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28.02.2024 | 06:00

Varta Krimi! Altech Advanced Materials, BYD arbeiten an der Elektrifizierung der Zukunft

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Bildquelle: pixabay.com

Während bei Varta die Produktion nach einem Cyberangriff stillsteht, rollt die Welle der Elektrifizierung unaufhaltsam durch unsere Gesellschaft und verändert dabei, wie wir Energie erzeugen, speichern und nutzen. Hier sind Innovationen erforderlich, beispielsweise bei der Energiespeicherung aus erneuerbaren Energien und der Weiterentwicklung von Batterien für den Einsatz in Elektroautos. Die Fortschritte bei Elektrofahrzeugen und die zunehmende Verwendung elektrischer Energie markieren den Weg in Richtung Zukunft. Aktuell wird intensiv an Technologien geforscht, die sowohl die Effektivität als auch die Kapazität der Batteriesysteme steigern sollen. Hier tun sich Altech Advanced Materials und BYD hervor.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , Altech Advanced Materials AG | DE000A31C3Y4 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

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Inhaltsverzeichnis:


    Varta – Cyberangriff während der Restrukturierung

    Am 12. Februar wurde die VARTA Gruppe Opfer einer Cyberattacke. Als Reaktion darauf sah sich das Unternehmen gezwungen, sowohl die Produktion als auch die Internetverbindung seiner Anlagen temporär einzustellen. Laut Unternehmensangaben ist der Umfang des entstandenen Schadens derzeit noch nicht abzuschätzen. Betroffen waren alle 5 Standorte von Varta, sowohl in Deutschland als auch in Rumänien und Indonesien. Am 22. Februar veröffentlichte das Unternehmen ein Update zur Situation. Urheber der Attacke ist offenbar eine organisierte Hackergruppe. Eine Task Force arbeite mit IT-Forensikern und Datenanalysten an der Aufarbeitung. Wie lange die Produktion stillsteht, ist noch immer nicht klar.

    Zwischenzeitlich war das Unternehmen nicht einmal telefonisch erreichbar. Warburg Research geht von einem Umsatzausfall von 17 bis 19 Mio. EUR in der Woche aus. Die Attacke trifft das Unternehmen bis ins Mark, da sich das Unternehmen in einer intensiven Sanierungsphase befindet. Inwieweit sich der Angriff auf die Restrukturierung auswirkt, ist noch nicht klar. Möglicherweise verschiebt sich auch die neue Zellgeneration, die der Varta Chef für das 1. Halbjahr 2024 angekündigt hatte. Gemäß Gerüchten wäre diese Entwicklung die Möglichkeit, Apple als Kunden zumindest teilweise wieder zurückzugewinnen.

    Der Konzern hatte zuletzt die Kosten gesenkt und die Pläne für eine Gigafabrik für Autobatterien wurden auf Eis gelegt. 800 Stellen wurden abgebaut und das Management versucht alles, um das Unternehmen wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Der Produktionsausfall sollte über eine Betriebsausfallversicherung zumindest größtenteils gedeckt sein. Man muss die weiteren Unternehmensmeldungen abwarten. Fakt ist, die digitale Sicherheit für Unternehmen ist wichtiger denn je und verdient mehr Aufmerksamkeit. Die Aktie musste aufgrund der schlechten Nachrichten Federn lassen und handelt derzeit bei 14,99 EUR.

    Altech Advanced Materials – bahnbrechende Innovationen

    In der Welt der Elektromobilität und Stromspeicher könnte sich durch die Innovationen von Altech Advanced Materials bei den Festkörperbatterien und den Silumina-Anodes einiges tun. Bei letzterem setzt Altech auf Silizium, um die Grenzen herkömmlicher Batterietechnologien zu überwinden. Mit Silizium als Anodenmaterial, das eine zehnmal höhere Kapazität als herkömmliches Graphit bietet, könnten die Batterien der Zukunft nicht nur kostengünstiger, sondern auch leistungsfähiger werden. Dieser Ansatz verspricht eine schnelle Aufladung und eine wesentlich erhöhte Energiedichte, zwei kritische Faktoren, die die Adaption von Elektrofahrzeugen (EVs) weltweit beschleunigen könnten. Ermöglicht wird dies durch eine keramische Nano-Beschichtung, die die Siliziumteilchen schützt und gleichzeitig Schäden an der Batterie verhindert.

