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13.01.2022 | 04:44

Triumph Gold, Delivery Hero, Hellofresh – Explodieren wie TeamViewer!

  • Gold
  • Inflation
  • Wachstumswerte
Bildquelle: pixabay.com

Die Inflation galoppiert, die Notenbanken somit müssen bald reagieren. In Sachen Covid-19 wird nach der Überwindung von Omikron sogar eine Endemie erwartet. Das würde den Ökonomien wohl einen Boom bescheren. Die hohe Volatilität an den Kapitalmärkten hat sich mittlerweile manifestiert, fast täglich ändert sich die Argumentationsgrundlage. Für uns eine passende Gelegenheit einen Blick auf hochvolatile Anlage-Vehikel zu richten. Eigentlich sind die Segel gesetzt, aber die Inflation kann der Party doch noch einen Strich durch die Rechnung machen – das wäre aber wiederum ein Kaufargument für die Edelmetalle!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: TRIUMPH GOLD CORP. | CA8968121043 , HELLOFRESH SE INH O.N. | DE000A161408 , DELIVERY HERO SE NA O.N. | DE000A2E4K43 , TEAMVIEWER AG INH O.N. | DE000A2YN900

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Inhaltsverzeichnis:


    Nick Mather, CEO, SolGold PLC
    "[...] Wir wussten, dass die Welt sich rasch elektrifiziert und urbanisiert und dafür erhebliche Mengen an Kupfer benötigt. [...]" Nick Mather, CEO, SolGold PLC

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    Inflation – Türkei und Argentinien können ein Lied singen

    Edelmetalle gelten als die älteste Währung der Welt und es spielt gerade heute rund um die Vermögenssicherung eine bedeutsame Rolle. In Zeiten von steigender Geldentwertung und Befürchtungen hinsichtlich der Währungsstabilität sind sie neben Aktien erste Wahl. Die Türkei hat seit 2020 eine Abwertung ihrer Währung um mehr als 70% hinnehmen müssen, die Inflation stieg im November folgerichtig auf über 36%. Rekordhalter in Sachen Inflation ist aber Argentinien mit über 50%. Da wundert es nicht, wenn der physische Bedarf an Edelmetallen immer größer wird. Menschen in diesen Ländern können ihre wertverlustigen Bargeldreserven nur so in Sicherheit bringen.

    Triumph Gold – Den Yukon Territorium im Fokus

    Seit mindestens 12 Jahrtausenden leben Menschen in Yukon. Für diese Zeit lassen sich die Vorfahren der heutigen Indianer nachweisen, die der athabaskischen Sprachfamilie angehören. Sie lebten bis Mitte des 20. Jahrhunderts nomadisch, wobei sie die harten Winter in immer denselben Dörfern verbrachten. Zuerst stand der Pelzhandel im Mittelpunkt, dann brachten Goldfunde am Klondike für kurze Zeit mehr als 100.000 Einwanderer in das dünn besiedelte Gebiet. Heute leben die Yukoner überwiegend von Tourismus, Rohstoffen und kleineren Dienstleistungen, die Jagd spielt nur noch eine untergeordnete Rolle.

    Der kanadische Explorer Triumph Gold Corp. hat einige interessante Liegenschaften im Yukon-Territorium identifiziert. Das Vorzeigeprojekt beherbergt drei erstklassige Mineralvorkommen im ausgedehnten Abschnitt der Big Creek-Verwerfungszone mit Goldgraden von 0,76 g/t. Aktuell lauten die Schätzungen auf rund 2 Mio. Unzen Goldäquivalent, weitere Bohrergebnisse werden in 2022 erwartet. Die Such-Algorithmen wurden seit Mitte 2021 auch mittels künstlicher Intelligenz unterstützt, dies verbessert die datengestützte Treffergenauigkeit im Zielgebiet erheblich.

    In 2021 sicherte sich Triumph zusätzlich das Grundstück Big Creek, welches Gold und industriell förderbares Kupfer beherbergen soll. Historisch konnten bereits viele Erfolge innerhalb der Dawson Range nachgewiesen werden. Die TIG-Aktie notiert aktuell bei überschaubaren 0,12 bis 0,14 CAD, damit sind die Ressourcen im Boden mit 17,5 Mio. CAD bewertet. Interessant!

    Delivery Hero – Endlich schwarze Zahlen in Aussicht

    Das war eine beeindruckende Berg- und Talfahrt. Das Berliner Startup Delivery Hero ging vor rund zehn Jahren unter größter Aufmerksamkeit an den Start. Mit allerlei Risikokapital und einem geschickten Marketing gelang es dem Unternehmen ordentlich zu wachsen. So ziemlich überall, außer ausgerechnet auf dem deutschen Heimatmarkt, konnte man sich gegenüber der Konkurrenz behaupten, oft sogar die Marktführerschaft übernehmen. Die Corona-Pandemie spielte dem Geschäftsmodell regelrecht in die Karten.

    Delivery Hero will in diesem Jahr nun endlich die Gewinnschwelle erreichen: Im vierten Quartal 2022 rechnet der Essenslieferdienst mit einem EBITDA zwischen 0 und 100 Mio. EUR. Das ist eine ganz schöne Bandbreite, aber die Länge und Stärke der verbleibenden Pandemie wird noch einigen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung nehmen. Im Jahr 2023 soll dann endgültig auch auf Konzernebene die Gewinnschwelle erreicht sein. Im ersten Halbjahr 2021 wurden über 100% mehr Erlöse erwirtschaftet – allerdings verdoppelten sich auch die Verluste. Für das komplette vergangene Jahr wird ebenfalls ein deutliches Minus erwartet. Die Börse hat schon mal eine erhebliche Kurs-Korrektur vollzogen.

