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22.04.2021 | 05:10

SAP, wallstreet:online, Commerzbank – Money makes the world go round, get on board!

  • Wachstum
  • Software
  • Trading
Bildquelle: pixabay.com

Gipfelstürmer und Erwartungsmanagement. Während der April uns in den letzten Wochen wettertechnisch seine ganze Bandbreite gezeigt hat, kennt die Börse nur eine Richtung. Neue Allzeithochs an den Aktienbörsen spiegeln die Fortschritte bei der Bekämpfung der Pandemie mit steigenden Impfzahlen wider. Die Messlatte für die gerade angelaufene Berichtssaison liegt sehr hoch in diesem Jahr. Laut Umfragen sollen die Gewinne im S&P 500 um satte 24% zulegen. Anfang des Jahres lagen die Erwartungen noch deutlich niedriger. Traditionell wird Mitte April die Berichtssaison durch die US-Banken eröffnet. Deren vorgelegte Zahlen übersprangen haushoch die Markterwartungen, da die Institute Rückstellungen für Kredite auflösen konnten. Dass aber trotz guter Zahlen eine Aktie ganz schnell abgestraft werden kann, sah man zuletzt bei Netflix. Die drei folgenden Unternehmen legen in den nächsten Wochen Zahlen vor. Wer verfügt über das größte Kurzfristpotenzial?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
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Inhaltsverzeichnis:


    SAP SE – starker Auftritt

    Seit Mitte Mai hat der SAP-Konzern eine Reihe guter Informationen veröffentlicht. Die Walldorfer Softwareschmiede legt heute die Zahlen für das erste Quartal vor, am 12. Mai finden sich die Anteilseigner zur Hauptversammlung zusammen. Seit dem Kurssturz im vierten Quartal des letzten Jahres auf rund 90 EUR hat sich einiges getan. Damals wurde die Aktie wegen eines moderateren Mittelfristausblicks abgestraft. Nun hellt sich die Stimmung deutlich auf. Die Aktie notiert aktuell wieder bei rund 116 EUR.

    Mitte des Monats überraschte bereits eine optimistischere Unternehmensprognose zum Cloudgeschäft die Marktteilnehmer. Dies wurde an den vorläufigen Eckdaten des Q1 und der Anhebung der Guidance in Bezug auf das untere Ende der Zielspanne für die Cloud- und Softwareerlöse festgemacht. In Folge äußerte sich eine Reihe von Analysten positiv. Das macht es unserer Meinung nach wahrscheinlich, dass in nächster Zeit die Kursziele für die Aktie des größten europäischen Softwarekonzerns angehoben werden. Ebenfalls zur Monatsmitte berichtete SAP, dass man das Geschäft mit Finanzdienstleistern vom Konzern abspalten werde. SAP gründet dazu mit der Beteiligungsgesellschaft Dediq ein Joint Venture. Das Gemeinschaftsunternehmen hat das Ziel sich „rasch als feste Größe im IT-Markt zu etablieren“. Dediq investiert eine gute halbe Milliarde Euro, SAP bringt Produkte, Know-how und Vertrieb mit ein. Der Deal soll in Q3 über die Bühne gehen, sofern die Kartellbehörden zustimmen. SAP wird dann 20% der Anteile am JV halten.

    Vorgestern gab es Neuigkeiten von einer deutsch-deutschen Partnerschaft im Kampf gegen die Pandemie. Die Deutsche Telekom und SAP werden die technische Infrastruktur für das geplante EU-Covid-Zertifikat für einfacheres Reisen in Europa aufbauen. Wie die EU bekannt gab, sei ein erster Vertrag mit SAP und der Telekom-Tochtergesellschaft T-Systems unterzeichnet worden. Das sogenannte "grüne Zertifikat" soll Ende des zweiten Quartals zum Einsatz kommen. Damit können Covid-relevante Informationen wie Testergebnisse, Impfungen und überstandene Infektionen festgehalten und EU-weit anerkannt werden. Noch müssen sich die EU-Staaten und das Europaparlament auf die Details des "grünen Zertifikats" einigen. Wir drücken uns allen die Daumen!

    WALLSTREET:ONLINE AG – kleine Verschnaufpause

    Die fulminante Kurs-Rallye im ersten Quartal verteuerte die Anteilscheine der Gesellschaft bis Mitte Februar auf nahezu 30 EUR – ein neues Allzeithoch. Die Ende Februar veröffentlichten Zahlen für 2020 bestätigten das starke Wachstum des Konzerns. Mehrheitlich erhöhten die Analysten die Kursziele auf rund 30 EUR, während eine relativ scharfe Korrektur das Papier auf unter 18 EUR sinken ließ. Aktuell liegt der Kurs bei 21 EUR, womit die Berliner mit knapp 300 Mio. EUR bewertet sind.

    Als führender unabhängiger Finanzportalbetreiber im deutschsprachigen Raum besitzt der Konzern eine starke Marktstellung in einem Geschäft mit hohen Margen. Die exzellente Aktienperformance der letzten Monate basierte jedoch auf dem Auf- und Ausbau des Transaktionsgeschäfts über die 70%ige Tochtergesellschaft Wallstreet Online Capital. Ende 2019 erfolgte hierüber der Launch des Smartbroker. Smartbroker ist ein sogenannter Neo Broker, der den Kunden kostenloses Trading ermöglicht bzw. Trading zu sehr geringen Konditionen. Smartbroker differenziert sich, in dem das Angebot nicht nur geringe bzw. Null-Gebühren umfasst, sondern ein weiteres breites Produktspektrum. Diese Kombination kommt, gemessen am Kundenwachstum, sehr gut bei den Nutzern an. Der Konzern verdient indem er von Brokern oder Plattformen Provisionen für zugeführte Trades erhält. Mit der Reichweite der Finanzportale kommt zudem ein USP ins Spiel, der das Wachstum des Smartbroker in Zukunft noch deutlich befeuern sollte. Die Verlinkung auf den Portalen existiert bereits, im laufenden Jahr geht eine Trading-App an den Start.

