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08.04.2021 | 04:45

Infineon, Airbus, Lufthansa, Almonty Industries – Hightech ist der Flaschenhals!

  • Hightech
  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Um die Erderwärmung zu begrenzen, muss die Welt klimaneutral werden. Dafür wird es nötig sein, Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen und zu speichern. Derweil wirft die Corona-Pandemie ganz andere Probleme auf. Angedachte Investitionen in Forschung und Entwicklung können nicht wie geplant durchgeführt werden, denn es mangelt an Rohstoffen und der Lieferung bestimmter notwendiger Ressourcen. Dies betrifft in erster Linie Hightech-Hersteller, aber auch Basis-Technologien können nur schlecht weiterentwickelt werden. Wir beleuchten die Facetten einer Ökonomie, die viel bewegen will aber einen riesigen Bremsklotz vor sich herschiebt…

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA0203981034 , DE0006231004 , DE0008232125 , NL0000235190

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Inhaltsverzeichnis:


    Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
    "[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG

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    Infineon - Die Knappheit an Chips wird spürbar

    Die nicht enden wollende Corona-Pandemie hat einschneidende Auswirkungen auf den weltweiten Chip-Markt. Zuletzt berichtete selbst Samsung von großen Einschränkungen in der Herstellung von neuen Geräten in 2021. Nur Apple scheint davon noch so gut wie unberührt, auch wenn sich das bald ändern könnte. Intelligente Chips sind heute die wohl wichtigsten Komponenten eines jeden technischen Geräts. Die Herstellung benötigt Silicium, Kupfer, Silber, Nickel und viele andere kleinere und seltene Metalle.

    Wieso der Engpass an Chips entstanden ist, hat gleich mehrere, Pandemie-bedingte Gründe: Durch die Verbreitung von Homeoffice als neue Arbeitssituation ist die Nachfrage nach Notebooks und Tablets sehr stark gestiegen, sodass viele Chips für deren Fertigung gebraucht werden. Zum anderen sind die Fertigungsprozesse und auch die Lieferketten der Hersteller und Abnehmer durch die Pandemie stark eingeschränkt.

    Infineon kann sich derzeit vor Nachfrage nicht retten. Das Unternehmen profitiert von einer nie dagewesenen Orderflut für deren Halbleiter-Produkte. Schon denkt man über die Erweiterung des Werks in Dresden nach. Auch andere Hersteller geben Gas: So will etwa der US-Chipfertiger Globalfoundries rund 400 Mio. EUR in den Ausbau seiner Reinräume investieren. Derzeit produziert das Unternehmen rund 400.000 Wafer pro Jahr, künftig sollen es doppelt so viele sein.
    Die Kombination aus Krise und Digitalisierungsdruck ist der aktuelle Sprengsatz für technologische Neuerungen, was normalerweise zehn Jahre entwickelt wird, muss nun innerhalb eines Jahres bereitstehen. Die Infineon-Aktie machte seit März 2020 einen 140%-Sprung nach oben, derzeit konsolidiert der Kurs bei 36 EUR. Wenn die NASDAQ weiter Gas gibt, ist die IFX-Aktie weiterhin erste Wahl.

    Airbus - Zusammen mit Lufthansa in die Klimaforschung

    Da will jemand sagen: „Flugzeuge sind nur schlecht für das Klima!“ Stimmt ja, aber nicht alle. Denn ein Airbus A350 der Lufthansa wird künftig als Klimaforschungsjet in die Luft geschickt. Damit sollen die Auswirkungen des Luftverkehrs auf den Treibhauseffekt erforscht werden. Lufthansa stellt dafür regelmäßig Flugzeuge zur Verfügung, die einen 1,6 Tonnen schweren Mess-Container transportieren können. Ab Ende des Jahres sollen damit auch auf ausgewählten Passagierflügen rund 100 verschiedene Spurengase, Aerosol- und Wolkenparameter erfasset werden.

    Aufgrund der niedrigen Auslastung zur Pandemie hat die Lufthansa auch sicherlich einige Flugzeuge übrig, die in den Dienst der Umweltforschung gestellt werden können. Wie die Lufthansa gestern mitteilte, haben in Malta bereits Umbauarbeiten begonnen, um am Flugzeugrumpf der Maschine "Erfurt" ein Lufteinlasssystem zu installieren. Die Messwerte aus der Tropopausenregion zwischen 9.000 und 12.000 Metern Höhe sollen zur besseren Erforschung des Treibhauseffekts beitragen. Lufthansa rüstet bereits seit 1994 einzelne Flugzeuge mit wissenschaftlichen Klimamessinstrumenten aus, heute macht es natürlich Sinn, über solche Projekte zu berichten.

