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27.02.2023 | 05:00

BYD, First Hydrogen, Daimler Truck – Kampf der Antriebssysteme

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Bildquelle: pixabay.com

In den letzten Jahren hat sich die Debatte um die Zukunft der Mobilität stark auf die herkömmlichen PKWs konzentriert. Dabei sind es die Nutzfahrzeuge, die für den Großteil der Emissionen verantwortlich sind. Hier rückt mittlerweile der Wettbewerb zwischen Elektromobilität und Wasserstoff als Antriebssysteme für LKWs und Vans in den Fokus der Diskussion. Während die Elektromobilität schon seit einigen Jahren auf dem Vormarsch ist, gewinnt auch Wasserstoff als alternativer Antrieb immer mehr an Bedeutung. Im Gegensatz zu Batterien können Brennstoffzellenfahrzeuge mit Wasserstoff als Treibstoff eine deutlich höhere Reichweite erzielen. Ein weiterer Vorteil von Wasserstoff als Antriebssystem ist die kurze Betankungszeit. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an, die unterschiedliche Ansätze verfolgen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , Daimler Truck Holding AG | DE000DTR0013

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Inhaltsverzeichnis:


    Jerre Foo, Corporate Development Executive, Silkroad Nickel
    "[...] China hat sich zur Produktionshauptstadt der Welt entwickelt, und aufgrund seiner Infrastruktur, Expertise und Fähigkeiten hat sich Silkroad Nickel strategisch positioniert, um mit chinesischen Unternehmen aus der Edelstahl- und Elektrofahrzeugindustrie zusammenzuarbeiten [...]" Jerre Foo, Corporate Development Executive, Silkroad Nickel

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    BYD – Absatzrückgang im Januar

    Der chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen (EV) BYD hat Tesla überholt und ist laut Bloomberg mit 1,87 Millionen Auslieferungen im Jahr 2022 gegenüber 1,3 Millionen bei Tesla der weltweit meistverkaufte EV-Hersteller. Der Großteil des Umsatzes wird in China erzielt und es sind hauptsächlich PKWs die verkauft werden. Das Segment Nutzfahrzeuge konzentriert sich vor allem auf elektrifizierte Busse. Das Unternehmen strebt für die Zukunft eine globale Expansion an. Der Eintritt in den japanischen Markt ist bereits vollzogen. In Europa sollen zwei Fabriken gebaut werden.

    Nachdem die Absatzzahlen 2022 von einem Rekord zum nächsten geeilt sind gab es im Januar einen ersten Rückschlag. Wurden im Dezember noch 235.197 Fahrzeuge produziert und davon 235.197 verkauft lagen die Zahlen im ersten Monat 2023 nur bei 154.188 produzierten und 151.341 abgesetzten Einheiten. Ein Minus von fast 35% gegenüber dem Vormonat. Vergleicht man es mit Januar 2022 steht eine Steigerung von gut 62% zu Buche. Der Januar zählt in China generell zu den schwächsten Monaten, da dort das Neujahrsfest gefeiert wird.

    Die kommenden Absatzzahlen sollte man sich also genauer ansehen. Positiv ist zu werten, dass BYD im Gegensatz zur Konkurrenz wie Tesla und Nio seine Preise in China nicht senken musste. Das beeindruckt auch Charlie Munger, der allerdings zuletzt mit Buffets Berkshire Hathaway viele Aktien verkauft hat. Grund dafür ist die deutlich gestiegene Bewertung. Diese Aussagen dürften mit für die jüngste Korrekturbewegung sein. Momentan notiert die Aktie bei 26,34 EUR. Es bleibt abzuwarten, ob die Fahrzeuge außerhalb von China genauso viel Anklang finden wie im Reich der Mitte.

    First Hydrogen – erste Bilder von den Fahrzeugen der 2. Generation

    First Hydrogen hat in Zusammenarbeit mit Ballard Power und AVL Powertrain UK einen wasserstoffbetriebenen Lieferwagen entwickelt. Die ersten Testfahrzeuge erhielten Mitte Oktober die Straßenzulassung und werden seit November ausgiebig getestet. Im Vergleich zu Elektrotransportern haben die Fahrzeuge eine höhere Reichweite von 400 bis 600 km und können innerhalb weniger Minuten mit 700 bar betankt werden. Ab März 2023 startet die Betriebserprobung. Dann werden die Fahrzeuge von Flottenbetreibern des britischen Aggregated Hydrogen Freight Consortium eingesetzt, zu denen nationale Supermärkte, Versorgungsunternehmen, Pannendienste und Gesundheitsdienste gehören. First Hydrogen plant zudem Tankstellen zu entwickeln und in die Produktion von grünem Wasserstoff einzusteigen.

