Menü schließen




17.06.2026 | 05:30

Goldboom dank Friedensdividende – Barrick Mining, DRC Gold und Agnico Eagle im Check

  • Barrick Mining
  • DRC Gold
  • Agnico Eagle
  • Gold
  • Goldpreis
  • Kupfer
  • Spin-Off
  • Kongo
  • Giro
  • Nizi
  • Mineralressourcenschätzung
  • Finnland
Bildquelle: pixabay.com

Die jüngste geopolitische Entspannung im Nahen Osten sendet Schockwellen durch die Energiemärkte und das mit erfreulichen Nebenwirkungen für die Goldförderindustrie. Sinkende Ölpreise senken die Produktionskosten der Bergbauunternehmen und lassen die Gewinnmargen steigen, noch bevor der Edelmetallpreis selbst reagiert. Während die Märkte die friedensbedingte Entlastung noch verdauen, verbessern sich die fundamentalen Bedingungen für die Branche spürbar. Wir sehen uns daher den Branchenprimus Barrick Mining, DRC Gold als Wachstumsstory im afrikanischen Goldgürtel und Agnico Eagle mit seinem robusten Asset-Portfolio genauer an.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , DRC GOLD CORP. | CA23347H1064 | CSE: DRC , AGNICO EAGLE MINES LTD. | CA0084741085

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Mining – Rekordgewinne und Milliarden-Rückkauf

    Die jüngsten Quartalszahlen von Barrick Mining lesen sich wie ein Lehrbuchbeispiel für operative Hebelwirkung in einem starken Rohstoffumfeld. Während die Goldproduktion im Jahresvergleich um 5 % auf 719.000 Unzen zurückging, katapultierte der realisierte Goldpreis von 4.823 USD pro Unze den Nettogewinn auf 1,6 Mrd. USD, ein Anstieg von 256 %. Die All-in-Sustaining-Costs sanken gleichzeitig um 4 % auf 1.708 USD pro Unze, was die Effizienzgewinne unterstreicht. Diese Konstellation aus moderat sinkender Produktion bei deutlich steigenden Margen zeigt, wie sensibel Barrick auf Preisbewegungen reagiert und zugleich die Kosten im Griff behält. Das Übertreffen der eigenen Produktionsprognose um fast 6 % spricht für sich.

    Die Transformation der Bilanz ist bemerkenswert. Aus einer Nettoverschuldung von 623 Mio. USD wurde innerhalb eines Jahres eine Netto-Cash-Position von 2,4 Mrd. USD. Der operative Cashflow verdoppelte sich auf 2,55 Mrd. USD, der freie Cashflow stieg um 195 %. Vor diesem Hintergrund hat der Verwaltungsrat ein Aktienrückkaufprogramm über 3 Mrd. USD aufgelegt. Bei den aktuellen Kursen könnte die geplante Ausschüttung von 50 % des zurechenbaren freien Cashflows eine Gesamtrendite von über 3 % abwerfen. Zusätzlich könnte der anvisierte Börsengang des Nordamerika-Geschäfts Ende des Jahres als Werttreiber dienen. Reine US-Goldproduzenten erzielen am Markt meist deutlich höhere Bewertungsmultiplikatoren.

    Was die Produktion angeht, bleibt das Unternehmen bei der Prognose für 2026 von 2,90-3,25 Mio. Unzen. Traditionell läuft die zweite Jahreshälfte besser. In Sambia läuft die Erweiterung des Lumwana-Kupferprojekts nach Plan und bis 2028 könnte sich die dortige Förderung beinahe verdoppeln. Und auch das Fourmile-Projekt in Nevada macht Fortschritte. Sollte es so weitergehen, könnte sich das Areal in den frühen 2030ern zu einem echten Tier-1-Asset entwickeln bei einer Jahresproduktion von über 600.000 Unzen. Allerdings ruht das Reko-Diq-Projekt in Pakistan bis mindestens Mitte 2027. Analysten sind geteilter Meinung. Während einige Kurspotenziale sehen warnen andere vor einer bereits eingepreisten Stärke. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 11 ist die Aktie, die derzeit bei 41,83 USD handelt, nicht teuer.

    DRC Gold - der Goldschmied kehrt zurück

    Klaus Eckhof, der Architekt hinter der gigantischen Kibali-Entdeckung, wagt mit DRC Gold den nächsten Coup im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Sein neues Vehikel sicherte sich das Giro-Projekt, nur 35 km von seiner ursprünglichen Erfolgsgeschichte entfernt. Die historische JORC-Ressource von 4,4 Mio. Unzen bei 1,1 g/t stammt aus Zeiten eines Goldpreises von 1.100 USD. Bei den aktuell viel höheren Goldpreisen entfaltet sich hier ein beachtliches Wertsteigerungspotenzial. Die Erze lassen sich mit einer Gewinnungsrate von über 90 % problemlos aufbereiten, und die Tagebau-freundliche Lagerstätte verspricht eine wirtschaftlich äußerst attraktive Förderung.

