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20.09.2022 | 05:10

Siemens Energy, Barsele Minerals, Nordex, HelloFresh – Märkte im Bann der Fed

  • Märkte
  • Inflation
  • Edelmetalle
Bildquelle: pixabay.com

Das alles beherrschende Thema in dieser Woche ist die Zinsentscheidung der US-Notenbank FED. Dass am Mittwoch eine weitere zinspolitische Straffung vorgenommen wird, gilt als sicher. Jedoch gehen Experten sogar vom größten Zinsschritt seit über 40 Jahren mit einer Erhöhung von einem ganzen Prozentpunkt aus. Dies würde neben den Aktienmärkten natürlich auch den Edelmetall- und Krypto-Sektor belasten. Aus
mittelfristiger Sicht könnte sich jedoch auch ein Strategiewechsel der Währungshüter anbahnen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , BARSELE MINERALS | CA0688921083 , NORDEX SE O.N. | DE000A0D6554 , HELLOFRESH SE INH O.N. | DE000A161408

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Inhaltsverzeichnis:


    Strategiewechsel im November möglich

    Der Goldsektor leidet unter dem Strategiewechsel der Notenbanken. Wie erwartet markierte das gelbe Edelmetall im Vorfeld der FED-Entscheidung ein neues Jahrestief bei 1.680,59 USD und steuert nun auf die nächsten Unterstützungszonen bei 1.650 USD und bei einem weiteren Durchbruch auf 1.620 USD je Feinunze Gold zu. Keine Entspannung gibt es zudem von den Terminmärkten, bei denen aktuell noch die Verkäufer die Oberhand behalten. So fiel in der Woche zum 13. September die Zahl der offenen Kontrakte von 465.900 auf 463.700, wie der Commitments of Traders-Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC veröffentlichte.

    Zwar befindet sich Gold mittelfristig in der Korrekturschleife, die langfristigen Aussichten sind jedoch weiterhin hervorragend. Neben den geopolitischen Konfliktherden, unter anderen in der Ukraine und Taiwan, dürfte Gold spätestens nach den Zwischenwahlen in den USA in neuem Glanz erscheinen. Denn diese massiven Zinserhöhungen weiter fortzuführen, käme einem Begräbnis der noch größten Volkswirtschaft der Welt gleich. Vielmehr sieht es danach aus, dass die Biden-Regierung bestrebt ist, den Hauptvorwurf der Republikaner, die ausufernde Inflation im Land, zu ignorieren bzw. im Keim zu ersticken.

    Barsele Minerals – Goldperle in Schweden

    Dass sowohl Goldproduzenten als auch Explorationsunternehmen prozentual stärker korrigieren als der Goldpreis ist historisch in beide Richtungen zu erkennen. Die Korrektur des Goldpreises betrug seit Jahresanfang rund 20%, die Aktie von Barsele Minerals verlor im gleichen Zeitraum mehr als 43%. Dabei beträgt der Börsenwert des kanadischen Unternehmens 41,98 Mio. CAD, im Vergleich zum Projektwert ergibt sich dadurch eine Bewertungsschere von mehreren 100%.

    Das gleichnamige Barsele-Projekt liegt in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden, 600km nördlich von Stockholm und umfasst 34.500 Hektar. Rund 55% besitzt der Major Agnico Eagle, der auch die Explorationskosten trägt. Die restlichen 45% gehen auf den Besitz von Barsele Minerals zurück. In den vergangenen Jahren hat Agnico Eagle als Betreiber die Exploration vorangetrieben und rund 158.000 Bohrmeter niedergebracht. Insgesamt entstanden 404 Bohrlöcher. 2019 veröffentlichte Barsele eine Ressourcenschätzung mit 2,41 Mio. Unzen Gold. Seit Erstellung dieser Schätzung wurden weitere 93 Bohrlöcher geschaffen und rund 20.000 Bohrmeter absolviert. Als nächstes Ziel soll eine Ressourcenschätzung von 3,5 Mio. Unzen erfolgen.

    Bereits 2016 führte die Royal Bank of Canada (RBC) für Agnico Eagle eine Bewertung des Barsele Goldprojekts durch. Bei einem damaligen Goldpreis von unter 1.350 USD berechneten die Experten einen Projektwert in Höhe von 375 Mio. USD. Im vergangenen Jahr war die Belcarra-Group, die wiederum das Management von Barsele Minerals stellt, gewillt, den Anteil von Agnico Eagle komplett zu übernehmen, was zumindest vorerst scheiterte. Aus gut informierten Kreisen ist jedoch zu vernehmen, dass ein weiterer Vorstoß unternommen werden soll, um das hochgradige Projekt komplett zu akquirieren.

    Siemens Energy im freien Fall

    Mit einem neuen Allzeit-Tief reagierte die Aktie von Siemens Energy auf die Wiederaufnahme in den deutschen Leitindex DAX. Seit gestern ist der Energietechnikhersteller wieder Teil der DAX 40-Familie und ersetzt den Kochboxenversender HelloFresh, der zukünftig im MDAX vertreten ist. Für den Auf- und Abstieg von Unternehmen ist die Marktkapitalisierung ausschlaggebend. Berücksichtigt wird dafür der volumengewichtete Durchschnittskurs der letzten 20 Handelstage vor Überprüfung der Indizes. Aufgrund dessen musste HelloFresh mit einem Minus von über 75% seit November 2021 aus der Champions League der deutschen Aktienlandschaft weichen.

    Zudem gab es drei weitere Neulinge beim MDAX. Neben dem US-Telekomausrüster Adtran, der kürzlich Adva übernahm, steigen die beiden Automobilzulieferer Stabilus und Hella in die zweite deutsche Börsenliga auf. Dafür schieden der kriselnde Energiekonzern Uniper, Grand City Properties und der IT-Dienstleister Cancom aus dem MDAX aus und spielen ab sofort in der 3. Liga, dem SDAX. Zurückgehkehrt, sowohl in SDAX und TecDAX ist zudem Windkraftanlagenbauer Nordex. Dieser musste sich vor Monaten aus den beiden Segmenten verabschieden, da der Quartalsbericht nicht fristgerecht veröffentlicht wurde.


    Die Börsenwoche steht erneut im Zeichen der Zinsentscheidungen. Ein weiteres starkes Anheben der Zinsen, Experten rechnen mit 100 Basispunkten, könnte Aktien- und Edelmetallmärkte weiter belasten. Durch die Korrektur geht bei Barsele Minerals die Schere zwischen Marktkapitalisierung und tatsächlichen Projektwert immer weiter auseinander. Trotz Aufstieg in höhere Börsensegmente verlieren sowohl Siemens Energy als auch Nordex weiter an Boden.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war mehr als drei Jahre CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und lange im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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