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13.07.2022 | 04:50

Morphosys vor Übernahme? Spannender Herbst für BioNTech und XPhyto

  • Biotech
Bildquelle: pixabay.com

Biotech-Anlegern könnte ein spannender Herbst bevorstehen. Denn nach teilweise heftigen Kurskorrekturen tut sich im Biotech-Sektor wieder positives. Zum einen dreht sich das Übernahmekarussell. Los ging es im Juni: Da kündigte Pfizer die Übernahme des Migräne-Spezialisten Biohaven für 11,6 Mrd. USD an und GlaxoSmithKline will Sierra Oncology für rund 1,9 Mrd. USD schlucken. Zu den neusten Transaktionen gehören die Übernahmen von ViaCyte, La Jolla Pharmaceutical und Pliant Therapeutics. Ein möglicher Übernahmekandidat ist auch Morphosys. Für das deutsche Biotech-Unternehmen könnte es bei einem attraktiven Preis eine Win-Win-Situation bedeuten. Auch bei XPhyto könnte es mindestens zu einer Beteiligung kommen, denn ein marktreifes Produkt hat großes Potenzial.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: MORPHOSYS AG O.N. | DE0006632003 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , XPHYTO THERAPEUTICS | CA98421R1055

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Inhaltsverzeichnis:


    XPhyto mit Goldstandard – PCR-Test in nur 20 bis 25 Minuten

    Für Big-Pharma könnte XPhyto Therapeutics einen Blick wert sein. Die Kanadier sind auf die Entwicklung der nächste Generation von Medikamentenformulierungen, Diagnostika und neue pharmazeutische Wirkstoffe fokussiert. Nach einem Kursrutsch im laufenden Jahr von rund 85% notiert die Aktie bei 0,42 EUR und scheint dort einen Boden gefunden zu haben. Aktuelle Hoffnungträger bei XPhyto ist ein innovatives Schmerzpflaster. Es kann kurz vor Injektionen aufgebracht werden. Das Rotigotin-Pflaster basiert auf der TDS-Plattformtechnologie, die von der deutschen XPhyto-Tochter Vektor Pharma entwickelt wurde. Gemeinsam mit einem vertriebsstarken Partner könnte ein riesiger Markt erschlossen werden. Laut Kuick Research soll der globale Markt für transdermale Hautpflaster bis 2028 auf etwa 20 Mrd. USD anwachsen. Dies würde einer guten Verdreifachung gegenüber den 6,5 Mrd. USD Branchenumsatz in 2020 entsprechen (Quelle: Research and Markets). Bei dem Potenzial sollte die Marktkapitalisierung von XPhyto von rund 40 Mio. CAD für einen großen Player kein Hindernis darstellen.

    Insgesamt forscht XPhyto aktiv in den Bereichen transdermale und oral auflösbare Arzneimittelformulierungen. Bereits marktreif ist der Goldstandard unter den PCR-Corona-Tests. Der Vorteil: Der Covid-ID-Test von XPhyto liefert Ergebnisse schon nach 20 bis 25 Minuten. Denn eine vorherige RNA-Extraktion als Teil der Probenvorbereitung wird nicht benötigt. Damit schließt XPhyto die Lücke zwischen den ungenauen Antigen-Tests und den herkömmlichen PCR-Lösungen deren Prüfung bis zu 24 Stunden dauert. Bisher konnte man in diesem Bereich keine signifikanten Vertriebserfolge melden, doch vielleicht gibt es im Herbst eine zweite Chance. So nehmen weltweit nicht nur die Stimmen zu, die vor einer neuen COVID-19-Welle im Herbst warnen, es gibt auch erste Maßnahmen: So führt Tui-Cruises die Maskenpflicht wieder ein und die USA haben Impfstoff bei Novavax geordert. Auch in diesem Bereich könnte ein vertriebsstarker Partner XPhyto unter die Arme greifen.

    BioNTech – Booster für die Aktie im Herbst?

    Von einer neuen Corona-Welle im Herbst könnte auch BioNTech profitieren. Derzeit arbeitet der neue deutsche Biotech-Star an einem auf die Omikron-Variante angepassten COVID-19-Impfstoff. Derzeit befindet man sich in den behördlichen Prüfungsverfahren. In den vergangenen Wochen hat sich die Aktie bereits gut entwickelt. Innerhalb von drei Wochen ging es von 116 EUR auf 164 EUR nach oben. Damit zeigte sich die Aktie auch von der Klage des deutschen Konkurrenten Curevac unbeeindruckt. So hat Curevac beim Landgericht Düsseldorf eine Klage wegen Patentverletzungen eingereicht. Dabei geht es um die mRNA-Technologie und somit um den Corona-Impfstoff Comirnaty von BioNTech. Aus Sicht von Curevac hat BioNTech dabei einige Patente verletzt beispielsweise bei der Herstellung von mRNA-Molekülen. Daher verlangt Curevac eine angemessene Entschädigung für eine Verletzung geistiger Eigentumsrechte. BioNTech wies die Vorwürfe. Die Börse scheint es ähnlich zu sehen.

