Menü schließen




10.08.2022 | 04:44

Öl wird auch in 100 Jahren noch gebraucht! Mit diesen Aktien volltanken: Shell, BP, Saturn Oil + Gas, BASF

  • Öl und Gas
  • Energie
  • Chemie
Bildquelle: pixabay.com

Mit Blick auf die künftige Energieversorgung bleiben gerade in Europa große Fragezeichen zurück. Denn die Abhängigkeit zu Russland ist historisch und die künftige Beziehung zum größten Rohstoffbesitzer in unseren Breiten wird aus europäischer Sicht wohl eher frostig. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen präsentierte unlängst einen Plan, um sich von fossilen Brennstoffen aus Russland zu lösen und gleichzeitig die Energiewende zu beschleunigen. Um gänzlich autark zu werden, müsste die Europäische Union aber bis zum Jahr 2030 nahezu 300 Mrd. EUR in Infrastruktur und Energie-Lieferbeziehungen investieren. Unterdessen gibt es heimliche Gewinner dieser Zwickmühle, die sich im aktuellen Umfeld gerade eine goldene Nase verdienen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , ROYAL DUTCH SHELL A EO-07 | GB00B03MLX29 , BP PLC DL-_25 | GB0007980591 , Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832

Hole Dir die spannenden Kommentare direkt als Newsletter per E-Mail.

Jetzt kostenlos abonnieren

Inhaltsverzeichnis:


    John Jeffrey, CEO, Saturn Oil & Gas Inc.
    "[...] Wenn wir etwas erwerben, wollen wir sicherstellen, dass die Übernahme zu unserer Strategie passt und das Potenzial hat, für unsere Aktionäre erfolgreich zu sein. [...]" John Jeffrey, CEO, Saturn Oil & Gas Inc.

    Zum Interview

     

    Shell oder BP – In welchen Energieriesen jetzt investieren?

    Die fatale Abhängigkeit Europas von russischen Energielieferungen heizt die politische Debatte über schnell umsetzbare Alternativen an. Nachdem die EU sowohl die Einsparziele von 9 auf 13% erhöhen möchte, soll nun auch der Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 von 40 auf 45% angehoben werden. Dazu benötigt es gewaltige Investitionen. Bis das in knapp zehn Jahren umgesetzt ist, wird Öl und Gas aber in hohem Maße gebraucht werden.

    Aktuell brillieren die Öl-Multis unter den Sanktionsbedingungen gegenüber Russland. Das russische Öl kommt zwar zweifelsohne durch die chinesische Hintertür auf den Weltmarkt, eine signifikante Absenkung der Preisniveaus hat sich daraus aber noch nicht ergeben. Immerhin sind aber die Brent- und WTI-Preise von rund 120 USD Plus wohl Geschichte, zuletzt notierten beide Ölsorten ca. 20% unter ihren Höchstständen. Mit rezessiven Aussichten sollte es hier auch nicht wieder allzu hoch gehen.

    Betrachtet man Shell und BP als die zwei größten europäischen Verkäufer von Mineralölprodukten von der analytischen Seite, dann zeigen sich beide gerade von der stärksten Seite. Shell handelt mit einem KGV von etwa 5 und einer Dividendenrendite von 4%, bei British Petroleum stellen sich diese Ratios auf 4 bzw. 5%. Analysten favorisieren im Konsensus ganz klar die größere Shell-Aktie, sie hat im 12-Monatsrückblick auch etwas besser performt. In ein Energiedepot alter Färbung passen aber beide.

    Saturn Oil + Gas – Einfach fördern und Cashflow tanken!

    Die kanadische Saturn Oil + Gas ist mit Shell und BP schlecht vergleichbar, aber die zuletzt gezeigten Wachstumsraten in der Förderung können von den Öl-Multis nicht übertrumpft werden. Denn in Saskatchewan, dem Standort des Unternehmens, geht es seit zwei Jahren richtig zur Sache. Nach einem transformatorischen Umbau der Gesellschaft und Produktionsvervielfachung lautet die Zielmarke für die Tagesausbeute nun über 11.500 Barrel (boe/d), das erzeugt für das Gesamtjahr einen operativen Gewinn (bereinigtes EBITDA) von ca. 155 Mio. CAD. Die Aktie ist aber nur mit 134 Mio. CAD bewertet, hinzu kommen die Fremdmittel aus der Expansionsfinanzierung.

