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2020-10-14 05:50

Adyen, Ryanair, dynaCERT: Rendite dank Revolutionen

  • Revolution
Bildquelle: pixabay.com

Eine Branche umkrempeln und damit ein Vermögen machen? Der Begriff der Disruption ist spätestens seit Elon Musk ein geflügeltes Wort unter Investoren. Doch wie gelingt es eigentlich, eine Branche umzukrempeln und wie stehen die Revolutionäre von gestern da? Antworten auf diese Fragen bieten die Beispiele von drei Unternehmen, die verschiedener nicht sein könnten. Nachdem der Münchner Zahlungsdienstleister Wirecard in die Pleite geschlittert ist, fokussieren sich viele Investoren auf den niederländischen Konkurrenten Adyen. Der Zahlungsdienstleister ist digital und von Plattformen unabhängig. Wie sich das für ein innovatives Unternehmen der Branche gehört, wickelt Adyen Zahlungen mobil und in Ladengeschäften ab. Bereits seit 2017 hat das Unternehmen eine europäische Banklizenz und wächst seitdem rasant.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: CA26780A1084 , NL0012969182 , IE00BYTBXV33

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Inhaltsverzeichnis:


    Adyen: Disruptions-Story mit einem Haken

    Dass Adyen gut aufgestellt ist, zeigen einige Zahlen des ersten Halbjahrs. Trotz des Lockdowns, gelang es dem Unternehmen, die Zahl der Transaktionen um mehr als 20% zum Vorjahreszeitraum zu steigern. Ohne Pandemie wäre diese Zahl sicher noch deutlich höher ausgefallen. Um auch künftig auf dem Wachstumspfad zu bleiben, investiert das Unternehmen in die klügsten Köpfe und baut die IT aus.

    Das Ziel: Künftig immer mehr Kunden und immer mehr Transaktionen abwickeln. Da Adyen bereits heute profitabel ist, dürften die Gewinne nach dem zu erwartenden Wachstum noch deutlicher sprudeln. Zwar ist die Aktie bereits ambitioniert bewertet, doch hat der Wert noch immer Potenzial. Nach 170% Rendite in zwölf Monaten könnte aber auch bald eine kleine Korrektur einsetzen. Trotzdem bringt das Unternehmen vieles mit, was eine Disruptions-Story ausmacht.

    Ryanair zeigt sich in der Krise mutig

    Eine Revolution leitete einst auch Ryanair ein. Als hierzulande das Fliegen noch etwas Mondänes hatte, setzten die Iren bereits auf selbst ausgedruckte Tickets zum Schnäppchenpreis und teigige Sandwiches gegen Aufpreis. Der Pionier der Billigflieger hat zahlreiche neue Kunden gewonnen und die Art und Weise, wie wir fliegen verändert. Doch dieser Prozess ist bereits abgeschlossen. Heute sorgt ein neues Bewusstsein für Umweltschutz und CO2-Emissionen dafür, dass der kurze Trip nach London oder Rom für viele Kunden nicht mehr so verlockend klingt, wie noch vor fünf Jahren. Auch die Aktie hat das zu spüren bekommen. Von den Schockwellen durch die Pandemie ganz zu schweigen.

    Im ersten Quartal des Geschäftsjahres sank der Umsatz bei Ryanair um sage und schreibe 95%. Checkten vor einem Jahr noch mehr als 40 Mio. Passagiere ein, waren es im zweiten Quartal dieses Jahres gerade einmal noch 500.000. Trotzdem will Ryanair aus der Krise Profit schlagen und seine Flotte erweitern, um nach der Krise der Konkurrenz Marktanteile streitig zu machen. Obwohl viele Airlines wortwörtlich am Boden und die Aktien vorm Abgrund stehen, konnte Ryanair in den letzten 12 Monaten um immerhin 4% zulegen. Diese relative Stärke könnte ein gutes Zeichen sein. Das Papier bleibt aber dennoch sehr spekulativ.

    dynaCERT will dreckige Diesel grüner machen

    Als spekulativ gilt auch die Aktie von dynaCERT – dabei hat das Unternehmen sowohl Zeitgeist als auch Markt auf seiner Seite. dynaCERT bietet Umrüst-Kits für Dieselmotoren. Diese nutzen Wasserstoff als Katalysator und helfen dabei, Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß von alten Dieselmotoren zu senken. Wie das Unternehmen selbst meldet, sollen Einsparungen von bis zu 19% möglich sein. Im Fokus von dynaCERT stehen Kommunen und öffentliche Verkehrsbetriebe, welche den vorhandenen Fuhrpark kostengünstig modernisieren wollen. Ein Katalysator, von dynaCERT „HydraGEN“ (TM) genannt, variiert im Preis nach Größe, aber kann sich bereits innerhalb eines Jahres amortisieren.

    Investments sollten den Zeitgeist treffen

    An der Börse legte die Aktie von dynaCERT während der vergangenen zwölf Monate um 16,7% zu. Das Unternehmen ist aktuell mit 138 Mio. EUR bewertet und hat in den vergangenen Monaten verschiedene Kunden gewinnen können. Zuletzt stieg das Unternehmen gemeinsam mit einem Partner in die Logistik-Branche ein und stellte eine Software vor, die es Fuhrparkbetreibern erlaubt, Daten rund um logistische Abläufe in Echtzeit auszuwerten und zu interpretieren.

    Das Angebot steht neben Nutzern von HydraGEN (TM) auch allen anderen LKW-Flotten offen und soll das Flottenmanagement verbessern. Damit bleibt dynaCERT seiner Linie treu, mittels innovativer Lösungen neue Kunden zu gewinnen und für Wachstum zu sorgen. Um als Anleger von Disruption zu profitieren, kommt es entscheidend auf das Timing an. Wer zu spät investiert, zahlt womöglich einen Aufpreis. Auch kommt es auf den Zeitgeist an – dieser spricht aktuell beispielsweise gegen Titel wie Ryanair. Junge Unternehmen mit mehreren potenziellen Wachstumsfeldern, wie etwa dynaCERT, können für spekulativ-orientierte Investoren aber aussichtsreich sein.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    3. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen
    4. Software – Oberbegriff für unterschiedliche Arten von Programmen, die für den Betrieb von Computern notwendig sind.