    Morphosys: Mögliche Übernahme durch Incyte Win-Win-Situation?

    Und damit wieder zurück zum Übernahmekarussel. Auf diesem befindet sich inzwischen auch Morphosys. Grund ist eine Analystenstudie von RBC. In dieser wird über eine Übernahme durch Incyte spekuliert. Der US-Konzern hat im vergangenen Jahr fast 3 Mrd. USD umgesetzt und ist damit deutlich größer als Morphosys. Aus Sich von RBC sind die Bewertungen im Biotech-Sektor derzeit attraktiv, auch bei Morphosys. Die beiden Unternehmen sind bereits Partner. Mitte Juni hatten Morphosys, Incyte und der US-Gigant Pfizer eine Zusammenarbeit bei einer klinischen Studie zur Weiterentwicklung von Morphosys Monjuvi bekannt gegeben. Dabei soll untersucht werden, ob die immuntherapeutische Kombination von Pfizers neuartigem TTI-622-Fusionsprotein und Monjuvi (in Kombination mit Lenalidomid) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL), die nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) in Frage kommen. Monjuvi in Kombination mit Lenalidomid zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) hatte in 2020 die Zulassung durch die FDA erhalten. Eine Übernahme könnte für beide Seiten Sinn ergeben: Incyte würde die Pipeline deutlich vergrößern. Morphosys kommt bisher bei der Vermarktung seiner Pipeline nicht voran und der Aktienkurs notiert mit knapp 22 EUR auf einem 5-Jahres-Tief. Zuletzt hatte JPMorgan die Morphosys-Aktie mit "Neutral" und einem Kursziel von 34 EUR eingestuft.


    Der Biotech-Sektor gewinnt an Dynamik. Die mögliche Übernahme von Morphosys durch Incyte könnte eine Win-Win-Situation für beide Seiten sein, wenn der Preis stimmt. Auch die Übernahme von XPhyto könnte für ein vertriebsstarkes Pharmaunternehmen Sinn ergeben. Die BioNTech-Aktie hat sich in den vergangenen Wochen gut entwickelt und könnte von einem Booster-Programm zur Herbst-Welle weiter profitieren.


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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Fabian Lorenz vom 29.09.2022 | 05:05

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    Die Gewinnwarnung war für Kion-Aktionäre ein Schock. Entsprechend hat sich die Aktie allein im September auf 20 EUR halbiert. Jetzt streichen auch Analysten ihre Schätzungen zusammen. Entsprechend fallen die Kursziele für den Gabelstapler-Hersteller. Berenberg überrascht mit einem hohen Kursziel für die BioNTech-Aktie. Dabei betonen die Analysten ihre Hoffnung auf eine weiterhin üppige Dividende. Damit könnten Aktionäre bis zum nächsten Blockbuster bei Laune gehalten werden. Für gute Laune hat wohl auch die Roadshow von Aspermont in Deutschland gesorgt. Zumindest ist der Kurs angesprungen. Die aktuelle Konsolidierung könnte eine Einstiegsschance sein. Analysten sehen über 200% Kurspotenzial.

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    Seit dem ursprünglichen Start des „Cancer Moonshot“ im Jahr 2016 hat die US-Krebsgemeinschaft messbare Fortschritte bei der Verwirklichung von drei ehrgeizigen Zielen gemacht: Beschleunigung der wissenschaftlichen Entdeckung von Krebs, Förderung einer stärkeren Zusammenarbeit und Verbesserung der gemeinsamen Nutzung von Krebsdaten. Anfang 2022 kündigte Präsident Biden eine Neuauflage des „Cancer Moonshot“ an und nannte neue Ziele: So soll es zu einer Halbierung der Krebstodesrate innerhalb von 25 Jahren und einer deutlichen Verbesserung des Lebens von Menschen mit Krebs kommen. Die Initiative lebt in den USA gerade wieder auf. Einige Biotech-Aktien könnten in diesem Umfeld deutlich zulegen.

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    Die Angst vor der Rezession drückte die Märkte zuletzt wieder nach unten. Wer auf krisensichere Investments setzen möchte, sollte sich Biotech-Aktien ansehen. Die Bevölkerung wächst, die Menschen werden immer älter und entsprechend des Alters kommen mehr Krankheiten hinzu. Dieser Trend wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Daher sind die Erfolgsaussichten für diesen Sektor außerordentlich gut. An der Gesundheit kann man nicht sparen. Seit September 2021 haben die Aktien von Biotech-Unternehmen zudem stark konsolidiert. Teilweise erscheinen Aktien stark unterbewertet. Wir sehen uns heute drei interessante Unternehmen aus dem Biotech-Bereich an.

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