    Der nun üppige Cashflow wird für die Erschließung neuer Felder benutzt und fließt zu einem großen Teil in die Tilgung der Schulden, die durch die letzten beiden Akquisitionen auf über 220 Mio. CAD angewachsen sind. Ausgehend von dieser Größenordnung, senkt sich das Fremdkapital bis Ende 2022 auf etwa 185 Mio. CAD ab, Ende 2024 werden es dann nur noch ca. 75 Mio. CAD sein. Aufgrund von Forward-Geschäften kann Saturn diese Zahlen heute bereits mit hoher Sicherheit bestimmen. Aktuell profitiert das Unternehmen von den ungehedgten Förderanteilen, die zu Spotmarktpreisen verkauft werden können. Das erzeugt zusätzliche Mittel und erhöht den freien Cashflow, der mittelfristig für die Aktionäre zur Ausschüttung kommen sollte. Aufgrund der hohen Wirtschaftlichkeit der jüngsten Bohrprogramme hat der Vorstand von Saturn das Investitionsbudget für 2022 auf 77,2 Mio. CAD festgelegt. Mit der neuen Guidance steigert Saturn noch einmal spürbar seinen Output, da die erhöhten Investitionen die prognostizierten und erwarteten Cashflows weiter nach oben verändern. Das mittelfristige Szenario für die Aktie wird somit immer besser.

    Die aktuell vorliegende Research-Studie von Eight Capital diskontiert die geplanten Cashflows auf das heutige Jahr und kommt für den Enterprise Value (inklusive Verschuldung) auf einen Faktor von 0,7. Innerhalb der Branche wird derzeit ceteris paribus aber ein Faktor von ca. 2,5 angesetzt. Zu Deutsch berechnet sich die Unterbewertung von Saturn Oil + Gas auf das ca. 3,5 fache des heutigen Kurses von 2,25 CAD. Rechnerisch liefert dies 7,87 CAD – die Analysten votieren daher mit einem Buy-Rating und Kursziel 7,50 CAD. In Nordamerika gibt es derzeit keine günstigere Ölaktie, die Kapitalverwässerung ohne Bezugsrecht hat aber wohl einige Anleger verschreckt. Der technische Ausbruch gelingt oberhalb von 2,55 CAD, dann wird es vermutlich aber schnell zur Sache gehen.

    BASF – Die Abhängigkeit von Öl und Gas klug meistern

    Der Ludwigshafener Chemieriese BASF machte zuletzt immer wieder Schlagzeilen, wegen seiner hohen Gasabhängigkeit. Mittlerweile werden für den Konzern aber viele alternative Konzepte diskutiert und bereits in ersten Schritten umgesetzt. Immerhin gab es noch keine Produktionseinschnitte, was den aktuellen Halbjahresgewinn wegen der Preissprünge und dem schwachen Euro erstmal ansteigen lässt.

    So kletterte der Umsatz um knapp 7 Mrd. EUR auf 46,1 nach 39,1 Mrd. EUR, auch das EBIT erhöhte sich um über 10% auf 5,14 Mrd. EUR. Beide Größen lagen über den Erwartungen der Analysten und als Überraschung gab es trotz des widrigen Umfelds sogar eine Prognoseanhebung. Der Umsatz soll in 2022 nun doch über 86 Mrd. EUR landen, das EBIT-Gewinnziel lautet 6,8 bis 7,2 Mrd. EUR. Es scheint, als sieht das Management den kriegerischen Konflikt nicht sonderlich bedrohlich für die BASF. Der CEO Brudermüller kommentiert wie folgt: „Trotz anhaltend hoher Rohstoff- und Energiepreise haben wir im zweiten Quartal erneut ein starkes Ergebnis erzielt.“ Trotzdem können sich Risiken insbesondere durch Produktionsunterbrechungen an den großen europäischen Standorten infolge weiterer Einschränkungen der Gasversorgung aus Russland ergeben, betont das Management.

    Da der Konzern bereits Vorsichtsabschläge kalkuliert und Kostensenkungen angekündigt hat, könnte die Talfahrt des Kurses bereits kurz vor dem Ende sein. Sollte es Meldungen zu Gas-Stops geben, kann der mittelfristige Investor die zu erwartende Schwäche nutzen und beherzt zuschlagen.


    Die Energiemärkte bleiben angespannt, denn die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen ist unverändert hoch. Angesichts globaler Verzerrungen und lang vernachlässigter Investitionen während der Pandemie gibt es derzeit zu wenige Rohstoff-Explorationen, um die hohe Nachfrage an den Weltmärkten zu decken. Shell und BP sind Profiteure dar aktuellen Versorgungslage, BASF könnte noch größere Probleme bekommen. Ein wahres Schnäppchen ist aber die aufstrebende Saturn Oil + Gas aus Kanada, die mit ihren Zahlen derzeit jedem Vergleich standhält.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) derzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen hält bzw. halten und auf deren Kursentwicklungen spekulieren. Sie beabsichtigen insofern Aktien oder andere Finanzinstrumente der Unternehmen zu veräußern bzw. zu erwerben (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
    Es besteht insofern ein konkreter Interessenkonflikt bei der Berichterstattung zu den Unternehmen.

    Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
    Es besteht auch aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
    Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.kapitalerhoehungen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Armin Schulz vom 11.03.2026 | 05:30

    Drei Trends, ein Ziel: Wie Bayer, MustGrow Biologics und BASF die Agrarwende zur Gewinnchance machen

    • Bayer
    • MustGrow Biologics
    • BASF
    • Crop Science
    • Pharma
    • Senfextrakte
    • Biodünger
    • Kohlhernie
    • Biopestizide
    • Chemie

    Drei Trends bewegen aktuell die globale Agrarwirtschaft, explodierende Düngemittelpreise, der regulatorische Druck zur Rettung der Artenvielfalt und der unstillbare Hunger einer wachsenden Bevölkerung. Während Landwirte zwischen Existenzangst und dem Zwang zur Ökologisierung navigieren zeichnet sich ein milliardenschwerer Umbau der Branche ab. Die alte Chemie stößt an ihre Grenzen, die Nachfrage nach biologischen Alternativen und präzisen Technologien erreicht einen historischen Höhepunkt. In diesem Spannungsfeld aus Volatilität und Chance formiert sich die Zukunft der Pflanzenproduktion neu. Wir sehen uns an wie Bayer, MustGrow Biologics und BASF diese Transformation vorantreiben und davon profitieren könnten.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 11.03.2026 | 04:45

    Knappheit bestimmt die Preise – der Wahnsinn geht weiter! Almonty, Shell und BP sind die Gewinner der aktuellen Lage

    • Erdöl
    • Kritische Rohstoffe
    • Strategische Metalle
    • Energie
    • Iran-Konflikt

    Die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten haben die Rohstoffmärkte spürbar unter Spannung gesetzt. Innerhalb kurzer Zeit kletterte der Ölpreis auf mehr als 115 USD je Barrel und erreichte damit ein Niveau, das seit Jahren kaum noch zu sehen war. Treiber dieser Bewegung sind vor allem zunehmende Risiken für den globalen Energiehandel, nachdem sich die Lage rund um den Persischen Golf weiter zugespitzt hat. Besonders im Fokus steht die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Transportrouten für Energie weltweit. Etwa 20 % des international gehandelten Rohöls passieren täglich diese Meerenge, weshalb jede Störung dort unmittelbare Auswirkungen auf Preise und Versorgungserwartungen hat. Am gestrigen meldete sich US-Präsident Donald Trump und warnte den Iran eindringlich, die internationalen Handelswege zu beeinträchtigen. Binnen 4 Stunden brach der Ölpreis um ganze 30 USD nach unten. Knappheit ja – Volatilität extrem! Das gilt auch für den Wolfram-Preis, der seit Jahresanfang nun weitere 100 % zugelegt hat. Wir bieten spannende Einblicke.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 05.03.2026 | 04:15

    Sind Öl und Gas das neue Gold? Jetzt geht´s rund bei Shell, BP, Pure One und Oklo

    • Energie
    • Kritische Rohstoffe
    • Öl und Gas
    • Wasserstoff
    • Kernenergie
    • SMRs

    Nach einer langen Durststrecke für Öl musste es nun ein Krieg sein, der die Notwendigkeit der fossilen Brennstoffe wieder in den Fokus rückt. Aber, man sollte die Kirche auch im Dorf lassen. Die Weltmärkte sind überschwemmt mit Öl, USA und Kanada haben in den letzten 20 Jahren so viele Kapazitäten aufgebaut, dass die 4 Mio. Barrel Iran-Förderung leicht ausgeglichen werden können. „There´s plenty of oil“ war die Reaktion auf die wiederholten Peak Oil-Aussagen nach den Arbeiten des Geologen Marion King Hubbert aus dem Jahr 1949. Im Jahr 2000 sollten die Reserven erschöpft sein, doch es kam anders. Heute gehen Forscher von Reserven für weit mehr als 200 Jahre aus, somit lohnt es sich für Investoren auf Ölwerte zu blicken. Alternativen dazu gibt es viele u. a. von den Unternehmen Pure Hydrogen und Oklo. Im Zuge der Irankrise eine weitere Gelegenheit, das Portfolio neu zu strukturieren.

    Zum Kommentar