    Wachstum und Expansion brauchen oft stärkere personelle Strukturen. Aus diesem Grund wurde zuletzt der Vorstand nochmals verstärkt. Zum 1. März wurde bereits Matthias Hach neuer CEO der Gruppe. Hach bringt jahrelange Erfahrung im Online-Brokerage bei mehreren etablierten Playern mit. Seit 1. April ist der Vorstand nun auf 5 Personen angewachsen. Roland Nicklaus, der seit 13 Jahren Mitglied des Aufsichtsrats war, übernimmt die Funktion des CFO. So kann das erweiterte Team die Erfolgsgeschichte fortschreiben.

    COMMERZBANK AG – es wird spannend

    Es wird gleich mehrfach spannend bei der Commerzbank. Am 12. Mai berichten die Frankfurter über die Entwicklung des Auftaktquartals. Wenige Tage später, am 18. Mai, lädt die Gesellschaft zur virtuellen Hauptversammlung ein. Angesichts der extrem guten Zahlen, die die US-Großbanken vor wenigen Tagen veröffentlicht haben, kam auch Vorfreude bei deutschen Banktiteln auf. Vorfreude ist zwar die schönste Freude, an der Börse sollte dieser Gemütszustand aber manchmal besser zu Gewinnmitnahmen genutzt werden. Die Vergangenheit hat viel zu oft gezeigt, dass die deutschen Branchenvertreter den großen Playern aus den USA in Bezug auf Dynamik und Profitabilität meilenweit hinterherhinken. Die Margen und die Eigenkapitalrentabilität sind nur ein Bruchteil dessen, was die Big Player aus Übersee erzielen. Somit verwundert es auch nicht, dass die Anteilsscheine der Commerzbank zu einem Viertel des Buchwerts notieren und die der US-Konkurrenten teilweise zum Vielfachen des Buchwerts.

    Aber auch die charttechnische Situation wird zunehmend spannend. Wird es der Aktie gelingen, die Marke von 5,20 EUR nachhaltig zu überspringen? Weitere Spannung liegt in der Luft mit der Frage wie es mit der Restrukturierung der Bank vorangeht und ob vielleicht doch noch an einer Stelle positiv überrascht werden kann. Denn der Blick auf den Buchwert reizt schon, aber es müssen eben auch Gewinne her. Ob das 2022 oder erst 2023 der Fall sein wird, wird sich zeigen. Insgesamt hatte die Commerzbank im Rahmen der Strategie 2024 angekündigt, rund 1,8 Mrd. EUR für die Restrukturierung aufzuwenden, es ist auch fraglich, ob dieses Budget ausreicht.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.
    3. Hauptversammlung – Die Hauptversammlung ist ein Organ einer Aktiengesellschaft und das Mitwirkungsgremium der Aktionäre.
    4. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.
    5. Vorstand – Das eigenverantwortliche und geschäftsführende Organ einer Aktiengesellschaft ist der Vorstand.

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    Pennystocks sind nicht nur billig, meist gibt es auch handfeste Gründe, warum ein Wert ausverkauft wurde oder eben niedrig notiert. Bei den australischen Aktien sind ein niedriger Nennwert und die Ausgabe von sehr vielen Aktien der natürliche Grund für Null Komma-Notierungen. Auch kanadische Explorer haben diese Eigenart, sie machen ihre Aktienmenge aber oft durch ein Rollback wieder überschaubarer. Einen konkreten Hinweis auf „Teuer oder Billig“ erhalten Anleger nur durch Studium der Umstände oder der genauen fundamentalen Prüfung des Unternehmens. Wirecard war einst mit 25 Mrd. EUR bewertet. Nach der Insolvenzmeldung wird der Börse aber nun bewusst, dass selbst bei Verwertung einiger Zahlungslizenzen für die Aktionäre nichts mehr übrigbleiben wird. Wir schauen auf drei ausgewählte Werte.

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    Manchmal läuft es an der Börse anders als gedacht. Anfang Oktober setzte der DAX zum Ausverkauf an, die 200-Tage-Linie wurde sogar mit 14.850 Punkten zweimal deutlich unterschritten und viele Crash-Propheten wurden wieder ganz laut. Wie so oft bekamen sie aber wiederum nicht recht, denn der Markt verabschiedete sich am vergangenen Freitag mit 16.033 Punkten auf einem neuen Allzeit-Hoch aus dem Handel. Wer hätte das gedacht – eine satte 1.200 Punkte Umkehr, der proklamierte Crash wurde wieder einmal sang und klanglos abgesagt. Wir blicken auf interessante Titel in einem sehr volatilen Umfeld.

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    • Fintech
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    Technologieaktien sind wieder gefragt. Beispielsweise wird der Softwareriese SAP von gleich zwei Analysten empfohlen. Einer glaubt, dass die Prognosen zu konservativ seien. Auch Fintech aifinyo wird zum Kauf empfohlen. Dabei bietet die aktuelle Kapitalerhöhung sogar die Chance, unter dem aktuellen Börsenkurs einzusteigen. Bei Teamviewer sind die Experten kritisch. Die verfehlten Prognosen, der teure Marketing-Deal mit Manchester United und der Abgang des CFOs sorgen für Zurückhaltung. Details im Beitrag.

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