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24.02.2022 | 05:08

Synlab, XPhyto, Novavax – Wie lange hält der Corona-Boom noch an?

  • Corona
  • PCR-Tests
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Seit zwei Jahren stellt Corona die Welt auf den Kopf. Zwar haben sich die Börsen von ihrem Crash im Februar und März 2020 weitestgehend erholt und sind mittlerweile wieder deutlich im Plus, einige Werte laufen aber dank Corona noch wesentlich besser. So haben sich Aktien von Unternehmen, die sich mit der Entwicklung und Herstellung von Corona-Impfstoffen, Medikamenten oder Testverfahren beschäftigen, deutlich besser als die Indizes entwickelt. Doch wie nachhaltig ist dieser Boom?

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: SYNLAB AG | DE000A2TSL71 , XPHYTO THERAPEUTICS | CA98421R1055 , NOVAVAX INC. DL-_01 | US6700024010 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

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Inhaltsverzeichnis:


    SynLab – Hohe Umsätze dank vermehrter PCR- und Antigen-Tests

    Ein Profiteur der Corona-Krise ist der deutsche Labordienstleister SynLab. Das Unternehmen mit Sitz in München hatte erst Ende April 2021 den Weg auf das Börsenparkett gesucht, nachdem im Jahr 2020 ein Umsatz von 2,2 Mrd. EUR erzielt werden konnte. Insgesamt betrug in jenem Jahr das Umsatzplus, das allein auf die Corona-Pandemie zurückzuführen war, nach einer Einschätzung der Rating-Agentur Fitch rund 30%. Mit dem Börsengang, bei dem insgesamt über 770 Mio. EUR platziert werden konnten, nahm das Unternehmen über die Ausgabe neuer Aktien rund 400 Mio. EUR ein.

    Für den Januar 2022 konnten die Bayern nach Einschätzung von Analysten der Deutschen Bank Umsätze von rund 190 Mio. EUR realisieren. Dabei sahen die ursprünglichen Planungen für das Gesamtjahr Umsätze von 500 Mio. EUR vor. Auch wenn das Testvolumen in den nächsten Monaten wieder abnehmen sollte, ist somit von einem Übertreffen der Umsatzprognose auszugehen. Die Deutsche Bank erhöhte ihr Kursziel auf 27 EUR. Trotzdem zeigte sich der Markt relativ unbeeindruckt und schickte das Papier in Zuge des negativen Börsensentiments Richtung Ausgabekurs von 18 EUR. Für langfristige orientierte Anleger sind das gute Einstiegschancen.

    XPhyto Therapeutics – Taugt der 25-Minuten PCR-Test als Blockbuster?

    Der deutsch-kanadische Bio-Accelerator XPhyto Therapeutics Corp. ist ebenfalls Profiteur der Corona-Krise. So hat das diversifizierte Unternehmen neben seinen beiden Standbeinen „Psychedelische Wirkstoffe“ und „Innovative Darreichungsformen“ einen PCR-Schnelltest entwickelt, der ein sicheres Ergebnis innerhalb von 25 Minuten liefert – ohne die Notwendigkeit die Proben in ein Labor zu schicken. Dieser PCR-Schnelltest eignet sich für alle Anwendungsfälle, wo ein Ergebnis mit der Schnelligkeit eines Antigen-Tests aber mit der Sicherheit eines PCR-Tests wünschenswert ist, etwa an Flughäfen, auf Kreuzfahrtschiffen oder für Besucher von hochsensiblen Bereichen wie Krankenhäusern oder Altersheimen.

    Nach der Zulassung des Schnelltestverfahrens im Dezember hat XPhyto seine Vertriebsaktivitäten angesichts des Marktpotenzials hier stark konzentriert. So wurde Drahoslav Zdarek, der zuvor 13 Jahre bei der israelischen Teva Pharmaceutical für Marketing und Vertrieb innerhalb Europas zuständig war, als Verkaufsleiter für den Kontinent verpflichtet. Zudem wurden erste Vertriebsvereinbarungen geschlossen - mit dem Unternehmen digitallifecare GmbH, einem Betreiber von Corona-Testzentren, sowie einem Apothekenverband in Süddeutschland. Unterstützt wird das Ganze vom neuen Leiter Business Development Roland Spiess, der zuvor als Finanzchef der Wörwag Pharma einen Jahresumsatz von 200 Mio. EUR verantwortet hatte.

    Aber auch international tritt das Unternehmen aufs Gaspedal. So wurde bereits im Januar eine Vertriebsvereinbarung für die Einführung des PCR-Schnelltests mit dem Unternehmen TechUnit s.r.o. für den tschechischen Markt geschlossen. Das Unternehmen soll sich dann in einem zweiten Schritt um die weitere Vermarktung in der Slowakei, der Ukraine sowie Russland kümmern.

    Novavax – Feierlaune

    Wer an erfolgreiche Aktien im Zuge der Corona-Pandemie denkt, dem kommt BioNTech in den Sinn. Tatsächlich ist aber die Aktie des amerikanischen Impfstoffentwicklers Novavax prozentual wesentlich besser gelaufen, obwohl das Unternehmen jetzt erst seine ersten Impfdosen ausliefern kann. So hat sich das Papier von rund 9,50 USD im März 2020 auf aktuell 95 USD verzehnfacht, während sich die Anteilsscheine von BioNTech im gleichen Zeitraum von rund 40 USD auf 160 USD „lediglich“ vervierfacht haben.

    Trotz guter Nachrichten von BioNTech zu aktuellen Tests mit der Omikron-Variante des Coronavirus‘ und der Aussicht auf die baldige Auslieferung einer speziell angepassten Impfung haben es die Mainzer an der Börse aktuell schwer. Novavax hingegen profitiert davon, dass ihr Impfstoff Nuvaxovid endlich ausgeliefert werden kann und dass er von vielen als „Wundermittel“ für diejenigen Menschen angesehen wird, die einer Impfung bisher aus Angst vor der neuartigen mRNA-Technologie oder Vektorimpfstoffen entsagt haben.

    Aber Nuvaxovid ist selbst für Novavax ein „Wundermittel“: Das Unternehmen hat es zuvor in seiner über dreißigjährigen Firmengeschichte nie geschafft, einen fertigen Wirkstoff zu entwickeln. Die Analysten von Jeffries sehen für den Impfstoff großes Potenzial. Sie verweisen dabei auf dessen vorteilhaftes klinisches Profil und auf die bisherigen Zusagen der Abnahme von rund 1,7 Mrd. Dosen. Die Empfehlung der Analysten lautet „Kaufen“ mit einem Kursziel von 198 USD.


    Die Pandemie entwickelt sich zu einer Endemie, aber ein Ende ist noch lange nicht absehbar. Menschen zu erreichen, die Impfungen bisher abgelehnt haben und schnelle, zuverlässige Testverfahren werden in der nächsten Zukunft wichtige Ziele bleiben. Insofern sind die Papiere von Novavax und XPhyto sicherlich zum jetzigen Zeitpunkt interessant. Angesichts des großen Potenzials des PCR-Schnelltests und auch mit Blick auf die anderen Standbeine von XPhyto machen wir große Chancen aus. SynLab bietet zudem eine günstige Einstiegsgelegenheit.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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