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06.02.2024 | 06:00

Royal Helium, Infineon, Boeing – Helium: Aufstieg zu einem Hightech-Rohstoff

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Bildquelle: IIF Apaton Finance GmbH

Helium, ein leichtes, nicht brenn­bares und farbloses Gas, das häufig in Verbindung mit Partyballons eingesetzt wird, spielt eine weitaus bedeutsamere Rolle in der Hightech-Industrie. Von der Halbleiterproduktion über die Kernresonanz Bildgebung bis hin zur Raumfahrt ist Helium ein unverzichtbares Element, das eine Vielzahl von High-Tech-Anwendungen ermöglicht. Doch obwohl die Nachfrage nach diesem kostbaren Gas kontinuierlich steigt, wird auch seine langfristige Verfügbarkeit zunehmend problematisch. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick darauf, wie dieses unscheinbare Gas die moderne Hightech-Industrie antreibt und wie man davon profitieren kann.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: ROYAL HELIUM LTD. | CA78029U2056 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004 , BOEING CO. DL 5 | US0970231058

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Inhaltsverzeichnis:


    Royal Helium – ist in Produktion

    Royal Helium ist Akteur im Bereich der Heliumexploration und -produktion, macht große Fortschritte bei der Umwandlung in ein Industriegasunternehmen. Die Liegenschaften sind über 1.000.000 Acres (entspricht gut 400.000 ha) groß und befinden sich in Saskatchewan. Die Heliumanlage in Steveville gehört dem Unternehmen zu 100 % und soll einen neuen Standard für die Emissionen von Heliumanlagen in Alberta setzen. Sobald die Genehmigungen erteilt sind, wird die Anlage bei den derzeitigen Preisen voraussichtlich 3 bis 6 Mio. CAD pro Jahr an Emissionsgutschriften einbringen und damit das Engagement von Royal Helium für ökologische Nachhaltigkeit unterstreichen.

    Die hochmoderne Anlage verfügt über eine Kapazität von 15 Mio. Kubikfuß Rohgas pro Tag. Durch das patentrechtlich geschützte modulare Design besteht die Möglichkeit neben Helium andere Nebenprodukten wie beispielsweise Stickstoff, CO2 und Kondensat zu verwerten. So können pro Jahr 22.000 MCF Helium, 20 Mio. Pfund CO2 in Lebensmittelqualität und 2.920 bbl Kondensat produziert werden. Derzeit befinden sich 4 von mindestens 15 voraussichtlichen Heliumfeldern in der Entwicklung. Durch den Proof-of-Concept durch das Steveville Projekt wird sich die Entwicklungszeit verkürzen und durch die laufende Produktion fällt es deutlich leichter Finanzierungen zu erhalten. Das konnte man Anfang Januar sehen, als das Unternehmen seine Kreditlinie problemlos um 3,6 Mio. CAD erweitern konnte, um zusätzliche Helium-Anhänger für den Transport anzuschaffen.

    Wie wichtig Helium heutzutage ist, zeigt die jüngste Unternehmensmeldung vom 1. Februar nach der das Unternehmen ein zinsloses Darlehen über 3 Mio. CAD von der kanadischen Regierung im Rahmen des Aerospace Regional Recovery Programms erhalten hat, zur Unterstützung des Helium-Verarbeitungsbetriebs. Das Unternehmen verkauft sein gereinigtes Helium an einen nicht genannten US-Endkunden, der in der Luft- und Raumfahrt tätig ist, für 538 USD je Kubikfuß. Da Helium mittlerweile bei der Halbleiterproduktion, der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigung Verwendung findet und nicht mehr hauptsächlich nur im Gesundheitswesen, steigt die Nachfrage. Noch zeigen sich die durchweg positiven Nachrichten nicht im Chart. Die Aktie notiert derzeit bei 0,17 CAD. Das dürfte sich nach den Zahlen zum 1. Quartal ändern.

    Infineon – Zusammenarbeit mit Honda

    Die Herstellung von Halbleitern ist ein hochkomplexer und präziser Prozess, der die Nutzung fortschrittlicher Materialien und Gase erfordert. Eines dieser essenziellen Gase ist Helium, das eine einzigartige Rolle in der Halbleiterproduktion spielt. Aufgrund seiner außergewöhnlich niedrigen Reaktivität und hohen Wärmeleitfähigkeit ist Helium unverzichtbar für mehrere Schlüsseletappen der Chipfertigung. Das wird auch bei dem größten deutschen Chiphersteller Infineon nicht anders sein. Aktuell liegt der Fokus aber auf den Quartalszahlen, die heute am 6. Februar erwartet werden. Nachdem zuletzt Mitbewerber gemischte Zahlen vorgelegt haben, bleibt die Spannung hoch.

