Menü schließen




13.02.2024 | 05:10

Nordex, Kraken Energy, Siemens Energy - Comeback der Energieaktien

  • Erneuerbare Energien
  • Klimaziele
  • Turnaround
Bildquelle: pixabay.com

Ob Wind, Sonne oder Wasserstoff. Börsennotierte Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energie befanden sich in den vergangenen Monaten fast ausschließlich in einer scharfen Korrektur. Zu hoch waren Anfang des Jahrzehnts die Erwartungen der Marktteilnehmer im Hinblick auf die Transformation zum Erreichen der Klimaziele. Aktuell scheint ein Ende in Sicht, erste Fallen Angels bilden einen tragfähigen Boden, der im Anschluss in eine neue Aufwärtswelle münden könnte. Angelaufen ist bereits der Sektor der Atomenergie, wodurch der Uranpreis ein neues Mehrjahreshoch erklommen hat. Hier schlummern besonders in der zweiten Reihe weitere Chancen, um am Aufwärtstrend teilhaben zu können.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: KRAKEN ENERGY CORP | CA50075X1024 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    Nordex – Das Bild hellt sich auf

    Durch die gut aufgenommen vorläufigen Jahreszahlen mit einer Verbesserung der Margensituation hat sich auch das kurzfristige Chartbild des Windanlagenbauers deutlich aufgehellt. Mit einem Plus von über 7 % auf 10,15 EUR konnte die Nordex-Aktie den seit Ende Juli 2023 etablierten Abwärtstrend verlassen. Das nächste Ziel ist die 200-Tagelinie, die aktuell bei 10,81 EUR verläuft. Rückenwind erhält der Anstieg auch von Seiten der Indikatoren. So lieferten sowohl der Trendfolger MACD als auch der RSI kurzfristig Kaufsignale.

    Nordex verkündete einen starken Umsatzanstieg, jedoch weiterhin schwache Margen, die sich trotzdem im Vergleich zum Vorjahr verbessern konnten. Im Vergleich stiegen die Erlöse von 5,7 Mrd. EUR auf 6,5 Mrd. EUR an. Diese Zunahme um 14 % übertraf damit die eigene Prognose, die einen von 6,1 Mrd. EUR ausging. Der daraus resultierende operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte jedoch nur 2 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahresquartal, das einen Verlust von 244 Mio. EUR aufwies, stellt dies zwar ein Erreichen des Break Even dar, führte jedoch zu einer sehr geringen EBITDA-Marge von 0,0 %. Dennoch verbesserte sich die Marge um 430 Basispunkte.

    Nordex plant, sein vollständiges Finanzergebnis am Donnerstag, den 29. Februar zu veröffentlichen und wird bei dieser Gelegenheit auch seine Vorhersagen für das Jahr 2024 bekannt geben. José Luis Blanco, der CEO von Nordex, äußerte sich zum vergangenen Jahr wie folgt: „2023 war ein Jahr des Übergangs und ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben einen Break-Even bei der Profitabilität erreicht, was eine solide Grundlage für die zukünftige Entwicklung unseres Geschäfts darstellt."

    Kraken Energy – Newcomer mit großen Zielen

    Ein Revival erlebte in den vergangenen Monaten der Uranpreis, der seit 2007 das erste Mal die magische Marke von 100 USD überspringen konnte. Seit den Tiefstständen im Jahr 2017 stieg der Kurs des Metalls um über 460 %. Obwohl nach dem starken Anstieg eine Korrektur normal wäre, dürfte die Nachfrage aufgrund des Ausbaus der Kernenergie zum Erreichen der Klimaziele in den nächsten Jahren weiter deutlich zunehmen. So prognostizieren Experten eine Verdreifachung der Kernenergie bis 2050, um bis zu 25 % des Stroms als Teil eines sauberen und zuverlässigen kohlenstoffarmen Mixes zu liefern.

    Große Uranproduzenten wie Cameco, Fission Uranium oder Kazatomprom konnten sich in diesem Aufwärtszyklus bereits vervielfachen. Dagegen bewegte sich das mit 8,97 Mio. CAD bewertete Bergbauunternehmen Kraken Energy kaum, dürfte, geht es nach den Plänen des erfahrenen Managements um CEO Matthew Schwab, jedoch vom explodierenden Bedarf, gerade in den USA, deutlich profitieren. Dass die Führungsriege von ihrer Vision überzeugt ist, zeigt die aktuelle Beteiligung von 22 % am Unternehmen.

