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09.09.2025 | 05:00

Trump befreit Wolfram von Zöllen: Folgen für Almonty, historische Beispiele Nucor und Cameco

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Bildquelle: KI

Kein Handelstag ohne Zoll-Hammer: Am Wochenende hat US-Präsident Donald Trump unter anderem Gold, Uran und Wolfram von Importzöllen ausgenommen. Die Maßnahme unterstreicht, wie wichtig vor allem die beiden strategischen Rohstoffe für das Land inzwischen sind. Keine Zölle sollen den Handel mit Wolfram und Co. erschweren. Für Wolfram-Produzent Almonty Industries, das seinen Unternehmenssitz erst in den vergangenen Quartalen in die USA verlegt und Abnahmeverträge mit der US-Industrie geschlossen hat, sind das gute Nachrichten – schließlich steht mit der Sangdong-Mine in Südkorea ein gigantisches Wolfram-Projekt in den Startlöchern. Sangdong könnte für mehr als 40 % des Wolframs außerhalb Chinas stehen. Es sieht danach aus, als würden große Teile der Produktion zollfrei in die USA exportiert werden. Was die Maßnahmen der US-Regierung konkret bedeuten und welche Chancen ähnliche Markteingriffe in der Vergangenheit Investoren boten.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 , CAMECO CORP. | CA13321L1085 , NUCOR CORP. DL-_40 | US6703461052

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Inhaltsverzeichnis:


    2024 beflügelte Importverbot für russisches Uran die Aktie von Cameco

    Neben Wolfram ist auch Uran künftig von Importzöllen der USA ausgenommen. Schon 2024 sorgten Eingriffe in den freien Handel bei Uran für Marktverschiebungen. Nachdem die USA im Mai 2024 Uran-Importe aus Russland im Zuge des Ukraine-Kriegs verboten, brachen große Teile des Angebots plötzlich weg. Für den größten westlichen Uranprodozenten Cameco war der daraus resultierende Preisanstieg ein Umsatz-Booster: Das Unternehmen konnte 2024 neue Lieferverträge für Uran zu besseren Konditionen abschließen. Das schlug sich auch in den Zahlen nieder: Im zweiten Quartal 2025 kletterte der Quartalsgewinn im Uran-Segment von Cameco um satte 46 % gegenüber dem Vorjahr. Analysten und Cameco-CEO Tim Gitzel sehen auf dem Markt für Uran heute einen viel größeren Fokus auf Versorgungssicherheit – wo früher allein der Preis zählte, entscheiden sich Käufer heute für Verlässlichkeit.

    Nucor profitiert bis heute vom Schutz durch Washington

    Auch der US-Stahlproduzent Nucor Corporation profitierte bereits von Eingriffen des Staates in den freien Handel. Während Donald Trumps erster Amtszeit als US-Präsident sorgten Schutzzölle auf Stahlimporte in die USA für einen deutlichen Gewinnsprung bei Nucor. Das Unternehmen setzt auf ein flexibles Mini-Mill-Konzept statt teurer Hochöfen und konnte so unmittelbar nach Inkrafttreten der Zölle 2018 die Produktion hochfahren. Als Folge stieg Nucors Umsatz 2018 um satte 24 % auf rund 25 Mrd. USD. Der Gewinn verdoppelte sich gar annähernd auf 2,36 Mrd. USD. Wie Handelsdaten und Unternehmensmeldungen von Nucor zeigten, konnte das Unternehmen die sinkenden Stahlimporte im Zuge der Zölle nahezu eins zu eins kompensieren. Bis heute profitiert Nucor von Zöllen auf Stahl sowie Infrastrukturprogrammen der US-Regierung.

    Wolframförderer Almonty: Riesige Vorkommen, niedrige Produktionskosten

    Und welche Folgen könnten die Befreiung von Wolfram von US-Zöllen für Almonty haben? Die Maßnahme von US-Präsident Trump kommt für das Unternehmen zur richtigen Zeit. Erst vor kurzem bestätigte das Unternehmen den Produktionsstart für die Sangdong-Mine noch in diesem Jahr. Die Mine soll ab 2027 rund 40% des Wolframs außerhalb Chinas produzieren und punktet zudem mit äußerst niedrigen Produktionskosten, die bei rund der Hälfte der chinesischen Konkurrenz liegen. Wie auch die Panasqueira-Mine in Portugal, die bereits seit vielen Jahrzehnten erfolgreich hochgradiges Wolfram zutage fördert, soll auch die Kapazität von Sangdong in den nächsten beiden Jahren deutlich vergrößert werden. Die Zoll-Ausnahme für Wolfram seitens der US-Regierung dürfte es Almonty künftig deutlich erleichtern, seine Erzeugnisse in die USA einzuführen. Zwar betonten Vertreter von US-Regierung und anderen staatlichen Institutionen schon zuvor die Bedeutung von Almonty für die Versorgung der USA mit strategischen Rohstoffen, doch macht erst die jüngste Zoll-Entscheidung den Weg für Wolfram-Importe in die USA richtig frei.

    Almonty für weiteres Wachstum perfekt positioniert

    Für die USA ist die Entscheidung naheliegend – schließlich gibt es aktuell keine nennenswerte Wolfram-Produktion innerhalb des Landes. Ab 2027 sind Wolfram-Importe aus China, Russland oder Nordkorea sogar verboten. Almonty dürfte mit seinen beiden Minen Panasqueira und Sangdong direkt von den Maßnahmen der USA profitieren. Wie zu Cameco beim Importverbot für Uran, gibt es auch zu Wolfram aus einer der beiden Minen von Almonty kaum eine Alternative. Dass Almonty zusätzlich seine Förderkapazitäten ausbauen und verstärkt in die vertikale Integration seines Geschäftsmodells investieren will, sorgt für weitere Fantasie. Hinzu kommt bei Almonty das Potenzial weiterer Projekte – zwei Liegenschaften in Spanien warten nur darauf weiterentwickelt zu werden. Auch der Kauf weiterer Minen wäre naheliegend – Wolfram gilt als herausfordernd bei Förderung und Verarbeitung. Mit seiner jahrelangen Expertise könnte das 2011 gegründete Unternehmen das ein oder andere Projekt entscheidend voranbringen. Auch die Erfahrungen im laufenden Betrieb – in Panasqueira arbeiten Bergleute teils in 5. Generation, stärken die Marktstellung von Almonty.

    „Starke strategische Position“: Neues Kursziel bei 5,59 EUR

    Nachdem die Aktie nach dem Börsengang an der Nasdaq konsolidiert hat, nimmt der Wert inzwischen wieder Fahrt auf. Die Analysten von GBC haben ihre Einschätzung zu Almonty erst am Montag aktualisiert und empfehlen die Aktie mit einem Kursziel von 9 CAD (5,59 EUR) erneut zum Kauf. Als Gründe führen die Analysten die immer stärkere strategische Position Almontys auf dem westlichen Wolframmarkt sowie der nahende Produktionsstart der Sangdong-Mine in Südkorea an.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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