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14.02.2022 | 06:00

ThyssenKrupp, Defense Metals, Mercedes-Benz Group – Kommt jetzt der Krieg?

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Bildquelle: pixabay.com

Die Lage rund um die Ukraine spitzt sich zu. Am vergangenen Freitag wurden die US-Bürger aufgerufen, die Ukraine sofort zu verlassen. US-Geheimdienste vermuten, dass schon am kommenden Mittwoch der Einmarsch Russlands bevorstehen könnte. Die Aktienmärkte gaben daraufhin nach. Doch wird Russland wirklich einen Krieg vom Zaun brechen? Das bleibt abzuwarten, doch klar ist, dass Krieg auch ein Wirtschaftsmotor ist, trotz dem Leid das ein Krieg verursacht. Die Rüstungsbranche benötigt Seltene Erden, genauso wie die Stahl- und Automobilindustrie. Wir beleuchten drei Unternehmen rund um Seltene Erden.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: THYSSENKRUPP AG O.N. | DE0007500001 , DEFENSE METALS CORP. | CA2446331035 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000

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Inhaltsverzeichnis:


    Frederick Kozak, President and CEO, Auxico Resources Canada Inc.
    "[...] Unser Ziel ist es, bald zwischen 500 und 1.000 Tonnen pro Monat zu exportieren. Das könnte für uns einen Cashflow zwischen 500.000 und 1 Million CAD bedeuten. [...]" Frederick Kozak, President and CEO, Auxico Resources Canada Inc.

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    ThyssenKrupp – ordentliche Quartalszahlen

    ThyssenKrupp ist in den Bereichen Automobiltechnik, Industriekomponenten, Schiffstechnik, Stahl- und Werkstoffdienstleistungen weltweit tätig. Gerade um Stahl zu veredeln werden Seltene Erden benötigt, um das fertige Produkt mit bestimmten Eigenschaften zu versehen. Heutzutage ist die Herstellung von Superstahl eine Wissenschaft für sich und mittlerweile gibt es tausende Stahlsorten. Der Industrieverband BDI warnte Ende Januar, dass es zu Lieferengpässen bei den Seltenen Erden kommen könnte, da das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie plant, die Seltene Erden-Industrie neu zu regulieren. China produziert weltweit mit Abstand am meisten Seltene Erden.

    Mittlerweile werden auch U-Boot-Antriebe mit Permanent Magneten aus Seltenen Erden in China entwickelt, die den Antrieb lautlos machen sollen. Auch in diesem Bereich ist ThyssenKrupp aktiv. Lieferengpässe würden den Essener Konzern also auch hier treffen. Am 10. Februar stellte das Unternehmen die ersten Quartalsergebnisse vor und man kann erkennen, dass die Sanierung langsam Früchte trägt. Der Auftragseingang stieg um 33% im Vorjahresvergleich auf 10,4 Mrd. EUR. Auch der Umsatz legte um 23% auf 9 Mrd. EUR zu. Das bereinigte EBIT lag mit 378 Mio. EUR satte 300 Mio. EUR über dem Vorjahreswert.

    CFO Dr. Klaus Keysberg erklärte: „Der Turnaround von thyssenkrupp ist in vollem Gang. Bei der Steigerung unserer Performance und der Fokussierung unseres Portfolios haben wir wichtige Fortschritte erzielt.“ Die Aktie der Essener notiert seit Mitte letzten Jahres meistens zwischen 8,00 und 10,00 EUR. Aktuell notiert der Wert bei 9,00 EUR und hat trotz der ordentlichen Zahlen einen Rückgang hinnehmen müssen. Momentan versucht die Aktie bei 8,70 EUR einen Boden auszubilden. Gelingt dies, ist ein Test der 10,94 EUR möglich.

    Defense Metals – Bohrergebnisse stehen vor der Tür

    China liegt beim Abbau der Seltenen Erden mit 140.000t jährlich an der Spitze. Weltweit werden 240.000t gefördert. Allerdings muss man beachten, dass die Verarbeitung zu 85% in China stattfindet. Die USA bauen 38.000t jährlich ab, die aber in China aufbereitet werden. Die Bestrebungen des Westens, sich unabhängiger vom Reich der Mitte zu machen, wachsen spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie. Ein Unternehmen, das dabei helfen könnte, ist Defense Metals, die das Rare Earth Projekt in Wicheeda, Kanada, vorantreiben. Das Gebiet ist 2.008 Hektar groß und hat laut Unternehmen eine voraussichtliche Jahresproduktion von 25.000 Tonnen Seltene Erden-Oxid.

    Im November legte das Unternehmen die vorläufige wirtschaftliche Bewertung vor, die von SRK Consulting erstellt wurde. Dabei wurde von jährlichen Umsätzen von 397 Mio. Kanadischen Dollar (CAD) bei Kosten von 137 Mio. CAD und einer Gesamtlebensdauer von 19 Jahren ausgegangen. Der Kapitalwert des Projekts beträgt 517 Mio. CAD nach Steuern. Nachdem das Unternehmen 100% aller Rechte an dem Projekt erworben hat, wurde das Führungsteam mit Dr. Luisa Moreno als Präsidentin und John Goode, einem Experten für die Verarbeitung von Seltenen Erden, verstärkt. Als nächstes stehen die ersten Ergebnisse der Diamantbohrungen aus 2021 ins Haus. Diese werden für Mitte Februar erwartet. Weitere Ergebnisse sollen Ende Februar bekannt gegeben werden. Das Management erhofft sich von den Ergebnissen eine Erhöhung der Mineralressourcen.