    Die Zusammenarbeit von Airbus und Lufthansa zeigt ein erfreuliches Zusammenrücken in den Diensten der Forschung auch im Hinblick auf die Pandemie-Situation. Denn die Geschäfte beider Unternehmen bedingen sich gegenseitig: Wenn nicht geflogen wird, braucht es auch keine neuen Flugzeuge. Wenn aber über Forschung neue Zukunftsansätze gefunden werden, liefert dies über die Zeit eben auch klimafreundlichere Mobilitätskonzepte für die Luftfahrt. Sowohl Airbus als auch Lufthansa haben seit März 2020 gut performt, vielleicht im Hinblick auf eine erhoffte Normalisierung bis 2023/24 etwas zu schnell, aber die Börse ist eben kein Schlafwagen.

    Almonty Industries - Was knapp ist, bleibt knapp und teuer

    An den Kapitalmärkten sind knappe Rohstoffe derzeit ein riesiges Thema. Die globale Abhängigkeit von China beschäftigt die Rohstoffstrategen in den westlichen Industrienationen in regelmäßigen Abständen. Die Vorstellung, was alles durch politische Krisen passieren könnte, bereitet uns globales Unbehagen. Und die Abhängigkeiten betreffen nicht nur die Chip-Industrie, nein so ziemlich alle Hightech-Branchen haben mit diesem Unsicherheitsfaktor zu leben.

    Wirkliche Knappheitsgüter sind Wolfram und Molybdän, die zentralen Ressourcen des kanadischen Produzenten Almonty mit Sitz in Toronto. Das Hauptgeschäft ist der Abbau, die Verarbeitung und die Verschiffung von Wolframkonzentrat aus den Minen Los Santos in Westspanien sowie Panasqueira in Portugal. Beide produzieren Wolframkonzentrat und gelten neben Österreich zumindest in Europa zu den wenigen Produzenten dieses seltenen Metalls.

    Unter Mithilfe der Deutschen Rohstoff AG (DRAG) wurde die Sangdong-Mine, die historisch gesehen eine der größten und hochgradigsten Wolfram-Minen der Welt außerhalb Chinas ist, im September 2015 durch den Erwerb einer 100-Prozent-Beteiligung an der Woulfe Mining Corp. erworben. Damit ist der langfristige Marktanteil Almontys im Wolfram-Weltmarkt auf Jahre gesichert. Die DRAG besitzt einen Anteil von 12% an Almonty Resources und investiert weiter kräftig in die Beteiligung.

    Gerade wurden die Kreditfazilitäten in Höhe von 54 Mio. CAD erfolgreich verlängert, damit steht der weiteren Entwicklung des Korea-Standorts nichts mehr im Wege. Das Unternehmen hat JH Kim zum Chief Financial Officer von Almonty Korea Tungsten, der hundertprozentigen Tochtergesellschaft des Unternehmens in Südkorea, ernannt. Herr Kim verfügt über mehr als 16 Jahre Erfahrung als Finanzmanager für das globale Produktionsunternehmen Honeywell Korea und Honeywell Analytics Asia Pacific. Damit hat sich die Management-Basis in diesem so wichtigen Investitionsobjekt nochmal deutlich verstärkt.

    Die Almonty-Aktie hat die 1 CAD-Marke spielend hinter sich gelassen und steigt mit positiven News weiter an. Die Marktkapitalisierung hat sich in den letzten Wochen auf rund 200 Mio. CAD erhöht. Knappheit bedingt steigende Preise – und das könnte aus heutiger Sicht bei Almonty Industries immer noch der Anfang sein.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

    Weitere Kommentare zum Thema:

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    Die globale Konjunkturerholung nach der Pandemie und die steigenden Investitionen in eine klimafreundlichere Energie-Infrastruktur sorgen bei gleichzeitigen Lieferkettenunterbrechungen für höhere Preise bei den Rohstoffen. Die Knappheit bei Industriemetallen, die dringend für die Klimawende gebraucht werden, dürfte sich in den nächsten Jahren weiter materialisieren. Durch den schwellenden Handelskonflikt zwischen den USA und China wird diese noch einmal deutlich verschärft. Es drohen massive Engpässe bei der Produktion und stark steigende Preise bei den jeweiligen Materialien.

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