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28.09.2021 | 04:44

Standard Lithium, Defense Metals, Orocobre, Millennial Lithium: Die Spreu vom Weizen trennen!

  • Lithium
  • Metalle
  • E-Mobilität
Bildquelle: pixabay.com

Lithium ist zu einem der wichtigsten Metalle der Elektromobilität geworden. Woher dieses Lithium kommen wird, ist entscheidend, da die Logik hinter der Elektromobilität darin besteht, nachhaltigere Technologien zu generieren. Für mehr Klimaschutz müssen auch die Bergbauunternehmen in ein nachhaltiges Konzept passen. Die Lithium-Gewinnung sollte daher nach hohen Umweltstandards ablaufen und in einem angemessenen wirtschaftlichen und sozialen Kontext stattfinden. Aber Achtung: Der Gesamtmarkt folgt neuerdings nicht mehr jedem Kampfgeschrei. Die Spreu vom Weizen zu trennen, wird zur portfoliotechnischen Herausforderung!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , OROCOBRE LTD | AU000000ORE0 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010 , MILLENN.LITHIUM CORP. | CA60040W1059

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Inhaltsverzeichnis:


    Millennial Lithium Corp. – Ganfeng wird überboten

    Bei Anlegern stehen Lithium-Entwicklungsunternehmen extrem hoch im Kurs. Aus gutem Grund, denn die Lithiumvorräte sind knapp und das aktuelle Angebot kann mit der Nachfrage nicht Schritt halten. Gute Projekte sind begehrt, wenn sie denn auch realisierbar sind. Monatelang wurden die Lithium-Werte gehypt und immer mehr Lithium-Bedarf wurde proklamiert. Das treibt den aktuellen Spotpreis auf dem Hauptmarkt in China auf über 165.000 CNY, immerhin der höchste Stand seit 2018. Die etablierten Bergbauunternehmen haben die Botschaft längst verstanden und setzen alles daran, die zukünftig erwartete Nachfrage abzudecken. Damit steigt die Explorationstätigkeit und der Minenausbau wird beschleunigt.

    Marktführer wie Ganfeng sind bestrebt, die aussichtsreichsten Entwicklungsprojekte für sich zu gewinnen. Im aktuellen Übernahmekampf um Millennial Lithium scheint Ganfeng allerdings nun sein Angebot zurückzuziehen. In verschiedenen Nachrichtenagenturen wird verlautbart, dass Ganfeng kein Interesse an einem eskalierenden Bieterwettstreit hat. Ganfeng liegt mit einem Gebot von 353 Mio. CAD im Markt, zuletzt hatte der chinesische Batteriehersteller CATL ein leicht höheres Angebot über 377 Mio. CAD abgegeben. Mit von der Partie soll auch China Molybdenum Co. sein. Ob es ein weiteres Angebot gibt oder nur mitgeboten wird, ist noch nicht bekannt. Die Millennial-Aktie liegt mit 3,80 CAD bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 369 Mio. CAD – da ist wohl nicht mehr viel drin!

    Standard Lithium – Diese Aktie ist nicht zu bremsen

    Standard Lithium Ltd. führt im Süden von Arkansas nun ein Pilotprojekt durch, um eine neuartige Technologie zur Kohlenstoffabscheidung zu testen. Das Pilotprojekt geschieht in Zusammenarbeit mit dem Eigentümer der Technologie, Aqualung Carbon Capture AS. Die Module werden in einer Erdgasverarbeitungsanlage im Süden von Arkansas installiert. Standard Lithium hat den Gedanken der Dekarbonisierung schon sehr früh in Betracht gezogen und ist daher in der Branche führend in der Förderung von Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft.

    Mit der Finanzierung dieses Projekts will Standard auf seiner wissenschaftlich fundierten Strategie für nachhaltige Entwicklung und kontinuierliche Verbesserung bei seinen Lithiumprojekten in Arkansas aufbauen. Das Unternehmen konzentriert sich darauf, alle Kohlendioxidemissionen zu minimieren, die durch seine künftigen Tätigkeiten und die damit verbundenen Aktivitäten in der Lieferkette entstehen können. Die Börse hört im aktuellen Umfeld konkrete CO2-Reduktions-Fortschritte gern und schickt den Kurs weiter nordwärts. Die Aktie hat sich seit Jahresbeginn auf 10,35 CAD vervierfacht und kennt nach Oben derzeit kein Halten. Für Null Umsatz bezahlt die Börse derzeit über 1,5 Mrd. CAD.

