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10.02.2022 | 05:10

Standard Lithium, Yorkton Ventures, Deutsche Bank – Die neuen Favoriten

  • Bank
  • Rohstoffe
  • Inflation
Bildquelle: pixabay.com

Lange Jahre entwickelten sich Aktien von Banken und Finanzdienstleistern schlechter als der Gesamtmarkt. Durch das Ende der ultralockeren Geldpolitik der Zentralbanken und mehreren möglichen Zinserhöhungen aufgrund der weiter hohen Inflation profitieren die Titel überproportional und durchbrachen bisweilen ihre seit Jahren vorherrschenden Abwärtstrends. Schuld für die enormen Preissteigerungen sind neben den hohen Energiekosten die weiter anziehenden Rohstoffpreise. In Hinblick auf die Nachfrageseite aufgrund der Energiewende eilt besonders Lithium von Hoch zu Hoch.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Yorkton Ventures Inc. | CA9872111096 , DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , STANDARD LITHIUM LTD | CA8536061010

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Inhaltsverzeichnis:


    Begrenzter, existenzieller Rohstoff

    Batteriezellen sind eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende, im Speziellen für die Elektromobilität. Und diese benötigt Stand heute für die Lithium-Ionen-Technik einen der wichtigsten Rohstoffe: Lithium. Zwar arbeiten Wissenschaftler bereits an neuen Zellkonzepten, wie der Natrium-Ionen-Technik, auf aktuellem Stand ist die Nachfrage jedoch noch ungebrochen und wird zumindest in naher Zukunft weiter steigen. So geht das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI davon aus, dass die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen allein für die Elektromobilität bis 2030 um den Faktor 20 bis 40 explodiert.

    Nicht ohne Grund steigen deshalb die Lithium-Futures fast täglich auf neue Höchststände, der Kontrakt für den März 2022 konnte sich in den vergangenen sechs Monaten nahezu verdreifachen. Bei Standard Lithium ergab sich nun aufgrund von Short-Attacken eine, wenn auch spekulative Möglichkeit, am fahrenden Zug aufzuspringen. Das aus Vancouver stammende Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 833,50 Mio. EUR gehört seit Beginn des Hypes zu einem der Börsensternchen. Nun wurde das Unternehmen, das sein Hauptprojekt auf rund 150.000 Acres im Süden des US-Bundestaats Arkansas unterhält, Opfer von Hindenburg Research, die in einem Bericht die Behauptung anstellten, dass Standard Lithium in seinen Veröffentlichungen widerrechtlich keine Angaben zum Pilotprojekt in Arkansas mache. Zudem wurde die im Januar gemeldete Absichtserklärung mit dem Großaktionär Koch Minerals & Trading LLC für den Kauf von Lithiumchemikalien und die Beschaffung von wichtigen Rohstoffen kritisiert.

    Durch eine ausführliche Gegendarstellung seitens des Unternehmens konnte sich der Kurs, der nach der Unterstellung Hindenburgs unter die wichtige Unterstützung bei 5,00 EUR fiel, wieder stabilisieren. Sollte der Kurs wieder den Widerstand bei rund 7,00 EUR knacken, würde ein frisches Kaufsignal generiert.

    Yorkton Ventures mit buy-and build-Strategie

    Im Gegensatz zu Standard Lithium geht es bei Yorkton Ventures, die seit Anfang des Jahres neben Toronto auch in Frankfurt gelistet sind, etwas ruhiger zu. Mit einem Börsenwert von umgerechnet 7,47 Mio. EUR befindet sich das ebenfalls in Vancouver in Kanada ansässige Unternehmen noch im Aufbau seines Portfolios, das aus Gold- und Lithium-Lagerstätten besteht. Geführt vom CEO Andres Lee Smith, mit einer mehr als 25-jährigen Erfahrung als Geologe ausgestattet, befinden sich zwei Goldprojekte in Neufundland und eines in Quebec. Das Bellechasse-Immens Gold Grundstück in Quebec enthält aus der Historie heraus ca. 171.000 Unzen Gold als Mineralressource bei einem Durchschnittsgehalt von 1,83 g/t Gold sowie eine abgeleitete Ressource von 95.000 Unzen Gold zu 1,36 g/t.