    Historisch bedingt sind die Vereinigten Staaten extrem auf internationale Importe angewiesen. Hauptlieferanten sind mit 35 % Kasachstan sowie mit 14 % Russland. Dagegen konnte man einen stetigen Rückgang der heimischen Uranproduktion im vergangenen Jahrzehnt erkennen. Spätestens nach der Invasion Russlands in der Ukraine versucht die US-Regierung das Rad herumzureißen und subventioniert verstärkt den Abbau in heimischen Gefilden. Kraken Energy hat sich zum Ziel gesetzt, eine Uranbasis in den USA aufzubauen, um die Deckung des inländischen Energiebedarfs zu decken.

    Aktuell hat das Unternehmen Zugriff auf vier hochgradige Uranvorkommen, wobei sich eines in Utah sowie drei im Bundesstaat Nevada befinden. Diese Grundstücke, einschließlich der aus den 1950er Jahren stammenden ehemaligen Produktionsanlagen, eröffnen den Zugang zu ungenutzten Ressourcen und erstklassiger Infrastruktur. Besonders bemerkenswert sind die reichhaltigen Uranlagerstätten, deren Gehalt bis zu 0,4 % erreicht, während andere Projekte Uran mit einem Gehalt von lediglich 0,02 % fördern. Oberflächenproben ergaben sogar Werte mit bis zu 3,19% und 6,0% Uranoxiden. Zudem bergen diese Areale ökonomisches Potenzial durch das Vorkommen weiterer Mineralien wie Gold, Silber, Kupfer, Nickel, Vanadium, Diamanten und Molybdän. Die Schlüsselareale des Unternehmens, Harts Point in Utah und Apex in Nevada, könnten zentrale Standorte in einem für die US-amerikanische Uranindustrie konzipierten "Hub-and-Spoke"-Modell werden.

    Ein Bohrprogramm auf Harts Point ist für die nächsten Wochen geplant. Beim Apex-Projekt steht die Erteilung der Bohrgenehmigung noch aus, die jedoch im 2. Quartal erwartet wird. Anschließend soll eine Schätzung der Mineralressourcen gemäß dem NI 43-101 Standard erfolgen, ein Standard, der zum Zeitpunkt der ursprünglichen Erkundungen noch nicht existierte. Die historischen Bohrergebnisse wiesen jedoch auf Uran-Gehalte von 0,23 % bis 1,33 % hin. Sollten diese Werte annähernd erreicht werden, dürfte der Aktie von Kraken Energy ein ähnlicher Höhenflug wie seinem Basiswert bevorstehen.

    Siemens Energy – Analysten euphorisch.

    Einen weiteren Kurssprung konnte auch die Aktie der im vergangenen Jahr stark abgestürzten Siemens Energy verzeichnen. Mit einem Anstieg von 5 % auf 14,42 EUR liegt der Kurs exakt an seiner 200-Tagelinie. Ein Überwinden würde das Potenzial eröffnen, die im Juni 2023 aufgerissene Kurslücke bei 23,41 EUR zu schließen.

    Dass dies gelingen kann, sind sich zumindest mehrere Analysten einig. Das Segment der Windkraftanlagen des Energietechnikunternehmens scheint laut den Analysten der Bank of America die schwierigsten Zeiten überwunden zu haben. Sie hoben ihr Ziel für den Aktienkurs von 13 auf 20 EUR an und sehen somit weiterhin erhebliches Wachstumspotenzial, wobei sie die Bewertung der Aktien von "Neutral" auf "Kaufen" heraufgesetzt wurde.

    Ebenfalls positiver äußert sich Analystin Virginia Sanz De Madrid von der spanischen Bank Santander, die nun mit einer Einstufung von „Outperform" optimistischer als bei ihrer vorherigen „Neutral"-Bewertung ist. Das Kursziel für die Aktien wurde von 14 auf 19 EUR angehoben.
    Vlad Sergievskii, ein Analyst der britischen Barclays Bank, sieht zwar mittelfristig nicht ganz so viel Spielraum für Kurssteigerungen, wurde jedoch mit einer Anhebung seines Kursziels von 15 auf 16 EUR ebenfalls optimistischer. Er behält die Einstufung auf "Overweight" bei. Das Geschäftsklima im Gas- & Energiebereich bleibe positiv, und es gab keine neuen negativen Meldungen zum Windenergiegeschäft, so der Analyst. Dieser Sektor mache sogar kleine Fortschritte in die richtige Richtung. Außerdem würden sich die Risiken in der Bilanz verringern.

    Insgesamt bewerten 21 Analysten das Unternehmen auf Reuters Refinitiv. Das durchschnittliche Kursziel liegt hier bei 16 EUR.