    Im Dezember veröffentlichte das Unternehmen die Ergebnisse der endgültigen Machbarkeitsstudie für das geplante Silumina Anodes-Werk in Schwarze Pumpe, Sachsen. Dort sollen pro Jahr 8.000 t produziert werden und die bringen ein prognostiziertes EBITDA von 105 Mio. EUR pro Jahr. Da es eine Drop-In Technologie ist, kommen sämtliche Batteriehersteller als Kunden in Frage. Das 2. Produkt ist die CERENERGY® Batterie, eine keramische Festkörperbatterie, die in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt wurde. Die Basis ist eine Kochsalzlösung und sie kommt komplett ohne kritische Rohstoffe aus. Diese Batterie ist einzigartig, da sie weder Kühl- noch Heizsysteme benötigt, vollständig feuerfest, eine Betriebsdauer von über 15 Jahren aufweist und am Ende ihres Lebenszyklus vollständig wiederverwertbar ist.

    Sie ist damit der ideale Energiespeicher für den stationären Einsatz und kann überschüssigen Strom aus den erneuerbaren Energien für die spätere Nutzung speichern. Noch in diesem Jahr soll eine Produktionsstätte gebaut werden. Der Stromspeichermarkt wächst rasant und soll bis 2030 pro Jahr um rund 26 % wachsen. Wer mehr über das Unternehmen erfahren möchte sollte sich die Präsentation von CEO Uwe Ahrens auf dem International Investment Forum vom 21. Februar anschauen. Die Aktie notiert aktuell bei 6,05 EUR und damit unter dem Preis von 7,50 EUR der letzten Kapitalerhöhung.

    BYD – will eine Feststoffbatterie entwickeln

    Gegenwärtig gelten die Blade Batterien von BYD als Maß aller Dinge für Elektroautos. Selbst Tesla soll schon diese Akkus in seinen Fahrzeugen verbaut haben. Doch auf diesem Vorsprung will man sich nicht ausruhen. Nachdem die Konkurrenz rund um Toyota versucht eine Feststoffbatterie zu entwickeln, die sowohl kürzere Ladezeiten als auch mehr Reichweite und Sicherheit bieten soll, geht der chinesische Branchenprimus zum Gegenangriff über. Gemeinsam mit CATL, Nio und anderen will man gemeinsam eine Feststoffbatterie zur Serienreife führen. Wer es als erstes schafft, die nächste Batteriegeneration für Elektroautos zur Serienreife zu führen, wird einen gewaltigen Wettbewerbsvorsprung haben.

    In China hat das Elektroauto seinen Siegeszug bereits angetreten. Ende 2023 waren 35 % aller verkaufen Autos Elektrofahrzeuge. BYD Lenker Wang Chuanfu erwartet sogar, dass noch in diesem Jahr die Marke bei 50 % liegen könnte. BYD ist mittlerweile der Marktführer in China und will sein Wachstum durch Internationalisierung weiter hochhalten. Um Strafzölle in den USA und Europa zu vermeiden, plant der Autobauer Werke in Ungarn und Mexiko. Letzteres ist ein geschickter Schachzug, um die Strafzölle zu umgehen. Noch gibt es aber keine fixen Pläne. Dafür landete der erste BYD Autofrachter in Bremerhaven und entlädt dort 3.000 Elektrofahrzeuge.

    Bis 2026 sollen laut der Wirtschaftswoche 200 dieser Schiffe gebaut werden. Damit könnte man die gesamte Welt mit Elektroautos versorgen. Zuletzt brachte BYD günstige Modelle auf den Markt, die preislich sogar teilweise unter den Verbrennerfahrzeugen liegen. So könnte man den Konsumenten den Einstieg in die Elektromobilität schmackhaft machen. Gut für die Aktionäre ist das angekündigte Aktienrückkaufprogramm über 400 Mio. CYN, was rund 51 Mio. EUR entspricht. Die Aktie reagierte positiv auf die Meldung und bildete einen ersten Aufwärtstrend aus, der erst bei Schlusskursen unterhalb von 21,50 EUR gebrochen wird. Aktuell zahlt man 23,72 EUR für einen Anteilsschein.


    Für einen größeren Durchbruch braucht es weitere Innovationen. In dem Bereich kam von Varta zuletzt zu wenig, so dass die Aktie eingebrochen ist. Der Cyberangriff sorgt für zusätzliche Verunsicherung. Anders sieht es bei Altech Advanced Materials aus. Das Unternehmen hat hochinteressante neue Entwicklungen vorzuweisen, sowohl für die Autobatterie als auch im Bereich der Stromspeicher. Sobald die Produktion startet, wird die Aktie neu bewertet werden müssen. BYD ruht sich ebenfalls nicht auf den Lorbeeren aus, sondern versucht auch in Zukunft führend im Bereich der Autobatterien zu bleiben. Dazu schließt man sich sogar mit der Konkurrenz zusammen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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