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12.09.2025 | 05:30

In die Zukunft der Medizin investieren: Ein Blick auf Novo Nordisk, NetraMark Holdings und Evotec

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KI stellt gerade die Pharmabranche vollständig auf den Kopf. Moderne Algorithmen durchforsten riesige Datenmengen, finden vielversprechende Therapieansätze und bringen die Wirkstoffentwicklung in Rekordtempo voran. Diese Effizienzsteigerung ist ein absoluter Gamechanger. Sie spart nicht nur Milliarden, sondern erhöht auch spürbar die Erfolgsquoten und katapultiert vor allem agile Unternehmen nach vorne. Während die schwerfälligen Großkonzerne mühsam ihre Forschungsabteilungen digitalisieren mischen disruptive Start-ups mit cleveren KI-Plattformen den Markt auf. Genau in dieser Dynamik liegen einzigartige Chancen für Investoren, wenn man sie zu entschlüsseln weiß. Wir sehen uns heute den dänische Pharmagiganten Novo Nordisk, den KI-Spezialisten NetraMark Holdings und den deutsche Forschungsdienstleister Evotec genauer an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: NOVO NORDISK A/S | DK0062498333 , NETRAMARK HOLDINGS INC | CA64119M1059 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809

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Inhaltsverzeichnis:


    Sébastien Plouffe, CEO, Gründer und Director, Defence Therapeutics Inc.
    "[...] Darüber hinaus wird Defence die Entwicklung seiner Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC) und seiner Radiopharmazeutika-Programme fortsetzen, die derzeit zu den gefragtesten Produkten in der Pharmaindustrie gehören, in der es zu erheblichen Konsolidierungen und Übernahmen gekommen ist. [...]" Sébastien Plouffe, CEO, Gründer und Director, Defence Therapeutics Inc.

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    Novo Nordisk - im Umbruch

    Der dänische Pharmariese Novo Nordisk befindet sich in einer entscheidenden Transformationsphase. Nach Jahren des Hyperwachstums, angetrieben durch seine Blockbuster GLP-1-Medikamente, kündigte das Unternehmen kürzlich einen umfassenden Sparkurs an. Geplant ist der Abbau von rund 9.000 Stellen, was etwa 11 % der Belegschaft entspricht. Parallel wurde die Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt. Diese Maßnahmen sind jedoch weniger ein Zeichen von Schwäche, sondern vielmehr eine strategische Neuausrichtung. Das Management reagiert damit auf einen sich wandelnden Markt, der zunehmend von Preisdruck und intensivierter Konkurrenz geprägt ist.

    Der Wettbewerb im lukrativen GLP-1-Sektor hat spürbar zugenommen. Insbesondere der US-Markt, Novos wichtigste Einzelregion, entwickelt sich dynamischer als erwartet. Während das eigene Portfolio um Wegovy und Ozempic nach wie vor stark nachgefragt wird, gewinnt Mitbewerber Eli Lilly mit Zepbound zunehmend Marktanteile. Gleichzeitig drücken Versicherer und Krankenkassen auf die Preise. Novo antwortet mit eigenen Preisaktionen und versucht, durch langfristige Kapazitätsinvestitionen in der Produktion einen Kostenvorteil zu halten. Die neu gewonnene Aufnahme von Wegovy in den Leistungskatalog von Medicare könnte zudem die patientenseitige Nachfrage weiter befeuern.

    Der Konzern setzt stark auf moderne Technologien als Game-Changer. Vor allem in Künstliche Intelligenz wird kräftig investiert, um Forschung und Entwicklung einen ordentlichen Schub zu verleihen. Mithilfe KI-basierter Modelle will man neue Wirkstoffkandidaten schneller aufspüren und gleichzeitig klinische Studien effizienter gestalten. Diese datengetriebene Herangehensweise erstreckt sich auch auf die Produktion und die Marktanalyse. Für Investoren signalisiert dies, dass das Unternehmen nicht nur kurzfristig Kosten optimiert, sondern sich auch langfristig als innovativer Technologieführer im Gesundheitswesen positionieren will. Die Aktie hat in den letzten Tagen leicht nachgegeben und kostet derzeit 46,12 EUR.

    NetraMark Holdings - KI in der klinischen Forschung

    Die Entwicklung neuer Medikamente bleibt ein extrem kostspieliges und riskantes Unterfangen. Der Großteil der Wirkstoffe, die in klinische Studien eintreten, scheitert. Besonders teuer sind die späten Ausfälle in Phase-3 Studien. Hier setzt NetraMark Holdings mit einem ungewöhnlichen KI-Ansatz an. Statt wie andere auf historische Daten zurückzugreifen, analysiert die Plattform NetraMark die individuellen Patientendaten aus laufenden oder abgeschlossenen Studien des Kunden selbst. Dabei fallen pro Patient Tausende von Datenpunkten an, die mit herkömmlichen Methoden kaum vollständig ausgewertet werden können. Die KI durchforstet diesen Datendschungel nach verborgenen Mustern und Subgruppen, die für den Therapieerfolg oder Nebenwirkungen relevant sind. Diese Einsichten helfen dabei, zukünftige Studien gezielter zu designen.

