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22.09.2021 | 06:00

GSP Resource, Varta, Rio Tinto – das postfossile Zeitalter hat begonnen

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Bildquelle: pixabay.com

Der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen läuft bereits. Wenn man etwas fürs Klima tun will, ist dieser Schritt unumgänglich. Aufgefangen werden soll der Ausstieg entweder mit Atomstrom oder Erneuerbaren Energien. In Deutschland verabschiedet man sich sowohl vom Atomstrom, als auch von den fossilen Brennstoffen. Der Einstieg in Erneuerbare Energien bedeutet gleichzeitig, dass nun vermehrt Metalle benötigt werden. Egal ob Silber, Seltene Erden, Nickel, Kobalt oder auch Kupfer – für technologischen Fortschritt benötigt man diese Metalle. Gerade Kupfer ist für die Elektrifizierung essentiell und so steigt die Nachfrage stetig an. Das liegt am wachsenden Absatz von Elektroautos, für die mehr Kupfer benötigt wird als für die Verbrenner. Wir blicken heute auf drei Unternehmen, die viel mit Kupfer zu tun haben.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: GSP RESOURCE CORP. | CA36249G1090 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55 , RIO TINTO PLC LS-_10 | GB0007188757

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Inhaltsverzeichnis:


    GSP Resource – wartet auf die kommenden Bohrergebnisse

    GSP Resource hat am 19. Mai mit seinem diesjährigen Bohrprogramm auf dem Hauptprojekt „Alwin Mine“ begonnen und hat am 13. September die ersten Ergebnisse verkündet. Es wurden insgesamt fünf Diamantbohrlöcher niedergebracht und von zweien liegen erste Ergebnisse vor. Das erste Bohrloch bestätigte die bisherigen Vorkommen und wies bis zu 6,15% Kupferäquivalent auf, das sich aus 4,42% Kupfer, 3,5 g/t Gold und 92,8 g/t Silber zusammensetzt. Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass es sich um ein Vorkommen handelt, welches im Tagebau abgebaut werden kann. Das reduziert die Kosten.

    Der CEO betonte in diesem Zusammenhang, dass die Resultate mit denen der Highland Valley Mine von der Teck Corporation vergleichbar sind. Die Ergebnisse des zweiten Bohrlochs brachten keine größeren neuen Vorkommen zutage. Der Maximalgehalt an Kupfer lag bei 0,53%. Nun wartet man mit Spannung auf die Ergebnisse der letzten drei Bohrungen, die bis spätestens Mitte Oktober vorliegen sollten. Weiteres Potential bieten nicht vollständig erkundete Porphyr-Kupfer-Molybdän-Ziele auf dem Gebiet.

    Durch die abgeschlossene Privatplatzierung am 24. August konnte das Unternehmen durch Ausgabe von 1,3 Mio. Aktien zu 0,35 Kanadische Dollar (CAD) insgesamt 455.000 CAD einnehmen. Das Geld wird für die weitere Entwicklung des Hauptprojekts verwendet. Aktuell steht der Kurs bei lediglich 0,23 CAD, was einem Abschlag von über 30% entspricht. Sollten die kommenden Bohrergebnisse in etwa die Werte der ersten Bohrung erreichen, ergibt sich ein deutliches Aufwärtspotential. Der Wert gehört auf die Watchlist.

    Varta – hat E-Auto Akku Produktion in ihrer DNA

    Am 13. August präsentierte Varta die Quartalszahlen und konnte die erwarteten Gewinne nicht realisieren. Die Aktie rutschte vom letzten Hoch über 55 EUR nach unten bis auf 110,30 EUR. Zuletzt sorgte Apple für einen Kursrutsch, weil auf der Produktpräsentation keine neuen Air Pods vorgestellt wurden, für die Varta die Akkus liefert. Bei 110 EUR könnte nun ein doppelter Boden gebildet werden. Einen Aufschwung könnte die Aussage von Professor Duddenhöffer bringen, der auf dem Battery Day in Braunschweig erklärte, dass bis 2030 ingesamt 80 Mio. Batterien für Elektroautos benötigt werden und man dazu 76 Gigafabriken brauchen würde.

