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24.03.2021 | 04:50

Siemens Energy, Enapter, ThyssenKrupp – Wasserstoff oder Batterie? Egal! Warum diese Unternehmen in jedem Fall profitieren werden!

  • Wasserstoff
  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Die starken Kursschwankungen bei Wasserstoffaktien zeugen von einem aktuellen Glaubenskrieg rund um das häufigste Element auf unserem Planeten, das auch gleichzeitig das am einfachsten aufgebaute ist: ein Proton, ein Elektron. So schön simpel kann Perfektion sein. Und doch steckt darin das Potential unsere Gesellschaft von Grund auf zu ändern – die Sonne macht es vor. Zugegeben, aktuell stehen wir noch am Anfang dieser Entwicklung. Im kurzfristigen Fokus des Kapitalmarktes stehen eher die praktischen Anwendungsmöglichkeiten des Elements. Dabei blicken viele Investoren auf das Thema Mobilität. Was wird sich durchsetzen? Batterien? Oder doch Wasserstoff? Eine mögliche Antwort gab jüngst die VW-Nutzfahrzeug-Holding Traton SE: ein salomonisches „beides“. Batterien für den Langstreckenverkehr, Wasserstoff bspw. für Busse, die nicht lange zwischendurch nachladen können. Doch Wasserstoff kommt noch für viele weitere Anwendungsbereiche eine große Bedeutung zu. Darum wird die weltweite Nachfrage nach Wasserstoff als Energieträger in den nächsten Jahren in jedem Fall massiv zunehmen. So sieht Aurora Energy Research bis 2050 eine Verachtfachung der Wasserstoffnachfrage auf 2.500 TWh pro Jahr. Dies entspricht einem Jahresumsatz von mehr als 120 Mrd. Euro. Folgende Unternehmen dürften von dem Boom ganz unabhängig von der Entwicklung der Elektromobilität profitieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: DE000A255G02 , DE000ENER6Y0 , DE0007500001

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Inhaltsverzeichnis:


    Siemens Energy – Verleiht der DAX-Aufstieg der Aktie Flügel?

    Seit Montag ersetzt Siemens Energy den Traditionskonzern Beiersdorf im deutschen Leitindex DAX. Wer gehofft hatte, dies würde sofort zu einer Aufwärtsbewegung des bislang eher schwächelnden Kurses bspw. durch nachkaufende Indexfonds führen, wurde enttäuscht. Offensichtlich war in den Kursen der Indexaufstieg bereits lange eingepreist. In der Folge endete der erste Handelstag mit einem Abschlag von rund 4%.

    Aus „Wasserstoffsicht“ ist die Aktie trotzdem interessant. So unterzeichnete der Konzern vor Kurzem einen Vertrag über die Entwicklung von Wasserstoffprojekten wie dem einer Offshore-Windkraftanlage zur Wasserstoffproduktion mit der französischen Air Liquide. Dies ist Teil der Strategie des Unternehmens sich aus dem Bau von Kohlekraftwerken zu verabschieden und zukünftig auf nachhaltige Energieträger zu setzen. Damit stehen die Chancen gut, Gelder aus dem 672,5 Mrd. Euro schweren Corona-Hilfspaket der EU zu erhalten, von denen mindestens 37% in Klimaschutztechnologien und -projekte fließen müssen.

    Als Dickschiff der deutschen Unternehmenslandschaft sollten die Risiken bei einem Investment in ein solches Unternehmen überschaubar sein, die Zukunftsaussichten sind allemal gut. Insbesondere, wenn Europa am Ziel seinen Industriesektor bis 2050 komplett zu entkarbonisieren festhält. Dies scheinen auch die Analysten so zu sehen und bescheinigen der Aktie im Mittel ein Aufwärtspotenzial von rund 23%.

    Enapter – Fertig machen für den Abflug!