    Defense Metals – Nun kommt Uran auf den Plan

    Für die Herstellung von Hightech-Geräten braucht es Seltene Erden. Aktuell sind sich die Regierungen weltweit einig, dass man hier längst von strategischen Metallen spricht und eine Angebotsseite, die von China dominiert wird, nicht das Ei des Kolumbus sein kann. Also sucht man nach neuen Vorkommen, die in ihrer Erschließung die sukzessiv entstehenden Angebotslücken schließen könnten. Der kanadische Explorer Defense Metals (DEFN) ist einer der Aspiranten, der hier in einigen Jahren liefern könnte, denn man verfügt über eine Option auf den Erwerb von 100% des 1.708 Hektar großen Seltenerdelement-Grundstücks Wicheeda in der Nähe von Prince George, B.C., Kanada.

    Damit nicht genug, denn aktuell tut sich eine weitere Chance auf. In der jüngsten Uran-Rallye denken Unternehmen gerne an vorhandene Liegenschaften, die man in den letzten Jahren wegen der niedrigen Uranpreise schlichtweg beiseite gelegt hatte. Defense Metals hat bereits im Jahr 2018 entsprechend investiert und erwarb 100% der Projekte Geiger North und Klaproth. Diese Projekte befinden sich etwa 35 km nordwestlich der Mühle McClean Lake in einem relativ wenig erkundeten Gebiet des Athabasca-Beckens, das an die Wollaston-Mudjatik-Übergangszone angrenzt. Es handelt sich hierbei um eine wichtige Krustennaht, die mit den meisten der großen Uranlagerstätten im östlichen Athabasca-Becken in Zusammenhang steht.

    Beide Liegenschaften umfassen insgesamt fünf Mineralien-Claims mit einer Gesamtfläche von 9.363 Hektar, sie sind in gutem Zustand und werden nun technisch aktualisiert. Die Standorte sind historisch von mehreren großen Bergbauunternehmen umgeben, was dem Unternehmen ein strategisches Standbein in einem bewährten und produktiven Uranabbaugebiet verschafft. Defense Metals überprüft nun die historischen Daten aus bereits durchgeführten Explorationsarbeiten, um mögliche Anomalien im Untergrund zu identifizieren. Abgesehen von Deutschland ist Uran wegen des enormen weltweiten Energiebedarfs wieder in der Gunst stark nach vorne gerückt.

    Die DEFN-Aktie sprang mit den jüngsten Meldungen sofort aus ihrer Konsolidierungs-Formation nach oben und markiert mit 0,28 CAD ein Dreimonatshoch. Die Kapitalisierung erreicht aktuell 22,4 Mio. CAD, dies ist angesichts des weltweiten Uran-Hypes sicherlich eine gute Einstiegsgelegenheit.

    Orocobe – Fusion mit Galaxy macht Sinn

    Während Ganfeng und CATL sich zuletzt um Millennial Lithium und sein Projekt in Argentinien streiten, hat Orocobre einen anderen Deal eingefädelt: Die Fusion mit Galaxy Resources. Der australische Lithiumproduzent expandierte zwar ebenfalls nach Argentinien, erwarb aber mit der Verschmelzung eine bereits laufende Produktion und damit auch positiven Cashflow. Nun hat man eine ganze Reihe von Entwicklungsprojekten im Konzern vereint und ist in Sachen Wachstum nicht auf Gedeih und Verderb von Übernahmen abhängig. Die neue Orocobre schob sich mit diesem Deal direkt auf Rang fünf der größten Lithiumproduzenten weltweit. Der Zusammenschluss mit Galaxy wurde von Analysten als „ideal“ bezeichnet, die Übereinstimmungen sind groß und durch sinnvolle Ergänzungen entstehen echte Synergien.

    Die Orocobre-Aktie hat mit 5,58 EUR ihr altes Hoch aus 2018 glatt übertroffen und spiegelt nun eine Kapitalisierung von 1,9 Mrd. EUR wider. Zum Tiefststand im März 2020 ist das eine Vervierfachung. Hier ist u.E. bereits viel Positives eingepreist, sichern sie ihr Investment bei 5,25 EUR ab.


    Der weltweite Hype um die Elektromobilität schlägt sich direkt auf den Lithiumpreis und die Bewertung entsprechender Förderbetriebe nieder. Wenn hier ein Zweifel über die Schnelligkeit oder die benötigten Mengen entstehen sollte, dürften wir die Höchstkurse bereits gesehen haben. Eine andere Story sind strategische Metalle - inklusive Uran – diese Knappheiten haben eine explosive, politische Komponente. Gut positioniert ist hier die kanadische Defense Metals.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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