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23.07.2025 | 04:45

Nach 500 % Plus – zündet jetzt die nächste Raketenstufe? Rheinmetall, Almonty, Hensoldt und Steyr im Fokus

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Bildquelle: pixabay.com

Manche Anleger scheuen sich, bereits gut gelaufene Aktien in ihr Depot zu nehmen. Im Allgemeinen ist das kein guter Rat, denn oftmals hat ein starker Anstieg auch fundamentale Gründe. So kann das Düsseldorfer Rüstungs-Unternehmen Rheinmetall sein Geschäftsvolumen in den nächsten Jahren in etwa verfünffachen, der Kurs ist allerdings mit Faktor 20 zur Ausgangslage in 2022 davongespurtet. Die zweite Garde der Defense-Titel hat nicht den gleichen Sprung hinlegen können, aber hier waren es immer noch bis zu 500 %. Wie geht es nun weiter? Technische Analysten sprechen oft von „The Trend is your Friend“. Somit liegt der Schluss nahe, dass nach einer Korrektur auch bald wieder die Sonne scheint. Im Umfeld strategischer Metalle kam zuletzt Almonty Industries sehr stark voran, hier könnte die Rally unabhängig von Rüstungs-Investitionen noch deutlich weiterlaufen. Wir rechnen für sie nach.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005 , STEYR MOTORS AG | AT0000A3FW25

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Inhaltsverzeichnis:


    Rheinmetall – Die Wachstumshoffnungen sind enorm

    Rheinmetall erhielt im Februar 2022 die Initialzündung für eine komplett neue Orientierung des Maschinenbau-Konzerns zu einem dynamischen Rüstungsspezialist mit europäischem Fokus. Die Marktbewertung hat sich seither um das Zwanzigfache erhöht, was nicht nur die veränderte geopolitische Landschaft widerspiegelt, sondern auch den außergewöhnlichen operativen Wachstumsschub, den das Unternehmen aktuell erlebt. Haupttreiber sind umfangreiche Waffenlieferungen an die Ukraine sowie milliardenschwere Beschaffungsprogramme zahlreicher NATO-Staaten, die ihre Verteidigungshaushalte stark aufstocken wollen. Wachstumsverstärkend wirkt Rheinmetalls Engagement in der Munitionsproduktion sowie im Bereich Luftabwehrsysteme. Damit etabliert sich der Konzern nicht nur als Profiteur, sondern als tragende Säule in der Neuordnung der europäischen Sicherheitsarchitektur.

    Die künftige Entwicklung der Rheinmetall-Aktie bleibt dennoch schwer vorhersehbar, denn mit steigendem Kurs setzten auch die Analysten einen neuen Hebel an. So zeigt das KGV für 2025e zwar hohe 62,5, aber schon in 2028e sinkt es sich laut Schätzungen auf rund 22,5 ab. Mit einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von etwa 15 bis 20 % scheinen die wesentlichen Geschäftserfolge bis 2028 weitgehend in die aktuelle Kursentwicklung eingepreist zu sein. Anleger, die beim Höchststand von 1.940 EUR im Mai Gewinne mitgenommen haben, könnten aus heutiger Sicht einen vernünftigen Schritt getan haben, denn gestern setzte sich die gesunde Konsolidierung mit minus 3 % auf 1.758 EUR fort. Experten auf der Plattform LSEG formulieren dennoch ein 12-Monatskursziel von 1.965 EUR. Jetzt ist guter Rat teuer!

    Almonty Industries – Jetzt zündet die Rakete in den USA

    Ob moderne Rüstungstechnik, zivile Luftfahrt oder Hochleistungs-Elektronik, viele Schlüsselindustrien unserer Zeit sind auf eine verlässliche Verfügbarkeit sogenannter strategischer Metalle angewiesen. Ein aktueller NATO-Bericht hebt dabei zwölf besonders kritische Elemente hervor, die für die Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie unverzichtbar sind. An einer oberen Position finden wir Wolfram, ein äußerst widerstandsfähiges, extrem hitzebeständiges Metall mit außergewöhnlichen Materialeigenschaften. Es kommt weltweit nur in begrenztem Maße vor, wobei China derzeit rund 70 % der globalen Förderung kontrolliert.

    Aktuell beginnen Investoren das ganze Bild zu begreifen, wer mit von der Partie sein will, muss nach unterbewerteten Rohstoffunternehmen mit strategischer Substanz suchen. Während in den USA dieser Schwenk bereits mit MP Materials einen prominenten Vertreter für Seltene Erden zu Tage beförderte, mischte sich in den letzten Tagen auch die kanadische Almonty Industries ins Bild. Hier hat die Nasdaq-Notiz nun erfolgreich mit einer Platzierung von 90 Mio. USD stattgefunden, der Kurs wird nun täglich in Deutschland, Kanada und den USA neu taxiert. Während MP Materials durch US-Programme und Hightech-Deals wie mit Apple stark protegiert wird, plant CEO Lewis Black für Almonty schon die nächsten Deals. Es gibt bereits materielle Lieferbeziehungen zu einem US-Rüstungszulieferer, der Sitz wird in die USA verlegt und wichtige Kontaktpersonen wurden ins Bord geholt.