    Tesla besitzt aktuell drei dieser Fabriken und man schaut sich nach einem geeigneten Standort für eine weitere Fabrik um. Rainer Hald, seines Zeichens Technischer Direktor bei Varta, zeigte sich zuversichtlich, dass Varta in der Lage sei, schnell große Mengen von E-Auto-Akkus zur Verfügung zu stellen. Das Unternehmen hat mit der V4Drive-Zelle für die E-Autos ein heißes Eisen im Feuer. Noch in diesem Jahr soll die Pilotproduktion beginnen. Allein diese Nachricht hat unserer Meinung nach die große Chance, den Aktienkurs zu bewegen.

    Goldman Sachs scheint von Varta überzeugt und hat seine Beteiligung auf 5,37% ausgebaut, wie das Unternehmen am 20. September vermeldete. Ansonsten sind sich die Analysten momentan uneins. Warburg Research und Kepler Cheuvreux setzen die Aktien auf SELL nach den Quartalszahlen, die schwächer ausfielen als erwartet. Dieses Argument war bei Warburg Research die Begründung für die Abstufung. Die DZ Bank rät dagegen zum Kauf, weil sie von einer deutlichen Belebung des Geschäfts im zweiten Quartal ausgeht.

    Rio Tinto – der Eisenerzpreis belastet

    Große und ertragreiche Kupferminen zu finden, ist sehr schwer. Rio Tinto hat in der Mongolei eine solche Mine namens „Oyu Toloi“ gefunden. Es gab lange Streit um die Entwicklung der Mine, da es ein Joint Venture mit der Regierung der Mongolei als Partner ist. Das Projekt in der Wüste Gobi bietet enormes Potential, aber erfordert auch große Investitionen. Erst, als sich der Premierminister einschaltete, konnten die Probleme Ende August aus der Welt geschaffen werden. Ab dem Jahr 2025 soll das Projekt jährlich 550.000 Tonnen Kupfer und 450.000 Unzen Gold abwerfen. Die Lebensdauer der Mine wird auf 100 Jahre geschätzt.

    Ein anderes Problem belastet das Unternehmen aktuell viel stärker, nämlich der fallende Preis von Eisenerz. Lag der Preis Mitte Juli noch bei 222 USD, ist der Preis nun eingebrochen auf etwa 104 USD. Eine Trendwende scheint aktuell nicht in Sicht. Ein Grund dafür könnte die verhaltene Nachfrage von China sein. Das liegt an dem größten Immobilienentwickler Evergrade in China, den 300 Mrd. USD Schulden drücken. Ein Großteil des Gewinns der letzten Quartale stammte aus dem Verkauf von Eisenerz und das zu Rekordpreisen. Nun liegt der Preis noch unter den Niveaus von August 2020.

    Damit erklärt sich auch der rasante Fall der Aktie von Rio Tinto. So war der Preis pro Aktie Anfang August noch bei fast 90 USD. Nun sackte er bis auf 64,24 USD am 20. September ab. Die Dividende lag bei 3,76 USD, was bei dem aktuellen Kurs von 65,45 USD gut 5,7% beträgt. Ob die Dividende im kommenden Jahr gleich bleiben wird, bleibt abzuwarten. Man sollte nicht ins fallende Messer greifen, trotzdem ist Rio Tinto wesentlich breiter aufgestellt, als nur auf den Eisenerzpreis zu schauen. Ein Schlusskurs oberhalb von 66,50 USD, würde erste positive Signale senden.


    Kupfer wird auf lange Sicht für alle drei Unternehmen wichtig sein. GSP Resource will zum Kupferproduzenten werden, wenn das Unternehmen nicht vorher von einem großen Konkurrenten übernommen wird. Varta benötigt viel Kupfer, um seine Akkus für die E-Autos zu bauen und Rio Tinto baut an einer der weltgrößten Kupferminen und wird so in Zukunft von den steigenden Kupferpreisen profitieren.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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