    Dennoch wachsen die Berliner weiter. So hatte sich Delivery Hero beispielsweise im Oktober Anteile am Quick-Commerce-Anbieter Gorillas gesichert und übernahm zuletzt auch 80% der Anteile des spanischen Lieferdienstes Glovo. Über lange Zeit war Delivery Hero ein Börsenliebling, das Hoch erreichte man im April bei knapp 142 EUR. Über den Herbst stürzte der Kurs um über 60% ab, weil Anleger befürchteten, die Berliner würden bei ihren Akquisitionen zu teuer einkaufen. Denn bei Umsätzen von knapp 6 Mrd. EUR beträgt das KUV immerhin noch wackere 3,5. Die frischen Prognosen sind nun Balsam für die Seele der Investoren, die immer mehr daran zweifelten, ob Delivery Hero überhaupt irgendwann noch einmal Gewinne erzielen wird. Wir bleiben erst mal der Seitenlinie, setzen sie zur Absicherung ihrer Bestände einen engen Stop bei 77,50 EUR.

    HelloFresh – Aktienrückkauf nach 40% Kursrückgang

    Anders als bei TeamViewer ging es bei HelloFresh seit Ende November um 40% nach unten. Die Anleger sind über die Wachstumszahlen stark verunsichert. Auch das Ausmaß der Pandemie ist für das Geschäftsmodell wichtig. Auf diesem Niveau lohnt es sich aber genauer hinzusehen.

    Nach der letzten Stellungnahme auf einer Investorenveranstaltung will der Kochboxenversender deutlich mehr in Infrastruktur, Produktion und Automatisierung investieren. Insgesamt möchte der Vorstand ab 2022 jährlich zwischen 450 und 550 Mio. EUR für den Ausbau von Infrastruktur und Produktentwicklung in die Hand nehmen. Von der genannten Summe sollen rund 200 Mio. EUR für die Automatisierung von Prozessen verwendet werden. Der Vorstand verspricht sich so, sein Mittelfristziel von 10 Mrd. EUR Umsatz im Jahr 2025 zu erreichen, in 2021 werden knapp 5,8 Mrd. EUR erreicht.

    Der Konzern kündigte ferner für das kommende Jahr die Expansion in bis zu drei neuen regionalen Märkten an. Details nannte HelloFresh noch nicht. Zudem will Konzernchef Dominik Richter die bestehenden Marken in weiteren Ländern einführen. Während etwa „EveryPlate“ vor allem preissensible Kunden ansprechen soll, nimmt „GreenChef“ spezielle Ernährungsweisen und Diäten wie Keto und Paleo oder pflanzenbasierte Gerichte in den Fokus.

    Wegen des starken Kursverfalls will HelloFresh eigene Aktien im Volumen von bis zu 250 Mio. EUR zurückkaufen. Bei dem aktuellen Börsenkurs um 57 EUR beträgt die Marktkapitalisierung ca. 10,3 Mrd. EUR. Die Bewertung hatte sich zuletzt sehr stark zurückgebildet, das KGV ist aber immer noch über 40. Immerhin hat das Kurs-Umsatz-Verhältnis nun eine 1 vor dem Komma. Die Aktie ist nach der Korrektur wieder interessant - Einsammeln!


    Im aktuellen Umfeld ist guter Rat teuer. Die Inflationsraten steigen in den USA über 7%, Gold und Silber setzen zum Höhenflug an. Die Entwicklung von Wachstumswerten wie Delivery Hero, HelloFresh und Teamviewer hängt sehr stark an der Zinsentwicklung. Triumph Gold wird seine Projektentwicklung weiter erfolgreich fortsetzen, die Lage im Yukon Territorium verspricht gute Ergebnisse in 2022.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Lexikon:

    1. Aktie – Als Aktie wird ein Wertpapier bezeichnet, welches einen Anteil am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellt.
    2. Startup – Ein Startup ist eine Unternehmensgründung mit einem innovativen Geschäftsmodell.
    3. Vorstand – Das eigenverantwortliche und geschäftsführende Organ einer Aktiengesellschaft ist der Vorstand.

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    Bereits während der Corona-Pandemie konnte man eindeutig Gewinner und Verlierer identifizieren. Vakzin-Hersteller vervielfachten sich, Unternehmen mit dem Bezug Online-Handel performten ebenfalls besser als der Markt. In der aktuellen Ukraine-Krise drehen sich dagegen die Vorzeichen. Plötzlich sind die vor Kurzem noch verpönten Rüstungsaktien der letzte Schrei. Ebenfalls oben in der Anlegergunst sind Unternehmen von Düngemittelherstellern, die von den Sanktionen und damit der Angebotsknappheit profitieren. Doch wie nachhaltig sind die aktuellen Steigerungen? Auch bei Goldminenaktien sind die Rahmenbedingungen bestens. Doch diese performen im Gegensatz zu Rheinmetall, Hensoldt & Co. deutlich schwächer.

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