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06.10.2020 | 04:50

K+S, ThyssenKrupp, Newlox Gold: Hoffnung für alte Bekannte!

  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Die Börse erfindet sich ständig neu. Letzte Woche wollte keiner so richtig in den sauren Apfel beißen, die Kurse tendierten auf breiter Front nach unten. Auch Lieblinge aus der Technologieecke wie Tesla und Apple mussten kurzfristig Federn lassen. Am gestrigen Montag dann das Durchatmen, nachdem auch Donald Trump wieder über ausreichend Sauerstoff verfügte. Die großen Börsen mit gut 1-2% Zuwachs, die Nasdaq machte sogar einen Ticken mehr. Korrektur vorbei? Wir wissen es nicht, allerdings lohnt es sich den Blick auf alte Bekannte zu richten, die wir lange nicht mehr auf dem Radar hatten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA65151R1001 , DE000KSAG888 , DE0007500001

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Inhaltsverzeichnis:


    K+S - Verkauf der amerikanischen Salzsparte

    K+S ist bei dem geplanten Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts offenbar kurz vor dem Ziel. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge soll die US-Tochter Morton Salt für rund 3,0 Mrd. USD an die Kissner Group gehen. Die Transaktion könnte bereits in dieser Woche abgeschlossen sein, berichten informierte Kreise.

    K+S hatte das US-Unternehmen Morton Salt für rund 1,7 Mrd. USD gekauft und bereits im März angekündigt, die Sparte wegen des hohen Schuldenbergs wieder verkaufen zu wollen. Diesen hatten die Kasseler durch den milliardenteuren Bau eines Kaliwerks in Kanada angehäuft. 2012 begannen die Bauarbeiten am neuen Kali-Standort in der Provinz Saskatchewan, in das K+S wiederum 3,0 Mrd. EUR investiert hat. Das Werk Bethune wurde am 2. Mai 2017 offiziell eröffnet und hat eine geplante Endkapazität von knapp drei Mio. Tonnen pro Jahr.

    Im Jahr 2015 schlug man bereits ein Übernahme-Angebot des lokalen Rivalen, der Potash-Gruppe aus. Wegen der hohen Verschuldung und einbrechender Kali-Preise reduzierte sich der Börsenwert der K+S-Aktie um ganze 90%. Gestern hat die Aktie ordentlich gedreht und alleine 15% im Kurs aufgeholt. Die 7 EUR-Marke wurde wieder in Angriff genommen, schön zu hören von der alten Kali-Aktie. Die Auferstehung des traditionellen deutschen Rohstoffwertes hat vielleicht begonnen.

    ThyssenKrupp - Das Tafelsilber verkauft, kommt jetzt die Erholung?

    So ganz aus den Schlagzeilen kommt Thyssen auch nach dem großen Bilanzumbau nicht. Der Stahl- und Industriekonzern verkaufte auf Druck seiner Gläubiger im Februar seine äußerst profitable Aufzugssparte für 17,2 Mrd. EUR vollständig an ein Konsortium um die Finanzinvestoren Advent und Cinven und die Essener RAG-Stiftung.

    Trotzdem fehlen wegen des Notverkaufs operativ etwa eine Mrd. EUR an Free Cashflow in der Liquiditätsrechnung im kommenden Jahr. „Der zuletzt rasche Wertverlust der Aktien des Industriekonzerns spiegele die operativen Risiken nun angemessen wider“, schrieb ein Analyst von Morgan Stanley am Montag. Nach einer Kursviertelung seit 2019 ist die neue Konzernstruktur nun noch anfälliger bei stürmischen Wetterlagen, denn die hochprofitable Aufzugssparte galt bislang als Stabilisator gegen konjunkturelle Unwägbarkeiten.

    Aber im Februar hatte man Corona noch nicht auf dem Schirm. Ob der einstige Stahl- und Technologieriese wieder auf die Beine kommt, steht also weiter in den Sternen. Gestern gings zumindest an der 4 EUR-Marke erstmal Richtung Norden, ein Tagesplus von knapp 11%.

    Newlox Gold - Abraumhalden und Recycling

    Das dritte Rohstoffunternehmen auf unserer Liste hat weder bilanzielle noch operative Probleme, im Gegenteil: Newlox Gold Ventures ist angetreten, die wenig umweltschonende, historische Goldgewinnung im mittelamerikanischen Costa Rica auf neue Beine zu stellen.

    Newlox hat sich inmitten eines etablierten Minengürtels angesiedelt und verwendet für die Erzgewinnung die Abraumhalden der vergangenen Jahrzehnte. Es bestehen Vereinbarungen mit allen wichtigen lokalen Bergbaukooperativen, welche insgesamt über 30 Abbaustätten umfassen. Das Unternehmen ist in Zusammenarbeit mit Dr. Luis Sobral vom Brasilianischen Zentrum für Mineraltechnologie (CETEM) darauf spezialisiert, den Einsatz eines neuartigen Quecksilber-Rückgewinnungssystems zu etablieren. Die Beseitigung der historischen Verschmutzung durch den handwerklichen Bergbau ist dabei ein angestrebter Nebeneffekt.

    Newlox plant den Betrieb einer Mühle im Boston Destrict/Costa Rica mit einer Verarbeitungskapazität von 150 Tonnen pro Tag bei Vererzungsgraden von ca. 15 Gramm pro Tonne Gold und einer erwarteten Goldrückgewinnung von ungefähr 90%. Alle Einsatzstoffe sollen von den angrenzenden Partnern zur Verfügung gestellt und anfallende Gewinne werden zu gleichen Teilen zwischen den Parteien aufgeteilt. Dem Vollbetrieb in der ersten Hälfte des Jahres 2021 gehen die Phasen Engineering, Entwicklung, Konstruktion sowie die Inbetriebnahme im restlichen Verlauf des Jahres voraus, alle behördlichen Konzessionen sind bereits erteilt.

    Fazit: Mit 94,6 Mio. ausstehenden Aktien und einem Preis von 0,10 CAD ist die Gesellschaft mit nur 6,5 Mio. EUR bewertet, im Hoch war der Kurs auch schon bei 0,19 CAD. Wer bei seinen spekulativen Edelmetall-Investments einen grünen Anstrich bevorzugt, investiert in die umweltschonenden Aktivitäten von Newlox Gold Ventures. Die Volatilität in diesem Titel ist jedenfalls nicht viel höher als die Schwankung der Edelmetalle selbst. Nur wenige Gold- und Silbertitel auf dem Kurszettel schaffen es, das Attribut Nachhaltigkeit zu erlangen.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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