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04.11.2021 | 04:44

Varta, Manganese X Energy, Standard Lithium: Schlacht um die beste Batterie!

  • E-Mobilität
  • Rohstoffe
  • Batteriemetalle
Bildquelle: pixabay.com

Just nach der Bundestagswahl war sie wieder da – die Batterie-Phantasie! Denn wie auch immer die Regierungsbildung ausgehen wird, alle Beteiligten zeigten bislang ein hohes Bekenntnis zu bisweilen drastischen Schritten in Richtung Klimaschutz. Die Elektromobilität wird gerade für die Energiewende im Verkehr immer wichtiger. Und mit ihr die Forschung, Entwicklung und Produktion von Antrieben, Batterien und Komponenten. In diesem Zusammenhang genießen die Zulieferer von Batterierohstoffen und die Produkt-Entwickler große Aufmerksamkeit. Der Siegeszug der Tesla-Aktie zieht weiterhin am gesamten Sektor. Welche Titel sind vorne dabei?

Lesezeit: ca. 4 Minuten. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: MANGANESE X ENERGY | CA5626781028 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010

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Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
"[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Varta – Warten auf ein Update aus Ellwangen

Mit sehr ambitionierten Zielen in der Batterieentwicklung ist die Varta AG aus Ellwangen unterwegs. Mit einem Produktionsvolumen von mehr als einer Milliarde Einheiten pro Jahr dominiert Varta mit seinen Mikrobatterien für Hörgeräte und Headsets bislang den Markt. Anfang des Jahres entschied sich der Batteriehersteller mit der E-Mobilität den nächsten, viel größeren Wachstumsmarkt anzugehen. Dieses Vorhaben realisiert sich natürlich nicht von heute auf morgen, denn hohe Entwicklungsaufwendungen gehen den potenziellen Umsätzen ersteinmal voraus.

Mit den letzten Zahlen hatte das Hightech-Unternehmen die Markterwartungen nicht erfüllen können, allerdings war der Kurs im Vorfeld auch bis 165 EUR gestiegen. Diesmal ging die Erholung nach dem September-Kurseinbruch bis auf 110 EUR nicht ganz so rasant vonstatten. An der 200-Tage-Linie bei knapp über 130 EUR war schon Schluss. Mittlerweile hat sich wohl ein 20%-Tradingkorridor zwischen 110 und 135 EUR etabliert – mehr ist für Trading nicht drin.

Am 11. November ist es wieder soweit: Varta wird dann zum 3. Quartal 2021 berichten. Dass mit kleineren Enttäuschungen auch ein größerer Kursabschlag möglich ist, haben die Anleger bereits im Februar erleben können, als der Kurs um 40% von 180 auf 105 EUR abstürzte. Mit den Halbjahreszahlen verlief es ähnlich, die Bewegung ging aber damals von 165 auf nur 115 EUR. Unser letzter Kauf bei 110 EUR wurde kürzlich mit 128,50 EUR ausgestoppt. Aktuell sollte man bei Varta die neuesten Zahlen und ein Update zum Ausblick getrost abwarten können.

Manganese-X Energy – Der Kobaltersatz wird immer wichtiger

Im gesamten Rohstoffsektor scheinen die Lager wie leergefegt, glaubt man den Einkäufern aus der Hightech-Industrie. Gerade die Staus vor den Häfen führen zu weiteren Einbußen im Just-in-Time Lieferzyklus der Industrie, bei den Zulieferern genauso wie bei den großen OEMs. Gerade batterierelevante Metalle wie Lithium, Kobalt, Graphit und Mangan sind derzeit nur schwer verfügbar. Dies führt im Spotmarkt zu Preisübertreibungen, die im Vergleich zur kürzeren Historie kaum mehr erklärbar sind. Manche Marktteilnehmer, z.B. im Bausektor, berichten von Steigerungen bei den Einkaufspreisen von Rohmaterialien von bis zu 70%. Preiskalkulationen, die am Jahresanfang als marktgerecht empfunden wurden, sind damit heute ad absurdum geführt.

Auch der Rohstoff Mangan ist äußerst knapp, sein Oxid ist aber ein unverzichtbarer Bestandteil von Lithium-Ionen-Batterien und anderen Energiespeichersystemen. Für die Automobilindustrie könnte diese Situation, wenn sie dauerhaft anhält, zum Showstopper werden. Schon heute warten die Käufer bestimmter Modelle ein paar Monate länger auf die Auslieferung als der Verkäufer am Tisch kalkuliert hatte. Flaschenhals ist wiederum das Reich der Mitte, hier wurde für strategische Metalle sogar zwischenzeitlich ein Exportstop verhängt.