    Anders als bei Seltenen Erden ist Wolfram tatsächlich selten, vor allem in verlässlicher Lieferqualität. Almonty ist einer der wenigen westlichen Anbieter mit vollständig kontrollierter Verarbeitungskette, mehrere operative Minenstandorte und dem Flaggschiffprojekt Sangdong in Südkorea. Die globale Marktlage spielt Almonty zusätzlich in die Karten, denn der Hauptlieferant China, hat seine Förderquoten jüngst um rund 7 % gekürzt. Gleichzeitig schießen die Preise nach oben, sowohl für APT als auch Ferro-Wolfram. Die Nachfrage aus der Hightech- und Verteidigungsindustrie übersteigt das Angebot nun deutlich, was zwangsweise zu Versorgungsengpässen führt. Noch gar nicht berücksichtigt sind die jüngsten Beschlüsse der EU, in den nächsten Jahren 1.000 neue Panzer in den Dienst zu stellen. Damit rückt Almonty zwangsläufig ins Visier größerer Industriekonzerne oder staatlicher Rohstoffsicherungsprogramme.

    Die Bewertung hinkt der strategischen Relevanz jedoch massiv hinterher: Während MP Materials mit über 9 Mrd. USD an der Börse taxiert wird, bringt Almonty aktuell mit ca. 1,3 Mrd. CAD nur ein Zehntel auf die Waage. Und das, obwohl Analysten bis 2028 ein EBITDA erwarten, das teils doppelt so hoch liegt wie bei MP. Würden auf Almonty vergleichbare Bewertungsmultiplikatoren angewendet, läge der faire Unternehmenswert bei einem Vielfachen. Gerade gestern erhöhte das deutsche Researchhaus Sphene Capital sein Ziel von 5,40 auf 8,40 CAD je Aktie. Noch notiert das Papier auf Konsolidierungs-Levels, aber wohl nicht mehr allzulange.

    Hensoldt und Steyr – Sehr ambitioniert bewertet

    Die Aktienkurse von Verteidigungsunternehmen haben in den vergangenen Monaten eine beispiellose Rally hingelegt. Getrieben von geopolitischen Spannungen, steigenden Rüstungsausgaben und der omnipräsenten Zeitenwende-Rhetorik. Doch was auf den ersten Blick nach einer neuen Wachstumsstory aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen oft als spekulative Übertreibung. Titel wie Hensoldt oder der österreichische Motorenbauer Steyr Motors werden inzwischen mit Zukunftsphantasien bewertet, die weit über das aktuelle Leistungsvermögen hinausgehen.

    Steyr Motors etwa, ein Spezialist für Hochleistungs-Dieselmotoren mit militärischem Einsatzprofil, kommt auf einen für 2025e geschätzten Umsatz von rund 70 Mio. EUR, die Marktbewertung liegt aktuell aber bei stolzen 318 Mio. EUR. Dazu gesellt sich ein erwartetes KGV von über 30, bei moderatem Wachstum und limitierten Produktionskapazitäten. Die Kurskapriolen der letzten Monate, von 30 auf über 300 EUR und zurück, zeigen, wie spekulativ der Markt geworden ist. Auch Hensoldt, als einer der führenden Anbieter von Sensorik- und Radartechnologien, überzeugt operativ mit einem starken Auftragsbestand von 6,93 Mrd. EUR. Im ersten Quartal 2025 wuchs der Umsatz um 20 % auf 395 Mio. EUR. Das Unternehmen treibt neben Hardware-Entwicklungen auch eine softwarebasierte Defense-Strategie voran, welche KI-gestützte Echtzeitlösungen für die Verteidigung ermöglicht. Trotzdem bleibt auch hier die Bewertung ambitioniert: Das erwartete KGV für 2025e liegt bei über 56 und sinkt selbst bis 2027 erst auf 36,5. Respekt! Mit Blick auf die überhitzten Kennzahlen ist eine gesunde Korrektur eher eine Frage des Wann, nicht des Ob.