    Ein wichtiger Schritt für die Glaubwürdigkeit jeder Health-Tech-Lösung ist die Anerkennung durch die FDA. NetraMark hat hierfür einen Termin für ein Critical Path Innovation Meeting erhalten. Dieses Treffen dient nicht der Zulassung, sondern soll eine Roadmap für die regulatorische Einbettung der Technologie liefern. Eine positive Resonanz der Behörde wäre ein starkes Signal an den Markt. Kommerziell verfolgt das Unternehmen eine Doppelstrategie mit dem Direktvertrieb an Pharmafirmen und eine exklusive Partnerschaft mit dem CRO Worldwide Clinical Trials. Diese Allianz ist clever, da CROs einen Großteil aller klinischen Studien operativ managen. Die Integration in deren Studienabläufe ebnet den Weg für erste Umsätze.

    Über die Kernanalytik hinaus entwickelt NetraMark weitere Tools, die auf derselben KI-Infrastruktur aufbauen. Eine Software unterstützt etwa die Echtzeit-Überprüfung von rekrutierten Patienten gegen die von der KI als ideale Profile angesehenen. Ein weiteres Tool überwacht die Leistung einzelner Studienzentren und warnt bei Abweichungen. Das adressierbare Marktvolumen ist enorm. Der Sektor für klinische Studienunterstützung wird auf rund 47 Mrd. USD geschätzt. Die Basis ist gelegt. Nun geht es darum, die vielversprechende Pipeline in konkrete kommerzielle Erfolge umzumünzen. Gelingt das, könnte das Unternehmen zu einem bedeutenden Player im Pharmatech-Bereich aufsteigen. Die Aktie notiert aktuell bei 1,46 CAD.

    Evotec - Strategiewandel im Fokus trotz Index-Abstieg

    Das bevorstehende Ausscheiden aus dem MDAX belastet die Stimmung bei Evotec. Indexfonds müssen ihre Positionen umschichten, was den Kurs zusätzlich drückt. Trotz dieses technischen Effekts gibt es fundamentale Entwicklungen, die Investoren im Blick haben. Ein aktueller Analystenkommentar bestätigte zwar die positive Grundhaltung, senkte aber das Kursziel. Grund für die verhaltene Zuversicht sind die anhaltenden Herausforderungen im Kerngeschäft, während die strategische Neuausrichtung Fortschritte macht.

    Im operativen Geschäft zeigt sich eine Zweiteilung. Während der klassische Forschungsbereich (D&PD) unter schwacher Nachfrage leidet legt die Biologics-Sparte (JEB) deutlich zu. Der geplante Verkauf des Toulouse-Standorts an Sandoz unterstreicht die strategische Wendung hin zu einem weniger kapitalintensiven Modell. Hier kommt die Künstliche Intelligenz ins Spiel, die bei der Auswertung großer Patientendatenbanken hilft, um die Wirkstoffforschung zu beschleunigen und präzisere Therapieansätze zu entwickeln.

    Trotz der aktuellen Herausforderungen hält das Management an der Erreichung seiner EBITDA-Ziele fest. Durch den Fokus auf Bereiche mit hohen Margen wie Biologics und den Einsatz datengetriebener Technologien soll nachhaltiges profitables Wachstum erreicht werden. Der Indexwechsel stellt zwar einen Rückschlag dar, doch die strategische Transformation könnte langfristig die Weichen für eine erfolgreiche Neupositionierung am Markt stellen. CEO Dr. Christian Wojczewski hat Ende August für rund 296.000 EUR Aktien zum Kurs von 5,92 EUR gekauft, was als positives Zeichen zu werten ist. Die Aktie ist momentan für 5,94 EUR zu haben.


    Die Investition in die Zukunft der Medizin erfordert ein differenziertes Blickfeld. Novo Nordisk meistert als transformierender Riese den Spagat zwischen Kostendisziplin und Technologieoffensive, um seine Marktführerschaft zu verteidigen. NetraMark Holdings punktet mit einem einzigartigen KI-Ansatz, der das immense Risiko klinischer Studien reduzieren und den gesamten Entwicklungsprozess disruptiv verändern könnte. Evotec muss unterdessen die operative Schwächephase überwinden und beweisen, dass sein Fokus auf Biologics und datengesteuerter Forschung den strategischen Wandel trägt. Gemeinsam zeigen sie: KI ist der Schlüssel, doch der Weg zum Erfolg bleibt individuell.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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