Ein neuer Lieferant für Mangan könnte des kanadische Unternehmen Manganese X Energy Corp. werden. Es ist das derzeit einzige börsennotierte Manganunternehmen in Kanada und den Vereinigten Staaten, welches die Kommerzialisierung einer aussichtsreichen Manganlagerstätte anstrebt. Strategisch hat man sich zum Ziel gesetzt, das eigene Battery Hill-Projekt in die Produktion zu überführen. Im aufstrebenden E-Mobilitätsmarkt wird in den nächsten Jahren mit Wachstumsraten von über 30% per annum kalkuliert, das macht auch die Eröffnung neuer Minen- und Verarbeitungsstandorte rentabel.

Aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit soll Kobalt langfristig ersetzt und klimaschonendere Verfahren zur Rohstoffaufbereitung eingeführt werden. Das Tochterunternehmen Disruptive Battery Corp. hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein HVAC (Heating, Ventilation and Air Conditioning)-Luftreinigungssystem für sauberere und gesündere Luft zu entwickeln, das COVID-19 und andere Verunreinigungen auf Oberflächen und in der Luft abschwächen soll. Im Oktober ist Manganese X der neugegründeten Handelsorganisation Battery Metals Association of Canada (BMAC) beigetreten.

Die Manganese X Energy-Aktie ist noch kaum entdeckt und kann derzeit für 0,32 CAD geordert werden. Mit rund 124 Mio. Aktien bringt die Firma gerademal 39 Mio. EUR auf die Waage. Viel Zukunft für wenig Einsatz – eine passende Beimischung für fortschrittlich denkende Anleger.

Standard Lithium – Up and away

Standard Lithium (SLI) hat vor einigen Jahren ebenfalls als 30 Mio. EUR Unternehmen begonnen und den strategischen Aufbau zum Batterie-Rohstofflieferanten konsequent fortentwickelt. Zusammen mit dem deutschen Spezialchemie-Unternehmen Lanxess konzentriert sich SLI auf die unmittelbare Erschließung seines Flaggschiffs, die mit 3,14 Mio. Tonnen angezeigte Liegenschaft an LCE-Ressourcen, welche sich im Süden von Arkansas befindet. Diese Region beherbergt Nordamerikas größtes Soleproduktionsgebiet mit mehr als fünf Jahrzehnten kommerzieller Produktionsmöglichkeit, einer bereits bestehenden Infrastruktur für chemische Bearbeitung sowie reichlich preiswerter Elektrizität und den Zugang zu Wasserquellen.

Die Aktie von Standard Lithium gehört zu den Shooting-Stars unter den E-Mobilitätsaktien und konnte allein auf Sicht von 12 Monaten ganze 680% zulegen. Die Marktkapitalisierung entwickelte sich in dieser Zeit auf etwa 1,7 Mrd. USD. Trotz der starken Anstiege kommt die Aktie nicht zur Ruhe. Der Kurs hat sich seit einem Monat nochmals verdoppelt und auch die ehemaligen Kursziele der Analysten wurden längst erreicht.

So kann es laufen, wenn ein interessantes Projekt zur rechten Zeit an den Markt kommt und die Anleger bereit sind, über die mehrjährige Gestehungszeit und hohe Finanzinvestition einer Lithium-Förderanlage wohlwollend hinwegzublicken.


Der starke Trend in Richtung Klimaschutz treibt das Thema E-Mobilität in neue Dimensionen. Automobilhersteller, Zulieferer und Rohstoffunternehmen ziehen an einem Strang, doch die Liefersituation ist schwierig. Varta und Standard Lithium sind in ihrer Entwicklung schon ein paar Jahre unterwegs, die noch unbekannte Manganese X Energy kann sich ebenso rasant entwickeln.


Der Autor

André Will-Laudien

Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

Interessenskonflikt & Risikohinweis

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Geht es nach den aktiven Vorschlägen vieler Klimaschützer, fahren wir am besten alle mit dem Fahrrad. Denn die Klimamaßnahmen, hier insbesondere die CO2-Steuern, werden eine Bewegung mit fossiler Energie bald unmöglich machen. Im Oktober erreichte der Spritpreis E10 an manchen Tankstellen die 2,00 EUR-Marke. Damit ist das in den 90iger-Jahren formulierte Benzinpreis-Ziel der Grünen von damals 5,00 D-Mark zu 80% erreicht. Auf den Ölpreis berechnet, würde ein Liter rafinierter Treibstoff nur etwa 0,60 EUR kosten, der Rest setzt sich bekanntlich aus Abgaben und Steuern zusammen. Interessant ist, dass in Aufzeichnungen des Bundesrechnungshofs gerade die politischen Klimaschutz-Protagonisten mit herausragend vielen Autofahrten und Flugkilometern auffallen. Einschränken sollen sich anscheinend nur manche, andere eher privilegierte Gruppen, genießen dann eine freie Fahrt. Ist das die Zukunft der individuellen Mobilität?

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