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2021-12-22 06:00

Steinhoff, Alerio Gold, TUI – Billig muss nicht günstig sein

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Bildquelle: pixabay.com

Jeder kennt vermutlich die Situation, dass man etwas billig gekauft hat und sich hinterher ärgert, nicht etwas mehr Geld investiert zu haben, weil ständig Reparaturen anfallen oder ähnliche Schwierigkeiten auftauchen. Billig kann also auf lange Sicht teuer werden. Aktien unter 10 EUR erscheinen normalerweise günstig, doch diese Schlussfolgerung kann täuschen. Auch teure Aktien sind nicht automatisch besser. Ob ein Wertpapier Potential hat kann man erst nach Sichtung der Fundamentaldaten, der Nachrichtenlage und der Branchenanalyse des Unternehmens beurteilen. Eine Chartanalyse zum Abschluss gibt einem interessierten Anleger oft ein genaues Bild darüber, ob eine Aktie wirklich lukrativ ist. Wir nehmen heute drei preiswerte Aktien dahingehend unter die Lupe.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019 , Alerio Gold Corp. | CA01450V1040 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000

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Inhaltsverzeichnis:


    Steinhoff – gibt es endlich eine Lösung?

    Steinhoff kämpft seit 2017 gegen die Insolvenz und hatte gehofft, den Kampf in diesem Jahr erfolgreich zu Ende bringen zu können. Im September schien eine Lösung zum Greifen nah nachdem die Gläubigerversammlung in den Niederlanden den Plänen des Unternehmens grünes Licht gegeben hatte. Doch in Südafrika wurde von den ehemaligen Besitzern von Tekkie Town, die vor der Insolvenz in Steinhoff Aktien bezahlt wurden, ein Antrag auf Liquidation gestellt. Mitte Oktober wurde es dann zur Gewissheit: ein Ende des Kampfes wird in diesem Jahr nicht mehr erfolgen, da der Western Cape High Court den Antrag erst für Ende Januar auf die Agenda gesetzt hat.

    Am 15. Dezember kam dann die überraschende Meldung, dass das Unternehmen sich mit dem Tekkie Town Gründer geeinigt habe. Er erhält gut 30 Mio. EUR, sowie 29,5 Mio. Pepkor Aktien. Voraussetzung für den Deal ist das Zustandekommen des Gesamtvergleichs. Der Tekkie Town Gründer sicherte dem Unternehmen seine Unterstützung zu: „Wir werden Steinhoff dabei unterstützen, den Vergleich so schnell wie möglich umzusetzen.“ Damit ist Steinhoff einen wichtigen Schritt weiter, um das Verfahren endlich zum Abschluss zu bringen.

    Operativ geht es mit dem Unternehmen aufwärts seitdem man einige Unternehmensteile veräußert hat. Gerade bei der Pepkor Tochter konnte das Ergebnis deutlich ins Positive gesteigert werden. Die Aktie von Steinhoff ist nach wie vor ein heißes Eisen. Kommt eine Meldung, wie die am 15. Dezember, zündet die Aktie sofort und legt schnell 30% zu. Jede negative Meldung drückt die Aktie aber auch wieder gen Süden. Aktuell sieht es wieder besser für den Konzern aus, aber wer weiß was noch für Überraschungen warten.

    Alerio Gold – Fokus auf Guyana

    Alerio Gold ist ein kanadischer Junior Goldexplorer, der seine Aktivitäten auf Guyana in Südamerika konzentriert. Die Regierung des Landes unterstützt den Bergbau, da allein Gold bis zu 35% der Exporte ausgemacht hat. Neben Gold ist das Land reich an Öl und Bauxit. Der Internationale Währungsfonds stuft das Land als die am schnellsten wachsende Wirtschaft der Welt ein. Das Bruttoinlandsprodukt soll sich innerhalb von fünf Jahren verdreifachen. Das Unternehmen besitzt derzeit zwei Projekte in Guyana, die zu 100% in ihrem Besitz sind.

    Da ist zum einen das Harpy Projekt, das sich im Guyana Shield befindet, welches über 110 Mio. Unzen Gold enthalten soll. In direkter Nachbarschaft befindet sich die Guyana Goldfields, die 2019 über 124.000 Unzen Gold produziert haben. Mit der Erschließung des zweiten sogenannten Tassawini Projekts ist man bereits deutlich weiter. Das Gebiet ist 1.381 Hektar groß und man hat bereits 34 Mio. Kanadische Dollar (CAD) in die Projektentwicklung gesteckt und dabei 1.279 Bohrlöcher mit einer Gesamtlänge von 47.509m niedergebracht. Ein Camp ist bereits eingerichtet und das Gebiet ist auch auf dem Luft- und Wasserweg erreichbar. Erste Goldvorkommen in Höhe 437.000 Unzen Gold wurden angezeigt. Abgeleitet kommen noch einmal 33.000 Unzen hinzu.

