Menü schließen




14.07.2022 | 05:33

KLEOS Space, BYD und Alibaba: Staaten schützen oder vorm Staat schützen?

  • Weltraum
  • Energie
  • China
  • Versorgungssicherheit
Bildquelle: pixabay.com

US-Dollar und Euro haben Parität erlangt. Welche Branchen und Länder bieten jetzt noch Wachstumschancen? Ein Blick ins Industrie-Boomland China zeigt, dass dortige Investments nach wie vor mit erhöhtem Risiko einhergehen. Lohnen sich BYD und Alibaba nach wie vor? Ein bekannter US-Amerikaner hat es geschafft, durch ein bloßes Gerücht den Wert des Elektromobil-Unternehmens nach unten rauschen zu lassen. Und im All treibt sich nicht nur Elon Musk herum, auch von dort hat Sicherheit oberste Priorität, wie KLEOS Space beweist. Ein neuer CFO ist mit an Bord.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Juliane Zielonka
ISIN: KLEOS SPACE CDI/1/1 | AU0000015588 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , ALIBABA GR.HLDG SP.ADR 8 | US01609W1027

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    KLEOS: Auf die 9,9 Mio. EUR Finanzspritze folgt ein Spitzen-CFO

    Der Weltraum - unendliche Weiten. Seit Dienstag dieser Woche ist die Entstehung unserer Galaxie durch die ersten Bilder des James Webb-Teleskops ein bisschen deutlicher geworden. Von nun an werden Astronomen weltweit ihre wissenschaftliche Arbeit aufnehmen, um mit den Instrumenten im All alles zu beobachten, von Objekten innerhalb unseres Sonnensystems bis hin zum frühen Universum. Sowohl NASA als auch die Kanadische und Europäische Weltraum Agentur sind außer sich vor Freude.

    Neben Forschung ist der Einsatz von Weltraum-Technologie besonders sinnvoll für Sicherheits-Aspekte. So bietet das US-amerikanische Unternehmen Kleos Space (ISIN: AU0000015588) Satellitentechnologie zur Aufdeckung von kriminellen Aktivitäten wie Piraterie, Drogen- und Menschenschmuggel. Die Satellitenkonstellationen der Firma nutzen Radiofrequenzwellen und erzeugen Datenströme, die zur Mustererkennung von verdächtigen Aktivitäten eingesetzt werden. Auch sind ganze Länder mit den zusätzlichen Daten-Informationen dieser Firma besser in der Lage, ihre Grenzen zu schützen. Denn die Geolokalisierungsdaten von Kleos ergänzen bestehende Datensätze und verbessern die Informations-, Überwachungs- und Aufklärungsfähigkeiten von Regierungen und Unternehmen.

    Anfang Juli hat sich das Unternehmen weitere 9,9 Mio. EUR gesichert, um sein Wachstum voran zu treiben. Nun wurde mit Alan Khalili ein neuer Chief Financial Officer bestellt. Khalili ist staatlich geprüfter Wirtschaftsprüfer (CPA) und verfügt über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung als CFO, Investmentbanker bei Credit Suisse, ebenfalls CPA bei Ernst & Young. Darüber hinaus besitzt der Technologieunternehmer einschlägige Branchenerfahrung in den Bereichen Data as a Service (DaaS), Luft- und Raumfahrt/Satelliten, Geschäftsinformationen sowie drahtlose Sprachübertragung und IoT-Telekommunikation. Der neuen Aufgabe blickt er mit großer Freude entgegen. Auch CEO Andy Bowyer ist glücklich, mit seinem neuen CFO einen so branchenerfahrenen Mann gewonnen zu haben. Zusammen mit dem frischen Wachstumskapital, den geopolitischen Ereignissen ist Kleos mit seiner Data-as-a-Service Technologie für die kommenden Jahre bestens aufgestellt.

    Alibaba - trotz Kursverlust treibt die eigene Cloud Innovationen voran

    Das Perpetuum Mobile des Corona-Virus zieht weiter seine Kreise. China verfolgt eine Null-Covid-Strategie und so befinden sich laut Bloomberg zur Zeit etwa 30 Mio. Chinesen in irgendeiner Form eingeschränkt durch Covid-Restriktionen.

    Die Angst vor weiteren Lockdowns und damit Lieferkettenunterbrechungen machte sich im Anlegermarkt bemerkbar. Der chinesische Leitindex CSI 300 fiel am Montag um 1,7 %, er bildet die in Schanghai und Shenzhen notierten Aktien ab. Auch die chinesische Regierung machte sich erneut bemerkbar: die Staatliche Behörde für Marktregulierung verhängte gegenüber seinen führenden Technologieunternehmen Geldbußen mit der Begründung, die betroffenen Unternehmen hätten gegen Wettbewerbsgesetze des Landes verstoßen. So verlor Big Player Alibaba (ISIN: US01609W1027) fast über 9 % an Wert, da die Behörde dem Unternehmen die Geldstrafe aufbrummte, weil es frühere Geschäfte nicht ordnungsgemäß gemeldet hatten.