    Das Hauptaugenmerk von Yorkton Ventures liegt jedoch aktuell im Aufbau eines Lithium-Portfolios, um am stark steigenden Boom teilhaben zu können. Ende des vergangenen Jahres konnte eine Gruppe von drei nicht zusammenhängenden Lithiumgrundstücken, Key Lithium, Amisk West Lithium und Amisk East Lithium, die zusammen als Projekt Cyr-Kapiwak bekannt sind, im Gebiet James Bay in Quebec gesichert werden. Nun wurde die Übernahmevereinbarung, die von der Aufsichtsbehörde genehmigt wurde, abgeschlossen.

    Das Lithiumprojekt besteht aus 42 Mineral-Claims mit einer Gesamtfläche von 22,20 qkm. Es befindet sich in der Nähe des Lithiumkonzessionsgebiets James Bay von Allkem und rund 3 km von der geplanten Mine James Bay entfernt. Die Lithiumkonzessionsgebiete Amisk West und Amisk East befinden sich mehrere Kilometer südlich des Lithiumkonzessionsgebiets Key und grenzen beide an das Lithiumkonzessionsgebiet Cyr South von Medaro Mining Corp. Die Amisk-Konzessionsgebiete umfassen große Teile pegmatithaltiger Granite, die noch weitgehend unerforscht sind.

    Andrew Lee Smith, CEO des Unternehmens, äußerte sich dazu: „Wir freuen uns, dass wir diesen zentralen Claim-Block im Gebiet James Bay erworben haben. Er bietet uns die Möglichkeit, zwei sehr aussichtsreiche Zonen in der Nähe des Projekts James Bay von Allkem zu erkunden. Die Vorbereitungen für die Feldsaison 2022 laufen, und Yorkton Ventures erwartet, dass seine Projekte in Quebec während der Sommerfeldsaison aktiv vorangetrieben werden."

    Gewinner der Zinswende

    Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008, als Kurse bei 90,00 EUR noch zur Normalität gehörten, verlor der Kurs der Deutschen Bank kontinuierlich an Wert, die Aktie befand sich in einem jahrelangen Abwärtstrend, der in ein Allzeit-Tief bei 4,45 EUR anlässlich des Corona-Schocks im März 2020 mündete. Seitdem erholte sich das Unternehmen, das sich in den vergangenen Jahren harten Spar- und Restrukturierungsmaßnahmen unterziehen musste. Mit dem Ausbruch aus dem seit 2008 gültigen Abwärtstrend bei 12,60 EUR ist der Weg für einen Turnaround geebnet. Das nächste Zwischenziel liegt bereits beim Hoch des Jahres 2018 bei 17,42 EUR.

    Die relative Stärke zeigt sich an der Tatsache, dass der Großaktionär Cerberus den jüngsten Kursanstieg nutzt, um sein Aktienpaket weiter zu mindern. Bereits im Januar platzierte der US-Investor rund 21 Mio. Aktien. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg vom Dienstagabend sollen weitere 15 Mio. Anteile an der Deutschen Bank abgegeben werden. Die Beteiligung dürfte dabei von zuletzt knapp 2% auf etwas mehr als 1% sinken. Die Stücke sollen zu einem Preis von 14,15 EUR angeboten werden, der Erlös beläuft sich demnach auf über 200 Mio. EUR.


    Durch den Wechsel in der Gelpolitik sind Aktien von Banken und Finanzdienstleistern gefragt. Die Deutsche Bank konnte ihren langfristigen Abwärtstrend verlassen. Langfristige Nachfrage dürfte auch beim Rohstoff Lithium vorliegen. Standard Lithium wurde Opfer einer Short-Attacke, Yorkton Ventures ist dabei, ein erstklassiges Portfolio aufzubauen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Mehr als 20 Jahre Börsenerfahrung und ein breit gestreutes Netzwerk kann der gebürtige Franke vorweisen. Seine Leidenschaft gilt dem Analysieren verschiedenster Geschäftsmodelle und dem Durchleuchten neuer Trends.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.

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