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18.01.2022 | 05:10

Taiwan Semiconductor, BrainChip, JinkoSolar – Aufschlag in der Chip-Branche

  • Chips
  • Technologie
Bildquelle: pixabay.com

Die Chipkrise war eines der meistdiskutierten Themen des vergangenen Jahres. Der Mangel an Halbleitern führte zu Produktionsstopps, Kurzarbeit in der Automobilindustrie und zu explodierenden Preisen. Auch für das laufende Jahr sehen die Hersteller noch keine Entspannung am Markt. Allgemein ist die Halbleiterbranche stark in Bewegung. Mit der Entwicklung von Chips auf Basis künstlicher Intelligenz findet nun eine neue Generation den Zugang zum Massenmarkt. Das beste Beispiel ist das australische Unternehmen BrainChip, dem die Türen zur Kommerzialisierung weit geöffnet wurden.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BRAINCHIP HOLDINGS LTD | AU000000BRN8 , TAIWAN SEMICON.MANU.ADR/5 | US8740391003 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007

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Inhaltsverzeichnis:


    Bereit zur Kommerzialisierung

    Der Start in das neue Jahr hätte für das australische Unternehmen BrainChip Holdings, das auch in den USA Niederlassungen besitzt, nicht besser laufen können. Vor allem zwei Nachrichten sorgten beim führenden Anbieter von Ultra-Low-Power-Hochleistungstechnologie für künstliche Intelligenz und dem weltweit ersten kommerziellen Hersteller von neuromorphen KI-Chips und IP für Aufsehen. In Folge der good news stieg der Aktienkurs seit dem ersten Handelstag des neuen Jahres in Frankfurt von 0,45 EUR auf zwischenzeitlich über 1,05 EUR. Aktuell notiert das Unternehmen bei 0,92 EUR, was einem Börsenwert von 1,62 Mrd. EUR gleichkommt.

    Der von Brainchip Holdings entwickelte Akida-Chip, der laut Management „die effizienteste KI-Lösung, die jemals produziert wurde“ darstellt, hat das Potenzial, den Massenmarkt zu erobern. Der Akida-Prozessor ist extrem stromsparend, hochleistungsfähig und unterstützt das Wachstum der Edge-KI-Technologie durch die Verwendung einer neuromorphen Architektur, einer Art künstlichen Intelligenz, die von der Biologie des menschlichen Gehirns inspiriert ist. Bei jeder Transaktion lernt Akida dadurch selbstständig dazu. Damit eignet sich die Technologie bestens für moderne Edge-Geräte und soll beim autonomen Fahren, IoT-Geräten, in der Robotik, der medizinischen Diagnostik oder der Sicherheitstechnik Verwendung finden.

    Hey, Mercedes!

    Information Systems Laboratories, ein Technologieunternehmen, das auf die Bereiche fortschrittliche Signalverarbeitung, Weltraumforschung, Unterwassertechnologien, Überwachung und Verfolgung, Cybersicherheit, fortschrittliche Radarsysteme und Energieunabhängigkeit spezialisiert ist, gab bekannt, dass sie eine KI-basierte Radarforschungslösung für das Air Force Research Laboratory (AFRL) entwickelt, die auf dem Akida™ Prozessor für neuronale Netzwerke basiert.

    Für noch größere Aufmerksamkeit sorgte die Meldung von Mercedes, wonach die Stuttgarter Ingenieure mit Brainchip Systeme entwickeln wollen, die auf der Akida-Hardware und -Software des Unternehmens basieren. Die Technologie macht unter anderem die "Hey, Mercedes"-Sprachsteuerung im EQXX fünf- bis zehnmal effizienter als die herkömmliche Sprachsteuerung. Neuromorphe Computing steckt noch in den Kinderschuhen, laut Mercedes könnten ähnliche Systeme jedoch innerhalb weniger Jahre in einer Vielzahl von Verbraucherprodukten verfügbar sein. Und wenn es in großem Maßstab in einem Elektrofahrzeug eingesetzt wird, hat neuromorphes Computing das Potenzial, den Energiebedarf für den Betrieb der neuesten Technologien der künstlichen Intelligenz erheblich zu senken. BrainChip dürfte dabei ein größeres Stück von diesem Kuchen bekommen.

    Im Rahmen des International Investment Forum (IIF), am 17.02.2022, werden weitere Informationen vom Unternehmen erwartet. Noch sind Plätze für das Event kostenfrei verfügbar.

    Wachstumsschub durch starke Nachfrage

    Auch das vierte Quartal konnte der global führende Produzent von Halbleitern, Taiwan Semiconductor, mit einem zweistelligen Umsatz- und Gewinnwachstum beenden. Der Gewinn pro Aktie lag bei 1,15 USD bei einem Umsatz von 15,74 Mrd. USD, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 24% bedeutet. Die Analystenschätzungen gingen von einem Gewinn von 1,11 USD pro Aktie bei einem Umsatz von 15,77 Mrd. USD aus.

    Für das erste Quartal rechnet Taiwan Semiconductor mit einem Umsatz zwischen 16,6 und 17,2 Mrd. USD und einer Bruttomarge zwischen 53 und 55%, während die operative Gewinnmarge zwischen 42 und 44% liegen sollte.

    Bei der Erörterung der Ergebnisse sagte der CEO von TSM, C.C. Wei, dass das Unternehmen zwischen 40 und 44 Mrd. USD für Investitionen ausgeben werde, um die weltweite Chip-Knappheit zu lindern und von der Nachfrage zu profitieren. Die TSM-Aktien konnten nach einem Plus von knapp 2% ein neues All-Zeit-Hoch markieren. Investierte Anleger sollten sukzessive den Stopp nachziehen.

    Aussichtsreich nach Ankündigung

    Positiver gestaltet sich das Chartbild des Solarmodul-Produzenten JinkoSolar. Die Bodenbildung bei 42,50 USD könnte durch einen Ausbruch über die Marke von 49,80 USD zum Abschluss kommen und ein frisches Kaufsignal generieren.

    Positiv nahm die Börsen-Community den näher rückenden IPO der Tochter Jiangxi Jinko auf. So soll Jiangxi Jinko am STAR Markt der Shanghaier Börse notieren. Dabei ist im ersten Schritt die Ausgabe von 2 Mrd. Aktien vorgesehen, wobei 600 Mio. Papiere bereits für institutionelle Investoren, wie den China Insurance Investment Fund und China Energy Investment Corporation vorgesehen sind.

    Der Ausgabepreis pro Aktie dürfte bei 5 Yuan liegen, wonach sich der Bruttoerlös auf insgesamt 1,57 Mrd. USD belaufen würde. Nach dem IPO bleibt JinkoSolar immer noch Mehrheitsaktionär mit einer Quote von knapp 60%.


    Die Halbleiterkrise dürfte sich auch im laufenden Jahr fortsetzen. Mit der neuen Generation von Chips auf Basis künstlicher Intelligenz ist BrainChip Holdings führend und besitzt durch die Kooperation mit Mercedes großes Entwicklungspotenzial. Taiwan Semiconductor ist weiterhin gefragt, bei JinkoSolar könnte in Kürze ein Kaufsignal generiert werden.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

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