    Doch das Cloud-Geschäft des Technologie-Konzerns wächst weiter. Und neuerdings auch emissionsfreundlich. Das KI-Produkt Energy Expert ist eine Nachhaltigkeitsplattform, die Alibaba Kunden weltweit unterstützt die Kohlenstoffemissionen ihrer Geschäftsaktivitäten und Produkte zu messen, zu analysieren und zu verwalten. Das Software-as-a-Service-Angebot bietet außerdem umsetzbare Erkenntnisse und Empfehlungen zur Energieeinsparung, um Kunden bei der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen.

    Ebenfalls erlangt damit Alibaba eine Business Intelligence Heatmap über die CO2-Emissionen seiner Händler und kann diese Daten nutzen, um Regionen oder Produkte weiter zu fördern. Ob Händlern mit einem zu großen CO2-Fußabdruck in Zukunft der Zugang zur Plattform verwehrt wird, könnte ein dystopisches Szenario sein. Im Positiven gelang es den Entwicklern, mit intelligenten Energie-Steuerungstipps den Stromverbrauch im Cloud Headquarter außerhalb der Spitzenzeiten um 30 % zu senken und 17 % des Energieverbrauchs der Klimaanlage im Sommer einzusparen. Und wie kostbar Strom und Energie zurzeit ist, bekommen vor allem europäische Firmen zu spüren. Ein Cloud-Business ist auch von Covid-Maßnahmen wenig betroffen.

    BYD - Aktie taumelt wegen Exit Gerüchten von Warren Buffett

    Relativ nüchtern und gut überlegt erscheint Warren Buffetts letztes Investment in Oxy, Occidental Petroleum. Das Unternehmen ist eines der größten Öl- und Gasproduzenten in den Vereinigten Staaten. Nachdem er 2019 erstmals Occidental-Vorzugsaktien im Wert von 9,9 Mio. EUR gekauft hatte, stockte Buffett seinen Anteil in 2022 erneut auf. Damit ist er mit einem Anteil von 19 % der größte Aktieninhaber des Unternehmens.

    Schaut man sich den weltweiten Energieverbrauch an, so sieht man den leichten Wandel in der globalen Energieversorgung zu einer verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energien. Doch bisher läuft die globale Wirtschaft mit Kohle, Öl und Gas.

    Globaler Energieverbrauch im Zeitraum von 2000 - 2019. Quelle: Vaclav Smil 2017, BP Statistical Review of World Energy, Stand: 13. Juli 2022

    Sollte in Deutschland die Energieversorgung durch Gas ausfallen, steht die dortige Wirtschaft vor einem Kollaps. Im globalen Handel führt das Land, welches in der Lage ist, sich und seine Industrien mit Energie zu versorgen. So ist es durchaus nachvollziehbar, dass ein US-Amerikaner wie Buffett auf Unternehmen setzt, die Versorgungssicherheit überhaupt erst möglich machen.

    Wie groß der Einfluss von ihm und seiner Firma Berkshire Hathaway ist, zeigt die jüngste Kursveränderung des chinesischen Elektromobil-Konzerns BYD. Weil eine BYD-Beteiligung in Höhe von 225 Mio. Aktien bei dem Central Clearing and Settlement System in Hongkong einging, die der Beteiligung von Berkshire entspricht. Die BYD-Aktie (ISIN: CNE100000296) fiel durch dieses Gerücht um 12 %.

    Doch wenn man sich Buffett’s BYD Beteiligung aus Value Investing Perspektive ansieht, kann ein möglicher Exit für ihn seiner Investment-Philosophie entsprechen: einsteigen, wenn das Unternehmen unterbewertet ist, raus, wenn der Markt den Wert eingepreist hat. Berkshire hat nach eigenen Angaben 231,6 Mio. EUR für seine BYD-Aktien gezahlt, deren Wert trotz des Kursrückgangs vom Dienstag nun bei etwa 7,6 Mrd. EUR liegt. Seine Aktien haben sich seit Mai 2021 in etwa verdoppelt. Für ihn springt dabei ein guter Gewinn heraus.