    Nordex konnte bei den vorläufigen Zahlen mit einem deutlichen Umsatzanstieg und einer ausgeglichenen Marge überraschen. Siemens Energy wird zum Liebling der Analysten. Kraken Energy könnte am weiter steigenden Bedarf nach Uran überproportional profitieren.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.

    Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.

    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 23.04.2026 | 05:30

    Öl-Gewinne sprudeln, aber auch das Methan der Bohrlöcher wird zur Gelddruckmaschine: Shell, Zefiro Methane und Occidental Petroleum

    • Shell
    • Zefiro Methane
    • Occidental Petroleum
    • Öl
    • Gas
    • Erneuerbare Energien
    • Methan
    • Bohrlöcher
    • CO2-Gutschriften
    • Emissionen
    • Transformation

    Als im Nahen Osten die Kampfhandlungen aufflammten, schoss der Ölpreis sprunghaft nach oben. Die Industrie frohlockt über Supergewinne. Doch im Schatten des Booms liegt ein schleichendes Risiko: Millionen verlassener Bohrlöcher, aus denen ungehindert Methan entweicht – ein Gas, das die Erde weit stärker aufheizt als CO2. Während die Ölmultis die hohen Preise genießen, bietet sich Dienstleistungsunternehmen, die sich den aufgegebenen Bohrlöchern annehmen, ein riesiges Geschäft. Drei Akteure mit unterschiedlichen Strategien wollen die aktuelle Situation nutzen: Shell, Zefiro Methane und Occidental Petroleum.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 20.04.2026 | 05:00

    Energie-Infrastruktur als Ertragsbringer: Platzhirsche RWE, E.ON und der Rendite-Turbo RE Royalties

    • Erneuerbare Energien
    • Investment
    • Energieversorger
    • Royalties

    Getrieben durch die Dekarbonisierung, die Digitalisierung und den extrem hohen Energiebedarf von Rechenzentren für KI-Anwendungen wird Strom mehr denn je zur wichtigsten Säule der modernen Welt. Dass die Energiebranche umdenken muss, untermauern aktuelle Studien: Laut der Unternehmensberatung Boston Consulting Group sind allein in Deutschland bis zum Jahr 2030 Investitionen in Höhe von rund 860 Mrd. EUR erforderlich, um die Klimaziele zu erreichen. Das entspricht etwa 100 Mrd. EUR pro Jahr, wovon fast die Hälfte auf den Energiesektor entfällt. Dieses gewaltige Investitionsvolumen zeigt deutlich, dass der Staat diese Aufgaben nicht allein stemmen kann und privates Kapital zwingend erforderlich ist, um die ambitionierten Ziele auch zu erreichen. Gleichzeitig prognostiziert die Internationale Energieagentur (IEA), dass die Stromnachfrage weltweit bis 2030 um mehr als 3,5 % jährlich steigen wird. Verantwortlich ist in erster Linie der KI-Boom. Profitieren dürften Versorger und regenerative Projekte. Wer hier investiert, wählt zwischen Großversorgern wie RWE, Netzbetreibern wie E.ON oder spezialisierten Finanzierern wie RE Royalties. Wir geben einen Überblick.

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 15.04.2026 | 04:45

    Schub durch Energieschock: A.H.T. Syngas 150 % Chance! Nordex vor Korrektur? Was macht Verbio?

    • Syngas
    • Synthesegas
    • Energieschock
    • Ölpreisschock
    • Erneuerbare Energien
    • Nachhaltigkeit
    • Biomasse
    • Transformation

    Der Energie- und Ölpreisschock trifft die globalen Märkte und markiert zugleich einen Wendepunkt für Anleger. Explodierende Preise für fossile Energieträger, Kriege und wachsende Unsicherheiten in der Versorgung stellen große Herausforderungen dar. Aber es gibt auch Gewinner, das sind Unternehmen aus dem Bereich erneuerbaren Energien und nachhaltiger Technologien. Hier hebt sich die noch unbekannte A.H.T. Syngas positiv ab. Die Gesellschaft wendet ein innovatives Verfahren zur Energieerzeugung vor Ort aus Biomasse an, was zahlreiche Vorteile mit sich bringt. Analysten sehen großes Aufwärtspotenzial. Nach starkem Lauf könnte dem Windkraftanlagenhersteller nun eine Korrektur ins Haus stehen – der Auftragseingang geht auf hohem Niveau zurück. Der Biokraftstoffhersteller Verbio profitiert von hohen Preisen und erhöhte zuletzt die Prognose. Wie sollten sich Anleger jetzt positionieren?

    Zum Kommentar