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2021-04-29 05:08

ThyssenKrupp, Defense Metals, Rheinmetall – Rüstzeug für das Depot

  • Seltene Erden
  • Energie
  • Rüstung
Bildquelle: pixabay.com

Tagtäglich fragen wir im privaten und beruflichen Leben Produkte und Dienstleistungen nach. Dabei erwarten wir, dass „es“ funktioniert. Wenn etwas länger nicht wie gewohnt und geplant abläuft – und da muss nicht zwingend gleich eine weltweite Pandemie dazwischenkommen, die Lieferketten lahmlegt – spüren wir die Auswirkungen. Wir werfen im Folgenden den Blick auf zwei Bereiche, die essenziell für uns sind: Energie und kritische Rohstoffe. Und drei Renditeperlen für Ihr Depot haben wir auch noch im Gepäck.

Lesezeit: ca. Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Carsten Mainitz
ISIN: CA2446331035 , DE0007500001 , DE0007030009

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Inhaltsverzeichnis:


    THYSSENKRUPP AG – neuer Wasserstoff-Auftrag

    Der Konzern befindet sich seit nunmehr fast 2 Jahren in einem immer stärker konkretisierten Umbau, der zu einer leistungsstarken „Group of Companies“ mit einem schlanken Führungsmodell und einem klar strukturierten Portfolio führen soll. Mit der Veräußerung der Aufzugssparte für 17,2 Mrd. EUR im vergangenen Jahr hatte der angeschlagene Stahl- und Industriekonzern sein Tafelsilber verkauft und mit den Mittelzuflüssen nochmal eine Chance bekommen, das Ruder rumzureißen.

    Der Versuch die angeschlagene Stahlsparte an die britische Liberty-Gruppe zu veräußern scheiterte. Nun will der Konzern das Stahl-Geschäft wieder flott machen und "verselbstständigen". Dazu werden 3.750 Stellen gestrichen. Im Rahmen des Konzern-Umbaus standen viele Geschäftsbereiche auf dem Prüfstand, so auch der Bereich Wasserstoff – aber dazu gleich mehr. Ein Geschäftsbereich, der eine lange Tradition im Konzern besitzt ist „Marine Systems“. ThyssenKrupp ist einer der führenden, global agierenden Systemanbieter für U-Boote und Marineschiffe. Der Konzern ist aber auch in der zivilen Seefahrt tätig.

    Kurstreiber der Aktie sind in den letzten Monaten jedoch andere Pläne der Unternehmensführung. CEO Martina Merz will den Bau von Anlagen zur Produktion von Wasserstoff zu einem neuen Kerngeschäft machen. Anfang des Jahres hatte ThyssenKrupp bereits in Kanada den Auftrag für den Bau eines großen Elektrolyseurs erhalten. Vor wenigen Tagen erfolgte ein neuer Großauftrag, nun aus den USA. Der Industriekonzern wird für den US-Düngemittelhersteller CGF Industries in Louisiana eine 20-MW-Wasserelektrolyseanlage errichten. Der Wasserstoff soll anschließend in grünes Ammoniak umgewandelt werden. Ammoniak dient als hocheffizienter Speicher für erneuerbare Energien. Der Produktionsstart ist für das Jahr 2023 vorgesehen. Die Aktie hat in den letzten Monaten eine fulminante Performance gezeigt. Angesichts der strategischen Veränderungen und der neuen Schwerpunkte lässt sich an den gesteigerten Kurszielen der Analysten zunehmend eine Neubewertung der Aktie ablesen. Das Papier notiert momentan bei rund 11 EUR. Die Analysten der Deutsche Bank formulieren ein Kursziel von 17 EUR. Was tun? Kaufen.

    DEFENSE METALS CORP – Seltenerd-Play mit viel Potenzial

    Seltene Erden sind für viele Branchen relevant, so auch für die Rüstungsindustrie. Die dominante Marktposition Chinas bei diesen kritischen Rohstoffen führt allgemein zu dem Wunsch, dass außerhalb der Volksrepublik Produktionen entstehen und somit die Lieferketten sicherer gemacht werden können. Die sich abzeichnende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage wird mittelfristig zu steigenden Preisen führen. Defense Metals will sich mit seiner zukünftigen Produktion deutlich differenzieren, in dem die Gesellschaft bei der Herstellung der Seltenen Erden ESG-Kriterien implementiert.

    Noch befindet sich die kanadische Gesellschaft in einem frühen Unternehmensstadium. Die Explorationsgesellschaft konzentriert sich auf die Weiterentwicklung des Wicheeda Rare Earth Project mit einer Größe von rund 1.700 Hektar im Bundesstaat British Columbia. Bislang konnten folgende Indikationen für Seltenerdmetalle auf dem Projekt gemacht werden: angedeutete Mineralressourcen von 4,89 Mio. Tonnen mit durchschnittlich 3,02 % leichten Seltenerdmetallen ("LREO") sowie vermutete Mineralressourcen von 12,1 Mio. Tonnen mit durchschnittlich 2,90% LREO. In wenigen Monaten soll eine vorläufige Machbarkeitsstudie veröffentlicht werden. Außerdem ist ein Bohrprogramm zur weiteren Aufwertung und Vergrößerung der Lagerstätte für den Sommer geplant.