    Eckhofs Team hat bereits bewiesen, wie effizient es im Kongo arbeiten kann: Kibali schaffte den Sprung zur Produktion in nur vier Jahren. Mit David Wargo, der direkt aus dem Sprott-Ökosystem kommt, verstärkt ein ausgewiesener Finanzierungsexperte das Board of Directors. Seine Kontakte öffnen Türen für die nächsten Wachstumsphasen. Die Infrastruktur vor Ort ist weitgehend vorhanden, und die Umstellung auf den aktuellen 43-101-Standard steht unmittelbar bevor, was das Projekt zusätzlich aufwerten wird. Die Ambition reicht aber weit über Giro hinaus. Das Nizi-Projekt, eine historische Mine aus den 1930er-Jahren mit damaligen Spitzengehalten von bis zu 15 g/t, wartet auf seine erste systematische Bohrkampagne.

    Das Team hat sich ein ambitioniertes Ziel von 6 - 7 Mio. Unzen für beide Projekte zusammen innerhalb von 2 Jahren gesteckt. Wird dieses Ziel auch nur ansatzweise erreicht, steht nicht nur eine Neubewertung an, sondern auch die großen Produzenten werden sich das Unternehmen dann sicherlich genauer ansehen. Insgesamt hat sich DRC jeweils 65 % der Anteile an den beiden Projekten gesichert. DRC zahlt hauptsächlich in Aktien und die ersten 25 Mio. wurden im Mai an Vertex Wealth Limited zu 0,195 CAD ausgegeben. Die Aktien unterliegen einer Lock-up-Frist. Für Anleger, die an afrikanischen Goldprojekten interessiert sind, zeichnet sich hier ein Szenario ab, das an die Anfänge von Kibali erinnert. Es gibt ein erfahrenes Team, einen klaren Fahrplan und einen Goldpreis, der die Zahlen noch einmal deutlich schöner aussehen lässt. Aktuell notiert die Aktie bei 0,24 CAD.

    Agnico Eagle - Rekordquartal und milliardenschwere Weichenstellungen

    Agnico Eagle übertraf im 1. Quartal 2026 die Markterwartungen deutlich. Der bereinigte Gewinn je Aktie von 3,41 USD und der Umsatz von 4,1 Mrd. USD markieren neue Bestmarken. Die Produktion von 825.109 Unzen Gold entspricht rund 24 % der Jahresprognose. Das ist beachtlich, da das zweite Halbjahr traditionell stärker ins Gewicht fällt. Die All-In Sustaining Costs von 1.483 USD je Unze sind zwar gestiegen, doch bei den hohen Goldpreisen bleiben die Margen auf einem hohen Niveau. Der operative Cashflow von 1,35 Mrd. USD untermauert die finanzielle Stärke, auch wenn saisonale Steuerzahlungen und höhere Investitionen das Bild zeitweise trüben.

    Zwei Entscheidungen des Managements stechen hervor. Die Investitionsfreigabe für Hope Bay in Nunavut über 2,4 Mrd. USD sichert langfristiges Arktis-Wachstum. Es sind 400.000-435.000 Unzen jährlich über 11 Jahre, mit erheblichem Explorationspotenzial. Parallel dazu konsolidiert Agnico Eagle mit der Übernahme von Rupert Resources, Aurion Resources und dem Erwerb von B2Gold's 70 %-Anteil am Fingold-Joint-Venture sein Engagement im finnischen Zentral-Lappland. Die 3 Transaktionen im Wert von rund 3,6 Mrd. USD schaffen eine neue regionale Plattform von 2.500 km² und haben das Potenzial für rund 500.000 Unzen Jahresproduktion aus Kittilä und Ikkari.

    Mit über 3,1 Mrd. USD an liquiden Mitteln und einer Nettoverschuldung von lediglich 196 Mio. USD verfügt Agnico Eagle über außergewöhnliche Flexibilität. Die erhöhte Quartalsdividende von 0,45 USD und das neue Aktienrückkaufprogramm über 2 Mrd. USD signalisieren Vertrauen in die künftige Cashflow-Generierung. Die Produktionsprognose für 2026 bleibt bei 3,3-3,5 Mio. Unzen bestätigt. Analysten sehen trotz der jüngsten Korrektur Aufwärtspotenzial. Die Kombination aus operativer Exzellenz, strategischen Akquisitionen und einer makellosen Bilanz positioniert Agnico Eagle als einen der robustesten Goldproduzenten für Investoren. Momentan kostet die Aktie 171,80 USD.


