbenennung in TotalEnergies alle Ehre und gibt angesichts sprudelnder Gewinne aus dem hohen Ölpreis bei der Ausweitung seines alternativen Energie-Portfolios Gas. Aber auch bei fossilen Brennstoffen ist der Konzern führend bei den Anstrengungen für mehr Umweltschutz. So verkündeten die Franzosen jüngst eine Kooperation mit dem Unternehmen Qnergy, um die stark klimaschädlichen Emissionen des Treibhausgases Methan bei der Ölproduktion in ihrem Barnett Field in den USA signifikant zu senken.

    Außerdem hat das Unternehmen kürzlich in Kooperation mit Air France einen erfolgreichen Testflug von Nizza nach Paris absolviert, bei dem 30% des herkömmlichen Kerosins durch einen nachhaltig produzierten Treibstoff ersetzt wurden. Und nicht zuletzt wurde zuvor eine Partnerschaft mit AirLiquide verkündet, bei der der Weltmarktführer im Bereich der technischen Gase zukünftig die täglich am Standort Normandie anfallenden 255 Tonnen Wasserstoff in sein eigenes Distributionsnetzwerk einspeisen und so zur Dekarbonisierung des Produktionsstandorts beitragen soll. Die Börse scheint diese Anstrengungen allerdings nur bedingt zu goutieren. Während sich die Kurse von Wettbewerbern wie Royal Dutch Shell, BP oder Exxon Mobil in den letzten zwölf Monaten fast verdoppelten, mussten sich die Aktionäre von TotalEnergies mit einem Kursplus von lediglich rund 60% zufriedengeben.


    Öl- und Gasaktien laufen momentan wie geschnitten Brot. Angesichts der Rallye der Energiepreise dürfte dies niemanden verwundern. Gazprom als weltgrößter Gasproduzent ist sicherlich nicht zuletzt aufgrund seiner anlegerfreundlichen Dividendenpolitik ein interessantes Investment, allerdings sind politische Risiken nicht von der Hand zu weisen. Wer sein grünes Gewissen beruhigen möchte und trotzdem die Sicherheit eines traditionellen Ölproduzenten schätzt, liegt mit einem Investment in TotalEnergies richtig. Die größten Wachstumschancen – bei entsprechendem Risiko – bietet aktuell jedoch Saturn Oil & Gas. Das Unternehmen ist momentan extrem niedrig bewertet und verspricht angesichts der aktuellen Marktentwicklungen und dem zunehmenden Interesse institutioneller Anleger ein kräftiges Wachstum.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 16.07.2026 | 04:30

    Das Methan-Puzzle: Zefiro Methane, BP und Siemens Energy vor der nächsten Wachstumswelle?

    • Methan
    • Klimaschutz
    • Klimawandel
    • Öl und Gas
    • Investments

    Lange Zeit wurde die Energiewende nach dem Motto betrachtet, fossile Energieträger raus, Wind und Solarenergie rein. Doch die Realität erweist sich als deutlich komplexer. Während der Strombedarf durch Rechenzentren künstliche Intelligenz und Elektrifizierung explodiert, wird Gas weltweit zunehmend als unverzichtbare Brücke betrachtet. Gleichzeitig wächst der politische und wirtschaftliche Druck die klimaschädlichen Methan-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette drastisch zu reduzieren. Hier positioniert sich Zefiro mit der Stilllegung alter Öl- und Gasquellen in den USA, deren Methanemissionen erhebliche Umwelt- und Klimabelastungen verursachen und adressiert damit einen Milliardenmarkt.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 03.07.2026 | 04:45

    Auf der Überholspur! Energieinfrastruktur gewinnt an Dynamik – Zefiro Methane, Siemens Energy und E.ON profitieren davon!

    • Energieinfrastruktur
    • Energie
    • Infrastruktur
    • Methan
    • Emissionszertifikate
    • Klimaschutz
    • Öl und Gas

    Ist die Energieinfrastruktur der eigentliche Gewinner der Energiewende? Während Siemens Energy mit modernster Netztechnik die Elektrifizierung vorantreibt und E.ON Milliarden in den Ausbau und die Digitalisierung der Stromverteilernetze investiert, rückt mit Zefiro Methane ein bislang kaum beachteter Infrastrukturwert in den Fokus. Die Kanadier erschließen einen Milliardenmarkt rund um die Stilllegung alter Öl- und Gasquellen in den USA, deren Methanemissionen erhebliche Umwelt- und Klimabelastungen verursachen. Staatliche Förderprogramme, eine wachsende Pipeline und strategische Übernahmen treiben die operative Dynamik. Die jüngsten News zeigen, dass Energieinfrastruktur sich zum nächsten Wachstumshebel, der nach Einstufung von Analysten ohnehin unterbewerteten Aktie, entwickeln könnte.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Jens Castner vom 11.06.2026 | 05:40

    Tourmaline Oil, Montauk Renewables und Zefiro Methane: Wer verdient am unsichtbaren Klimakiller?

    • Methan
    • CO2-Zertifikate
    • Öl und Gas
    • Zefiro Methane
    • Montauk Renewables
    • Tourmaline Oil
    • Umweltschutz

    Methan ist deutlich klimaschädlicher als CO2. Weltweit reagiert die Politik mit immer strengeren Vorgaben für die Industrie. Drei Unternehmen haben den unsichtbaren Klimakiller ins Visier genommen: Tourmaline Oil verwandelt Emissionseinsparungen in klingende Münze, Montauk Renewables macht aus Deponie-Gas saubere Energie und Zefiro Methane versiegelt vergessene Bohrlöcher. Wer es schafft, den Ausstoß des aggressiven Treibhausgases zu stoppen oder zu verhindern, wird vom Staat und vom Markt mit CO2-Gutschriften belohnt. Diese Zertifikate sind bares Geld wert. Klassische Industrie- und Ölkonzerne reißen sich darum, um eigene Emissionsstrafen zu vermeiden.

    Zum Kommentar