    Das Management Team des Unternehmens hat über 12 Jahre Bergbau Erfahrung in Südamerika und hat sich für das Jahr 2022 große Ziele gesteckt. Mit dem Explorationsprogramm im kommenden Jahr will man die Mineralressourcen erweitern. Außerdem soll die Genehmigung nach dem Environmental Impact Statement (EIS), eine Umweltverträglichkeitsbescheinigung, erteilt werden. Als letzter Schritt ist für das kommende Jahr die Veröffentlichung einer PEA Studie, sprich eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsanalyse, geplant. Die Aktie notiert aktuell bei 0,25 CAD, was einer Marktkapitalisierung von gut 17,3 Mio. CAD entspricht. Baut man nur die angezeigten Ressourcen ab, so würde bei angenommen 1.000 USD Kosten pro Unze und einem Verkaufspreis von 1.800 USD über 340 Mio. USD Gewinn warten.

    TUI – Corona bremst erneut

    Die Corona Variante Omikron sorgt für erneute Reisebeschränkungen und das ist für die ohnehin schon gebeutelte TUI eine Katastrophe. Es droht das komplette Wintergeschäft wegzufallen. Die Hoffnung, dass die Corona Impfung das Reisegeschehen positiv beeinflussen wird, hat sich erstmal zerschlagen. Die ersten Länder, wie beispielsweise Italien, verlangen von allen Einreisenden PCR-Tests. Die Reiselust dürfte damit vielen wieder vergehen. Ob die deutschen Skilifte ab dem 28. Dezember noch für 2G geöffnet sind ist aktuell noch unklar.

    Die Frage ist, ob es noch schlimmer kommen kann? Der Umsatz ist in den ersten neun Monaten des Jahres um fast 80% eingebrochen. Erste Hoffnungsschimmer gab es mit Bekanntgabe der Zahlen für das 4. Quartal, das am 30. September endete. Der Umsatz stieg um 2,1 Mrd. EUR auf 3,4 Mrd. EUR und es wurde erstmals seit Pandemiebeginn wieder ein positives EBITDA ausgewiesen in Höhe von 160 Mio. EUR. Die gesamte Branche hat ein enormes Nachholpotential.

    Mit dem Großaktionär Mordashov, der etwa 33% halten soll, hat man einen starken Partner an Bord geholt, der von der günstigen Bewertung des Unternehmens angelockt wurde. Er hätte nicht über 450 Mio. EUR in TUI investiert, wenn er nicht von einer Unterbewertung ausgehen würde. Omikron wirkt aktuell wie ein Bremsklotz. Sobald sich die Corona Lage entspannt dürfte auch die TUI Aktie wieder anspringen. Aktuell notiert die Aktie bei 2,50 EUR. Mutige Anleger können hier eine erste Position aufbauen.


    Es ist nicht immer eindeutig, ob man bei einer Aktie zugreifen soll oder nicht. Bei Steinhoff hat sich das Bild etwas aufgehellt, aber zuletzt gab es danach immer wieder Rückschläge. Gelingt der Vergleich, kann man zugreifen. Alerio Gold hat aussichtsreiche Goldprojekte in einem interessanten Land in Südamerika. Die Marktkapitalisierung spiegelt nicht im Ansatz die angezeigten Goldvorkommen wieder. Die TUI hat eigentlich Nachholpotential, wird aber momentan erneut von Corona ausgebremst. Wer hier eine erste Position aufbauen will, sollte mit weiteren Rückschlägen rechnen. Irgendwann boomt auch die Reisebranche wieder.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.

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    Für Gold-Investoren war 2021 ein sehr langweiliges Jahr. Nach dem Ausbruch 2020 auf 2.075 USD korrigierte der Rohstoff und schwankte 2021 zwischen 1.600 USD und 1.900 USD. Medial wurde Gold vom Bitcoin verdrängt und so gibt es im Goldbereich viele zum Teil deutlich unterbewertete Aktien. Ein ähnliches Schicksal hat Öl. Durch den Klimaschutz bekommt Öl das Image eines Umweltverschmutzers, dabei ist eine moderne Industriegesellschaft ohne Öl nach wie vor nicht möglich. Die großen Ölkonzerne investieren nicht mehr in die Erschließung neuer Vorkommen, um ihre Klimabilanz zu verbessern. Die Nachfrage steigt aber weiter an und wird auch in den kommenden Jahren hoch bleiben. Wir sehen uns drei Rohstoffunternehmen aus den beiden Branchen an.

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