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17.08.2023 | 05:05

Plug Power, JinkoSolar, Altech Advanced Materials: Nur eine Aktie stark

  • Elektromobilität
  • Batterietechnologie
  • Wasserstoff
Bildquelle: Tesla Inc

Die Börse steht derzeit auf wackeligen Beinen. Da lohnt es sich auf Aktien mit relativer Stärke zu setzen. Welches Wertpapier aus dem Bereich der erneuerbaren Energien gehört dazu? Der Wasserstoff-Spezialist Plug Power hat mit den letzten Quartalszahlen erneut enttäuscht. Und jetzt verlieren auch noch Analysten die Geduld. Dagegen hat JinkoSolar den Halbjahresgewinn um über 300 % gesteigert. Trotzdem notiert die Aktie des chinesischen Solar-Konzerns so niedrig wie lange nicht mehr. Die Aktie von Altech Advanced Materials – seit Juli auch auf XETRA gelistet – gehört mit einem Plus von 250 % zu den deutschen Börsenstars 2023. Aber ist noch mehr drin? Immerhin will das Unternehmen den Batterie-Markt revolutionieren und auch die neue Tesla-Batterie alt aussehen lassen.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Fabian Lorenz
ISIN: PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020 , Altech Advanced Materials AG | DE000A31C3Y4 , JINKOSOLAR ADR/4 DL-00002 | US47759T1007

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Inhaltsverzeichnis:


    Altech: Besser als Tesla?

    E-Auto-Pionier Tesla arbeitet mit Hochdruck an seiner neuen Batterie-Generation. Die Massenfertigung der "4680"-Zelle soll mit Partner Panasonic im kommenden Jahr starten. Die neuen Powerpacks sollen unter anderem im Model Y, dem E-LKW Semi und dem kommenden Cybertruck verbaut werden. Die deutsche Altech Advanced Materials will den Konzern von Elon Musk in den Schatten stellen. Und Investoren scheinen die für möglich zu halten. So hat die Altech-Aktie im laufenden Jahr 250 % zugelegt und notiert inzwischen bei 14 EUR. Damit liegt die Marktkapitalisierung bei 110 Mio. EUR. Trotz der fulminanten Kursentwicklung korrigiert die Aktie nicht deutlich – was keine Überraschung wäre – sondern konsolidiert seitwärts. Die relative Stärke ist auch darauf zurückzuführen, dass im Herbst weiterer spannender Newsflow zu erwarten ist. Denn Altech Advanced Materials arbeitet mit seinen Partner an gleich zwei Batterierevolutionen.

    Im Bereich der Lithium-Ionen-Akkus will man einen Quantensprung in der Batterieleistung und Batteriedichte erreichen. Dafür entwickelt man die Silumina Anode. Diese basiert auf dem Einsatz einer patentierten keramische Nano Beschichtung von Graphit-Silizium-Anoden möglich werden. Das Ergebnis: hohe Reichweite, mehr Leistung und niedrigere Kosten. Die Pilotanlage wird derzeit in Sachsen errichtet und steht kurz vor der Fertigstellung. Schon im dritten Quartal soll das Silumina Anodenmaterial produziert werden, damit es Kunden aus der Automobilindustrie testen können. Die Rohstoffe Graphit und Silizium für die Massenfertigung sollen aus Europa kommen. Dafür hat man SGL Carbon und Ferroglobe ins Boot geholt. Die Wirtschaftlichkeitsstudie hat ein jährliches EBITDA von 65 Mio. USD und einen Barwert von über 500 Mio. USD ergeben. An Silmunia hält Altech Advanced Materials einen Anteil von 25 %.

    Doch Altech hat noch ein zweites heißes Batterie-Eisen im Feuer: Gemeinsam mit dem Fraunhofer IKTS entwickelt man die CERENERGY® Natriumchlorid-Festkörperbatterie (SCSS). Damit will man den riesigen Markt für Batterie-Energiespeichersysteme erschließen. Um günstige Energie aus Solar, Wind & Co. endlich speichern zu können, werden günstige Speichersysteme dringend gesucht. Das Marktvolumen soll von 4,4 Mrd. USD im Jahr 2022 bis 2027 auf 15,1 Mrd. USD explodieren – Tendenz weiter steigend. Altech und Fraunhofer wollen den Markt mit einer im Wesentlichen auf Kochsalz und Nickel basierenden Festkörperbatterie erobern. Sie hat eine Lebensdauer von mehr als 15 Jahren ohne Performanceeinbußen, bietet Feuer- und Explosionssicherheit und kommt ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt, Kupfer und Lithium aus. Die Machbarkeitsstudie soll noch im laufenden Jahr veröffentlicht werden. Der Verkauf an Kunden wie Energieversorger und Betreiber industrieller Anlagen soll 2025 erfolgen. An diesem potenziellen Milliarden-Business hält Altech Advanced Materials einen Anteil von 18,75 %.

