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06.01.2022 | 05:08

Gazprom, Desert Gold, TeamViewer – Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

  • Gold
  • Rohstoffe
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Chance und Risiko bei der Geldanlage sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Wenn der Markt über längere Zeit Chancen verkennt oder Risiken über Gebühr einpreist, ergeben sich Investmentgelegenheiten. Timing und Anlagehorizont gehören ebenso zur Entscheidungsfindung. Die drei genannten Aktien befinden sich in einer spannenden Phase. Grund genug für einen näheren Blick.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 , GAZPROM ADR SP./2 RL 5L 5 | US3682872078 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900

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Inhaltsverzeichnis:


    Gazprom – KGV von 3!

    Der größte Erdgasproduzent der Welt ist ein klassisches Beispiel, wie politische Risiken und Länderrisiken sich negativ auf die Unternehmensbewertung auswirken können. Gazprom kontrolliert die Gaswirtschaft Russlands zu einem hohen Maße und besitzt das Monopol für den Erdgasexport. Das Unternehmen besitzt das weltgrößte Erdgasfernleitungsnetz mit einer Gesamtlänge von 171.200 km. Die Russen stehen für 15% der globalen Produktion. Der Großteil wird im eigenen Land verbraucht, darüber hinaus erfolgt der Export in über 30 Länder.

    Durch die Inbetriebnahme der Ostseepipeline Nord Stream 2 könnte der russische Staatskonzern seinen Fußabdruck in Europa nochmals deutlich erweitern. Trotz aller Probleme erscheint ein Start in diesem Jahr wahrscheinlich. Der Branchenprimus bringt es auf eine Marktkapitalisierung von 111 Mrd. USD und ist damit lediglich mit dem 0,7-fachen des erwarteten 2022er Umsatzes bewertet. Auf der Ertragsseite werden die Abschläge noch deutlicher. Das 2022er KGV liegt bei bescheidenen 3! Vergleichbare Rohstoffgesellschaften sind mindestens doppelt so hoch bewertet. Analysten trauen den Anteilsscheinen in diesem Jahr einen Anstieg um 27% zu. Die geschätzte Dividendenrendite von 15% gibt es obendrauf.

    Desert Gold Ventures – Der Januar wird heiß!

    Desert Gold Ventures konzentriert sich auf Goldvorkommen im westafrikanischen Mali. Der Staat ist der viertgrößte Goldproduzent des Kontinents. Das SMSZ-Projekt, welches nach der Shearzone zwischen Senegal und Mali (Senegal-Mali Shear-Zone) benannte wurde, ist das entscheidende Asset. Mit einer riesigen Fläche von 410 qkm ist die Liegenschaft das größte, zusammenhängende nicht-produzierende Landpaket der Region.

    Die geographische Nähe zu mehreren produzierenden Tier-1-Goldminen unterstreicht das Potenzial. Ende des Jahres berichtete die Gesellschaft u.a. über neue Bohrziele. Wesentlich wichtiger war jedoch die Ankündigung, dass noch im Januar die erste NI 43-101-konforme Ressource für das Projekt SMSZ veröffentlicht werden soll. Dann sollte die Aktie wesentlich höher notieren. Derzeit liegt die Marktkapitalisierung bei moderaten 21 Mio. CAD.

    Kürzlich gaben die Kanadier bekannt, auf Gourbassi West North Zone mit Nachfolge-Bohrungen auf einer geplanten Länge von 1.500m gestartet zu haben. Das Zielgebiet Gourbassi West North befindet sich im südwestlichen Teil des SMSZ-Projekts und zeigte eine neue oberflächennahe Goldentdeckung im letzten Jahr. Nach Abschluss der Bohrkampagne werden die nahegelegenen Zonen Mogoyafara South und Linnguekoto West in Angriff genommen.

    Jared Scharf, President und CEO von Desert Gold, sagte: „Nachdem wir in der letzten Saison von den Regenfällen verjagt wurden und nur einen Bohr-Fence auf diesem Ziel abschließen konnten, freuen wir uns sehr, dass wir so bald wieder bohren können. Dieses Ziel ist sehr aufregend, da es die breiteste Goldzone zu sein scheint, die wir auf dem gesamten Grundstückspaket gesehen haben. Dieses erste Programm sollte rasch abgeschlossen werden und die Ergebnisse werden veröffentlicht, sobald sie vorliegen."

    TeamViewer – Noch nicht geschafft

    Auch die beste Jurisdiktion oder die Besetzung von Megatrends helfen nichts, wenn eine Gesellschaft die falschen Schwerpunkte setzt. Das 2005 gegründete Unternehmen aus Göppingen hat sich als ein wichtiger Anbieter von Konnektivitätslösungen etabliert. Diese ermöglichen es, aus der Ferne auf Geräte aller Art zuzugreifen, sie zu steuern, zu verwalten, zu überwachen und zu reparieren. Die Software von TeamViewer wurde weltweit auf mehr als 2,5 Milliarden Geräten installiert. Neben Privatkunden zählt die Gesellschaft auch über 600.000 zahlende Unternehmenskunden.

    Die Börsengeschichte starte auch gut und die Aktie galt als digitaler Coronaprofiteuer. Doch 2021 kam der Absturz. Viel zu teure Sponsoringverträge, die das Unternehmen ungefähr 10% des Umsatzes kosten, ein schwächer als erwarteter Geschäftsverlauf und Gewinnwarnungen ließen die Anteilsscheine einbrechen. Auf dem Weg das verlorene Investorenvertrauen zurückzugewinnen, war der Weggang des CFO eine unbedeutende Randnotiz. Die Frage nach der langfristigen Profitabilität des Geschäftsmodells steht im Raum. Mit einer Marktkapitalisierung von 2,4 Mrd. ist die Gesellschaft immer noch mit dem fünffachen des Umsatzes bewertet. Sollte TeamViewer nicht bald positiv überraschen, könnte die Aktie noch weiter nachgeben und dann wären die Göppinger ein Übernahmeziel.


    Gazprom lockt mit einer sehr niedrigen Unternehmensbewertung und einer fürstlichen Dividende. TeamViewer ist eine Turnaround-Spekulation, wobei eher noch tiefere Kurse wahrscheinlich sind. Größtes Potenzial machen wir bei der Aktie von Desert Gold aus. Die Größe und Qualität des Projekts werden geduldige Anleger nicht enttäuschen. Noch in diesem Monat wird die erste Ressourcenschätzung veröffentlicht.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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