    Lustige Parallelen zeigt unser Peergroup-Chartbild. Mit ca. 55 % liegen Rheinmetall und Almonty im 3-Monatsvergleich Kopf an Kopf, während Hensoldt und Steyr Motors rund 25 % Performance auf sich vereinen konnten. Über den weiteren Fortgang der Kursentwicklung darf nach den starken Anstiegen philosophiert werden. Quelle: LSEG vom 22.07.2025

    Nach 1.244 Tagen Krieg in Europa gibt es am heutigen Tag ein neues Treffen zwischen den Unterhändlern der Ukraine und Russland in der Türkei. Vorbereitet sollen dort die echten Friedensverhandlungen werden, welche für Anfang September in China erwartet werden. Aktuell ist das für die etwas heiß gelaufenen Defense- und Rüstungstitel eine Bären-Nachricht. Aber, auch wenn es hier mal kurzfristig nach unten geht, im Bereich strategischer Metalle könnte Almonty Industries mit Blick auf die nächsten 12 bis 24 Monate immer noch ein klarer Outperformer sein.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 30.01.2026 | 05:00

    Die Geschäfte laufen auf vollen Touren, die Aktien auch, kein Stück aus der Hand geben: Almonty Industries, Rheinmetall und TKMS!

    • Wolfram
    • Rohstoffe
    • kritische Rohstoffe
    • Geopolitik
    • Rüstung
    • Verteidigung

    Die Aktien von Rohstoffproduzenten und Verteidigungsgesellschaften haussieren. Geopolitische Rahmenbedingungen sowie strukturelle langfristige Nachfragetrends bilden die Basis für ein anhaltend positives Klima. Besonders sticht hier Almonty Industries als ein weltweit führender Produzent des kritischen Rohstoffs Wolfram hervor. Die Nachfrage aus den Bereichen Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, Spitzentechnologie und anderen strategischen Branchen nimmt global, insbesondere in den Vereinigten Staaten, massiv zu. Der Wolframpreis legte im vergangenen Jahr um über 160 % zu und setzt in diesem Jahr die Aufwärtsbewegung fort.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 30.01.2026 | 04:30

    Ist Antimon das neue Wolfram? Warum Antimony Resources eine ähnliche Story wie Almonty Industries werden kann

    • Kritische Rohstoffe
    • Strategische Metalle
    • Knappheit
    • China
    • Antimon

    Aus der Nische ans Licht! Antimon galt über Jahrzehnte als vergessenes Metall, bis geopolitische Verwerfungen den Fokus auf kritische Metalle lenkten. Heute steht es im Zentrum einer geopolitischen und wirtschaftlichen Neuordnung, weil es für zahlreiche Hochtechnologien und Verteidigungsanwendungen unverzichtbar ist. China, als jahrelanger dominierender Lieferant, hat seine Exporte drastisch eingeschränkt, was in vielen Industrien von Batterieproduktion bis militärischer Ausrüstung zu spürbaren Versorgungsengpässen führte und Preise jüngst auf historische Niveaus treibt. Diese Beschränkungen haben strategische Lieferketten ins Wanken gebracht und westliche Regierungen wie die USA zu massiven Sicherungsmaßnahmen veranlasst. Analysten und Medien heben hervor, dass diese Knappheit nicht nur ein vorübergehendes Marktphänomen, sondern ein industriepolitisches Thema ist, das Produktion, Preise und Investitionen weltweit beeinflusst. Der kanadische Explorer Antimony Resources ist gerade dabei, seine Story zu entfachen, die in ihrer Anfangszeit viele Parallelen zu Almonty Industries zeigt. Es lohnt ein genauerer Blick.

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    Kommentar von Nico Popp vom 27.01.2026 | 05:00

    Perpetua Resources und Mandalay als Vorbilder: Wie Antimony Resources die Antimon-Lücke schließt

    • Antimon
    • Rüstung
    • Aufklärung
    • Munition
    • Lieferketten
    • China

    Es gibt Rohstoffe, die über Jahrzehnte ein Schattendasein führten, nur um plötzlich über Nacht zur Frage der nationalen Sicherheit zu werden. Antimon ist genau ein solcher Fall. Das silberglänzende Halbmetall war lange Zeit für Investoren unsichtbar, doch geopolitische Verschiebungen haben es katapultartig in den Fokus gerückt. Ohne Antimon gibt es keine panzerbrechende Munition, keine Nachtsichtgeräte und keine Hochleistungsbatterien für die Energiewende. Die Alarmglocken in den westlichen Verteidigungsministerien schrillen spätestens seit China – das den Markt dominiert – den Export dieses strategischen Materials drastisch einschränkt und es damit faktisch als geopolitische Waffe einsetzt. In diesem Szenario, in dem physische Verfügbarkeit plötzlich wichtiger ist als der Preis, entsteht ein riesiges Angebotsdefizit. Während die großen Bergbaukonzerne den Nischenmarkt oft ignorieren, positioniert sich das kanadische Rohstoffunternehmen Antimony Resources genau in dieser Lücke. Mit einem strategischen Projekt im stabilen Kanada bietet das Unternehmen die Antwort auf die Frage, woher der Westen sein Antimon in Zukunft beziehen soll.

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