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27.05.2021 | 04:05

NEL, Plug Power, FuelCell, dynaCERT: Wasserstoffaktien – Gibt es ein Comeback?

  • Wasserstoff
  • Mobilität
Bildquelle: pixabay.com

Zu Jahresanfang waren hitverdächtige Aktien insbesondere die Wasserstoffwerte. Der Markt erwartete, dass Regierungen künftig neben Elektromobilität auch stark Wasserstofftechnologie fördert, um einer weiteren grünen Alternative zum Verbrennungsmotor auf die Beine zu helfen. Der Gedanke war gut, scheiterte nur an einem Punkt: Batteriebetriebene Fahrzeuge gibt es bereits in großer Auflage, massenfertigungstaugliche H2-Fahrzeuge jedoch noch nicht. Bei fehlenden Produkten können auch keine Steuernachlässe oder Ähnliches gewährt werden. Der private Konsument kann sich heute einzig für eine grüne Antriebstechnologie entscheiden, den Elektro- bzw. Hybridantrieb. Gibt es für die Wasserstoffwerte dennoch eine Zukunft?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: CA26780A1084 , US72919P2020 , US35952H6018 , NO0010081235

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Inhaltsverzeichnis:


    NEL – Zurück in den Abwärtstrend

    Bei Nel ASA kommen leider keine unterstützenden Fundamental-News. Ein bereits gemeldeter Auftrag des spanischen Energieversorgers Iberdrola ist Nel nun doch verloren gegangen. Konnte man vor gut vier Monaten noch eine Zusammenarbeit zur Herstellung von grünem Dünger mit dem spanischen Energiegiganten Iberdrola vermelden, so war die Enttäuschung entsprechend groß, dass jetzt Konkurrent Cummins den Zuschlag erhält.

    Dabei hätte Nel ASA nach einem für viele Investoren enttäuschenden Quartalsbericht diese Order dringend gebraucht, um wieder neues Vertrauen innerhalb der Anlegerbasis aufzubauen. Stattdessen machte sich gemessen an der jüngsten Aktienkursentwicklung nun wieder starke Skepsis bereit. Das hätte auch anders laufen können.

    Aktuell stabilisiert sich die Wasserstoff-Aktie und kann wieder über 1,70 EUR steigen. Im Tief waren es zu Wochenanfang 1,62 EUR. Nach dem Absturz in den letzten Wochen, hätte ein Rebound über 1,85 EUR erste Indizien für eine Wende aufzeigen können. Die Iberdrola-News kamen nun dazwischen. Mal sehen, ob noch ein Anlauf nach oben gelingt.

    Plug Power – Branchenprimus mit großen Ambitionen

    Als Branchenprimus hat Plug Power eine Signalfunktion für seine Mitstreiter, denn öffentliche Investitionsbudgets orientieren sich oft an der Leistungsfähigkeit der Marktführer. Plug Power ist derzeit auf der Suche nach starken Industriepartnern, die den grünen Ansatz mitentwickeln möchten. Nur so kann ein Technologiethema auch eine Breitenwirkung erzielen.

    Johnson Matthey PLC gab bekannt, dass es plant, mit Plug Power künftig zusammenzuarbeiten, um die Entwicklung der Elektrolyse-Technologie zu beschleunigen. Das in London ansässige Unternehmen für Spezialchemikalien und Plug Power wollen gemeinsam an einer Roadmap arbeiten, um die Langlebigkeit, Leistung und Effizienz von Elektrolyse-Technologien zu verbessern.

    Die Partnerschaft kombiniert die Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie von Plug Power, die zum Antrieb von Fahrzeugen und anderen Maschinen verwendet wird, mit den platinbasierten Katalysatoren von Johnson Matthey, die in Elektrolysesystemen eingesetzt werden. Katalysatoren beschleunigen chemische Reaktionen, indem sie die Menge an Energie verringern, die benötigt wird, um eine Reaktion zu starten. Für gewöhnlich werden katalytische Produkte dazu verwendet, Abgase von Fahrzeugen abzufangen und zu behandeln. Johnson Matthey plant durch entsprechende Rückgewinnungsverfahren, ein geschlossenes Kreislaufsystem innerhalb der Lieferkette zu schaffen, um Abfall und Energieverluste zu reduzieren.

    Plug Power ist so positioniert, dass man im aufstrebenden Markt für grünen Wasserstoff eine führende Rolle einnehmen kann, so lautet das Fazit einer Studie von Goldman Sachs. Wir sehen dies ähnlich, wenn nun noch der Ausbruch über 30 USD gelingt, ist die Wende erstmal geschafft.