    Wer sich in Deutschland ernsthaft mit dem Thema Wasserstoff beschäftigt, wird irgendwann auf den Namen Enapter treffen. Das Heidelberger Start-Up hat sich zum Ziel gesetzt, die Produktion von Wasserstoff im kleinen Maßstab rentabel zu machen. Dabei können die modular aufgebauten Wasserstoffgeneratoren (Elektrolyseure) bei Bedarf zu größeren Einheiten kombiniert werden. Um die Wirtschaftlichkeit zu steigern, hat das Unternehmen die Effizienz der Anionenaustauschmembran-Technologie (AEM), die seinen Geräten zugrunde liegt, stark verbessert und hält darauf einige internationale Patente. Nachdem Enapter Mitte 2020 durch einen Reverse-IPO an die Börse ging, führte die Ankündigung einer Massenfertigung von bis zu 100.000 Wasserstoffgeneratoren pro Jahr zu einer Kursexplosion.

    Einen von Corona gezeichneten Geschäftsbericht später hat sich der Kurs zunächst einmal wieder etwas konsolidiert. Trotzdem befindet sich das Unternehmen weiter auf dem richtigen Weg. Gerade hat Enapter den ostwestfälischen Bauspezialisten GOLDBECK mit der Planung seines Campuses in der Klimakommune Saerbeck im Münsterland beauftragt. Ab Ende 2022 sollen hier erste Module gefertigt werden, die Vollproduktion mit rund 300 Mitarbeitern soll im Laufe des Jahres 2023 aufgenommen werden.

    Für die Finanzierung hat Enapter vor kurzem eine Kapitalerhöhung von knapp 18 Mio. EUR zu einem Preis von 22 EUR durchgeführt. Die Kasse sollte also aktuell gut gefüllt sein. Risikofreudige Anleger mit einer Affinität zu nachhaltigen Technologien haben aktuell die Möglichkeit wieder günstig bei Enapter einzusteigen. Die höher als antizipierte Auftragslage sollte bei planmäßigem Voranschreiten jedenfalls gut für eine neuerliche Kursexplosion sein.

    ThyssenKrupp – Wasserstoff als Hoffnungsträger

    Der Konzernumbau bei ThyssenKrupp schreitet mit Siebenmeilenstiefeln voran. Neben der grünen Stahlproduktion entwickelt sich der Megatrend Wasserstoff auch zu einem Hoffnungsanker für die Chemieanlagenproduktion. So kümmert sich die gemeinsam mit dem italienischen Partner De Nora gehaltene Chemieanlagentochter Uhde Chlorine Engineers, aktuell Marktführer bei der Produktion von Elektrolyseanlagen für die Chloralkali-Produktion und vor Kurzem noch auf der Verkaufsliste des Konzerns, zukünftig auch um den Bau von Wasserstoffelektrolyseanlagen.

    Als einen der ersten Erfolge konnte sich das Unternehmen bereits im Januar den Auftrag für den Bau einer 88 Megawatt-Anlage vom kanadischen Unternehmen Hydro-Quebéc sichern. Um zukünftig unabhängiger agieren zu können, soll laut Angaben des Konzerns die Sparte herausgelöst und verselbständigt werden. Weiterhin ist ein Ausbau der Ausrüstkapazitäten von zurzeit einem Gigawatt auf zukünftig fünf Gigawatt pro Jahr geplant, um ebenfalls die Marktführerschaft in diesem Bereich zu erlangen.

    Alle diese Pläne und Entwicklungen versetzen die Aktionäre aktuell in Verzückung. So ging der jüngste, bei einigen Wasserstoffwerten doch massive Einbruch relativ schadlos an ThyssenKrupp vorbei. Im Gegenteil: Auf Jahressicht konnte das Wertpapier um sagenhafte 160% zulegen. Trotzdem ist noch Luft nach oben. Aktuell sehen Analysten im Mittel das Kursziel bei 13,10 EUR. Wer vom Wasserstoffboom partizipieren, aber lieber in ein etabliertes Unternehmen statt in ein Startup investieren möchte, sollte sich die Aktie von ThyssenKrupp näher anschauen.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

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