    Aktien aus China gehen mit einem erhöhten Risiko einher, dem sich jeder Investor bewusst sein sollte. Seien es staatliche Eingriffe in die Unternehmen selbst oder die momentane Null-Covid-Politik, die den dortigen Firmen erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Ein Blick ins All und in den US-Amerikanischen Markt mit KLEOS Space könnte eine gute Ergänzung im Portfolio sein, zumal globale Sicherheitsrisiken immer stärker in den Fokus rücken und Lösungen wie die Satellitentechnik samt Daten einzelnen Ländern und Unternehmen mehr Sicherheit bietet. Wer dennoch überzeugt ist vom Wachstumsmarkt China, sollte den Fokus auf Branchen richten, die von etwaigen Lockdowns wenig bis gar nicht betroffen sind.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Juliane Zielonka

    Die gebürtige Bielefelderin studierte Germanistik, Anglistik und Psychologie. Das aufkommende Internet in den frühen 90ern führte sie von der Uni zu Ausbildungen in Grafik-Design und Marketingkommunikation. Nach Jahren der Agenturarbeit im Corporate Branding wechselte sie ins Publishing und lernte ihr redaktionelles Handwerk bei der Hubert Burda Media.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 26.03.2026 | 05:30

    thyssenkrupp mit grünem Stahl, Group Eleven im Rohstoffboom, NIO setzt Maßstäbe in der E-Mobilität – 3 Strategien für Anleger

    • thyssenkrupp
    • Group Eleven Resources
    • NIO
    • Stahl
    • grüner Stahl
    • Sanierung
    • Silber
    • Zink
    • Kupfer
    • Blei
    • Irland
    • Elektromobilität
    • China

    Globale Handelswege sind zur neuen Achillesferse der Industrie geworden. Geopolitische Spannungen, Frachtengpässe und ein verschärfter Wettbewerb um kritische Rohstoffe zwingen Unternehmen zu einer grundlegenden Neujustierung. Während etablierte Lieferketten brüchig werden bestimmt, die Frage der strategischen Versorgungssicherheit über Gewinner und Verlierer. Wie drei Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen, von der grünen Transformation über die kritische Rohstoffexploration bis hin zur intelligenten E-Mobilität, diese tektonische Verschiebung bewältigen, zeigt der Blick auf die Situationen von thyssenkrupp, Group Eleven Resources und NIO.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 11.03.2026 | 04:45

    Knappheit bestimmt die Preise – der Wahnsinn geht weiter! Almonty, Shell und BP sind die Gewinner der aktuellen Lage

    • Erdöl
    • Kritische Rohstoffe
    • Strategische Metalle
    • Energie
    • Iran-Konflikt

    Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten haben die Rohstoffmärkte spürbar unter Spannung gesetzt. Innerhalb kurzer Zeit kletterte der Ölpreis auf mehr als 115 USD je Barrel und erreichte damit ein Niveau, das seit Jahren kaum noch zu sehen war. Treiber dieser Bewegung sind vor allem zunehmende Risiken für den globalen Energiehandel, nachdem sich die Lage rund um den Persischen Golf weiter zugespitzt hat. Besonders im Fokus steht die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Energie weltweit. Etwa 20 % des international gehandelten Rohöls passieren täglich diese Meerenge, weshalb jede Störung dort unmittelbare Auswirkungen auf Preise und Versorgungserwartungen hat. Am gestrigen meldete sich US-Präsident Donald Trump und warnte den Iran eindringlich, die internationalen Handelswege zu beeinträchtigen. Binnen 4 Stunden brach der Ölpreis um ganze 30 USD nach unten. Knappheit ja – Volatilität extrem! Das gilt auch für den Wolfram-Preis, der seit Jahresanfang nun weitere 100 % zugelegt hat. Wir bieten spannende Einblicke.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 05.03.2026 | 04:15

    Sind Öl und Gas das neue Gold? Jetzt geht´s rund bei Shell, BP, Pure One und Oklo

    • Energie
    • Kritische Rohstoffe
    • Öl und Gas
    • Wasserstoff
    • Kernenergie
    • SMRs

    Nach einer langen Durststrecke für Öl musste es nun ein Krieg sein, der die Notwendigkeit der fossilen Brennstoffe wieder in den Fokus rückt. Aber, man sollte die Kirche auch im Dorf lassen. Die Weltmärkte sind überschwemmt mit Öl, USA und Kanada haben in den letzten 20 Jahren so viele Kapazitäten aufgebaut, dass die 4 Mio. Barrel Iran-Förderung leicht ausgeglichen werden können. „There´s plenty of oil“ war die Reaktion auf die wiederholten Peak Oil-Aussagen nach den Arbeiten des Geologen Marion King Hubbert aus dem Jahr 1949. Im Jahr 2000 sollten die Reserven erschöpft sein, doch es kam anders. Heute gehen Forscher von Reserven für weit mehr als 200 Jahre aus, somit lohnt es sich für Investoren auf Ölwerte zu blicken. Alternativen dazu gibt es viele u. a. von den Unternehmen Pure Hydrogen und Oklo. Im Zuge der Irankrise eine weitere Gelegenheit, das Portfolio neu zu strukturieren.

    Zum Kommentar