    FuelCell Energy – Hilfe kommt in Form einer Finanzspritze

    Die FuelCell-Energy-Aktie befindet sich nun schon seit Anfang Februar in einem manifestierten Abwärtstrend. Ausgehend vom Hoch bei 30 USD büßte das Papier ungefähr 70% seines Wertes ein, die Marktkapitalisierung sank auf 2,2 Mrd. USD ab. Immer noch viel zu hoch, werden viele Analysten sagen, doch die Markttechnik sendet erste positive Signale.

    Jüngst wurde bekannt, dass dem Brennstoffzellenunternehmen eine Finanzspritze in Aussicht gestellt wurde. Könnte das den Wendepunkt bedeuten? Das US-Energieministerium sprach FuelCell eine neue Förderung in Höhe von 8 Mio. USD zu. Dadurch soll die Entwicklung der ultrahocheffizienten Festoxid-Brennstoffzelle (SOFC) für die Stromerzeugung im Sub-Megawatt-Bereich vorangetrieben werden.

    Charttechnisch bietet die 7,20 USD-Marke aktuell eine kleine Unterstützung. Sollte diese Linie halten, könnte sich eine Bewegung in Richtung 10,50 USD andeuten. Um den Abwärtstrend aber nachhaltig zu stoppen, müsste die FuelCell-Aktie auch die Widerstände bei 12,5 und 15,5 USD schnell knacken, bis dahin ist aber noch ein steiniger Weg zu gehen.

    dynaCERT – Der schnelle Weg zu fossilen Einsparungen

    Eigentlich ist die Technologie von dynaCERT massentauglich, denn sie reduziert durch Einschaltung einer Wasserstoff-Zusatzapparatur den Ausstoß von Treibhausgasen um bis zu 19%. Im Gegensatz zu den Branchenriesen sind die Kanadier auch noch überschaubar groß und flexibel. D.h. Flottenmaßnahmen jeglicher Art lassen sich am runden Tisch innerhalb kürzester Zeit einplanen und abarbeiten. dynaCERT kann herstellerunabhängig gerade der Transportbranche, bei relativ einheitlichen Baumaßnahmen, schnell Abhilfe schaffen. Das bringt den Fuhrunternehmen Carbon Credits – also wertvolle Gutschriften in Bezug auf die Reduzierung fossiler Verbrennungsvorgänge.

    Plug Power, FuelCell und Nel ASA gehen andere Ansätze und fokussieren sich auf die Ganzheitlichkeit einer neuen Antriebsform. Deren Aggregate sind groß, baulich spezifisch und wegen der hohen Implementierungskosten in der Regel nur für öffentliche Projekte geeignet. Wann letztendlich der reine H2-Antrieb verfügbar sein wird, hängt vom Ausgang der Testbetriebe im öffentlichen Nahverkehr ab, denn genau hier wird die Betriebssicherheit der Systeme ausgiebig erprobt.

    Die dynaCERT-Technologie ist zwar auch für PKWs geeignet, bislang wird der Einsatz aber durch den hohen Stückpreis von 6.000 CAD verhindert. Ein Verbraucher müsste die Sonderausstattung wohl auch vorab bezahlen. Ein lukrativer Sektor eröffnet sich in der Bergbautechnologie, hier können dezentrale Stromaggregate mit der umweltschonenden Ausstattung sauberer gemacht werden. dynaCERT hat in 17 Jahren bereits 70 Mio. CAD in seine Technologien gesteckt. Die Amortisation für den Käufer liegt im Bereich von einem Jahr. Eine gute Relation, um mit staatlichen Zuschüssen an eine breite Entwicklung denken zu können.

    dynaCERT konnte hier im ersten Halbjahr 2021 schöne Erfolge vermelden. Die Partnerschaft mit Karbonkleen im Bereich Speditionskunden läuft auch bereits an. Nun bereitet man den höher skalierten Roll-Out für die gesamte Transportbranche vor. Unklar ist, ob auch an Schienenverkehr und Schifffahrt gedacht wird, denn gerade dort entstehen die weltweit größten Schadstoff-Ausstöße. In Europa beträgt die Dieselquote quer durch alle Fahrzeuge immer noch 53%, in anderen Kontinenten wie Südamerika, Afrika oder Asien sind die Länderquoten teilweise noch deutlich höher. Der Markt ist also riesig – der Stein muss nur ins Rollen kommen.

    Die dynaCERT-Aktie bewegt sich derzeit bei etwa 0,42 CAD relativ ruhig im Markt. Der Börsenwert liegt bei etwa 190 Mio. CAD – gegenüber der Peergroup ist das eine sehr moderate Bewertung.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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