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24.05.2022 | 05:08

Altech Advanced Materials, Varta, Mercedes – Hier geht es lang!

  • E-Mobilität
  • Batterien
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes sprechen eine klare Sprache. E-Autos werden immer stärker nachgefragt. Rund 90% der deutschen E-Auto-Produktion werden exportiert. „Made in Germany“ punktet also immer noch. Die Leistungsfähigkeit der Batterien, eine ausreichende Infrastruktur sowie die Verfügbarkeit von essenziellen Rohstoffen wie Lithium sind wichtige Stellschrauben einer schnellen Marktdurchdringung. Innovationen bleiben dabei immer Trumpf. Hier muss sich Deutschland keinesfalls verstecken.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , ALTECH ADV.MAT. NA O.N. | DE000A2LQUJ6 , MERCEDES-BENZ GROUP AG | DE0007100000

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Inhaltsverzeichnis:


    Altech Advanced Materials - Vor-Machbarkeitsstudie unterstreicht großes Potenzial

    Die Ergebnisse der Vor-Machbarkeitsstudie (Pre-Feasibility Study, PFS) für das geplante Werk für keramische Beschichtung von Anodenverbundmaterial in Schwarze Pumpe südlich von Cottbus haben die Aktie zwischenzeitlich deutlich belebt. Denn der Marktkapitalisierung des Micro Caps von aktuell knapp 7 Mio. EUR steht ein vielfach höherer Potenzialwert gegenüber.

    Das Heidelberger Unternehmen entwickelt innovative Verfahren, um Batterien deutlich leistungsfähiger zu machen. Durch die Nanobeschichtung von Batteriematerialien mit hochreinem Aluminiumoxid und einer Anreicherung von Silizium kann die Ablagerung von Lithiumteilchen an den Elektroden verhindert werden. Das Problem gängiger Verfahren, die schon nach dem ersten Laden zu einem Kapazitätsverlust führen, wird somit behoben.

    Das Unternehmen erwartet, dass mit Einsatz des keramisch beschichteten Anodenverbundmaterials Batterien mit 30% höherer Energiedichte und verbesserter Batterielebensdauer entwickelt werden können. Diese Technologie könnte sich somit als Game Changer erweisen.

    Der Nettobarwert (NPV) vor Steuern des Projekts liegt laut PFS bei rund EUR 420 Mio. EUR! Damit beträgt der Wert des Besitzanteils der Heidelberger von 25% rund 105 Mio. EUR. Die hohe Rentabilität spiegelt sich zudem in einem internen Zinsfuß (IRR) von 40% und einer Amortisationszeit der Investitionen von lediglich 3,1 Jahren wider. Bei einer vollen Produktionsauslastung können 10.000 Tonnen pro Jahr (tpa) produziert werden. Durchschnittlich erwartet die Gesellschaft einen operativen Jahresgewinn (EBITDA) von rund 52 Mio. EUR.

    Angesichts des technologischen Potenzials der Altech-Lösung und der hohen erwarteten Rendite sollte sich mittelfristig die Bewertungsdiskrepanz zwischen Börsenwert und Projektwert stark reduzieren.

    Varta – Deutliche Erholung im zweiten Halbjahr prognostiziert

    Nach einem durch den Ukraine-Krieg und den Langzeitfolgen von COVID-19 geprägten Auftaktquartal, in dem Erlöse und operativer Ertrag sanken, bereiteten die Süddeutschen die Anlegergemeinde auf ein schwieriges Q2 vor. Für das zweite Quartal hat die Gesellschaft Umsätze zwischen 195 und 205 Mio. EUR und ein bereinigtes EBITDA zwischen 34 und 38 Mio. EUR in Aussicht gestellt.

    Der Konzern rechnet im zweiten Halbjahr mit neuen Produkteinführungen von Kunden wie Samsung oder Apple, wodurch die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Knopfzellen für kabellose Kopfhörer wieder deutlich anziehen sollte. Aus diesem Grund bestätigte Varta die Guidance für das Gesamtjahr mit einem Konzernumsatz zwischen 950 Mio. und 1 Mrd. EUR, was einem Zuwachs von bis zu rund 10% entspricht.

    Berenberg und JP Morgan, formulieren für die Anteilsscheine ein Kursziel von 95 EUR. Daraus errechnet sich ein Potenzial von rund 20%. Die Gesellschaft ist mit 3,2 Mrd. EUR somit mit dem gut dreifachen des erwarteten Umsatzes 2022 bewertet. Das 2022er KGV beträgt laut durchschnittlicher Analystenerwartung sportliche 30 und sind sinkt im Folgejahr auf 25. Mehr Visibilität hinsichtlich des E-Mobility-Geschäfts, d.h. der geplanten Produktion von hochleistungsfähigen Batterien, sollte der Aktienkursentwicklung helfen.

    Mercedes – „Klasse statt Masse“

    Durch die Abspaltung der Auto- und Transportsparte (Daimler Truck Holding) vor einigen Monaten, fokussiert die Mercedes Holding ihre Strategie. Der Konzern will Mercedes als Luxusmarke in den Vordergrund rücken. Denn in Zeiten von Halbleitermangel und Lieferkettenstörungen lassen sich im hochpreisigen Segment Preissteigerungen unproblematisch an die kaufkräftige Klientel weitergeben.

    Aber auch das Thema E-Mobilität ist ein strategischer Eckpfeiler. Schon im letzten Jahr hatte das Unternehmen bekannt gegeben, diesen Bereich zu forcieren. Die Daten des Außenhandels der deutschen Autoindustrie stützen diese Pläne. Das Statistische Bundesamt gab kürzlich bekannt, dass ca. 90% der rund 328.000 in Deutschland produzierten E-Autos im Wert von 12,6 Mrd. EUR exportiert wurden. Für das Vereinigte Königreich, die USA und Norwegen war die höchste Nachfrage zu verzeichnen.

    Anleger, die vor 12 Monaten beim Unternehmen eingestiegen sind konnten sich zwischenzeitlich über eine Dividendenzahlung von 5 EUR je Anteilsschein im April freuen. Der Aktienkurs hat sich unter dem Strich jedoch nicht bewegt. Analysten trauen der Aktie durchschnittlich ein Aufwärtspotenzial von gut 40% zu. Die Unternehmensbewertung ist mit einem KGV von 5 bis 6 für das laufende und das nächste Geschäftsjahr als moderat einzustufen.


    E-Mobility Lösungen made in Germany - dafür stehen die drei genannten Unternehmen. Mercedes und Varta haben hoch gesteckte Ziele formuliert. Altech könnte mit seinen Innovationen die Branche umkrempeln. Dann sollte sich der Aktienkurs auf einem ganz anderem und wesentlich höheren Niveau bewegen.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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