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17.03.2021 | 05:05

BP, Saturn Oil + Gas, Nio – Energiewende: Kommt alles ganz anders?

  • Energie
Bildquelle: pixabay.com

Politik und Wirtschaft pumpen Milliarden in alternative Energien, die Ablösung der Verbrenner durch Elektroautos ist bereits beschlossene Sache und Stromversorgung erfolgt in Zukunft dezentral. Somit scheint das Ende des Erdölzeitalters nahe. Sogar einer der Branchenführer, BP, sieht im Zuge der Energiewende den vermeintlichen Niedergang der fossilen Brennstoffe und ist auf der Suche nach alternativen Geschäftsfeldern. Der Ölpreis jedoch hat, von Experten im Vorjahr noch ausgeschlossen, bereits nach einem Jahr das Vorkrisenniveau erreicht. Aktuell wird von einem bevorstehenden „Öl-Superzyklus“ mit Kurszielen von knapp 200 USD pro Barrel gesprochen. Extrem profitieren werden davon die Produzenten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CA80412L1076 , GB0007980591 , US62914V1061

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Inhaltsverzeichnis:


    Der Markt macht den Preis

    Die Aufhebung der Lockdowns in mehreren Ländern wird von den Marktteilnehmern als Zeichen für eine mögliche Rückkehr zur Normalität gesehen. Weltweit befreien sich die Volkswirtschaften aus dem Stillstand und fahren die Produktionen hoch. Somit wird auf der einen Seite mehr Öl benötigt, auf der anderen Seite besteht durch die Politik der OPEC-Mitgliedsländer immer noch eine Versorgungslücke.

    Bereits im Juni 2000, kurz nach dem Ölpreis-Crash, hatte der JP Morgan ein derartiges Szenario vorhergesagt. So sahen sie voraus, dass die überversorgten Ölmärkte ab 2022 in ein „grundlegendes Angebotsdefizit“ laufen könnten. Ein „Öl-Superzyklus“ sei möglich, bei dem der Ölpreis auf 190 US-Dollar pro Barrel steigen könnte. Laut Bloomberg ist die Nachfrage nach Call- Optionen auf einen Ölpreisanstieg über 100 Dollar für den Brent-Kontrakt mit der Laufzeit Dezember 2022 in den letzten Tagen extrem angestiegen.

    Auf der Zielgeraden

    Der mögliche Superzyklus, der laut den Experten bis 2025 andauern sollte, wäre natürlich Wasser auf die Mühlen der Ölproduzenten. Bei einem derartigen Preisniveau sollten sich sogar Schwergewichte wie Exxon Mobil, BP oder Total mehr als vervielfachen. Noch mehr Hebel versprechen bei einem explodierenden Markt die kleineren Player. So produziert Saturn Oil & Gas den Barrel für 12 USD, während die Ölgiganten 30 USD auf den Tisch legen müssen.

    Diese niedrige Kostenstruktur will Saturn Oil & Gas auch zukünftig beibehalten. Laut des Managements ist dies einfacher zu erreichen, größere Konkurrenten, die während der Corona-Pandemie in Existenznöte geraten sind, zu übernehmen, als selbst zu bohren. So wurde bereits im vergangenen Jahr begonnen, geeignete Übernahmeziele zu identifizieren. Aktuell laufen seit Wochen Due-Dilligence-Prüfungen. So sollte in naher Zukunft eine Akquisition vermeldet werden. Der Börsenwert von Saturn Oil & Gas liegt aktuell bei knapp 22 Mio. EUR. Sollte die Übernahme durchgehen, wäre das Kursniveau um 0,09 EUR als günstig anzusehen.

    Die Suche nach Alternativen

    Wie bereits oben erwähnt sieht der Branchenprimus BP bereits das Ende des Ölzeitalters voraus. Auf Öl soll das Zeitalter dezentraler Stromerzeugung folgen, in dem Energie mit einer smarten Infrastruktur verteilt wird und keine fossilen Brennstoffe mehr benötigt werden. Nun sitzt der Energie- und Mineralölkonzern zusammen mit Tochter Aral beim von Volkswagen veranstalteten „Power Day“ in der ersten Reihe. Im Jahre 2020 geht es aber nicht mehr um das schwarze Gold, sondern wie die Zukunft der Elektromobilität gestaltet werden soll. So wollen Volkswagen mit den beiden Unternehmen die europaweite Ausweitung des öffentlichen Verkaufsnetzes für elektrische Fahrzeuge besprechen.

    Das Ziel ist zudem, bis zum Jahre 2025 18.000 neue Schnellladepunkte an attraktiven Orten zu installieren. Die Idee liegt nahe, die bisher üblichen Tankstellen in Ladestationen für Elektroautos umzugestalten. Den aktuellen Mangel an E-Tankstellen will der Bund bis Ende 2023 mit fast 2 Mrd. EUR fördern, um 1000 Schnelladestationen neu zu erschaffen. In einer Allensbach-Umfrage ist der Mangel an Ladestation neben geringer Reichweite und hoher Preis der Hauptpunkt, warum sich die Mehrheit der Deutschen immer noch lieber einen Verbrenner in die Garage stellen würden.

    Bereit für den Massenmarkt

    Nio, ein Elektroautobauer aus dem Premiumsegment, plant den Einstieg in den Massenmarkt. Zum Erfolg verhelfen soll der Kooperationspartner der Volkswagen AG, der Auftragshersteller JAC. Das Joint Venture mit dem Namen „Jianglai Advanced Manufacturing Technology (Anhui) Co. Ltd.", an dem Nio mit 51% die Mehrheit halten wird, soll die Zusammenarbeit in den Segmenten Fertigung, Dienstleistungen und Lieferkette im Zusammenhang mit intelligent vernetzten NEV-Fahrzeugen beinhalten. Der Schwerpunkt soll in der Forschung und Entwicklung des autonomen Fahrens liegen.

    Rückenwind bekam der chinesische Autobauer von der japanischen Großbank Mizuho. So wurde Nio mit einem Buy-rating ersteingestuft. Der Grund für den Optimus des Analysten liege darin, dass der Konzern Marktführer und Innovator im weltgrößten Automarkt China sei. Die Aktien des Unternehmens konnten darauf hin deutlich zulegen. Im Moment bremst der Widerstandsbereich bei 45 USD. Ein nachhaltiges Überwinden hätte die 50 USD-Marke als kurzfristiges Kursziel zur Folge.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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