    Damit wäre ein Ziel für 2022 bereits abgearbeitet. Des Weiteren soll die vorläufige Machbarkeitsstudie begonnen werden und das Fließschema zur Produktion von hochgradigem Konzentrat weiter optimiert werden. Bereits im ersten Halbjahr soll mit dem Bau einer Hydromet-Pilotanlage begonnen werden. Mit den Erzeugnissen der Pilotanlage soll die Gewinnung von Kunden vereinfacht und Abnahmeverträge geschlossen werden. Die Aktie notiert aktuell bei 0,275 CAD und damit weit unter dem Höchststand von 0,75 CAD aus 2021. Vielleicht kann Dr. Moreno die Bohrergebnisse schon auf dem International Investment Forum am 17. Februar präsentieren.

    Mercedes-Benz – gutes Finanzergebnis 2021

    Die Tendenz, in Zukunft voll und ganz auf Elektrofahrzeuge (EV) zu setzen, bringt auch neue Herausforderungen mit sich. Die neuen Fahrzeuge benötigen zwischen 1-3kg an Seltenen Erden, vor allem um Neodym-Eisen-Bor-Magnete zu fertigen, die in über 90% aller EVs eingesetzt werden. 10 Mio. EVs würden 20% des derzeitigen jährlichen Neodymangebotes weltweit entsprechen. Pro Jahr werden aber über 50 Mio. Fahrzeuge produziert. Man sieht also, dass es zu Engpässen kommen wird, wenn die Seltenen Erden nicht stärker gefördert werden. Davon wäre auch die Mercedes-Benz Group, ehemals Daimler, betroffen.

    Am 11. Februar gab der Stuttgarter Konzern ein vorläufiges Jahresergebnis 2021 bekannt. Dabei konnte die Sparte Cars & Vans die Prognose der bereinigten Umsatzrendite mit 12,7 übertreffen und erreichte ein bereinigtes EBIT von 14 Mrd. EUR. Das Segment Mobility erreichte ein bereinigtes EBIT Von 3,4 Mrd. EUR bei einer Eigenkapitalrendite von 22%. Angaben über die Anzahl der verkauften Fahrzeuge gab es nicht. Doch bereits im 3. Quartal wurden 30% weniger Fahrzeuge als im Vorjahr abgesetzt, was auf die Lieferengpässe beim Chipmangel zurückzuführen ist.

    CEO Ola Källenius kommentierte die Zahlen wie folgt: „Unser gutes Ergebnis ist das Resultat von stark gefragten Produkten sowie dem Fokus auf profitables Wachstum und Kostendisziplin. Als wertvollste Luxusautomarke der Welt beschleunigen wir in eine vollelektrische, softwaregetriebene Zukunft.“ Der Konzern fokussiert sich also auch weiterhin voll auf die Elektrifizierung. Die Aktie schoss nach den Zahlen nach oben und ging mit 74,44 EUR aus dem Handel.


    Durch die neuen Technologien wächst die Nachfrage nach Seltenen Erden. Will man die Abhängigkeit von China reduzieren, braucht es Investitionen in die Zukunft. ThyssenKrupp wird vor allem für seine U-Boote und Stahlsparte Seltene Erden benötigen. Defense Metals ist auf dem Weg dahin ein Produzent Seltener Erden zu werden. Die Mercedes-Benz Group muss aufpassen, dass es bei den Seltenen Erden nicht zu einem Lieferengpass kommen wird. Fakt ist, dass die Preise für Seltene Erden schon 2021 deutlich gestiegen sind.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Elektrofahrzeuge – Fahrzeuge, welche durch elektrische Energie angetrieben werden.

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    Das ging jetzt aber schnell. Gerade mal eine Woche ist es her, als der Iran einen nächtlichen Angriff auf Israel durchführte. Danach folgten ein paar Tage Bedenkzeit, einige Telefonate mit Washington und der UNO und dann wird am vergangenen Freitag ein israelischer Gegenschlag gemeldet. So richtig klar sind die Agentur-News zwar noch nicht, die Börsen nehmen die aktuelle Unsicherheit aber zum Anlass, endlich mal Luft abzulassen aus dem aufgeblähten System. Denn auch die Notenbanken rudern in den erhofften Zinssenkungen erst mal zurück, zu hoch ist die aktuelle Teuerung und auch die negativen Signale aus der Wirtschaft sind noch nicht überbordend. Summa summarum können sich Rüstungswerte gut behaupten und bei den Rohstoffen beginnt ein neuer Aufwärts-Zyklus. Lang hatte es gedauert, nun braucht es die richtigen Titel im Depot.

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