    Vor wenigen Tagen meldete Defense Metals, erfolgreich eine 26-Tonnen-Flotations-Pilotanlagenkampagne durchgeführt zu haben. Daraus konnten 1.200 Kilogramm hochgradiges REE-Mineralkonzentrat gewonnen werden. Nach dem Beginn und vorbehaltlich der Sicherstellung einer ausreichenden Finanzierung durch das Unternehmen wird der Abschluss der verschiedenen gestaffelten Pilotkampagnen voraussichtlich etwa 6 Monate dauern. Mit einer Marktkapitalisierung von lediglich 29 Mio. CAD wird die Aktie früher oder später durch Projektfortschritte oder steigende Seltenerdmetalle wachgeküsst.

    RHEINMETALL AG – Konzernumbau stimmt Analysten optimistisch

    Der Konzern kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Rheinmetall wurde im Jahr 1889 als "Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Aktiengesellschaft" gegründet und ist heute ein integrierter Technologiekonzern mit zwei Geschäftsbereichen. Im Bereich Automotive nimmt die Gesellschaft eine weltweite Spitzenposition als Automobilzulieferer für Module und Systeme rund um den Motor ein, mit bekannten Marken wie Kolbenschmidt oder Pierburg. Oft prägt aber das zweite Standbein, die Tätigkeit als führendes europäisches Systemhaus für Verteidigungs- und Sicherheitstechnik, das Bild des Unternehmens.

    Aber nichts ist für die Ewigkeit. Anfang April gab der Konzern strategische Veränderungen bekannt. Danach wird die bestehende Struktur mit den beiden Sparten Rüstung und Automotive aufgegeben. Den Platz nehmen 5 Divisionen unter direkter Führung des Konzernvorstands ein. Der technologische Austausch zwischen den Bereichen soll Mehrwerte schaffen. Dabei wird der Bereich Rüstung und Sicherheit deutlich an Gewicht gewinnen. Der Konzern will sich vom Kolbengeschäft in der Autozulieferung trennen und berichtet von mehreren Interessenten. Das Geschäft mit der Autobranche hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr zu hohen Abschreibungen geführt.

    Angesichts der Potenziale der Elektromobilität ist dieser Schritt nur konsequent. Zudem sieht der Konzern in der Brennstoffzelle eine große Zukunft. Der Umsatz im Kerngeschäft soll bis 2025 auf rund 8,5 Mrd. EUR ansteigen. Für das laufende Geschäftsjahr werden Erlöse von knapp 5,9 Mrd. EUR avisiert bei einer operativen Marge zwischen 8 und 9%. Strategischer Fokus, Ausblick und die zuletzt vorgelegten Q1-Daten stimmen die Analysten sehr optimistisch für das Papier. Auch wir erkennen weitere Kursphantasie bei dem MDAX-Titel.


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    Der Autor

    Carsten Mainitz

    Der gebürtige Rheinland-Pfälzer ist seit mehr als 25 Jahren leidenschaftlicher Börsianer. Nach seinem BWL-Studium in Mannheim arbeitete er als Journalist, im Equity Sales und viele Jahre im Aktienresearch.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Aktiengesellschaft – Die Aktiengesellschaft (AG) stellt in Form einer Kapitalgesellschaft eine juristische Person dar.
    3. Bank – Das Kreditwesengesetz (KWG) regelt in Deutschland die erlaubten Geschäfte einer Bank.
    4. Wasserstoff – Technologie zur Nachrüstung von Diesel-Motoren für saubere Verbrennung und Senkung von Abgasemissionen

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    • E-Mobilität
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    Das Delisting von Didi Global an der New Yorker Börse nach nicht einmal sechs Monaten Zugehörigkeit, zeigt einerseits die große Regulierungswut der chinesischen Regierung, andererseits aber auch die Spannungen zwischen den USA und China. Dieser Handelskrieg läuft seit 2018 und selbst der Präsidentenwechsel in den USA hat keine Entspannung gebracht. Immerhin haben sich beide Seiten Mitte November ausgetauscht und wollen keinen Kalten Krieg. Auch Europa wurde von China vor zu viel Unabhängigkeit gewarnt. Es wird aber spätestens seit der Corona-Krise deutlich, wie abhängig viele Länder von China sind. Ein Umdenken ist erkennbar, auch weil durch die hohen Containerkosten Importe teilweise nicht mehr rentabel sind. Wir sehen uns heute drei Unternehmen an, die zumindest indirekt vom Handelsstreit betroffen sind.

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