    Die Goldbranche profitiert von fallenden Ölkosten und einem immer noch hohen Edelmetallpreis. Barrick Mining nutzt diese Phase mit einem Milliarden-Rückkauf und makelloser Bilanz, während Agnico Eagle mit milliardenschweren Übernahmen in Finnland und dem Hope-Bay-Ausbau langfristig auf Wachstum setzt. DRC Gold hingegen bietet mit dem erfahrenen Eckhof-Team eine Wette auf eine Neuauflage des Kibali-Erfolgs im Kongo.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 16.06.2026 | 05:15

    Faktencheck des angehenden Goldproduzenten Lahontan Gold – Kursanstieg vorprogrammiert?

    • Gold
    • Goldproduzent
    • Investment

    Lahontan Gold befindet sich mitten in einer richtungsweisenden Transformation. In deren Verlauf sollten deutlich höhere Aktienkurse winken. Die Kanadier verfolgen einen engmaschigen Zeitplan, um die geplante Goldmine am Top-Standort Nevada bis Ende 2027 in Produktion zu bringen. Auf dem Weg dahin ist üppiger und positiver Newsflow zu erwarten. Schon in Kürze sollte mit der aktualisierten Ressourcenschätzung und der neuen Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA), die deutliche Unterbewertung des Unternehmens nochmals untermauert werden. Die neuesten Bohrdaten belegen das Potenzial die Ressource weiter zu steigern. Einerseits durch die nachgewiesene Mächtigkeit hochgradiger Goldmineralisierungen sowie der Entdeckung einer bisher unbekannten Zone. Die Diskrepanz zwischen fairem Unternehmenswert und Marktpotenzial eröffnet Kurschancen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 15.06.2026 | 04:15

    Der Countdown zum Mars läuft: SpaceX, OHB, Rheinmetall und Kobo Resources im Steigflug

    • Luft- und Raumfahrt
    • Satellitentechnologie
    • Defense-Sektor
    • Gold
    • Rohstoffe
    • Kritische Metalle

    Lang erwartet, jetzt ist er durch! Die Rede ist vom Jahrhundert-Börsengang des Elon Musk-Imperiums SpaceX. Mit 2,2 Billionen USD Marktwert steigt die Aktie nach dem ersten Handelstag in den erlauchten Kreis der „MAG7“ auf, sie ist jetzt sozusagen die „MAG8“. Von den 22.000 Angestellten ist jeder Vierte zum Millionär aufgestiegen. Es gibt 20 neue Milliardäre aus dem engeren Kreis des Gründers, selbst die Betreiberin des SpaceX Campus Cafés ist jetzt 5 Millionen schwer. Elon ist der neue Dollar-Messias und die Börsen folgen ihm demütig auf dem Fuß. Hier zeigt sich wieder die Faszination „Aktie“ für den kleinen Erdenbürger: Jeder kann es offensichtlich schaffen, man muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Ob sich die hohe Bewertung von SpaceX auch noch in ein paar Wochen bewahrheitet, liegt nun an den ETFs. Sie dominieren 30 % des US-Börsenhandels und müssen den IPO-Bewertungs-Weltmeister mit der zukünftigen Gewichtung in den NASDAQ und Russell-Indizes abbilden. Die S&P-Aufnahme ist erst im Dezember zu erwarten. Die Krux: Es gibt nur 7 % frei handelbare Aktien. Was sollten Anleger jetzt beachten?

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 12.06.2026 | 05:00

    Goldsektor im M&A-Fieber: Schwindende Reserven fordern B2Gold und Orezone – Geheimtipp Desert Gold

    • Gold
    • Afrika
    • Reserven

    Schwindende Rohstoffreserven in risikoarmen Regionen, stagnierende Entdeckungsraten und immer komplexere Genehmigungsverfahren – die Situation im Goldminensektor zwingt die führenden Produzenten zum Handeln. Da die Erschließung neuer Großprojekte auf der grünen Wiese mit drastisch steigenden Kosten verbunden ist, verlagert sich der Fokus der Branchenriesen zunehmend auf den Kauf bereits fortgeschrittener Projekte. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 entfielen laut Erhebungen des Fachportals MiningBeacon über 40 % des gesamten Transaktionsvolumens im Bergbau auf die Goldbranche, was Deals im Wert von 41 Mrd. USD entspricht. Westafrikanische Schertrends und etablierte Bergbauregionen werden daher zu Zielgebieten für ressourcenhungrige Konzerne, die ihre Verarbeitungskapazitäten auslasten müssen.

    Zum Kommentar