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11.11.2020 | 15:13

Tesla, Defense Metals, HelloFresh: Wer macht 468% Rendite?

  • Seltene Erden
Bildquelle: pixabay.com

Als Tesla vor rund zehn Jahren mit einem Sportwagen mit Elektroantrieb Werbung für sich machte und Journalisten auch in Deutschland den schicken Flitzer fahren ließ, war das Unternehmen eine äußerst spekulative Angelegenheit. Inzwischen haben die Elektro-Pioniere verschiedene Fahrzeuge im Angebot und sind in ihrem Bereich Marktführer. Das hält die Aktie aber trotzdem nicht davon ab, rasante Gewinne zu erzielen: Um fast 470% kletterte die Tesla-Aktie innerhalb der vergangenen zwölf Monate.

Lesezeit: ca. 3 Minuten. Autor: Nico Popp

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Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Tesla und China machen Markt für Seltene Erden enger

Grund für den Erfolg ist auch die große Flexibilität des Unternehmens. Kaum wird Kritik laut oder warnen Analysten vor schwindenden Margen, hat das Team um Visionär und Tesla-Gründer Elon Musk ein Ass im Ärmel: Um auf dem chinesischen Markt konkurrenzfähig zu sein, passten die Ingenieure einfach die Zusammensetzung der Batterien an und sparen so noch ein paar Dollar. Bei Aktionären und Analysten kommen derartige Winkelzüge gut an. Auch in Zukunft wird Tesla flexibel sein müssen: Für die Batterien benötigt das Unternehmen eine Reihe kritischer Metalle. Diese sind auf dem Weltmarkt noch immer hart umkämpft. Hinzu kommt, dass Teslas Kunden den Anspruch haben, dass die Rohstoffe, die in den schicken Elektroautos verbaut werden, möglichst nachhaltig gefördert worden sind. Viele Projekte aus Afrika oder auch China fallen mit diesem Anspruch weg. Produzenten aus Nordamerika und auch Europa rücken in den Fokus.

Doch der Markt für kritische Metalle wird immer enger. Zuletzt meldete die Beteiligungsgesellschaft Fortress Value Acquisition Corp die geplante Übernahme des nordamerikanischen Seltene-Erden-Produzenten MP Materials. Am kommenden Freitag sollen die Aktionäre von MP Materials über die Übernahme entscheiden. Das Flaggschiff-Projekt von MP Materials gilt als bedeutendster Seltene-Erden-Produzent Nordamerikas. Gleichzeitig sorgt China mit einem neuen Gesetz dafür, dass Volkswirtschaften, welche den Export dieser kritischen Metalle erschweren, künftig sanktioniert werden können. Vor allem kleinere Länder könnten unter dem Druck Chinas einknicken.

Defense Metals: Bis Ende März wissen Anleger mehr

Profiteur dieser Entwicklung könnte das kleine kanadische Unternehmen Defense Metals sein. Die Gesellschaft fokussiert sich auf Seltene Erden und weist nach eigenen Angaben 4,9 Mio. Tonnen mit einem gemittelten Gehalt von 3,02% leichter Seltenerdmetalle aus. Die abgeleiteten Ressourcen umfassen 12,1 Mio. Tonnen mit einem Gehalt von 2,9% leichter Seltenerdmetalle. Erst Ende vergangenen Monats nahm Defense Metals neues Kapital auf, um die Wirtschaftlichkeit seines Seltene-Erden-Projekts mittels zusätzlicher Maßnahmen begründen zu können. Bereits Ende März 2021 will das Unternehmen dazu Ergebnisse vorlegen.

Angesichts der geringen Marktkapitalisierung von nur rund 6 Mio. EUR und den jüngsten Entwicklungen in der Branche, erscheint das Unternehmen vielversprechend zu sein. Zwar bergen Smallcaps das Risiko erhöhter Volatilität, doch liegt gerade nach dem Beweis einer langfristigen Wirtschaftlichkeit auch eine Neubewertung in der Luft. Solche Entwicklungen können sich spekulativ orientierte Investoren zu Nutze machen.

HelloFresh: Wenn aberwitzige Ideen Mainstream werden

Als spekulativ orientierte Anleger müssen auch alle frühen Aktionäre von HelloFresh gelten. Das Konzept der Lebensmittelboxen per Post, die alles mitbringen, um zu Hause kochen zu können, galt noch vor einem Jahr als interessant, aber bestenfalls als spannende Nische. Doch dann kam Corona. Die Pandemie hat HelloFresh hervorragende Geschäftszahlen beschert. Jetzt gilt es, die gewonnenen Marktanteile zu verteidigen. Auf Sicht von einem Jahr legte die Aktie um 157% zu, kam aber zuletzt zurück. Auch wenn in der Aktie noch immer eine gehörige Portion Corona-Fantasie schlummert, scheint das Potenzial ausgeschöpft zu sein: Die Aktie ist ambitioniert bewertet und das Wachstum erscheint zudem begrenzt.

Defense Metals als Gewinner von morgen?

In einer Phase der Veränderungen sollten Anleger zwischen kurzfristigen und bestehenden Trends unterscheiden. Der Klimawandel wird das Interesse an Elektrofahrzeugen auch weiterhin stützen. Tesla hat zudem inzwischen ein überzeugendes Marken-Image aufgebaut. Zwar ist die Aktie schon teuer, doch bleibt der Wert einer der vielversprechendsten Standardwerte. Auf dem Nebenwerte-Segment können sich Investoren auf Zulieferer fokussieren, ohne die Unternehmen wie Tesla ihre Erfolgsgeschichte nicht fortschreiben können. Einer dieser Zulieferer könnte Defense Metals als kanadisches Seltene-Erden-Unternehmen sein. Seltene Erden werden nicht nur in Batterien, sondern auch in nahezu allen Elektrogeräten dringend benötigt. In Kanada können diese zudem nachhaltig abgebaut werden. Bei der Bewertung künftiger Chancen kommt es auf die Perspektive an.


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Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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Lexikon:

  1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
  2. Markt – Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage aufeinander.

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Kommentar von Mario Hose vom 01.10.2020 | 12:56

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