    Man geht von einem Umsatz in Höhe von 3,8 Mrd. EUR aus, bei einer Marge von 22 %. Traditionell sind die Kunden Ende des Jahres bemüht, ihre Lagerbestände herunterzufahren. Experten erhoffen sich vor allem von dem Ausblick auf das laufende Jahr genauere Anhaltspunkte darüber, wie es mit der Aktie weitergeht. Am 10. Januar unterzeichnete Infineon eine Vereinbarung mit SK Siltron CSS über die Lieferung von Siliziumkarbid-Wafern. Damit soll die Produktion von SiC-Halbleitern sichergestellt werden. Um in Zukunft nicht von Engpässen überrascht zu werden, fährt der Konzern eine Multi-Lieferanten Strategie.

    Anfang Februar wurde bekannt, dass sich Infineon mit Honda auf eine strategische Zusammenarbeit verständigt hat. Gemeinsam will man Produkt- und Technologie-Roadmaps erstellen. Dadurch soll die Einführung neuer Technologien beschleunigt werden. Die Analysten sind positiv gestimmt für die Aktie, die derzeit bei 34,14 EUR steht. Im Januar gab es 5 Kaufempfehlungen mit Kurszielen zwischen 45 und 50 EUR. Lediglich J.P. Morgan empfahl das "Halten" mit einem Kursziel von 38,50 EUR. Mit den Quartalszahlen dürfte es wieder zu Bewegungen kommen bei dem volatilen Titel.

    10. International Investment Forum

    Boeing - Qualitätsprobleme

    In der Luft- und Raumfahrtindustrie spielt Helium eine entscheidende Rolle, aufgrund seiner einzigartigen physikalischen und chemischen Eigenschaften – es ist das zweitleichteste Element, nicht brennbar und zeichnet sich durch eine extrem niedrige Siedetemperatur sowie eine hohe Wärmeleitfähigkeit aus. Es wird beispielsweise als Kühlmittel in der Raumfahrttechnik verwendet und spielt eine Schlüsselrolle beim Betanken von Raketentreibstoffen. Dementsprechend ist auch Boeing, ein Name, der traditionell mit der Luftfahrt assoziiert wird, als einflussreicher Akteur in der Raumfahrttechnik auf Helium angewiesen.

    Nachdem die Aktie Ende Oktober zu einer Rally angesetzt hatte, die erst am 21. Dezember endete, sackte die Aktie zuletzt um über 25 % ab. Das hing unter anderem mit Problemen bei den Flugzeugen zusammen. Auf einem Flug fiel ein Teil der Flugzeugwand heraus. Die Boeing 737-MAX Produktion wird derzeit durch Qualitätsmängel beeinträchtigt. Bei bis zu 50 noch nicht ausgelieferten Flugzeugen sind Nachbesserungen aufgrund ungenau gebohrter Löcher am Rumpf nötig. Das sorgt für Vertrauensverlust und gerade das Vertrauen ist bei Flugzeugproduzenten besonders wichtig. Dabei waren die letzten Jahreszahlen, die am 31. Januar vorgelegt wurden, besser als erwartet.

    Obwohl der Verlust noch immer bei rund 2,2 Mrd. USD lag, ist es ein deutlicher Schritt nach vorne nach rund 5 Mrd. im Vorjahr. Der Umsatz kletterte um 17 % auf 77,8 Mrd. USD. Durch die Qualitätsmängel ist die Produktionserhöhung auf 50 Maschinen der 737-Modelle pro Monat bis 2026 erst einmal auf Eis gelegt. Ob der Konzern schon in diesem Jahr in die Gewinnzone zurückkehren kann, lässt das Management derzeit offen. Die Aktie, die am Jahresanfang fast 260 USD kostete, ist aktuell für 205,75 USD zu haben.


    Es gibt kaum Möglichkeiten direkt in Helium zu investieren. Dabei ist das Gas für immer mehr High-Tech Anwendungen unverzichtbar. An der Börse hat Royal Helium damit ein Alleinstellungsmerkmal. Durch den Abnahmevertrag verdient das Unternehmen schon heute Geld und kann in Zukunft durch CO2-Zertifikate und andere Nebenprodukte zusätzliche Einkommensströme generieren. Infineon steht vor den Quartalszahlen und die Analysten warten auf den Ausblick für das laufende Jahr. Bei Boeing geht es von den Zahlen her aufwärts, aber die Qualitätsmängel haben für einen Kursrutsch gesorgt. Wenn die Probleme abgestellt sind, kann es wieder aufwärtsgehen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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