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28.01.2025 | 05:10

Rheinmetall, European Lithium, BYD – Einschneidende Maßnahmen

  • Elektromobilität
  • Rohstoffe
  • Rüstung
Bildquelle: pixabay.com

Der Druck des alten und neuen US-Präsidenten in Bezug auf die Erhöhung der Verteidigungsausgaben der Nato-Partner bleibt hoch, wodurch Rüstungsunternehmen vor einer Neubewertung stehen dürften. Dagegen steht die Förderung für Elektroautos in den USA vor dem Aus. Branchenexperten und Analysten sind jedoch überzeugt, dass der globale Trend zur Elektromobilität davon unberührt bleibt. China bleibt der größte Wachstumsmarkt für Elektroautos mit einem Anteil von 65 % und 11 Mio. verkauften Fahrzeugen, Tendenz steigend. Dadurch erhöht sich auch die Nachfrage nach dem elementaren Rohstoff Lithium.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: RHEINMETALL AG | DE0007030009 , EUROPEAN LITHIUM LTD | AU000000EUR7 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296

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Inhaltsverzeichnis:


    BYD – Big in Japan

    Der chinesische Marktführer bei Elektroautomobilen trotzt allen Unebenheiten und setzt seine Expansion weiter fort. Während dem Klassenprimus in den USA sowie in der Europäischen Union Strafzölle drohen, will das von Warren Buffett mitfinanzierte Unternehmen Japan erobern und sich dem Kampf gegen lokale Automobilhersteller wie Honda, Toyota oder Nissan stellen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr setzte BYD im Land der aufgehenden Sonne bereits rund 2.200 Fahrzeuge ab.

    Demnach ist bis zum Jahr 2027 die Einführung von bis zu 8 Modellen geplant, neben rein elektrischen Fahrzeugen will BYD auch Plug-in-Hybride anbieten. Während man sich in Japan noch in der Expansionsphase befindet, konnte BYD in Singapur einen bedeuten Meilenstein verbuchen. Mit einem Verkaufsvolumen von 6.191 Einheiten konnte Toyota als meistverkaufte Automarke vom Thron gestoßen werden.

    Auch in Europa geben sich die chinesischen Autobauer in Bezug auf die Einfuhrzölle der EU nicht geschlagen. So widersprachen neben BYD, Geely sowie SAIC den auferlegten Importzöllen vor dem EuGH und reichten am vergangenen Dienstag, einen Tag vor dem Ende der Einspruchsfrist, die entsprechenden Klageschriften ein. Ende Oktober führte die Europäische Union Zölle auf Elektrofahrzeuge ein, die in China produziert wurden.

    Dies erfolgte nach Abschluss einer Untersuchung gegen die Anti-Subventionen. Die neu eingeführten Zölle belaufen sich auf 17,0 % für Fahrzeuge von BYD, 18,8 % für Geely und 35,3 % für SAIC und kommen zusätzlich zum standardmäßigen EU-Einfuhrzoll von 10 % für Kraftfahrzeuge hinzu.

    European Lithium – Diskrepanz in der Unternehmensbewertung

    Mit einer hohen Schwankungsbreite machte die Aktie des australischen Unternehmens European Lithium in den vergangenen Wochen auf sich aufmerksam. Nach Tiefstständen Mitte November bei 0,014 EUR, explodierte das auf den Gewinn von Lithium und Seltene Erden fokussierte Explorationsunternehmen um rund 250 % auf das bisherige Jahreshoch von 0,05 EUR. Aktuell baut die European Lithium-Aktie, die mit einer Marktkapitalisierung in Höhe von 81,20 AUD, umgerechnet 48,55 Mio. EUR, ausgestattet ist, die überkaufte Lage ab und notierte per Montag bei 0,032 EUR. Die Analysten von First Berlin sehen trotz der letzten Rückgänge dennoch weiterhin einen Vervielfachungskandidaten mit einem 12-Monatskursziel von 0,14 EUR.

    Grund für die positive Sichtweise ist die Tatsache, dass European Lithium mit einem Anteil von 74,3 % am Nasdaq-Unternehmen Critical Metals Corp. beteiligt ist, dessen Börsenwert bei aktuell 635,56 Mio. USD liegt. Auf den Anteil heruntergerechnet ist die Beteiligung 472,22 Mio. USD bzw. 448,97 Mio. EUR wert. Somit ergibt sich aus diesem Wert allein Tenbagger-Potenzial.

    Darüber hinaus umfasst das Portfolio von European Lithium weitere vielversprechende Projekte, die sich über mehrere Kontinente erstrecken. In Irland besitzt das Unternehmen ein hochgradiges Lithiumvorkommen mit einem Explorationspotenzial von bis zu 105 Mio. Tonnen Lithiumoxid. In der Ukraine sind zwei Projekte trotz aktueller politischer Unsicherheiten in Planung, die das Potenzial haben, signifikant im Wert zu steigen. Weitere drei Projekte in Österreich liegen in direkter Nachbarschaft zum Wolfsberg Lithium Projekt, das nach der Ausgliederung der Tochtergesellschaft Critical Metals Corp gehört, 12,88 Mio. Tonnen JORC-Ressource mit 1 % Li2O enthält und durch eine Finanzierungszusage über 15 Mio. USD von BMW unterstützt wird.

    Zudem besitzt European Lithium eine Beteiligung in Höhe von 7,5 % am Tanbreez Seltene Erden Projekt in Grönland, Critical Metals hält 42 % der Anteile.

    Rheinmetall – Trump-Forderung beflügelt

    Die Forderungen des alten und neuen US-Präsidenten Donald Trump, der von den NATO-Verbündeten eine weitere Erhöhung ihrer Verteidigungsausgaben verlangt und dabei 5 % des Bruttoinlandprodukts als angemessen veranschlagt, dürften Wasser auf die Mühlen der europäischen Rüstungskonzerne gewesen sein. Dass dies wohl zu hoch angesetzt ist und Trump einmal mehr pokert, dürfte inzwischen jedem klar sein. Allein in den USA lag der Anteil der Militärausgaben am BIP 2023 bei „nur“ rund 3,4 %.

    Für eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zumindest 3 % sprach sich auch Rheinmetall-Chef Armin Papperger gegenüber dem „Spiegel“ aus, allein um die Wehrfähigkeit wiederherzustellen. Überhaupt fordert der Firmenlenker von der künftigen Bundesregierung eine Neuausrichtung der Wirtschafts- und Verteidigungspolitik und eine Neudefinition der Schuldenbremse.

    Die Rheinmetall-Aktie eilt derweil weiter von Hoch zu Hoch und konnte in der vergangenen Woche die Marke von 700 EUR hinter sich lassen. Die Schweizer Großbank UBS erhöhte kürzlich das Kursziel von 630 EUR auf 805 EUR, das Anlageurteil wurde auf „Neutral“ belassen. Der Grund für die Erhöhung war die oben beschriebene Aufstockung der Verteidigungsausgaben.


    Trotz der angedrohten Strafzölle in den USA und Europa setzt BYD seine globale Expansionsstrategie fort. Rheinmetall dürfte von der wahrscheinlichen Erhöhung der Verteidigungsausgaben profitieren. European Lithium ist im Vergleich zu seinem Tochterunternehmen Critical Metals Corp. drastisch unterbewertet.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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