    Plug Power: Kursziel deutlich reduziert

    Von einer Konsolidierung auf hohem Niveau kann bei Plug Power schon lange keine Rede mehr sein. In den vergangenen 52 Wochen hat die Aktie des Wasserstoff-Spezialisten rund 72 % an Wert verloren. Mit 8 EUR notiert die Aktie auf dem Niveau vom Sommer 2020. Und immer noch liegt die Marktkapitalisierung bei stolzen 5,34 Mrd. USD.

    Zwar empfiehlt die Mehrheit der Analysten die Aktie weiterhin zum Kauf, aber nach erneut enttäuschenden Quartalszahlen inklusive eines hohen Verlustes, bröckelt die Unterstützung. Zuletzt hat Roth MKM die Plug Power Aktie von „Buy“ auf „Neutral“ abgestuft. Zudem haben die Analysten der Investmentboutique das Kursziel von 13 USD auf 7,50 USD deutlich reduziert. Aus Sicht der Analysten wird das US-Unternehmen die Probleme mit der Bruttomarge nicht schnell in den Griff bekommen können. Ein Cash-Burn von mehr als 1,6 Mrd. USD in 2022 relativiere das Umsatzwachstum. Außerdem werde Plug Power bis zum Erreichen des Break-even wohl nicht um eine Kapitalmaßnahme herumkommen.

    JinkoSolar: Starke Zahlen helfen nicht

    Die Halbjahreszahlen von JinkoSolar können sich wirklich sehen lassen. Der Umsatz legte um 60,5 % auf 53,6 Mrd. CNY zu. Der Nettogewinn des chinesischen Solarkonzerns stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um stolze 324,5 % auf 3,8 Mrd. CNY. Das hohe Wachstum ist laut JinkoSolar auf den starken Absatz der hocheffizienten Zellen und Module mit passiviertem N-Typ-Tunneloxidkontakt zurückzuführen, die einen höheren fotoelektrischen Umwandlungswirkungsgrad und eine höhere Bruttogewinnspanne aufweisen. Die Nachfrage nach diesen Modulen übersteige die Produktionskapazitäten. Die Produktionsmengen sollen im Laufe des Jahres weiter ausgebaut werden. So teilte JinkoSolar mit, dass man auf dem besten Weg sei, im laufenden Jahr insgesamt Solarmodule mit einer Leistung von 70 bis 75 GW zu verkaufen – im vergangenen Jahr waren es 44,5 GW.

    Wermutstropfen war lediglich die Ankündigung einer Kapitalerhöhung. So will JinkoSolar 9,7 Mrd. CNY über eine Privatplatzierung einsammeln. Der wesentliche Teil der Erlöse soll zur teilweisen Finanzierung eines PV-Industrieparks genutzt werden. In der Nordchinesischen Provinz Shanxi soll ein gigantischer Komplex zur Herstellung von monokristalline Siliziumstäben, Wafern, Zellen und Module errichtet werden. Das Projekt, das in vier Phasen gebaut wird, soll ab dem ersten Quartal nächsten Jahres in Betrieb gehen und bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Die Investitionskosten belaufen sich auf insgesamt 56 Mrd. CNY. Zudem soll wohl auch im US-Bundesstaat Florida eine Fabrik entstehen.

    Trotz der starken Zahlen notiert die Jinko-Aktie auf einem neuen Jahrestief bei 31,50 EUR.


    Ein Kauf der schon seit Jahren günstigen Jinko-Aktie drängt sich derzeit nicht auf. Anleger scheinen den starken Zahlen nicht zu trauen, sondern sind wohl eher besorgt, dass die hohen Investitionen zu Überkapazitäten führen könnten. Auch bei Plug Power dürfte sich der Griff ins fallende Messer kaum lohnen. Im aktuellen Zinsumfeld auf Kapitalmaßnahmen angewiesen zu sein, kann zum Problem werden. Daher ist eine Kapitalerhöhung wahrscheinlich. Dagegen glänzt die Aktie von Altech Advanced Materials mit relativer Stärke. Mit positiven Meldungen im Herbst könnte die Aktie neue Höchstkurse erreichen.

    Setzt bald auch VW auf die Batterietechnik von Altech? Quelle: Volkswagen

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    Der Autor

    Fabian Lorenz

    Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich der gebürtige Kölner beruflich und privat intensiv mit dem Thema Börse. Seine besondere Leidenschaft gilt dabei nationalen und internationalen Small- und Micro-Cap.

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