    Seitansicht des Vans Quelle: First Hydrogen

    Parallel arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit der EDAG Group an der 2. Generation ihrer emissionsfreien leichten Nutzfahrzeuge. Am 27. Januar wurden die ersten Bilder veröffentlicht. Die Entwürfe können auf verschiedene Fahrzeughöhen und -längen skaliert werden, so dass modulare Fahrzeuge entstehen, die an den betrieblichen Einsatz angepasst und für eine breite Palette von Anwendungen eingesetzt werden können. Der Green Deal Industrial Plan der EU, der hunderte Mrd. EUR für eine klimaneutrale EU Industrie bereitstellt, kommt für First Hydrogen zur rechten Zeit, denn Anfang 2024 sollen die leichten Nutzfahrzeuge auch über Europas Straßen rollen. Dazu werden aktuell potentielle Flottenbetreiber identifiziert.

    Am 21. Februar wurde das Unternehmen als eines der Top-50 Unternehmen an der TSX Ventures Exchange ausgezeichnet. CEO Balraj Mann kommentierte: „Das Hydrogen-as-a-Service-Modell (Wasserstoff als Dienstleistung) des Unternehmens ist eine treibende Kraft hinter unserem Erfolg.“. Weitere Informationen finden Sie unter researchanalyst.com oder Sie sehen sich die Unternehmenspräsentation vom International Investment Forum an, dass auf YouTube verfügbar ist. Die Aktie befindet sich seit Dezember in der Konsolidierung und ist mittlerweile in ihrer Unterstützungszone von 3,38 CAD bis 3,64 CAD angekommen, von wo aus der Rebound erfolgen sollte. Aktuell ist die Aktie für 3,58 CAD zu haben.

    Daimler Truck – Zusammenarbeit mit Deutz

    Setzte man zu Beginn bei Daimler Truck auf die Elektromobilität, so hat mittlerweile ein Umdenken eingesetzt und das Unternehmen fährt zweigleisig. Auch wenn der Elektroantrieb einen Entwicklungsvorsprung hat, so will man in Zukunft den Kunden je nach Anwendungsgebiet eine passende Lösung anbieten können. Denn die aktuellen Vorteile bei der Betankungszeit und Reichweite könnten den Ausschlag geben, dass sich der Frachtverkehr in Zukunft auf den Wasserstoffantrieb festlegen wird.

    Dazu passt auch die Meldung, dass Daimler Truck North America sich mit Forschern der Oregon State University zusammengetan hat, um einen schweren Brennstoffzellen-Lkw für den Regional- und Langstreckentransport zu entwickeln. Der Lkw soll eine Reichweite von 600 Meilen (965 Kilometer) haben und dank neuer Leistungselektronik, Motoren und Energiemanagement-Tools die Nutzlastkapazität beibehalten. Das Projekt zielt auf eine Lebensdauer der Brennstoffzelle von 25.000 Stunden ab. Die Tochtergesellschaft von Daimler Truck erhielt für das Projekt einen Zuschuss in Höhe von 25,8 Mio. USD aus dem SuperTruck 3-Programm des US-Energieministeriums.

    Zuletzt ging es in den Nachrichten vor allem um die Zusammenarbeit mit dem Motorenhersteller Deutz. Deutz hat sich Zugriff auf die Daimler Motoren und die On-Highway-IP-Rechte gesichert. Im Gegenzug erhält Daimler Truck einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag sowie rund 5,285 Mio. Aktien. Damit hält Daimler Truck 4,19% an der Deutz AG. Die Aktie ist momentan für 30,00 EUR zu haben und kommt damit auf eine Dividendenrendite von knapp 5%. Gelingt es dem Konzern, die Wasserstofftechnologie erfolgreich umzusetzen, hat die Aktie Aufwärtspotential.


    Je nach Anwendungsgebiet haben wohl beide Antriebssysteme ihre Daseinsberechtigung. Die Transportbranche muss über kurz oder lang ihre Dieselflotten austauschen, wenn man klimaneutral werden will. BYD hat erstmals seit langer Zeit keine neuen Absatzrekorde vermelden können. First Hydrogen kommt offensichtlich gut mit der 2. Generation seiner leichten Nutzfahrzeuge voran. Daimler Truck will im Wasserstoffbereich aufholen und arbeitet in Zukunft enger mit der Deutz AG zusammen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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